In einem Jahr soll Vogel Druck in Würzburg Höchberg komplett geschlossen sein.
280 Mitarbeiter sind betroffen.
LINK
![]()
Um schreiben oder kommentieren zu können, benötigst du ein kostenloses Benutzerkonto.
Du hast schon ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.
Jetzt anmeldenHier kannst du ein neues Benutzerkonto erstellen.
Neues Benutzerkonto erstellenIn einem Jahr soll Vogel Druck in Würzburg Höchberg komplett geschlossen sein.
280 Mitarbeiter sind betroffen.
LINK
![]()
Schon krass was so abgeht. Auch bei Bertelsmann selber, bzw. Mohndruck. Vor 10 Jahren standen da noch 10 großformatige Bogenoffset Maschinen. Jetzt sind glaube noch 2 übrig. Rolle ist etwas anders.
Den Niedergang der Branche, den halten wir leider nicht mehr auf. Bin ernsthaft am überlegen nochmal einen beruflichen Neuanfang zu starten mit Mitte 40.
@ karsten1077
"Schon krass was so abgeht. Auch bei Bertelsmann selber, bzw. Mohndruck. Vor 10 Jahren standen da noch 10 großformatige Bogenoffset Maschinen. Jetzt sind glaube noch 2 übrig. Rolle ist etwas anders."
Führe doch mal eine richtige Beobachtung weiter. Für welche Produktgruppe haben die Bogenoffsetmaschinen hauptsächlich produziert?! Dann weißt Du wie es in Gütersloh demnächst weiter geht...
Führe doch mal eine richtige Beobachtung weiter. Für welche Produktgruppe haben die Bogenoffsetmaschinen hauptsächlich produziert?! Dann weißt Du wie es in Gütersloh demnächst weiter geht...
Kann ein einzelner Beobachter, auch wenn er aus der Branche ist, deine Frage beantworten? In einigen Betrieben sind derzeit hochbezahlte Unternehmensberater unterwegs, die Zukunftsmodelle erarbeiten sollen und ehrlicherweise auch nicht weiterkommen. Wenn Du mehr Infos hast, dann diskutiere das doch hier. Nebulöse Andeutungen helfen niemandem weiter, schon gar nicht Mitarbeitern, die sich um ihren Arbeitsplatz sorgen oder eine Neustart in einem anderen Beruf in ihre Überlegungen einbeziehen.
Bezeichnend ist doch die Sprachlosigkeit des Bundesverbandes. Man hat den Eindruck, die ducken sich weg. Verbandsvertreter anderer kriselnder Branchen sind da in der Öffentlichkeit deutlich präsenter und lauter. Die Probleme der Druckindustrie schaffen es bestenfalls in die "Sendung mit der Maus".
Bezeichnend ist doch die Sprachlosigkeit des Bundesverbandes. Man hat den Eindruck, die ducken sich weg. Verbandsvertreter anderer kriselnder Branchen sind da in der Öffentlichkeit deutlich präsenter und lauter. Die Probleme der Druckindustrie schaffen es bestenfalls in die "Sendung mit der Maus".
Naja, im Vergleich zu anderen Branchen, welche von der verfehlten Wirtschaftspolitik kaputtgemacht werden, ist die Veränderung in der grafischen Branche in erster Linie vom gesellschaftlichen Strukturwandel betroffen. Wenn Drucksachen beim Konsumenten nicht mehr gefragt sind, soll denn ein staatlicher Pflichtkonsum von Gedrucktem die leidende Branche stützen? Wer hätte vor dreissig Jahren geahnt, dass das Internet eine solch gesellschaftlich prägende Stellung erhalten könnte wie es heute hat? Tendenz: immer noch zunehmend!
Die hohe Zeit der Druckereien waren wohl die achziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Dank neuer Technologien konnte mehr und günstiger gedruckt werden als noch 10 Jahre früher.
Ich schätze, das Druckvolumen von heute (mit Ausnahme des Verpackungsdrucks) hat sich auf das Volumen von 1990 verringert. Wenn damals eine Druckerei expandieren wollte, stand sie vor der Herausforderung, kein Fachpersonal zu finden und Investitionsgüter, Verbrauchsmaterial und Papier horrend teuer waren. Alle wollten vom Druckboom profitieren.
Nach dem Jahr 2000 beschleunigte sich der Strukturwandel im Grafischen, nicht zuletzt, weil die Gratiskultur im Internet dank der grossen Medienhäuser ausgerufen wurde.
Welche Strategien entwickelten aber die grossen grafischen Anbieter, um auf die sinkende Nachfrage ihrer Produkte zu reagieren? Immer grössere Kapazitäten schaffen, immer ruinösere Preise anbieten, immer mehr vermeintliches Druckvolumen bei der Konkurrenz abzügeln.
Zuerst verschwanden die Dorfdrucker, dann die kleinen Druckereien, gefolgt von den "Platzhirschen", den regionalen Druckereien... Jetzt ist die Evolution bei den Dinosaurieren angekommen.
Ist dem Dorfdrucker von der Branche jemals Empathie widerfahren, wenn er seinen Betrieb schliessen musste? Muss ich als mittelständischer Drucker Empathie zeigen für Betriebe, welche die Zeichen der Zeit nicht erkennen wollten und gemeint haben, der Meteoriteneinschlag werde sie nicht treffen?
Wie bei den Dinosaurieren werden auch Druckereien den Meteoriteneinschlag überleben: Die schlanken, flinken, die neue Zeit erkennenden...
@ Cyberfisch. Auf den Punkt
ADP.
"In einigen Betrieben sind derzeit hochbezahlte Unternehmensberater unterwegs, die Zukunftsmodelle erarbeiten sollen"
Ich bin jetzt 35 Jahre in der Branche unterwegs. Ich habe noch kein Unternehmen gesehen, welchem es nachhaltig besser ging, nachdem "Unternehmensberater" zum Einsatz kamen. Gefühlt bei 90% kam es innerhalb der nächsten fünf Jahre danach zur Schließung.
"Nebulöse Andeutungen helfen niemandem weiter"
Verlangst Du mundfertige Internata aus bestehenden Unternehmen in einem öffentlichen Forum? Für jeden der sich etwas mit der Branche - über den Horizont der Auslage seiner Druckmaschine hinaus - beschäftigt, sollte die Antwort klar sein. Für welche Produktgruppen steht denn Bertelsmann in Gütersloh? Und welche werden davon im Bogenoffset gedruckt?!
Grüße, Robert
Wenn Drucksachen beim Konsumenten nicht mehr gefragt sind, soll denn ein staatlicher Pflichtkonsum von Gedrucktem die leidende Branche stützen?
Liest du einen Post eigentlich, bevor du antwortest? Wo genau habe ich eine solche Forderung gestellt?
Fakt ist allerdings, dass von den großen Branchen (die Autolobby ist in allen Medien immer präsent und fordert Unterstützung selbst für Uralttechnologie wie den Verbrennermotor) bis zu den kleinen Innungen (die Bäckerinnung schafft es immer wieder, eloquente Fürsprecher*innen in Talkshows zu platzieren und Hilfe für eine darbende Zunft zu fordern). Wo sind da die Verbandsvertreter der Druckindustrie, die z.B. eine ortsnahe Vergabe von Druckaufträge reklamieren. Oder die ganz einfach auch mal an prominenter Stelle im TV klarstellen, dass Drucksachen sehr energieeffizient produziert werden und die Papierindustrie einen fast perfekten Rohstoffkreislauf bietet? Ein aktuelles Thema hinsichtlich des Energiehungers von KI.
Ich bin jedenfalls froh, dass mein Unternehmen kein Verbandsmitglied mehr ist. Sonst würde ich mich wirklich ärgern.
Verlangst Du mundfertige Internata aus bestehenden Unternehmen in einem öffentlichen Forum? Für jeden der sich etwas mit der Branche - über den Horizont der Auslage seiner Druckmaschine hinaus - beschäftigt, sollte die Antwort klar sein. Für welche Produktgruppen steht denn Bertelsmann in Gütersloh? Und welche werden davon im Bogenoffset gedruckt?!
Über deine Beleidigung werde ich einfach hinwegsehen, ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass du so etwas nötig hast und sehe das als Ausrutscher an.
Wenn du Internata aus anderen Unternehmen hast und diese nicht benennen willst, dann ist das ok. Aber dann würde ich in einem öffentlichen Forum auch nicht geheimnisvolle Andeutungen machen.
Mohndruck hat ein riesiges Portfolio (und einen großen finanziellen Background). Und wenn dort Druckkapazitäten reduziert werden, dann kann ein Außenstehender schwerlich beurteilen, welche unternehmerische Entscheidung dahintersteht. Geht es um einzelne Produktgruppen, die du anscheinend kennst? Oder sollen einfach Maschinen vom Markt genommen werden um die Kapazitäten generell zu reduzieren? Oder will man vielleicht weiter automatisieren und kann auf wenigen Maschinen dann ähnliche Produktionskennziffern erreichen? N.B. Wo bleiben die Gebrauchtmaschinen? Mischen die den Markt im Billigsement so richtig auf? Ich habe keine Ahnung und maße mir auch keine Mutmaßung zu.
Ich bin jedenfalls froh, dass mein Unternehmen kein Verbandsmitglied mehr ist. Sonst würde ich mich wirklich ärgern.
Finde ich gerade etwas speziell, ADP, selbst dem Branchenverband nicht anzugehören, aber genau wissen, was die Funktionäre dort zu tun hätten.
Bringt auch nichts, verschiedene Branchen miteinander zu vergleichen. Deutschland war mal Weltmeister im Bau von Verbrennungsmotoren. Eine komplett fehlgeleitete Politik zwingt die Branche heute etwas herzustellen, wozu diese weder eine besondere Kompetenz hat noch im eigenen Land Rohstoffe dafür vorhanden sind. Kommt noch obendrauf, dass in anderen Ländern billiger produziert werden kann. Nur richtig, wenn sich die Autobranche endlich gegen diesen verordneten Untergang wehrt.
Wenn sich der kleine Quartierbäcker in der Öffentlichkeit mit seinen Problemen meldet, hat das den "Jöööh"-Effekt. Kleine Bäckereien sind Sympathieträger, jeder mag frisch duftende Backwaren und geht gerne in der kleinen Bäckerei einkaufen... wenn er dummerweise nicht schon vorher sein Brot viel günstiger im Backshop gekauft hätte.
Druckereien sind aber keine besonderen Sympathieträger und haben alles andere als ein grünes Image. Mein gesamtes Arbeitsleben habe ich in der Druckerei zugebracht, Umweltverschmutzung, Wälder abroden, unsinniger Papierverbrauch usw. war stets im Vordergrund, ob richtig oder falsch, egal. Auch wenn grafische Betriebe und auch Papierhersteller heute versuchen, sich ein grünes Mäntelchen umzulegen, ändert dies an der breiten Allgemeinmeinung der Ressourcen verbrauchenden Branche nichts.
Zum Text von Cyberfisch:
Da sprichts du etwas an, mit dem Image. Dazu zwei entsetzliche Beispiele:
1. Postwurfsendungen, Angebote etc. werden von einigen - recht lauten - Menschen als "Werbemüll" bezeichnet. Hat schon mal jemand etwas von "Kuchenmüll" oder so etwas gehört?
2. Die alljährliche anfangadventliche Katastrophenmeldung: "In Adventskalendern sind giftige Schadstoffe!".
Könnte man noch weiter schreiben, diese Liste. Was reißerische Meldungen sind, kenne ich als Motorradfahrer zur Genüge.