Beiträge von Cyberfisch

    Vielen Dank, Robert Kleist, für den Background der beiden Autoren.


    Umso ratloser bin ich jetzt, wie von der Herkunft und dem Werdegang unbelastete junge Leute so viel klebrigen Staub um dieses Handwerk wickeln können. Schade, dass einmal mehr ein eigentlich gut gemeintes Buch den Buchdruck in einem heute nicht mehr sinnvollen Licht darstellt.


    Dabei wäre anderes möglich. Im Internet sind viele Clips von jungen Künstlerinnen und Künstlern zu finden, welche den Buchdruck neu definieren und Gestaltungsmöglichkeiten in Verbindung mit moderner Druckvorstufe und neuen Bedruckstoffen finden. Beim Betrachten dieser Videos ist interessant, welche kreativen und originellen Arbeitsweisen manchmal angewendet werden, aber auch Haarsträubendes und viel Halb- und gar kein Wissen ist zu sehen. Warum nicht ein Fachbuch schaffen als Wegzeig für junge, unerfahrene Buchdruck-Künstler, welche mit "Arschkolleg", "Gasse", "glattem Satz" usw. kaum mehr etwas anfangen können, aber mit Grundbegriffen und elementaren Arbeitsweisen umso mehr?


    Das wäre aus meiner Sicht ein innovatives Buch, welches dieses altehrwürdige Handwerk von der Vergangenheit in die Moderne begleiten könnte. Wir wollen ehrlich sein, traditioneller Buchdruck wird wie Lithografie zukünftig seine Bedeutung "nur" noch als Kunstform finden.

    Vielen Dank, Mac-steve, für den Link zum Buch. War interessant beim Blick ins Buch, wieder einmal eine geballte Dosis Blei verabreicht zu bekommen. Da kommen nostalgische Gefühle in mir auf nach Jugend, Hippiezeit und unbeschwertem Leben.


    Ehrlich gesagt, weiss ich aber nicht, an wen sich das Buch nun richtet. An uns nostalgisch verklärt zurückblickende Altbuchdrucker? Oder an junge Interessierte, welche einen Leitfaden für diese alte Drucktechnik suchen? Bereits auf den paar wenigen Blick-ins-Buch-Seiten ist so viel Belangloses mit echter Handwerksinformation vermischt, dass ich jetzt gar nicht weiss, ob sich ein Laie in diesem Gewusel von Information, Nostalgie und Unterhaltung überhaupt zurechtfinden kann.


    Ein Beispiel: Auf Seite 19 wird der Typengreif-Staubsauger vorgestellt. Wer den gekannt hat, weiss, dass der gut gemeint, aber eigentlich mehr schlecht als recht oder besser gesagt, gar nicht funktioniert hat. Ein junger, am Buchdruck Interessierter wird mit dem Vorstellen dieses Gadgets nichts anfangen können und für mich als einem der Letzten seines Standes ist das Vorstellen dieses Undings der romantisch verklärte Rückblick auf ein Handwerk, das damals für Setzer und Drucker alles andere als romantisch war. Es war Knochenarbeit wie das Drucken mit modernen Arbeitsmethoden heute auch ist.


    Ich wünsche mir, dass ich mit meiner Einschätzung des Buchs falsch liege und das Buch eine echte Hilfe ist, den Buchdruck über die Zeit am Leben zu erhalten.

    Endlich gehen die unendlich langen Weihnachtsferien zu Ende, morgen darf ich wieder in die geliebte Druckerei arbeiten gehen. Ist kein Scherz.


    Heute, 2. Januar ein Kurzbesuch am Arbeitsplatz, ob noch alles seine Richtigkeit hat, und natürlich hat mich Wunder genommen, wie das mit dem Ausbau des OHT-Lineals ist. Dürfte eine ziemliche Fummelei sein, weiteres zum Ausbau als das bereits Geschriebene kann ich aber nicht beitragen.


    Aber die Ursache, warum das Gewinde kaputt gegangen ist, möchte ich noch erwähnen. Es ist die Kontermutter, welche die Stellschraube fixiert. Wenn diese zu stark angezogen wird, reisst das Gewinde mit der Zeit aus. Also, liebe OHT-Drucker und alle Kontermutter-Anzieher an anderen Maschinen: Nicht zu gut frühstücken... :)

    Hallo Druckermeister


    Hat dich der Jahresend-Blues erwischt? Warum das Wehklagen über unseren Berufsstand, der den Bach hinunter zu gehen drohe?


    Ich bin auch noch einer der alten Garde, ein waschechter Jünger Gutenbergs, einer der letzten gelernten Bleisetzer. Ich bin meinem Berufsstand mein ganzes Leben lang treu geblieben und habe jede Entwicklung seit den siebziger Jahren bis heute mitgemacht. Heute freue ich mich über die umfassenden Möglichkeiten, welche die technische Entwicklung unserer Branche im Allgemeinen und meinem Berufsalltag im Besonderen gebracht hat. Nie mehr möchte ich den ganzen Tag mit dem Winkelhaken am Setzkasten stehen und mein mühseliges Arbeiten als "meditative Tätigkeit" welche dem Text "Gewicht" verleiht (und ähnliches) bezeichnet wissen. Es Lebe der Fortschritt in der Druckbranche!


    Dein Schwanengesang, lieber Druckermeister, über den Digitaldruck erinnert mich verdächtig an die abschätzigen Bemerkungen zum aufkommenden Offsetdruck der alten Garde in den siebziger Jahren. Ich darf dir sagen, wie Digitaldruckmaschinen können auch Buchdruckmaschinen und Offsetdruckmaschinen von interessierten Laien (und Bleisetzern) mit gutem Druckresultat bedient werden, so wie gelernte Drucker auf diesen Maschinen nur Mist produzieren, wenn sie nicht mit Berufsstolz, Herz und Hirn bei der Arbeit sind.


    Und ich darf dir aus eigener Erfahrung sagen, dass moderne Digitaldruckmaschinen weit weg sind von vermeintlichen Kopierapparaten und unverzichtbar in die Hand von Druckspezialisten gehören, so darauf kein Mist produziert werden soll.


    In diesem Sinn wünsche ich allen Forumteilnehmerinnen und -teilnehmern einen blues-freien Start ins neue Arbeitsjahr. Gott grüss die Kunst (und beschütze alle Zweifler).

    Für uns Praktiker sind solche Phänomene nur schwer zu verstehen, einmal, weil es doch eher seltene Druckprobleme sind, zum anderen, weil wir als Drucker die theoretischen Grundlagen über Farbe, Lösungsmittel, Papier, Trocknung usw. nicht oder nur ansatzweise kennen.


    Zum Glück haben wir hier im Forum den Inkman, welcher in seiner eigenen Rubrik "Druckerquiz" uns Druckern die chemischen Grundlagen über das Wechselspiel der verschiedenen Komponenten beim Druck zu vermitteln versucht.


    Braucht ein bisschen Zeit, sich in die entsprechenden Beiträge von Inkman einzulesen, das AHA-Erlebnis für uns Praktiker wird aber nicht ausbleiben, wenn Inkman solche kuriosen Erscheinungen aus chemischer/molekularen Sicht erklärt.

    Ich meine, die Ursache muss nicht allzu weit gesucht werden. Pantone 431 besteht zu 3/4 aus Transparentweiss. Sind die Walzen vom vorangegangenen Druckauftrag nicht tadellos sauber – mit Nachreinigen aller Walzen von Hand – wird Transparentweiss während des Leerlaufs beim Einrichten die Farbreste auf den Walzen mehr aufnehmen als beim Auflagedruck, wenn immer frische Farbe nachgeschöpft werden kann.


    Zudem wissen wir alle, dass Grau zu den schwierigen zu treffenden Farbtönen gehört, sowohl im Pantone-Druck wie auch im CMYK-Druck.

    Ist mit dem "Auslageschlitten" der "Auslagerechen" gemeint? Tönt jedenfalls nicht nach einem kleinen "Unfall", wenn die Bewegung um 7 cm verschoben ist. Tönt für mich eher nach Maschinenbruch oder mindestens vermurksten Teilen. Da hier im Forum wohl niemand hellsehen kann, wird es unmöglich sein, ohne Angaben, Fotos und Hergang des Unfalls zu beurteilen, ob der Maschine in Eigenregie, mit dem Reparaturservice oder doch mit dem Altmetallhändler geholfen werden kann.

    Wasserlose (Toray)-Druckplatten wurden bereits in den siebziger Jahren des vorderen Jahrhunderts propagiert als Alternative zu den damals schwer zu händelnden Plüschfeuchtwerken vor allem im Kleinformatoffset. Ab anfangs 2000er wurden Sie in DI-Maschinen eingesetzt und mit dem Aufkommen von leistungsstarken Kühlsystemen wurde immer wieder die Renaissance des wasserlosen Offsets postuliert.


    Durchgesetzt haben sich diese Platten eigentlich nie. Zu teuer, zu empfindlich, zu Unberechenbar das Verhalten beim Kürzerwerden der Farbe während des Drucks.


    Parallel dazu wurde der konventionelle Offset perfektioniert, die konventionelle Druckplattenherstellung radikal verbessert und vereinfacht... Wo soll heute der Vorteil vom wasserlosen Offset noch gefunden werden?

    Natürlich ist der Bericht ein Werbeschreiben für Fuji, sogar ein besonders dümmliches. Mein Beileid an die Fachblatt-Redaktion, dass sowas abgedruckt und von uns Fachleuten gelesen werden muss.


    Das schmälert aber nicht die Tatsache, dass sowohl der tintenbasierte wie auch der tonerbasierte Digitaldruck heute das Niveau des Offsetdrucks erreicht hat und Offsetqualität in manchen Bereichen sogar überflügelt.


    Gerade Graustufen über dem Dreiviertelbereich können heute im Digitaldruck offen, ohne jedes Absaufen, Zuschmieren oder Streifigkeit gedruckt werden. Warum wohl wählt Fuji ein solches Buchprojekt für sein Werbegeschreibsel?


    Digitaldruck wird in den nächsten Jahren in allen Bereichen des Druckens weiter auf dem Vormarsch sein und den Offsetdruck immer mehr auf Nischen und die mittleren und hohen Auflagen zurückdrängen. Ob uns Offsetbegeisterten das nun gefällt oder nicht.

    Fehler in der Plattenherstellung kann ausgeschlossen werden, da nur 1 Werk betroffen.


    Wenn man die Fotos genau anschaut, sieht man, dass der Butzer eine Art Wassernase nachzieht. Auch meine ich, ein wiederkehrendes Geisterbild auf den Fotos zu sehen. Das deutet alles auf einen Butzer im Feuchtwerk. Würde auch erklären, warum der Butzer nach 200 Bogen verschwunden ist, dann nämlich, wenn das optimale Gleichgewicht von Farbe und Wasser erreicht ist. Allerdings kenne ich die Abwicklung der Maschine nicht. Die Feuchtwalzen müssten stets an gleicher Stelle abrollen, um dieses Bild zu zeigen.


    Von anderen Maschinen kenne ich eigentlich nur in der Abwicklung wandernde Butzer.

    ... das kommt natürlich auch stark auf die verwendete Farbe an. Wenn du in der Skala Schwankungen von 0,1 bei ner gut eingestellten Maschine hast, liegt aber was daneben. Bei Gold ,oder irgendwelchen pantone Farben, würde ich bei dir sein.

    Es geht hier um eine GTO ohne Leitstand und Farbfernsteuerung. Bei Kleinauflagen hast du gehörig zu tun mit messen und nachregulierten an den Farbhebeln, so du 0,1-Schwankungen einhalten willst. Ist es eine 2-Farben, brauchst du zudem ein gutes Schuhwerk, ists eine 4-Farben, kannst du dir das Fitnessabo sparen.


    Herzliche Grüsse an den Leitstand.

    Auch mit der ungenauen Google-Übersetzung ist die Frage ganz gut zu verstehen:


    Drukk hat eine GTO mit Farbhebeln und Filmfeuchtwerk. Er will für den Farbeinlauf wissen, wieviel Farbe er auf die Walzen einlaufen lassen soll und wie lange er die Brückenwalze zum Filmfeuchtwerk zuschalten soll, um nicht zu viel Farbe im Feuchtwerk zu haben.


    Meine Kompetenz an der GTO ist eigentlich schon viele Jahre her von mir wegdiffundiert. Ich empfehle Druck aber, normalen Farbeinlauf zu machen mit nicht zu viel Farbe auf den Farbwalzen und anschliessend die Brückenwalze zwei Umdrehungen lang zuzuschalten. Ist zu viel Farbe im Feuchtwerk, kann die Farbe zum Emulgieren neigen, bei zu wenig Farbe im Feuchtwerk ist eventuell die Druckplattenbenetzung nicht optimal. Wie immer im Offset, mit Wenig anfangen und ans Optimale von unten annähern.


    Was meinen hier denn die GTO-Spezialisten dazu?

    Ich bleibe auch nach Studium der neuen Ansicht dabei, dass das pralle, geradezu pornografische Deckweiss für mich uninteressant ist. Die lasierenden Farben hingegen ziehen mich an, machen mich neugierig und lassen mich fragen, wie ists gemacht und welche Wirkung soll damit erzielt werden.


    Der Fotograf Hamilton hat genau gewusst, was gedämpftes Licht, Distanz und Unschärfe seiner Aktfotografie beim Betrachter auslöst, nämlich Neugierde und Begierde.


    Voll-auf-die-Fresse-Pornografie oder eben das pralle Deckweiss machen nur satt, stillen jedoch niemals das Verlangen nach immer neuen, intensiveren Eindrücken oder eben Farben.


    Zurück zum Thema: Ich als Auftraggeber würde bei der Druckerei einen dritten Weiss-Durchgang anordnen und wäre nachher stolzer Eigentümer eines aussergewöhnlichen Imprimats.

    Zusammengefasst, der Aufwand ist in etwa gleich gross, ob UV oder konventionell. Das Druckresultat ist bei UV einfach besser. Der Nachteil, dass bei UV die Scheueranfälligkeit wahrscheinlich wesentlich grösser sein wird als bei einschlagenden Farben. Wie das Produkt beim Endempfänger ankommt, ist ja nicht mehr im Interesse der Druckerei. Wirklich?

    Von sowas würde ich im konventionellen Offsetdruck die Finger lassen. Am besten im UV oder LED UV drucken lassen - dann kommt was vernünftiges dabei raus .

    Ich habe im UV-Offset keine Erfahrung, darum interessiert mich, warum UV besser ist als konventioneller Offset. Deckt Weiss besser, weil die Farbe nicht ins Papier einschlägt? Reicht die Schichtstärke zum Decken aus oder muss auch 2- bis 3-mal weiss gedruckt werden?


    Ich kenne Deckweiss nur als fünfte Farbe im Digitaldruck. Da liegt die Farbe auch auf dem Papier auf, wahrscheinlich sogar dicker als im UV-Offset. Das Papier vollständig überdeckend ist sie gleichwohl nicht.