Beiträge von Boston Presse

    Da stellt sich auch die Frage in wie weit ist es Sinnvoll, die Trocknung zu verzögern. Die angesprochenen Farben werden doch vom Hersteller entsprechend eingestellt (kastenfrisch), der Drucker hat da wenig Einfluß. Um die Anfangs gestellte Frage zu beantworten: Indem ich einen Verzögerer der Farbe zusetze. Diese Möglichkeit ist mir aus dem Siebdruck bekannt.

    Das Teil nennt sich Formeinpassvorrichtung und soll dem Buchdrucker das Formenschließen/Standmachen außerhalb der Maschine ermöglichen. Gesehen habe ich das Teil auch schon, ob damit wirklich eine Erleichterung geschaffen wird ? ich habe da meine Zweifel. Macht nur Sinn, wenn der Drucker fertig geschlossene Formen erhält. In den letzten 50 Jahren habe ich so etwas nicht gebraucht. Frag einmal bei den Maschinenhändlern, da taucht die selten benutzte Vorrichtung schon mal auf.

    Die beiden Maschinen sind schlecht zu vergleichen. Die Baier Presse ist eine Handmaschine und für kleine Auflagen mit kleiner Prägefläche geeignet, da jeder Bogen muß von Hand eingelegt und geprägt werden muß. Diese Prägepressen wurden oft in Buchbindereien eingesetzt. Der Heidelberger Tiegel (mit Heißfolien-Einrichtung) ist ein Druck-Automat, der für vielseitige Aufgaben eingesetzt werden kann z.B Drucken,Stanzen oder Prägen. Den OHT gab es ab Werk mit einer zusätzlichen Folien-Einrichtung als Modell TP, jedoch lassen sich die "normalen" Tiegel mit einer Anlage von Fremdanbietern nachrüsten. Ob dein Budget da ausreicht kann ich nicht sagen, denke aber es ist eher knapp bemessen. Bei den Maschinenhändlern werden ausreichend Tiegel mit Heißfolieneinrichtung angeboten.
    Es ist nicht nur die Maschine die bezahlt werden muß, auch der Transport, Aufstellen, evtl. ein el. Anschluß und ein Arbeitsplatz zum Formenschließen mit entsprechendem Material.

    Kann ich mit einer Heidelberger Tiegel, goldene Heissfolienprägung machen obwohl ich bisher garkeine Erfahrung mitbringe? Könnte man es im Nachhinein lernen?

    Für die Folienprägung steht eine breite Palette an Farben zur Verfügung, nicht nur die Metallic-Gold und Silber.

    Lernen kann man Alles, man muß nur wollen und etwas Maschinenverständnis mitbringen.

    Die Temperaturregelung schaltet immer bei erreichen der eingestellten Gradzahl ab und einer gewissen Zeit wieder ein. Sonst ist keine Regelung möglich. Uberprüft werden sollte jedoch ob die eingestellte Gradzahl mit der Ist-Temperatur am Stempel gleich ist. Das Stanzblech sollte nicht benutzt werden. Die Stärke und die Zusammenstellung des Aufzuges richtet sich immer nach dem Material vorauf ich drucke bzw.präge. Bedenke auch, daß für die verschiedenen Papier-und Kartonsorten auch unterschiedliche Folien zum Einsatz kommen. Um ein ausagekräftiges Ergebnis zu bekommen würde ich es einmal mit "frischer," auf das Druckgut abgestimmter Folie versuchen.

    Hallo und Willkommen im Forum.

    Bei den Bezeichnungen für das Öl hat sich im Laufe der Zeit einiges verändert. Als dickflüssig wird Öl der Klassen SAE 50-80 bezeichnet. Alle diese "Motorenöle" sind für die Zentralschmierung geeignet, sie übertreffen allesamt die alten Normen, wobei das dicke SAE 80 als Getriebeöl gehandelt wird.

    Die Temperatur richtet sich nach der verwendeten Folie und dem zu prägendem Material. Gängige Temperaturen liegen zwischen 125 und 145 Grad, gemessen am Stempel. Sind der Temp.-Fühler und die Heizplatte auch in Ordnung, und die Folie richtig eingelegt (Kleber zum Papier)?

    Hallo,

    die Anschlüsse gab es nur bei dem TP-Modell, welches mit der Original Heidelberg Heißfolieneinrichtung ausgestattet war. Um die Anschlüsse anzubringen wurde auf das Abdeckblech mit den Nummern der Zonenschrauben verzichtet. Markteinführung für die Maschine war DRUPA 1967, dieser Tiegel hat auch einen abstellbaren Walzenstuhl.

    Für den Hochdruck möchte ich etwas beitragen. Drucken ist für mich die Mehrfachnutzung einer dazu bestimmten Form. Der Digitaldruck erfüllt diese Vorgabe nur bedingt, da die Form jedesmal neu aufgebaut wird, aber das ist nicht das Thema. Als ältestes Stück das mit beweglichen Lettern hergestellt wurde, soll der Diskos von Phaistos (Kreta) sein, ca.1550 vor Chr.. Gedruckt wurde auch schon vor Gutenberg mittels Holzschnitt. Als künstlerische Darstellung ist er ab dem 6.Jaurhundert nach Chr. in China nachzuweisen. Ab 12. Jahrhundert dann in Süditalien zum Bedrucken von Stoffen. Erst ab 1420 erscheint der Holzschnitt im nördlichen Europa. Den Kupferstich gab es ab ca.1400.

    im idealfall verwendet man für eine Seite Schmalbahn und für die andere Seite breitbahn.

    Im Idealfall werden 3 Lagen verleimt. Gegenkaschieren wird das genannt. Dadurch wird eine bessere Planlage erreicht. Für kleine Karten reicht der Tipp mit einer Seite SB andere BB vollkommen aus.

    Zum Pressen eignet sich jede Spindelpresse, wie sie in Buchbindereien gebraucht werden. Für kleine Auflagen reichen evtl. auch zwei Bretter und ein paar Ziegelsteine. Ich benutze eine alte Jagenberg Anleimmaschine mit einer Arbeitsbreite von nur 22cm und bin damit zufrieden. Da ich nie eine andere Maschine benutzt habe, kann ich mangels Vergleich auch nichts empfehlen.

    sonst ist die Weiterentwicklung vom Hohner Alfa nicht groß genug.

    Das sehe ich auch so. Nach der Beschreibung arbeitest du mit einem Hohner Alfa und nicht wie ich angenommen habe mit einem HOBO. An Bildmaterial habe ich immer Interesse. Danke für das Angebot. Bei ebay wird schon sei längerer Zeit ein Monopol Tiegel angeboten, ich glaube der hat sogar Überformat A3.

    Von Hohner kenne ich drei Typen, den HoBo in 4 Ausführungen. Diese Maschinen sind am häufigsten vertreten und bei Google unter Bildern zu sehen. Das Rahmeninnenmaß beträgt bei allen 16,5x23,5cm. Als nächst größere Maschine mit Handhebel baute Hohner den Alfa, über den es jedoch kaum Bilder oder Literatur gibt. Diese Maschine habe ich in natura noch nicht gesehen, sie ist entsprechend selten und soll ein vollwertigerA4 Tiegel sein. Der Tiegel ist sehr stabil gebaut. Ja, und den Rapid mit Motorkraft.

    Die Bogen werden flächig verklebt indem eine Seite mit Leim bestrichen wird und anschließend die Laminate in einer Presse getrocknet werden. Meta-Papier hat auch einen Karton im Angebot der vorbeschichtet ist.Die Klebeverbindung wird dann durch den Pressdruck der Schneidemaschine aktiviert.

    Den Ausdruck Thixotropie bzw. thixotrope Druchfarben, ist mir Anfang der 1960er Jahre erstmalig begegnet.Also ein alter Hut. Danach habe ich von den Farbenfabriken nichts mehr über diese Eigenschaft gehöhrt. Damals haben wir Drucker von der "Neuen Eigenschaft" der Farbe nicht viel gemerkt, die Buchdruckmaschinen liefen ja auch nur 3-6000 Bogen die Stunde und auch die "normale" Druckfarbe veränderte ihr Verhalten durch Reibung und Wärme. Das dürfte jedem Drucker bekannt sein. Ein "warmes" Farbwerk fördert weniger Farbe als ein kaltes nach Start der Maschine. Für die heutigen Maschinen die 3x so schnell laufen kann ich keine objektive Aussage treffen, dazu bin ich zu lange nur noch Zuschauer.

    A6 bekomme ich auf dem A4-Handtiegel geprägt, solange das Motiv nicht allzu groß und vor allem nicht zu dicht ist.

    Genau das meinte ich. Die Regel bezieht sich auf normalen Text nicht auf volle Fläche.

    Das genaue Tiegelmaß in cm. zu kennen ist schon wichtig, die Druckfläche wurde damals nicht nach Din-Formaten berechnet. Bei 26x38 cm vom OHT kann ich gut ein Überformat A4 bedrucken. Ältere Tiegel haben oft nur 20x30cm Druckfläche,das ist kein A4.

    Ja,das ist ein Problem. Viele "kreative" haben noch nicht begriffen, daß guter Letterpress (Prägedruck) nur einseitig gelingt. Es ist eben kein Offset und folgt anderen Regeln. Prägen ist eine Verformung von Karton. eine Faustregel besagt,daß ich ca. 50% der Materialstärke zusammendrücken, also verdichten kann - aber nur von einer Seite! Der 710gr. Karton hat eine Stärke von 1mm, den kann ich auf max.0,5mm verdichten ohne daß ich den Text auf der Rückseite lesen kann. Bei 2-seitigem Druck kann ich also nur 0,25mm pro Seite prägen.