Beiträge von Cyberfisch

    Vielen Dank, TL, für die Mitteilung.

    Auch wenn ich Ralf nicht persönlich gekannt habe, fühle ich mich durch die Todesnachricht doch betroffen. Ralfs – Instruktors – kompetentes Mitwirken im Forum habe ich sehr geschätzt, er wird auch hier im Forum eine Lücke hinterlassen.

    Ich werde heute Abend Ralfs Todesnachricht zum Anlass nehmen, eine gute Flasche Rotwein zu öffnen, das gefüllte Glas anschliessend zu erheben und einen Toast auszusprechen auf alle, die vor uns gehen mussten und auf uns alle, die wir auch einmal vorausgehen müssen.

    Auf das Leben!

    Bei der üblichen Software, welche heute in den grafischen Betrieben verwendet wird, ist üblich, dass nur einmal eine Lizenz bezahlt werden muss und anschliessend bei Updates nur die Weiterführung der Lizenz. Irrtum vorbehalten kann man beispielsweise die Adobe Creative Suite heute gar nicht mehr kaufen, sondern nur noch mieten zu einem jährlichen dreistelligen Betrag für 1 Arbeitsplatz.

    Jede Software-Firma hat ein verständliches Interesse, dass nicht nur einmal ihre Software gekauft und ein Leben lang verwendet wird. Das Anpassen jeder Software an sich ändernde Umgebungsbedingungen ist von den Anwendern ja gefordert, muss aber auch von jemandem bezahlt werden. Wie die ONXY-Software angeboten wird, weiss ich nicht. Bei Software ohne Kopierschutz ist es aber beispielsweise üblich, dass diese immer wieder als neue Lizenz gekauft werden muss.

    Was Fedeykin als frech empfindet, ist eigentlich in allen grafischen Betrieben täglich Brot. Das Warten jeder Druckmaschine kostet, warum soll dies bei Software anders sein? Und auch eine Druckmaschine ist irgendwann alt und muss ersetzt werden.

    Übrigens:

    Ich habe bei Heidelberg angefragt, ob ich einen Rabatt kriege für eine neue Speedmaster, weil ich doch vor Jahren einen OHT bei ihnen gekauft habe und dieser von ihnen nicht mehr supportet wird. Die Antwort ist freundlich ausgeblieben....

    Und an die *Mitleser* seiner ex-Firma gerichtet.

    Der Nachruf* geht ganz alleine auf meine Kappe, hab keine Namen genannt nur zum besseren Verständnis.

    Anstatt Top Leute anzufeinden solltet ihr mal eine Selbstreflexion machen, könnte euch helfen ;)

    Dexter wünsche ich für sein neues Leben in Australien nur das Beste.

    Wenn ich ehrlich bin, ich kann keinen hochqualifizierten Beitrag hier im Forum Dexters Feder zuordnen. Es gibt hier Schreiber, welche ich problemlos „einordnen“ kann, Dexter gehört für mich nicht dazu. Der Grund dafür wird sein, dass ich noch nicht zum Urgestein des Forums gehöre und Dexter wohl vor meiner Zeit als sachverständiger Schreiber im Forum aktiv war.

    Gar nicht einordnen kann ich auch, dass jemand wegen seiner fachlich hervorragenden Beiträge hier im Forum von seinen Vorgesetzten bzw. seinem Arbeitgeber schikaniert worden sein soll. Fundierte Fachbeiträge hier als Grund fürs Dissen, fürs Kündigen und Auswandern????

    Wenn schon das Forum am Diskurs schuld sein soll, dann vielleicht, weil auch von Dexter das beliebte Abwatschen von "denen da oben im Büro" vom "Mann an der Maschine" stattgefunden haben könnte und wie dieses auch hier im Nachruf an Dexter von derkolb zelebriert wird????

    Hier noch mein Kommentar zum gefundenen Hobo-Prospekt.

    Dass es Handtiegel mit automatischem Papierauswurf gibt, ist mir bis heute unbekannt geblieben. Wie es genau funktioniert, ist auf den Illustrationen des Prospekts leider nicht zu erkennen. Wahrscheinlich ist es eine Stange oder eine Klammer, welche den Bogen fasst und in die rechte Ablage auswirft. ich kann mir nicht vorstellen, dass die Konstruktion des Bogenauswurfs sehr schonend für Papier und frischen Druck ist, war auch zur damaligen Zeit nicht nötig, weil auf solchen Maschinen kaum anspruchsvolle Drucksachen produziert wurden. Die Handtiegel waren zur damaligen Zeit wohl das, was der Fotokopierer heute ist.

    So wie es auf den Fotos aussieht, ist die fehlende Stange für den Farbduktor die Verbindungsstange vom Handhebel zur Duktorwelle. Mit jedem Tiegelschliessen wird der Duktor um einen Schritt gedreht.

    Ich weiss nun nicht, ob die Firma Hohner von damals die Firma Hohner von heute ist, die ich als Hersteller von Buchbindereimaschinen kenne. Wenn das so wäre, könnte vielleicht dort angefragt werden, ob im Firmenarchiv noch Unterlagen für den Nachbau der fehlenden Teile existieren. Vielleicht weiss jemand hier im Forum Bescheid.

    Aber wie gesagt, nötig sind die fehlenden Teile für den Gebrauch des Tiegels nicht. Wer druckt noch hohe Auflagen auf dieser Maschine?

    Genauso wie von der Blattfeder finde ich keine richtigen Bilder, damit ich eine Vorstellung habe, wie es auszusehen hat. Hast du ein Foto oder eine Idee, wie so was im Detail nachzubauen und wo genau es befestigt wird?

    Nein, Fotos habe ich nicht. Handtiegel & Co. haben hier schon vor vielen Jahren den Weg in die Stahlproduktion gefunden. Ich bevorzuge auch Maschinen mit automatischem Papierauswurf und -einzug und Farbsteuerung ohne Stangensteuerung.

    Auf Youtube sind allerdings unzählige Clips zu finden, in denen Handtiegel jeder Bauart im Bild gezeigt werden und in jedem Gutenberg-Museum sind solche Maschinen in natura zu studieren. Wer sich auf eine ü100 Maschine einlassen will, muss sich sein generalistisches Wissen zusammensuchen, mit Knoffhoff auf Abruf ist da nix.

    Was bei deiner Maschine an Bauteilen fehlt, ist eher ein kosmetisches als ein drucktechnisches Problem. Natürlich ist es schön, wenn ein solch museales Stück komplett ist, zum Drucken braucht es jedoch die fehlenden Teile kaum. Du wirst ja kaum grosse Auflagen bzw. Flächen drucken. Für den Druck von zwei, drei Satzzeilen brauchts den Farbkasten nicht. Die Farbe auf dem Farbteller reicht aus, respektive ist es einfacher, zwischendurch etwas Farbe auf den Farbteller mit dem Spachtel aufzutragen, als mühsam den Farbkasten einzurichten und anschliessend wieder zu putzen. Die vermeintlich fehlende Abstreiffeder würde auch nur bei Flächendruck eingesetzt, damit sich der Druckbogen gut vom Druckstock löst.

    Ich meine, mit deiner Maschine kann auch mit den fehlenden Teilen problemlos gedruckt werden, sofern die vorhandenen Farbwalzen in gutem Zustand sind.

    Die fehlende "Stange für die Walze am Farbkasten" werden wohl die zwei komplett fehlenden Farbwalzen sein und die fehlende "Vorrichtung für den automatischen Papierauswurf" die Blattfeder, welche hilft, das Gedruckte vom Druckstock zu trennen.

    Sofern nötig, kann die Blattfeder aus einem Stück Stahlband nachgeformt werden. Bei den fehlenden Farbwalzen wird's kompliziert. Ohne die Dimensionen der Walzen zu kennen, wird ein Nachbau kaum gelingen. Eventuell kann ein Walzenhersteller weiterhelfen, welcher das Modell kennt und Spindeln und Schmitzringe nachdrehen kann. Teuer wird's auf alle Fälle.

    Ansonsten sieht die Maschine sehr schön aus, richtig museal. Besonders gefällt mir, wenn ich richtig sehe, dass sogar jemand die Schmierlöcher rot markiert hat.

    Wir verwenden seit vielen Jahrzehnten die TrueLight-Röhren. Aus unserer Sicht das mit Abstand beste Licht zur Farbbeurteilung und auch zum Arbeiten.

    Die Röhren sind recht teuer, halten aber sehr lange und altern auch nicht so schnell. Es gibt die Röhren als LED-Version oder konventionell. Die konventionellen Röhren, so meinen wir, sind den LED-Röhren in der Farbwiedergabe aber überlegen.

    Wichtig: Die Röhren werden, Irrtum vorbehalten, in GB produziert, die Einfuhr in die EU ist uneingeschränkt ERLAUBT. Wer es nicht weiss, konventionelle Röhren für Farbprüfung, Gesundheit, Messtechnik usw. sind vom Röhrenverbot nicht betroffen.

    Wenn der Touch einen Haarriss hätte würde er aber wahrscheinlich gar nicht mehr gehen. Und nicht nach 2 tagen wieder funktionieren

    Doch, das geht. Mein Smartphone hatte einen solchen Haarriss. Einmal funktionierte der Touch, ein andermal nicht, mal mit Verzögerung, mal nur partiell. Das Wechseln des Screens hat geholfen und nicht, wie ich vermutet hatte, die altersschwach gewordene Batterie bzw. neue Apps, welche nicht mehr so recht auf das überholte Betriebssystem passen wollten.

    Hmmm, vielleicht sind wir hier im Forum alle ein bisschen "professionell deformiert" und vergessen, dass es um einen Hobbydrucker geht, welcher aus Nichts mit Nichts das Maximum herausholen will.

    Da scheint mir der Rat von Mac-Steve gar nicht so schlecht zu sein, einfach einen zweiten günstigen Laserprinter zur Verdoppelung der Druckkapazität anzuschaffen.

    Und da auf einem kleinen Drucker maximal A4 verarbeitet werden kann, braucht es auch Hobbykreativität um in diesem Format eine beschnittene A5-Broschüre herzustellen. Ich kann berichten, wie wir vor vielen Jahren unsere ersten auf einem A4-Laserprinter gedruckten A5-Heftbroschüren hergestellt haben:

    Vom Format her ist immer ein wenig Toleranz, auch bei den A4-Printern. Wir haben das Papier darum im Format 298 x 212 mm BB geschnitten und durchgelassen. Natürlich musste die Datei im Stand angepasst werden, damit der Druck richtig auf dem Blatt platziert war. Ein Duplexer hatte der Printer damals schon, die Differenzen von Bogen zu Bogen waren jedoch immens. Zwei Papierdurchgänge waren darum notwendig. Anschliessend die Bogen zusammengetragen, gefalzen, geheftet und beschnitten ergab das fast eine A5-Broschüre von 146 x 210 mm.

    Mit 1000 Euro Budget wird der "ältere Herr" sein Problem nicht lösen können.

    Laserprinter vom Discounter:

    Diese Drucker werden dem zu verarbeitenden Druckvolumen nicht gewachsen sein. Die Maschinen sind zwar sehr günstig, der Toner für diese Maschinen ist jedoch mit Gold aufzuwiegen.

    Officeprinter:

    Ein guter, dem Druckvolumen entsprechender Laserprinter mit Duplexfunktion kostet einige tausend Euro. Da der "ältere Herr" mit Postscript-Programmen zu arbeiten beginnt, sollte auch der Drucker postscriptfähig sein, was den Preis noch einmal in die Höhe treibt. Officeprinter verarbeiten Papiere bis A3. SRA3-Officeprinter sind meines Wissens nicht auf dem Markt. Für einen SW-Officeprinter braucht es nicht unbedingt einen Wartungsvertrag. Zur Sicherheit kann ein Pauschalvertrag abgeschlossen werden, welche Toner und eine feste Anzahl Klicks einbezieht. Dies kostet pro Jahr geschätzt einen unteren dreistelligen Betrag.

    Digitaldruckmaschine:

    Auch ein SW-Model kostet je nach Ausstattung einen guten fünfstelligen Betrag.

    Dem "älteren Herrn" würde ich einen Officeprinter empfehlen. In unserem Betrieb stehen im Office verschiedene Toshiba-SW-Modelle im Bereich von einigen hundert bis zu einigen tausend Euro. Wir setzen diese für Einzelkopien ein und die grösseren Maschinen für kleine SW-Auflagen. Die Maschinen sind aber entweder A4 oder bis A3 (mit der Möglichkeit, im Einzelblatteinzug nicht genormte Formate einzusetzen.

    ...das neue Jahr soll euch von allem nur das Beste bringen!

    Ich wünsche allen Forumanerinnen und Forumanern einen guten Start ins neue Jahr. Möge euch das neue Jahr stets auch einen gut gefüllten Brotkorbe schenken, nebst Gesundheit und Zufriedenheit.

    Für mich persönlich wird das Jahr 2025 das letzte volle Pflichtarbeitsjahr werden, bevor im übernächsten Jahr die Arbeitskür beginnen kann.

    Ein bisschen bin ich stolz, dass ich mein gesamtes Arbeitsleben in der Druckerei zugebracht habe, angefangen vom Bleisetzerlehrling bis heute zum arbeitshosentragenden Chef. Ich habe alle grafischen Entwicklungen von den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis heute hautnah oder aus der Ferne erlebt, viel Wahrsagerei von Zulieferern und Maschinenbauern angehört und kann heute sagen, die Zukunft in der grafischen Branche hat nie so stattgefunden wie sie vorausgesagt wurde. Die grösste Veränderung in der grafischen Branche ist meiner Meinung nach auch nicht die technische Evolution, sondern, dass heute eine geschätzt fünf- bis zwanzigfach gesteigerte Wertschöpfung pro Arbeitsplatz stattfinden muss, als noch in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts.

    Ich freue mich, auch im neuen Jahr aktiv im Forum mitzuschreiben, immer in der Hoffnung, ein klein wenig von meiner Berufserfahrung den jüngeren Jüngern Gutenbergs mit auf den Weg geben zu dürfen. Wenn ich darüber hinaus dazu beitragen kann, den einen oder die andere zu motivieren, den Bettel nicht hinzuschmeissen und sich von der grafischen Branche abzuwenden, würde ich das als Krönung meines Schreibens werten.

    Und wenn dann meine Kürzeit auch vorüber ist und mein Druckerwissen langsam von mir wegdiffundiert, werde ich ein Kissen auf den Fenstersims legen, mit draufgelegten Armen zum Fenster hinausschauen und wie die Rentner das so tun, jeden zurechtweisen, welcher vor dem Haus falsch parkt.

    Wenns meine Maschine wäre, würde ich als erstes nicht versuchen, mal daran herumzuschrauben.

    Ich würde folgende Schritte zuerst abarbeiten:

    1.

    Visuell prüfen, ob die Gummilippe einseitig abgenutzt ist.

    2.

    Print-Instructors Vorgehen zum Prüfen und Reinigen aller Leitungen abarbeiten.

    3.

    Verschiedene Änderungen im Waschprogramm probieren.

    4.

    Prüfen, ob das richtige Waschmittel verwendet wird.

    5.

    Referenzmanual der SM konsultieren, was an der Wascheinrichtung vom Bediener selbst justiert werden kann.

    6.

    Wenn das Manual die Justierung für den Bediener offenlegt, die Wascheinrichtung nach diesen Anweisungen justieren.

    7.

    Ist über das Justieren im Manual nichts zu finden, würde ich die Hände von den Schrauben lassen und auch nach Ferndiagnose aus dem Forum nicht an den Schrauben herumdrehen. Für mich wäre dann der Anruf bei HD unausweichlich.

    Aus meiner Erfahrung ist dies kein technisches Problem, sondern ein kaufmännisches.

    Vor Jahren hatten wir das gleiche Waschresultat, jedoch noch schlechter. Der HD-Monteur hat uns bestätigt, dass der Anpressdruck, die Gummilippen usw. in Ordnung sind und wir mit Änderungen im Waschprogramm probieren sollen. Alles Probieren hat aber nichts gebracht.

    Wir haben dann von einem üblichen (preisgünstigeren) Waschmittel zu einem langsam trocknenden (teureren) Waschmittel gewechselt und seither ist alles bestens.

    Cyberfisch wer eine Hausfarbe stabil drucken will, soll halt in Sonderfarben investieren. Alles andere sieht immer anders aus. Da kannst du kalibrieren und standardisieren, so viel du willst

    Ja, Karsten, so einfach wäre es, wenn die Verben "wollen" und "wissen" nicht existieren würden. Junge Druckvorstufenleute wissen kaum mehr mit dem Pantone-Farbraum umzugehen und korrekte Farbauszüge zu erstellen. Und Kunden wollen den Mehraufwand für zwei, drei usw. zusätzliche Farben heute auch nicht mehr bezahlen. Warum auch, wenn die Druckereien zaubern können...

    stolki Ruf doch mal in der Schweiz an und organisiere dir ne Bedienungsanleitung. Ist doch auf die Dauer viel entspannter, gerade wenn die Herstellerfirma noch existiert

    Ein guter Geist hat hier in diesem Thread eine Bedienungsanleitung mit Ersatzteilliste bereits hochgeladen. Mit etwas Geduld ist das defekte Getriebe auf der Ersatzteilliste zu finden und mit etwas Interpretation und mechanischer Vorbildung kann das Nicht-mehr-Zusammenspiel der Zahnräder erklärt werden.

    Man muss sich immer vor Augen führen, dass eine Gebrauchtmaschine nicht eine billige, gut eingefahrene Neumaschine ist. In unserem Betrieb hatten wir mit Gebrauchtmaschinen meistens Glück. Gut, etwas zu tun war immer daran oder es fehlte etwas an der Maschine, was ergänzt werden musste. Das gehört zu einer Occasion einfach dazu. Wir hatten aber auch schon: einmal gebraucht und anschliessend entnervt ins Altmetall. Das ist das Risiko aller Sparfüchse.

    Falsch ist es nie, den Workflow vom Entwurf bis zum fertigen Druck standardisiert zu gestalten. Dass sich Kinderski Gedanken macht, den Druckereien korrekte Daten zu erstellen, ist sehr löblich.

    Ich habe jedoch noch keinen Kunden im Betrieb stehen gehabt, welcher sich nicht nur über die Standardisierung in der Druckerei erkundigt hat, sondern gleichzeitig auch die eigene Standardisierung in der Druckvorlagenherstellung offengelegt hat. Zugegeben, wir haben keine grossen, über die Region arbeitenden Agenturen als Kunden. Ich masse mir kein Urteil an, wie in grossen Agenturen gearbeitet wird.

    Das Gros der Arbeiten in vielen Druckerei wird von "Feld-Wald-und-Wiesen-Grafikern" stammen, welche Bildschirm, Programme und billigen Printer ab Stange kaufen und kaum Gedanken nur schon an Kalibration verschwenden. Und die Druckerei wirds dann schon richten, mit Unmöglichem und Abstimmen an der Maschine das Verpasste in der Druckvorstufe hinzukriegen.

    Aber auch wenn der Workflow durchgängig standardisiert ist, ist es in der Eigenart jeden industriellen Prozesses, dass Abweichungen vom Gewollten unvermeidbar sind. Wie zwischen Agentur und Druckerei diskutiert werden kann, welche Abweichung von der "heiligen Hausfarbe" noch zu tolerieren sind, grenzt ans Lächerliche.

    Ich frage mich, warum bei Printmedien mit Abstimmen an der Maschine ein Riesentamtam veranstaltet wird, damit die "heilige Hausfarbe" exakt zu 100 % getroffen wird. Bei den neuen elektronischen Medien spielt die genaue Farbwiedergabe ja auch keine Rolle. Bei mir zuhause jedenfalls ist noch nie jemand auf der Haustürmatte gestanden mit dem Begehren, meinen TV-Apparat und den Home-PC zu kalibrieren, damit die "heilige Hausfarbe" auch wirklich korrekt dargestellt wird.

    Auch habe ich noch nie den Warnhinweis vor dem Einblenden einer Werbung auf dem Bildschirm gehabt, ich dürfe die anschliessende Werbung mit der "heiligen Hausfarbe" nur angucken, wenn ich vorgängig den Bildschirm kalibriert habe. - Hach, wie viel Lebenszeit würde mir da erspart, wenn keine Heiligtümer mehr zu erdulden wären.

    Übrigens: Das Standardisieren heute um Nuancen bei den Printmedien... Bei den elektronischen Medien hört dieses Standardisieren bereits bei der Lautstärke auf. Noch heute haben Agenturen das Gefühl, je lauter und nerviger ihre Werbung plärrt, desto eingängiger werde das Produkt beworben.