Lange hat das Geschäftsmodell eigentlich aller Offsetmaschinenhersteller sehr gut funktioniert, immer leistungsfähigere Maschinen auf den Markt zu bringen: Immer breiter, immer länger, immer automatisierter war die Losung. Wer als Druckerei wettbewerbsfähig bleiben wollte, musste auf diesen Zug aufspringen, um mit erodierenden Erträgen auf dem Markt bestehen zu können.
Dieses Geschäftsmodell ist heute jedoch endgültig zum Seitern verurteilt. Im kleinen Format kommen mehr und mehr smarte Drucklösungen auf den Markt, welche keine Anschaffung von Tonnen von Stahl benötigen. Im grossen Format sind es die fallenden Auflagen beziehungsweise, dass vieles gar nicht mehr gedruckt wird. Die Nachfrage nach neuen grossen, langen Maschinen ist überschaubar geworden, zumal die versprochenen Einspareffekte mit neuen Maschinengenerationen in der Praxis oftmals nicht erzielt werden.
Wie bei Brandeilig, da naht auch bei mir der Tag mit grossen Schritten, an dem ich den Farbspachtel endgültig beiseite legen werde. Und weil ich mein gesamtes Berufsleben in der Druckerei zugebracht habe, kenne ich noch die hohe Druckerzeit in den 80er Jahres des vorigen Jahrhunderts. Ich erinnere mich an einen Betrieb, da standen neben vielen anderen Druckmaschinen 8 OHZ, welche im Batterieverbund 4-farbige Drucke produzierten. Zwanzig Jahre später waren dort noch 4 Offsetmaschinen, 2 kleinformatige und 2 grossformatige, total 11 Druckwerke und zehn Jahre später noch 2 Maschinen mit total 12 Druckwerken. Heute steht dort kein Druckwerk mehr.
Und genau das ist das Dilemma aller Druckmaschinenhersteller. Die zu gross gewordene Leistungsfähigkeit ihrer Maschinen frisst nicht mehr nur die Druckereien auf.