Beiträge von Cyberfisch

    Ich bin jedenfalls froh, dass mein Unternehmen kein Verbandsmitglied mehr ist. Sonst würde ich mich wirklich ärgern.

    Finde ich gerade etwas speziell, ADP, selbst dem Branchenverband nicht anzugehören, aber genau wissen, was die Funktionäre dort zu tun hätten.

    Bringt auch nichts, verschiedene Branchen miteinander zu vergleichen. Deutschland war mal Weltmeister im Bau von Verbrennungsmotoren. Eine komplett fehlgeleitete Politik zwingt die Branche heute etwas herzustellen, wozu diese weder eine besondere Kompetenz hat noch im eigenen Land Rohstoffe dafür vorhanden sind. Kommt noch obendrauf, dass in anderen Ländern billiger produziert werden kann. Nur richtig, wenn sich die Autobranche endlich gegen diesen verordneten Untergang wehrt.

    Wenn sich der kleine Quartierbäcker in der Öffentlichkeit mit seinen Problemen meldet, hat das den "Jöööh"-Effekt. Kleine Bäckereien sind Sympathieträger, jeder mag frisch duftende Backwaren und geht gerne in der kleinen Bäckerei einkaufen... wenn er dummerweise nicht schon vorher sein Brot viel günstiger im Backshop gekauft hätte.

    Druckereien sind aber keine besonderen Sympathieträger und haben alles andere als ein grünes Image. Mein gesamtes Arbeitsleben habe ich in der Druckerei zugebracht, Umweltverschmutzung, Wälder abroden, unsinniger Papierverbrauch usw. war stets im Vordergrund, ob richtig oder falsch, egal. Auch wenn grafische Betriebe und auch Papierhersteller heute versuchen, sich ein grünes Mäntelchen umzulegen, ändert dies an der breiten Allgemeinmeinung der Ressourcen verbrauchenden Branche nichts.

    Bezeichnend ist doch die Sprachlosigkeit des Bundesverbandes. Man hat den Eindruck, die ducken sich weg. Verbandsvertreter anderer kriselnder Branchen sind da in der Öffentlichkeit deutlich präsenter und lauter. Die Probleme der Druckindustrie schaffen es bestenfalls in die "Sendung mit der Maus".

    Naja, im Vergleich zu anderen Branchen, welche von der verfehlten Wirtschaftspolitik kaputtgemacht werden, ist die Veränderung in der grafischen Branche in erster Linie vom gesellschaftlichen Strukturwandel betroffen. Wenn Drucksachen beim Konsumenten nicht mehr gefragt sind, soll denn ein staatlicher Pflichtkonsum von Gedrucktem die leidende Branche stützen? Wer hätte vor dreissig Jahren geahnt, dass das Internet eine solch gesellschaftlich prägende Stellung erhalten könnte wie es heute hat? Tendenz: immer noch zunehmend!

    Die hohe Zeit der Druckereien waren wohl die achziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Dank neuer Technologien konnte mehr und günstiger gedruckt werden als noch 10 Jahre früher.

    Ich schätze, das Druckvolumen von heute (mit Ausnahme des Verpackungsdrucks) hat sich auf das Volumen von 1990 verringert. Wenn damals eine Druckerei expandieren wollte, stand sie vor der Herausforderung, kein Fachpersonal zu finden und Investitionsgüter, Verbrauchsmaterial und Papier horrend teuer waren. Alle wollten vom Druckboom profitieren.

    Nach dem Jahr 2000 beschleunigte sich der Strukturwandel im Grafischen, nicht zuletzt, weil die Gratiskultur im Internet dank der grossen Medienhäuser ausgerufen wurde.

    Welche Strategien entwickelten aber die grossen grafischen Anbieter, um auf die sinkende Nachfrage ihrer Produkte zu reagieren? Immer grössere Kapazitäten schaffen, immer ruinösere Preise anbieten, immer mehr vermeintliches Druckvolumen bei der Konkurrenz abzügeln.

    Zuerst verschwanden die Dorfdrucker, dann die kleinen Druckereien, gefolgt von den "Platzhirschen", den regionalen Druckereien... Jetzt ist die Evolution bei den Dinosaurieren angekommen.

    Ist dem Dorfdrucker von der Branche jemals Empathie widerfahren, wenn er seinen Betrieb schliessen musste? Muss ich als mittelständischer Drucker Empathie zeigen für Betriebe, welche die Zeichen der Zeit nicht erkennen wollten und gemeint haben, der Meteoriteneinschlag werde sie nicht treffen?

    Wie bei den Dinosaurieren werden auch Druckereien den Meteoriteneinschlag überleben: Die schlanken, flinken, die neue Zeit erkennenden...

    Wofür linearisieren? Die Linearisierung war dafür da, Produktionsschwankungen der Druckplatten und den Entwicklungsprozess zu kompensieren. Chemie hat hier keinen Einfluss mehr, bei hochwertigen Platten sollte es auch da Stabilität geben. Drucken und die Tonwerte auf dem Material messen und kompensieren.

    Was du meinst, ist "kalibrieren". Damit wird die Densität und die Punktzunahme im Druck mit der Rasterpunktgrösse auf der Druckplatte kompensiert.

    Linearisieren ist die Grundeinstellung des Belichters einstellen. Zu viel Licht strapaziert die Laserdioden des Belichters und erzeugt Streueffekte auf der Druckplatte. Zu wenig Licht durchhärtet die Schicht nicht vollständig und lässt die Druckplatte während des Druckens spitzer werden. Eigentlich dasselbe wie bei konventionellen Druckplatten und früher bei der Druckplattenherstellung mit Filmen.

    Die Instruktoren der Plattenlieferanten kommen gerne die Grundeinstellung des Belichters machen. Weil die Instruktoren die optimalen Einstellwerte der verschiedenen Belichter kennen, würde ich das Linearisieren nicht in Eigenregie versuchen.

    Eine schnelle Antwort zum Weitermachen:

    Deine aufgeführten Mittel kenne ich nicht, obwohl wir früher Fuji-Platten eingesetzt haben und aktuell die Kodak-Platten einsetzen. Diese Mittelchen braucht es meiner Meinung auch nicht. Die Platten sollen ja prozessfrei bleiben.

    Die Linearisierung unseres Belichters hat damals der Plattenlieferant gemacht. Fürs Ausmessen hat er zum Entschichten Plattentiefreiniger von der Maschine gebraucht. Dieser Reiniger ist auch gut, wenn die Platte in der Druckmaschine nicht vollständig entschichtet.

    3D-Druck hat natürlich nichts mit Druck gemeinsam, wofür dieses Forum steht. 3D-Druck ist Werkstoffaufbau, Druck ist Oberflächenveredelung.

    In der grafischen Branche ist die Druckformherstellung weitgehend standardisiert, so auch im Siebdruck. Ein moderner neuer Belichter für Siebe kostet da schon mal eine 6-stellige Summe, natürlich viel zu viel für einen Laien.

    Wenn du neue Wege gehen willst bei der Druckformherstellung, ist dies Pionierarbeit. Und wie alle Pioniere auch, musst du dich durchbeissen, so du die Lösung für dein Problem finden willst. Wie der Name Pionier schon sagt, du bist der Erste und kannst nicht auf Erfahrungen anderer abstellen.

    Am ehesten kann dir jemand weiterhelfen aus dem Bereich "Oberflächenbeschichtung" oder vielleicht findest du Ratschläge in einem 3D-Forum.

    Bei den neueren Polars ist die Variante von Butzenfänger möglich. Bei älteren Polars muss man ähnlich vorgehen wie von smuek beschrieben. Es ist aber einfacher als bei Ideal:

    Schmaler Stapel anlegen, Messer auslösen bis dicht zum UT, Schnittauslöstetasten loslassen, Messer bleibt unten, Pressbalken steht oben, Messer von hinten putzen, Messer mit den Schnittauslösetasten wieder hochfahren, fertig.

    Den wohl frivolsten T-Shirt-Spruch der grafischen Zulieferer hatte anfangs 1980er Jahre Linotype mit:

    "Do it on the Table"

    Damit warb Linotype für Ihren damals sensationellen Kathodenstrahl-Belichter, welcher wirklich auf einem Tisch Platz fand.

    Mein damals von mir als junger Typograf gerne getragenes T-Shirt ist nicht mehr. Heute wäre ein solcher sexistischer Werbespruch wohl nicht mehr möglich und die Firma geriete wohl über kurz oder lang in einen veritablen Shitstorm.

    Hallo Christin

    Was du da hast, ist von der Bauart ein Boston-Tiegel. Das ist das gleiche Druckprinzip wie beispielsweise beim Heidelberger OHT.

    Zum Justieren des gleichmässigen Drucks dienen die fünf grossen Schrauben vorne beim geschlossenen Tiegel.

    Aaaaaaber...

    So krass, wie der Tiegel nicht parallel schliesst, wird es wahrscheinlich kein Justierproblem sein. Oder der Vorbesitzer hat mal ohne jeden Anflug von Druckerwissen tüchtig an den Schrauben rumgedreht.

    Ich vermute jedoch, es ist ein Bedienfehler von dir. Ein Designer-Druckerschurz macht halt noch keine Druckerin aus dir.

    Für mich sieht es auf dem einen Foto so aus, dass der Tiegel nicht vollständig schliesst. Vielleicht ist die Druckform zu hoch, vielleicht der Aufzug zu dick, vielleicht das Papier zu voluminös, vielleicht das Druckbild zu "schwer". ("Schwer" bedeutet, dass du zu wenig Druckkraft aufbringen kannst, um den Tiegel überhaupt vollständig zu schliessen.)

    Und dann darfst du auch nicht vergessen, dass diese kleinen Tiegel die "Kopiermaschinen" des 19. Jahrhunderts waren. Dass man 150 Jahre später auf diesen Maschinen hochwertige Drucke herstellen oder sogar Prägungen machen will, ist etwa so, wie wenn man auf einem Schifferklavier Beethovens 5. Sinfonie aufführen möchte.

    Ich empfehle dir vor weiteren Druckversuchen den Besuch eines Typo-Kurses, welche landauf, landab in Museumsdruckereien angeboten werden.

    Alle hier vorgestellten Lösungen sind teurer als ein günstiger gebrauchter A3-Zylinder. Wenn es wirklich um sehr kleine Auflagen geht, gäbe es Flachbettplotter mit Rillfunktion ohne Anleger.

    Abgesehen von den vielleicht etwas geringeren Anschaffungskosten ist das Stanzen mit OHZ und OHT der geringen Stundenleistung wegen am kostenintensivsten. Kommt dazu, dass es immer schwieriger wird, Personal zu finden, welches mit OHZ und OHT arbeiten will. Drucker-Generation "Knöpfchen drücken" will keine Hebel mehr hin- und herreissen. (Ist nicht abschätzig gemeint.)

    Am teuersten ist die Anschaffung eines Flachbettfräsers.

    In der Art der vorgestellten Morgana Colorcut gibt es auch Stanzmaschinen, die rotativ das Material stanzen, nuten und ausbrechen. Das Stanzwerkzeug sind auf Mass gefertigte Rundformmäntel, welche ähnlich einer Offsetplatte auf den Zylinder aufgespannt werden.

    Kann man mit dieser Maschine nur Offsetplatten andrucken, oder ist das Druckbett in der Höhe verstellbar, um damit zum Beispiel mit Bleisatz oder Holz- Linolschnitten zu drucken?
    In dem Fall könntest du die Anzeige auch bei Facebook auf der Freunde der schwarzen Kunst posten.

    Nette Idee, die Maschine in eine Letterpress-Maschine umzubauen. Wird aber schon deswegen nicht funktionieren, weil der Druck bei der Offset(!)-Andruckpresse über das Gummituch erfolgt. Beim Umbau auf Buchdruck müsste die Druckform also seitenrichtig sein. Damit wäre schon einmal das komplette Blei vom Druck dispendiert.

    Schon eher kann die Maschine für den Druck von Hand-Lithografien verwendet werden. Der Unterschied zu Stein-Lithografien wäre auch, dass nicht direkt vom "Stein" gedruckt wird, sondern indirekt übers Gummituch.

    Technisch müsste für Hand-Lithografien an der Maschine nichts geändert werden. Mit Fettstift kann auch jede entwickelte Offsetplatte von Hand bebildert werden. Fürs Drucken wirds jedoch mehr als ein Gautschbrief brauchen: Ganz viel Erfahrung und noch mehr Können!

    Hallo jleibnitz

    Eine bedeutende grafische Maschine des ausgehenden 2. Jahrtausends , welche du vorstellst. Für die jungen Drucker hier im Forum: Mit diesen Maschinen wurden vierfarbige Andrucke von Film-Fotolithos angedruckt, damit diese dem Kunden als Gut zum Druck vorgelegt und später beim Druck als Referenz dienen konnten. Noch Mitte 80er Jahre wurden solche Maschinen gebaut, letztmals habe ich neue automatisierte Andruckmaschinen auf der Imprinta in Düsseldorf gesehen. Spätestens ab anfangs 90er Jahre wurden Andrucke, so sie noch gebraucht wurden, nicht mehr drucktechnisch hergestellt, sondern mit Sublimationsverfahren generiert.

    Für grafische Betriebe hat deine Andruckmaschine jede Anwendung verloren. Vielleicht findet sich irgendwo ein Künstler, welcher mit der Maschine "experimentelle" Druck herstellen will. Aber man darf nicht vergessen, dass das Andrucken das eine ist, das andere ist, dass die Druckformherstellung, um überhaupt mit der Maschine zu drucken, zunehmend kompliziert und teuer wird. Filme und konventionelle Druckplatten werden zunehmend schwierig in der Beschaffung, von den passenden Belichtern ganz zu schweigen.

    Ich sehe für die Zukunft der Maschine nur zwei Varianten:

    Du wartest, bis ein Begeisterter die Maschine übernimmt, diese abbaut, transportiert, wiederaufbaut und überholt. Wahrscheinlich findest du sogar jemanden, der dir spontan noch 500 Euro bezahlen will unter der Bedingung, dass du noch zuwartest, weil er gerade keine Zeit für den Abtransport hat. Dann wartest du erstmals zehn Jahre...

    Die andere Variante, die realistische, du übergibst die Maschine der Vergänglichkeit und erinnerst dich in allen Ehren daran, dass dein Vater als Fotolithograf/Andrucker seinen Lebensunterhalt damit verdient hat.

    Lange hat das Geschäftsmodell eigentlich aller Offsetmaschinenhersteller sehr gut funktioniert, immer leistungsfähigere Maschinen auf den Markt zu bringen: Immer breiter, immer länger, immer automatisierter war die Losung. Wer als Druckerei wettbewerbsfähig bleiben wollte, musste auf diesen Zug aufspringen, um mit erodierenden Erträgen auf dem Markt bestehen zu können.

    Dieses Geschäftsmodell ist heute jedoch endgültig zum Seitern verurteilt. Im kleinen Format kommen mehr und mehr smarte Drucklösungen auf den Markt, welche keine Anschaffung von Tonnen von Stahl benötigen. Im grossen Format sind es die fallenden Auflagen beziehungsweise, dass vieles gar nicht mehr gedruckt wird. Die Nachfrage nach neuen grossen, langen Maschinen ist überschaubar geworden, zumal die versprochenen Einspareffekte mit neuen Maschinengenerationen in der Praxis oftmals nicht erzielt werden.

    Wie bei Brandeilig, da naht auch bei mir der Tag mit grossen Schritten, an dem ich den Farbspachtel endgültig beiseite legen werde. Und weil ich mein gesamtes Berufsleben in der Druckerei zugebracht habe, kenne ich noch die hohe Druckerzeit in den 80er Jahres des vorigen Jahrhunderts. Ich erinnere mich an einen Betrieb, da standen neben vielen anderen Druckmaschinen 8 OHZ, welche im Batterieverbund 4-farbige Drucke produzierten. Zwanzig Jahre später waren dort noch 4 Offsetmaschinen, 2 kleinformatige und 2 grossformatige, total 11 Druckwerke und zehn Jahre später noch 2 Maschinen mit total 12 Druckwerken. Heute steht dort kein Druckwerk mehr.

    Und genau das ist das Dilemma aller Druckmaschinenhersteller. Die zu gross gewordene Leistungsfähigkeit ihrer Maschinen frisst nicht mehr nur die Druckereien auf.

    Brauchst du vielleicht noch Schließzeug und Regletten?

    Ich denke, nicht das fehlende Material ist das Problem, sondern das fehlende Druckerwissen.

    "Schwarze Finger" ist zu empfehlen, in einer der Museumsdruckereien einen Typokurs zu belegen. Ein Metallbauer/Schweisser hat nun mal einen anderen beruflichen Horizont als ein Drucker und das ist nur mit Ausbildung zu kompensieren. Wenn ich eine Schweissanlage kaufe, bin ich ohne Ausbildung auch kein Schweisser, im besten Fall ein Brater, welchem seine Bratnähte um die Ohren fliegen.

    PS: So wie ich das sehe, hat "Schwarze Finger" mit der flugfähigen Form eine Weihnachtskarte gequetscht. Offenbar hat die Form gehalten.

    Von damals, als die europäischen Farbhersteller ihre Farben fürs Pantone-Farbsystem lizenzieren mussten, weiss ich von meinem Farblieferanten, dass dieser seine Farbrezepturen verschlechtern musste, damit diese den Pantone-Vorgaben entsprachen.

    Drum ist schon möglich, dass Rastapunkt beim Mischen mit den alten (Pantone)-Farben auf andere Ergebnisse kommt, als im Farbfächer vorgegeben.

    Ääääh, moment mal, das ist doch auch mit neuen Farben der Fall...

    @ Karsten:

    Wer... was... wo... will jemand die Kirche ums Dorf tragen...? GasettaR. fragt hier nicht nach einer Gummirolle, sondern nach einer Druckmaschine.

    @ Smuek:

    Das ist längst Vergangenheit, dass Digitaldrucke einen Speckglanz aufweisen. Tonerbasierte Digitaldrucke glänzen heute nicht wesentlich mehr als Offsetfarben auf entsprechenden Papieren. Und auch Buchdruck, dick und fett mit der Linolplatte gedruckt, wird seine glänzende Seite zum Vorschein bringen. Eigentlich meine ich, dass für den Fachmann das Fehlen des Buchdruckreliefs das auffälligste Kriterium zum Unterscheiden von Buchdruck zu Flachdruck sei.

    ...und soll man dem Fragesteller wirklich raten, die zu schmale Türe rauszustemmen, um mit einigen hundert Kilogramm Metall aufwändigst einen zu grossen Linolschnitt zu drucken, wenn es heute smarte Lösungen gibt, welche ohne Investitionen sehr gute Resultate liefert?

    Ich staune, mit welchen Ambitionen hier im Forum Fragen von Anfängern zum Drucken gestellt werden. In einem anderen Thread will der Fragesteller mit einem Löffel ein anspruchsvolles Klischee drucken und hier sieht der Fragesteller das Hauptproblem, seinen grossformatigen Linolschnitt zu drucken, in einer 1 Meter breiten Türe.

    Mit einer einfachen Stockpresse oder einer anderen Presse, auch Tiegeldruckpresse, welche ganzflächig druckt, wird der Linoldruck nicht gelingen. Entweder wird zu wenig Druck (mehrere Tonnen) aufs Druckbild übertragbar sein oder wenn doch, muss eine entsprechende Zurichtung gemacht werden: Ränder und feine Bildstellen müssen vom Druck entlastet werden, Flächen brauchen mehr Druck. Nur dass es geschrieben ist: Das ist grundlegende Druckphysik und nicht Pingeligkeit eines beleidigten Druckers.

    Für den Linolschnitt wäre eine Abzugspresse ideal mit abrollendem Druckvorgang. Je nach Sujet kann hier sogar auf eine Zurichtung gänzlich verzichtet werden. Aber wie Monstermonster schreibt, die paar hundert Kilo Gusseisen bringt man nicht durch eine 1 Meter breite Türe.

    Wie würde ich als Laie und ohne grosse Druckausrüstung den Linolschnitt drucken?

    Zuerst würde ich ein Papierformat wählen, welches auf einem üblichen Laserdrucker bedruckbar ist. Den Linolschnitt würde ich mit einer Kontrastfarbe einfärben und nach dem Trocknen scannen, eventuell in zwei Teilen. Anschliessend die Daten im Photoshop bearbeiten und auf dem Laser drucken. Bei entsprechender Virtuosität mit Photoshop muss schon ein Druckprofi genau hinschauen, ob der Linolschnitt nun rustikal im Buchdruck gedruckt ist oder eben sachfremd auf dem Laser.