Also, ich möchte Fietes Cousin folgende Hinweise geben für seine Buchveröffentlichung.
Als unbekannter Autor wird der Cousin bei einem traditionellen Verlag keine Chance haben, dass diese sein Manuskript annimmt und mit Lektorat, Satz, Druck, Verstand und vor allem auch mit der Buchbewerbung in Vorkasse geht. Wie heisst es stets so oder ähnlich auf den Homepages der Verlage, neue Autoren dürfen gerne Ihre Exposees zur Prüfung einsenden, aber eigentlich sei es in den letzten hundert Jahren noch nie vorgekommen, dass ein Manuskript angenommen worden sei.
Aber da gibt es ja noch die sogenannten "Dienstleistungsverlage" bzw. "Zuschussverlage". Bei diesen Verlagen wird es kein Problem sein, dass das Manuskript des Cousins als nicht veröffentlichungswürdig abgelehnt wird. Mit dem Abschliessen eines Rundumpakets dieser Verlage, vom Lektorat bis hin zum Versand der verkauften Bücher, hat der Autor keine Sorgen mehr. Er hat nur noch auf den Eingang seiner Tantiemen zu warten...
Nun, das Warten dürfte etwas länger dauern.
Wie der Name "Zuschussverlag" bereits besagt, ist das Rundumpaket nicht gratis und muss vom Autor vorfinanziert werden. Nicht nur böse Zungen sagen, dass diese Verlage nämlich nicht das Geschäft mit verkauften Büchern machen, sondern mit den Autoren. Ich weiss von einem Fall aus meiner beratungsresistenten Verwandtschaft, welche damals über 20'000 Euro bei einem solchen Verlag für die Veröffentlichung eines illustrierten Jugendromans bezahlt hat.
An Tantiemen aus dem Verkauf ist nicht null Euro zurückgekommen, sondern null Komma nix. Ein "Zuschussverlag" macht zwar Werbung für seine Bücher auf seiner Homepage, für den Verkaufserfolg ist aber die Bewerbung des Buches mit Rezensionen, Medienartikeln usw. zwingend. Ein seriöser "Zuschussverlag" wird zwar Rezensionsbuchexemplare an die Medienredaktionen versenden, aber wie hat mir doch mal eine Kulturredakteurin eines grossen Medienhauses beschieden, dass Zusendungen von "Zuschussverlagen" unbesehen ins Altpapier gehen.
Und jetzt, was ist Fietes Cousin zu raten, ohne dass er sich auf ein finanzielles Abenteuer einlässt und sein Buch doch veröffentlicht kriegt?
Manchmal sind es kleine lokale Verlage, welche Manuskripte von unbekannten Autoren annehmen und diese auf lokaler Ebene verkaufen. Zum Beispiel "Ortsgeschichte" ist ein gern angenommenes Thema für solch einen Verlag. Ob Cousins Ratgeber jedoch von einem solchen Verlag veröffentlicht würde, kann ich nicht beurteilen.
Für den Anfang empfehle ich Fietes Cousin, mal eine kleine Auflage des Buches selbst mit "Books on demand" herstellen zu lassen. 10 bis 50 Expl. kosten nicht alle Welt. Selbst beworben zum Beispiel in einem Blogg wird dies auch mit grosser Wahrscheinlichkeit die Auflage sein, welche realistischerweise verkaufbar ist.
Aber träumen darf der Cousin allemal, der Herr Rowling der Ratgeber-Bücher zu werden.