Beiträge von Cyberfisch

    Hallo Moselprinter

    Wenn du die Chromwalzen im Verdacht hast, für die Wassernasen ursächlich zu sein, empfehle ich dir vor dem Reiberwechsel den Wink eines altgedienten HD-Monteur aus der guten alten GTO-Zeit zu probieren.

    Er hat uns damals empfohlen, die Chromwalzen regelmässig mit Wienerkalk zu reinigen und zu "entfetten", was wir damals bei unserer GTO auch regelmässig getan haben. Wienerkalk ist ein sehr feines Reinigungs- und Poliermittel, welches den Chrom von Ablagerungen des Wassers und des Feuchtmittelzusatzes befreit.

    Diesen Tipp des HD-Monteurs haben wir seit dem Wechsel auf SM nicht mehr befolgt bis vor etwa zwei Jahren, als wir auch Probleme mit Wassernasen bei gleichzeitigem Schmieren in der Mitte hatten. Uns hat das Reinigen der Chromwalzen damals Linderung gebracht.

    Vor Jahren hat man Wienerkalk in jeder Drogerie kaufen können. Heute fragt die Drogerieverkäuferin zurück: "Wienerwas?".

    Heute findet man Wienerkalk noch in alternativen Internetshops. Das überall erhältliche SIGOLIN geht zum Reinigen des Chroms jedoch auch. Der Hauptbestandteil von Sigolin ist der genannte Wienerkalk.

    Angewendet nach Gebrauchsanweisung reinigt Sigolin den Chrom blitzesauber. Da die mit Sigolin gereinigten Feuchtwalzen aber die Tendenz haben, farbfreundlich zu sein, ist an die Sigolin-Behandlung das gründliche Reinigen der Chromwalzen mit Alkohol unerlässlich.

    Naja, für meinen Geschmack sind die beiden Maschinen in einem grässlichen Zustand. Der Rost am OHT geht wohl weit über Flugrost hinaus und der komplette Walzenstuhl des Monopols müsste wohl erneuert werden, wenn darauf wieder Produktion laufen soll.

    "Kostenlos" wird auch in diesem Fall nicht "gratis" heissen. Zum "Kostenlos" wird mindestens der Auf- und Ablad kommen sowie der Transport, zusätzlich die nicht unerhebliche Restauration der Maschinen. Ich meine sogar, dass der Zahn der Zeit am OHT bereits soweit genagt hat, dass mit dieser Maschine nicht mehr 100-prozentig präzise gedruckt werden kann.

    Wahrscheinlich hat der verstorbene Drucker den OHT irgendwann günstig gekauft, jedoch nie damit gedruckt. Ich schliesse dies daraus, weil die Maschine noch auf dem Transportpalett steht und zum Beispiel die Kurbel für die Geschwindigkeitsverstellung nicht montiert ist. Auch würde kein Drucker die Farbwalzen unter der Maschine lagern, dort wo Schmieröl drauf tropfen kann.

    Meine Empfehlung an diejenigen, welche mit der Übernahme der Maschinen liebäugeln: Schaut euch zuerst die Gebrauchten bei professionellen Maschinenhändlern an. Gerade die A4-OHTs sind heute auch fast "kostenlos" zu haben, jedoch in einem weitaus besseren Zustand. Dies, weil die Zeit dieser Maschinen wohl langsam ausläuft. Ein Maschinenhändler hat mir mal gesagt, dass er 10 OHTs an Lager habe, diese aber fast keine Nachfrage mehr hätten. Wenn er wieder einen reinnehmen müsse, gehe der schlechteste seines Bestandes in den Schrott...

    Auf der Veranstaltung sind die Drucker weitestgehend unter sich, ob da soviel Kundenaquise möglich ist?

    ADP, was Aquise ist, hast du falsch verstanden. Eine Seilschaft bilden, besteht nicht nur aus Kundenaquisition. Fast noch wichtiger ist das Knüpfen eines Beziehungsnetzes zwischen Agentur, Multimedia, Druckerei, Buchbinder, Versenden, Medien usw., welche sich gegenseitig Kunden weiterreichen. Warum sollte also Kundenaquise bei einer Award-Verleihung nicht möglich sein, wenn sich "gleich und gleich" zusammenfinden?

    Mit einem gewonnenen Award kann sich jeder Betrieb auch herrlich bei seinen bestehenden und anzuwerbenden Kunden in Szene setzen. Der Wert eines gewonnenen Branchenawards ist ja für Aussenstehende selten abschätzbar. Die einen machen es heute mit einem "nachhaltigen" Mäntelchen, die anderen mit dem "gewinnen" eines Awards.

    Vor Jahren haben sich grafische Betriebe mit Ihrem erreichten ISO-Zertifikat von den anderen Betrieben abzusetzen versucht. Heute hat dieses Zertifikat wohl jeden grösseren Betrieb erreicht, damit ist also kein dicker Pott mehr zu aquirieren. Und wenn wir ehrlich sein wollen, Awards und ISO-Zertifikat haben einiges gemeinsam: Sie besagen nur, was sein könnte, ob's im Betrieb auch gelebt bzw. produziert wird, bleibt jedoch ungewiss...

    Diese Veranstaltung braucht eigentlich kein Mensch. Eine Möchtegern Selbstbeweihräucherung vom allerfeinsten. (...)

    Ja, eigentlich sind solche Veranstaltungen unnötig, weil die mit einem Award gewürdigten Leistungen in den allermeisten Fällen auch sehr bescheiden sind.

    Es geht bei solchen Veranstaltungen aber auch nicht ums Preise verteilen, das ist nur der äussere Aufhänger dafür. Es geht ums Networken, sehen und gesehen werden, Kontakte knüpfen, Geschäftsbeziehungen neu knüpfen oder festigen. Kurz, Aquisition, wie diese heute gerade bei jungen Geschäftsleuten üblich ist.

    Ich bin noch ein Patron der alten Garde, für die Kundenaquisition habe ich stets die Leistung meines Betriebs in den Fokus gestellt. Um jüngere Kundschaft anzuwerben, ist dies heute jedoch nicht mehr die richtige Strategie. Wenn sich ein junger neudeutscher CEO in den sozialen Medien präsentiert, zum Beispiel wie er Marathons, Triathlons und Ironmans absolviert und auf seine Work-Life-Ballance stolz ist, wird der Cyberfisch höchstens ein mitleidiges Lächeln von ihm ernten, wenn er sich als fleissiger, pflichtbewusster, kompetenter Druckpartner vorstellt.

    Seilschaften bilden, das ist auch heute das Zauberwort im Geschäftsleben. Auf dem Dorf im Kleinen ist das noch immer am Stammtisch möglich, für die grossen Dimensionen sind es heute Awardverleihungen, Symposien, Kongresse usw.

    Wenn du im Außendienst bist und Farbe oder Gummitücher in die Richtung verkaufst, frag doch einfach Mal bei nem guten Kunden, ob du dich Mal nen paar Tage daneben stellen kannst.

    Da hoffe ich für Martinx doch sehr, dass er keine Farben oder Gummitücher einem Drucker verkaufen muss.

    Jeder Drucker riecht geradezu, wenn ein Ahnungsloser vor ihm steht, der versucht, Druckzubehör, Maschinen oder Papiere anzupreisen.

    "Troubleshooting" in ein paar Tagen lernen... Aber, aber, Karsten, da verleugnest du doch dein grosses Fachwissen, welches du dir in vielen Jahren Berufserfahrung verinnerlicht hast.

    Redigitalisieren von CMYK-Farbauszug-Filmen kenne ich noch aus den 90er Jahren des vorderen Jahrhunderts. Damals war das für manchen Vorstufenbetrieb überlebenswichtig, damit auf den immer schneller fahrenden DTP-Zug aufgesprungen werden konnte. Verglichen mit heutigen Farbauszügen waren die redigitalisierten Daten aber eher "mässig" und verloren bald schon an Bedeutung. Mit den aufkommenden Flachbettscannern und Photoshop war das Neuanlegen von Daten einfacher, billiger und besser geworden. Redigitalisierung von Farbauszügen wird heute wahrscheinlich niemand mehr anbieten.

    Für den Kunden wäre es natürlich ein Superservice, wenn 30-jährige Filme für den Druck noch verwendet werden könnten. Betriebswirtschaftlich macht dies aus meiner Sicht jedoch nur Sinn, wenn man einen netten Kollegen in der Nähe kennt, der konventionelle Platten noch belichten kann.

    Wenn ein Plattensatz irgendwo in der Republik belichtet wird und aufwändig per Post zur Druckmaschine geführt werden muss, birgt dies doch einige betriebswirtschaftliche Gefahren in sich.

    Aus eigener Erfahrung kenne ich die letzte Generation der konventionellen "greentech" (o.ä.) AGFA-Platten. Die sind beispielsweise sehr anfällig gegen Unterstrahlung beim Belichten. Und wir haben damals vor 6 Jahren mit hoher Filmdensität und Belichtungsrandschärfe gearbeitet, welche vor dreissig Jahren mit der damaligen Technik gar nicht erreicht werden konnte.

    Ich kann mir vorstellen, dass es schwer sein wird, einen 30-jährigen CMYK-Filmsatz ohne Unterstrahlung und Passerdifferenzen zu belichten. Auch Filme altern, verziehen sich und verlieren an Densität. Das Fatale, die Qualität der Druckplatten ist aber erst beim Einrichten in der Druckmaschine zu erkennen.

    Mein Empfehlung: Finger weg von den alten Filmen. Der Kunde hat vor dreissig Jahren eine Investition getätigt, welche längst abgeschrieben ist. Ohne Problem kann dem Kunden nahegelegt werden, neue Druckvorlagen herzustellen, welche jedoch in dreissig Jahren eventuell auch nicht mehr verwendet werden können.

    PS: Unser digitales Druckvorlagenarchiv umfasst die Zeit von über dreissig Jahren. Die Daten wären eigentlich noch vorhanden, das Problem besteht jedoch darin, die Daten in neue Betriebssysteme und neue Programmversionen zu überführen. Auch alte PDF-Daten sind nicht immer einfacher im Handling. Es kostet einfach - und das ist auch gut so. Was vor dreissig Jahren vom Kunden bezahlt wurde und heute "gratis" weiterverwendet werden soll, hilft keiner Druckerei im Kampf ums Dasein...

    Wer Offset- und Digitalgedrucktes ausrüstet, weiss, dass Digitaldrucke niemals so genau geschnitten, geklebt, gebunden usw. werden können wie im Offset Gedrucktes. Warum soll auf einmal in der Königsdisziplin des Ausrüstens, dem Falzen, Digitaldrucke einfach zu verarbeiten sein? Im Gegenteil, beim Falzen macht sich der Digitaldruck besonders negativ bemerkbar, genau so, wie Georg K. dies beschreibt.

    Um überhaupt eine Chance zu haben, Digitaldrucke einigermassen akzeptabel zu falzen, muss die Falzmaschine 1A eingestellt und mit 1A Walzen bestückt sein. Und auch mit einer "neuen" Maschine wird es kaum möglich sein, einen solchen Zick-Zack-Falz in guter Qualität herzustellen.

    Noch etwas zur "guten Behördemaschine" für 3000 Euro:

    3000 Euro Falzmaschinen sind reichlich auf dem Markt zu finden. Warum so günstig...? Weil diese Maschinen abgefahrene Walzen haben und mit einem fünfstelligen Eurobetrag revidiert werden müssen. Der Händler sagt aber bestimmt etwas anderes...

    Beim Zick-Zack-Falz ist der Falzwalzenabstand 1-fache Papierdicke bei allen Falzwalzen.

    Grundsätzlich müssen die Falzwalzen so eingestellt werden, dass der dünnste Teil des Bogens von den Falzwalzen auch geführt wird. Beim Zick-Zack-Falz muss der 1-fache Bogenteil bis zum letzten Falz geführt werden.

    (...) Wenn man frisch digital bedruckte Einbandbogen einlaminiert ist es besonders schlimm nach einiger Zeit. (Es gibt mittlerweile grausig hergestellte Bücher auf dem Markt und ignorante Online-Druckerein die das nicht anficht und die gar nicht wissen von was man redet, weil es ein heutiger 25jähriger nicht mehr anders kennt.)

    (...)

    Naja, immerhin haben die „ignoraten Online-Druckereien“ zur Demokratisierung des Druckens von Büchern beigetragen. Kein Autor ist heute noch auf die Gnade eines Buchverlages angewiesen, um sein Manuskript als Buch zu veröffentlichen. Da scheint es mir mehr als Nebensache zu sein, dass das Buch eventuell unschön wellt, wenn schon kein vier- oder fünfstelliger Betrag für die Produktion einer kleinen Auflage getätigt werden muss.

    Und wenn wir richtig überlegen, das Buch ist schon lange kein Langzeitdatenspeicher mehr, das ehrenvoll im Bücherregal die Zeit überdauert. Heute ist das Buch eher ein Livestilprodukt, ein Wegwerfprodukt geworden, welches nach Gebrauch ohne Skrupel entsorgt wird. Braucht es da wirklich das Zelebrieren von Schönheitsmerkmalen?

    Natürlich werden heute auch noch bibliophile Bücher gedruckt, welche den Besitzer auch schon mal durchs ganze Leben begleiten. Solche Bücher werden aber kaum beim „Fastfood“-Online-Drucker bestellt, so wie für einen Festtagsbraten auch niemand bei McDonalds auf der Menükarte suchen würde.

    Cellophanieren ist heute wohl endgültig Vergangenheit. Es gibt aber neben Laminieren auch andere Veredelungsverfahren wie das geniale Injet-UV-Lackieren, mit welchem mit relativ geringem Aufwand überraschende Effekte erzielt werden können.

    Mein Tipp darum an Buchfreund: Nicht immer nach hinten blicken, was früher besser gewesen ist, sondern vorwärts schauen und entdecken, welche vielfältigen und manchmal sogar besseren Möglichkeiten es heute gibt.

    Ich denke nicht, dass ein schlecht eingesteller Loslasszeitpunkt der Kuverts die Ursache ist, wenn die Kuverts schlecht geschuppt aufs Förderband abgelegt werden. Viel eher ist die Ursache in "Scheisskuverts" oder schlecht gewählten Einstellungen vorne bei der Kuvertvereinzelung zu suchen. Es gibt keine festen Einstellungswerte, was bei welchem Kuvert einzustellen ist. Erfahrung und Ausprobieren heissen die Zauberworte.

    Es wäre sehr hilfreich, Stolki, wenn du mal Fotos bei laufendem Betrieb vom SF-80 hier einstellen könntest, so könnte besser Fingerzeig gegeben werden.

    Übrigens hatte ich letzte Woche mit dem Cheftechniker von "Schneider" Kontakt. Er ist der Letzte, welcher in der Firma den SF-80 noch kennt. Der Anleger wird seit über zehn Jahren nicht mehr gebaut, die Ersatzteilversorgung ist nicht mehr vollständig gewährleistet. Es gibt Ersatzteile, solange diese wirtschaftlich von "Schneider" beschafft werden können.

    Bei unserem SF-80 ist das braune Förderband gerissen. Wir wollten dieses selbst ersetzen, der Cheftechniker hat uns jedoch davon abgeraten, weil dieses sehr aufwändig sei. Wir haben uns geeinigt, dass er das Band bei uns ersetzen kommt und gleichzeitig über die gesamte Maschine schaut. Dabei hat er auch "Stolkis ominöses Zahnrad" ersetzt, dieses war auch kurz vor dem Versagen.

    Wir hatten Glück, dass unser Betrieb nicht weit weg ist von der Firma "Schneider", der Techniker also zu uns in den Betrieb kommen konnte. Wenn der Weg zu weit war, haben wir bei anderen Geräten die Maschine auch schon auf eine EPAL gezurrt und zum Hersteller transportieren lassen. Das wäre vielleicht eine Idee für die weit weg, welche auch einen Service am SF-80 brauchen. Sonst gibt es auch die Möglichkeit, eine zweite SF-80- Gebrauchtmaschine zu kaufen, die bessere zu gebrauchen und die andere als Ersatzteilträger beiseite zu stellen.

    Warum nicht direkt bei KBA fragen? Oder beim zukünftigen Arbeitgeber? Ich als dein Arbeitgeber wäre sehr beeindruckt, wenn du dich auf deine neue Aufgabe vorbereiten willst und nicht bis Arbeitsbeginn am ersten Montagmorgen – da habt ihr mich – wartest.

    Naja, Ultraschallbindung mit den entsprechenden Anschaffungskosten muss für eine kleine Auflage aber auch nicht sein.

    Für eine kleine Auflage oder einen Prototypen käme auch eine Blockheftbindung, eine Schnurbindung oder eine Bindung mit Buchschrauben in Frage. Den Abstand der einzelnen Bogen kann man herstellen mit dem Einschiessen von Kartonstreifen in den Bund. Braucht etwas unkonventionelles Denken, denn ist eine praktikable und günstige Bindung bestimmt machbar.