"Abklatschen" in der Auslage (KBA Rapida 145)

  • Hallo Druckerfreunde,


    im Titel habe ich das Problem als "abklatschen" bezeichnet weil wir das so in unserer Firma nennen, um dem Ganzen einen Namen zu geben :).


    Gemeint ist ein Übertrag der frischen Druckfarbe, in der Auslage, auf die Rückseite des Folgebogens. Es handelt sich hierbei nicht um ein klassiches Ablegen! Die Farbe wird an Stellen übertragen, wo der Bogen einen leichten Knick beim Fall in die Auslage macht. Oft ist das visuell sehr schnell zu erkennen und abzustellen. Wenn die Auslage so eingestellt ist, dass sich ein kleiner "homogener Bauch" bildet und keine Knicke zu erkennen sind, der Bogen visuell also perfekt in die Auslage fällt, trifft einen nach dem Stapelwenden manchmal der Schlag. Ich habe mal ein paar Bilder eingefügt, damit ihr das Ganze mal seht. Ich möchte nochmal ausdrücklich erwähnen, dass es sich hierbei zu 100% nicht um ein Ablegen handelt!!!



    Folgende Maßnahmen habe ich bereits ergriffen:


    - Optimierung der Einstellung von Lüftern und Blasstangen in der Auslage (viel Luft, wenig Luft, mehr luft außen, mehr Luft innen, usw.)

    - Stapelhöhe verändert

    - Puder erhöht

    - Format der Seitengeradstoßer und der Saugwalze größer gestellt


    Hier noch ein Paar Infos zu Maschine und Materialien:


    - 4 Farben Rapida 145

    - Bilderdruck glänzend 135g und 250g

    - Farbe K+E Extrem bio F900

    - Puder mit 16er Körnung


    Und jetzt meine Frage:


    Gibts es KBA Rapida 145 Drucker die ähnliche Probleme haben?

    Hat jemand noch eine weitere Idee oder nützliche Tipps um das in den Griff zu bekommen?


    Vorab ein großes Danke für eure antworten!

    Gruß fly

  • Ich hatte das zu Anfangszeiten an unserer KBA105. Das liegt an einer fehlerhaften auslageneinstellung. Der Bogen wird zu früh losgelassen und kratzt über den Bogen der darunter liegt. Versuch soweit es geht den Bogen vorne loszulassen. Wenn in der Auslage ein „Bauch „ entsteht ist es nicht unbedingt vorteilhaft. Gerade dann entsteht das Problem. Die Auslage sollte möglichst gerade liegen.

  • Man kann einstellen wann der Bogen von den Greifern losgelassen wird...ja das meint er man kann auch Versuchen mit der Bogenbremse zuspielen. Ich nehme an die Bogen sind ohne Lack richtig? Du könntest auch versuchen die Bogengeradestoßer auszustellen

  • Wie Rockshow4u sagt könnte man auch weniger Luft auf die bremsrollen geben, so der Bogen schneller in die Auslage kommt, vorausgesetzt die Greiferöffnungskurve lässt den Bogen spät los.


    Eigentlich ist das der Hauptgrund warum der Bogen über den anderen kratzt. Greiferöffnungskurve und die Einstellung der bremsrollen, wenn man die optimal einstellt hat man sogut wie keine Probleme .

  • Zum Thema Greiferöffungskurve. Die mit der Einstellung der Kurve habe ich natürlich auch schon gespielt, habe ich oben leider vergessen aufzuschreiben. Aber trotzdem Danke für die Tipps.


    Schlumpfi : Puderkörnung oder Pudermenge helfen hier leider überhaupt nicht. Das Problem tritt auch beim 2. Durchgang auf, bei dem der Puderwert fast doppelt so hoch ist.

  • Servus!


    Wie sieht es den bei matt oder ungestrichenen Papieren aus ?

    Ist das ablegen schon oder nach dem Wenden schon zu erkennen und nur bei viel Farbbelegung

    im Widerdruck zu sehen.

    Event. auf 20er Puderkörnung erhöhen und etwas mehr Pudern im ersten DG.Die Luft ein wenig von

    den Blasstangen reduzieren und die Bogenfallhöhe etwas senken.

    Farbtrockner könnte den Farben auch zu einer schnelleren Trocknung verhelfen.

    Auch könnten bei 135g glzd. große Holzkeile im Quadrat behilflich sein,klappt auch ganz gut im 7er Format.

    Das mindert ein wenig den Luftbauch in der Bogenmitte der Bogen schwimmt nicht so bei der Stapelbildung.

    Die Luft im Stapel kann besser nach außen hin entweichen.


    MfG



    Maik

  • ich kenne ein ähnliches problem von meinem letzten DW wenns leer läuft und der bogen leichten kontackt zu GT bekommt. dann Platte wegdrehn und das werk auf druck mitlaufen lassen.

  • Nochmals Danke für die Antworten!


    @Grgn1415: Das Problem besteht bei allen Rapida 145 und bei jedem Drucker.


    @Maik: wir produzieren nur glänzend und matt gestrichene papiere auf diesen Maschienen. Puderkörnung und Pudermenge zu verändern haben wir bereits ohne Erfolg versucht. Ebenso die Lufteinstellungen und Stapelhöhen. Wir legen aktuell max in Jede Ecke vom Stapel einen Keil. Mit großen Holzkeilen im Quadrat haben wir es noch nicht versucht.


    @Blackfranky: das Problem passiert in der Auslage und ist im Stapel beim "durchschauen" nach dem ausfahren aus der Auslage schon zu sehen


    @Boston Presse: abliegen habe ich noch nie gehört... Für welchen Fall ist die Bezeichung abklatschen deiner Meinung nach vergeben? Ich steh grad weng aufm Schlauch was du meinst :S

  • Da haben wir wohl mal wieder ein Fachwort mit verschiedenen Bedeutungen.

    Beim nicht sichtbaren Übergang von Bestandteilen der Druckfarbe auf den aufliegenden Folgebogen im Auslagestapel spricht man auch von Abklatschen (invisible set-off).

    Hier geht es dann um das Thema Migration.

  • Der Vorgang ist immer der gleiche: Es handelt sich um gewollte oder ungewollte Farbübertragung auf ein Objekt. Dieses versucht die Fachsprache einfach darzustellen. Fachsprache ist regions- und in einigen Fällen sogar firmenbezogen. Unsere Deutsche Fachsprache hat sich inden letzten Jahren stark verändert, ob zum Guten oder Schlechten, dahinter steht ein Fragezeichen.

  • Hallo in die Runde!


    Vieleicht schlägt ja auch die Farbe an sich sehr schlecht weg bzw verträgt sich nicht mit dem Zusatz im Feuchtmittel. Hab selbst sehr lang an ner 145 (ohne Lack) zum Umschlagen gedruckt und hatte nie Probleme solcher Art (bei vernünftig eingestellter Bogenführung). Ich finde die Puderkörnung auch wesentlich zu fein. Wie siehts denn mit eurem Wasser aus? Wird das aufbereitet oder kommt das so aus der Leitung? Habt ihr schonmal ne andere CMYK-Skala ausprobiert? Wir haben eine von Epple auf unsere Ansprüche angepasste Farbe und keinerlei Probleme!

  • Hallo,


    hatte einmal ein ähnliches Problem, allerdings an einer 105er.

    Haben damals einen Vor- und Nachsatz in Vollfläche mit Dispersionslack gedruckt, jeder kleine Knick hat sofort zu einem leichten kratzen geführt.

    Schuld daran waren Puderreste in den Blasstangen in der Auslage. Dadurch kam dann die Luft sehr unterschiedlich durch die kleinen Löcher an den Stangen.

    Habt ihr diese mal angeschaut?

    Außerdem haben wir die Bremsrollen recht langsam und die Greiferöffnung ziemlich spät eingestellt.


    LG Tax

  • Guten Tag werder Kollegen und Mitleser


    Geradestoßer zu stark angestellt.

    Vielleicht ist auch die Blasluft für die Bogenführung zu stark eingestellt, so das der Bogen bevor er überhaupt in die Auslage kommt irgendwo flattert und dort abschmiert. Das würde ich mir noch anschauen, wie kommt der Bogen daher. Grüße Franky