Beiträge von Robert Kleist

    Wir werden natürlich auch mit solchen "Angeboten" konfrontiert.


    Nett und freundlich sagen wir dem Kunden, dass er gern in Osteuropa produzieren kann. Unser Service und unsere Qualität ist für diesen Preis nicht zu bekommen.


    Und? Ca. 80% der Kunden sind nach spätestens einem Jahr wieder zurück. Gerade wenn es um mehr wie den reinen Druck geht. Versandlogistik, Freigaben, Kommunikation bei Änderungen u.ä. sind immer Thema...


    Reisende soll man nicht aufhalten...

    Dexter


    Ich habe meinen Drucktechniker vor 20 Jahren in Stuttgart absolviert. Jetzt bin ich in einer Druckerei mit über 150 MA technischer Leiter und Prokurist. Aus meiner Sicht hat sich der Weg gelohnt. Dieser war aber auch verbunden mit zwei größeren Umzügen und viel investierter Zeit.


    Das sollte Dir klar sein - soviel Freizeit wie in der Schichtarbeit hast Du als Führungskraft nicht mehr. Aber dafür deutlich mehr Geld und Ansehen.


    Du hast weiterhin recht, dass man in DACH ohne den entsprechenden Titel nur in Ausnahmefällen in den Führungsbereich kommt.


    Ich rate Dir zur Technikerausbildung im Süden der Republik. Die Schulen Stuttgart und München sind technologisch deutlich besser ausgestattet als der Rest. Gerade wenn Dir Technologien bisher fehlen, lernt es sich am System einfacher als vom Beamer... Wenn Du später richtig Kariere machen möchtest, wirst Du um Umzüge sowieso nicht herumkommen.


    Vom Medienfachwirt wie "Industriemeister" Printmedien würde ich abraten. Nach der Abwicklung des alten Industriemeisters Druck mit einer praktischen Prüfung sind hier meines Erachtens einjährige, sehr, sehr flach strukturierte Weiterbildungen auf den Markt geschwemmt wurden.


    Da ist der Techniker schon deutlich solider und nützlicher.


    Robert Kleist

    Hallo Jamsin,


    ZfA und Lehrer haben normalerweise die Finger auf alten Prüfungen und rücken die nicht so einfach heraus.


    Ein Tip für die Zukunft.


    Ich engagiere mich ehrenamtlich in der Freizeit bei der Korrektur der Abschlussprüfungen. Die IHK dankt Dir normalerweise auf Knien wenn Du für fünf EUR die Stunde Deine Zeit dafür opferst.


    Im Umkehrschluss habe ich aber so immer die (fast) neuesten Prüfungen für meine Azubis.


    Von nichts kommt eben nichts...;-)

    Hallo in die Runde,


    wie wirkt sich Corona bei Euch in den Unternehmen aus?


    Bei uns geht es eigentlich.


    Die Auftragssachbearbeiter arbeiten überwiegend im HO oder mit weitem Abstand an den Schreibtischen. Bei internen Meetings werden zwei Stühle frei gelassen.


    In der Produktion sind die mündlichen Schichtübergaben abgeschafft. Schriftlich per Zettel und die Mitarbeiter kommen versetzt.


    Positiv ist, dass die meisten sinnfreien Kundenandrucke wegfallen. Es geht auch per Proof - welch Wunder...


    Die allgemeine Auftragslage ist natürlich rückläufig aber noch in Ordnung. Momentan haben wir einige neue Jobs aus Italien/Österreich wo anscheinend nix mehr geht.

    @Deerren Print


    Danke für den Link!


    Ein aus meiner Sicht sehr guter Artikel welcher Hintergründe schildert und klar analysiert. Den hätte ich mir eigentlich vom "Deutschen Drucker" gewünscht, für den ich jährlich eine dreistellige Summe für ein Abo bezahle...


    Aber die schielen wahrscheinlich wieder auf die nächste große Anzeige von HD und haben Angst...


    Schön, dass es noch unabhängige Presse gibt.

    @Alange


    Du musst mittels Arbeitszeugnissen nachweisen, dass Du mindestens fünf Jahre im Bereich beschäftigt warst.


    Nach Deiner Schilderung würde ich sagen, dass Deine Kenntnisse ausreichen.


    Vor der Schule solltest Du Deutsch lernen, da der Unterricht natürlich in Deutsch stattfindet. Den Rest lernst Du dann in den zwei Jahren Schule ;-)

    @ Alangre


    Stimme meinem Vorschreiben zu, ganz klar Verpackungsbereich.


    Sehe aber die Schlussfolgerungen anders.


    Natürlich wird es in vielen Verpackungsunternehmen eine Beschäftigungsmöglichkeit geben, aber sicher nur (zumindest in der Anfangszeit) als Hilfsarbeiter. In Deutschland sind Abschlüsse sehr wichtig.


    Aufgrund Deiner umfangreichen Vorkenntnisse und Alters würde ich von einer beruflichen Erstausbildung zum Packmitteltechnologen (3 Jahre) absehen.


    Mit fünf Jahren Berufspraxis darfst Du in Deutschland einen Weiterbildungsabschluss beginnen.


    Hier würde der Papiertechniker sehr gut passen. Es gibt in Deutschland zwei Standorte.


    a) Teilzeitausbildung über vier Jahre in Altenburg

    http://www.pierer-schule.de/ht…apierverarbeitungstechnik


    b) Vollzeitausbildung über zwei Jahre in München

    https://www.fachschulen-muench…kerschulen/papiertechnik/


    Bei beiden Weiterbildungen gibt es elternunabhängiges Aufstiegbafög.


    Viel Erfolg!


    Robert.

    Das Ganze hört sich nach Unternehmensberatung (wir sind schlauer als alle anderen...) oder nach dem Verzweiflungsplan eines BWL Bachelors an, welcher nicht aus der Branche ist.


    Wie ist denn die Lage im Onlinemarkt?


    Die Preise geben die beiden großen aus Bayern vor. Da ist es immer schwerer heranzukommen.


    Um da noch einmal offensiv vorzugehen müsste massiv in neue Technik investiert werden. Das scheut man - geht ja alles mit Software...


    Mal sehen, wenn die "tausende kleinere, mittelständische und größere Druckereien" nicht mehr bereit sind für Preise unter dem jetzigen Onlineniveau zu drucken...

    Druckprofi74


    Meisterschulen im grafischen Bereich in Vollzeit sind leider selten geworden.


    Ursache liegt darin, dass die Verbände die Weiterbildung in Teilzeitmaßnahmen durchführen um damit Geld zu verdienen.


    Bei Vollzeit muss ja irgendjemand die Schule/Lehrer bezahlen - meistens eine Stadt oder ein Land. Daher gibt es nicht mehr viele.


    Für Drucker gibt es in Vollzeit Heidelberg, Stuttgart und Biberach (Hauchler). Für Buchbinder München.


    Das war es nach meinen Erkenntnissen.


    Viel Erfolg,


    Robert.

    Bei uns kommen seit einiger Zeit Anfragen (speziell aus dem Agenturbereich), welche explizit LE/LED UV ausschließen.

    Die Argumente laufen alle in Richtung Umweltschutz.

    Habt Ihr bereits ähnliche Erfahrungen gemacht?


    Grüße, Robert Kleist

    @ Silent74


    Hofmann Infocom in Nürnberg sucht u.a. Rollenoffsetdrucker. Der Betrieb ist technologisch vergleichbar mit apm. Etwas weniger Rolle aber tiefere Weiterverarbeitung.


    https://www.hofmann-infocom.de/karriere/


    Dr. Torsten Voss hat auch eine eigene Seite, wo er sich als Spezialist für die Druckbranche verkauft.


    http://sencon.de/unternehmensberatung-druckindustrie/


    Da alle mir bekannten, von ihm betreuten Unternehmen (Kessler/Bobingen, Triltsch/Ochsenfurt, Süddeutsche Verlagsdruckerei/Ulm, Bodensee Medienzentrum/Tettnang) haben Insolvenz angemeldet.


    Jetzt apm.


    Entweder liegt hier ein Fall von totaler Unfähigkeit vor, oder im Hintergrund gibt es Anweisungen (der jeweiligen Eigentümer?) dass genau so verfahren werden soll.

    @ Genther1961


    Geografisch liegen wir in unmittelbarer Nähe zweier großer deutscher Automobilhersteller.


    Arbeitslosenquote in der Region nicht signifikant messbar.


    Würden wir (für die guten/sehr guten Mitarbeiter) nicht über Tarif bezahlen, würden diese ans Band wechseln...


    Das verstehe ich unter dem "Ehernen Marktgesetz" - Angebot und Nachfrage.


    Bei diesem Sachverhalt brauche ich weder eine Gewerkschaft noch den anderen Verein aus Berlin...


    Beste Grüße, Robert.

    Die Frage sei erlaubt, ob Gewerkschaften wie Bundesverband Druck noch in die heutige Zeit passen.


    Außer vollkommen sinnfreien Veränderungen von Berufsbezeichnungen bzw. Inhalten (Abschaffung Industriemeister Druck) kann ich mich an nichts erinnern was unsere Branche nach vorn gebracht hätte.


    Wir kommen wir als mittelständiger Betrieb prima ohne beide "Institutionen" aus.


    Letzlich bestimmt der Markt die Gehälter. Und wenn ich einen guten Drucker haben möchte, dann muss ich als Unternehmen auch entsprechend bezahlen. Zahle ich nicht entsprechend wandern mir die guten Leute ab.


    Ehernes Marktgesetz.


    Das braucht weder Gewerkschaften noch irgendwelche Anzugträger in Berlin.

    Wieder hat ein renommierte Druckerei die Tore schließen müssen.


    https://www.augsburger-allgeme…-Investor-id51263631.html


    Besonders interessant ist, dass wieder die Astov-Gruppe ihre Hände im Spiel hat. Unter ihrer Führung sind noch mehr Druckereien geschlossen wurden.


    https://www.swp.de/suedwesten/…raubrittern-22801711.html


    Mich würde mal interessieren, wie die mit den Insolvenzen Geld verdienen. Weder Kundendaten noch Maschinen (welche meistens nur geleast sind) rechtfertigen doch die im Vorfeld definitiv getätigten Investitionen.


    Oder übersehe ich etwas?


    Robert

    Hallo FuxXXX,


    das Geschäftsmodell Deines Unternehmens las sich im ersten Post seltsam. Die regionale Tageszeitung erklärt einiges. Trotzdem sind solche Quersubentionen in unserer Branche nichts von Dauer...


    Ich kenne zwar die Inhalte eines Medienfachwirtes nicht (dachte immer das ist eine Weiterbildung für die Vorstufe?), denke aber solltest Du genau wie beim Meister/Techniker die Grundlagen der Kalkulation gelernt haben. Das spezifische Kalkulieren lernst Du in jedem Betrieb neu - schon allein aufgrund der Vielzahl von eingesetzten Softwarevarianten. Also kein größeres Problem wenn Du Dich einfach woanders hin bewirbst!


    Fördermöglichkeiten für Arbeitnehmer kenne ich keine. Du kannst aber die Summe problemlos von der Steuer absetzen.


    Was versprichst Du Dir von diesem Lehrgang? "Grafiker" gibt es wie Sand am Meer, welche sich preislich alle unterbieten (bis auf die absoluten Topleute). Versuch doch lieber etwas im Bereich Weiterverarbeitung zu unternehmen. Aus meiner Sicht werden hauptsächlich Verkäufer mit Ahnung von der Materie sowie Spezialisten für Weiterverarbeitung gesucht.


    Als reiner Sachbearbeiter, ohne eigene Kundenkontakte, ist es schwer vernünftige Konditionen zu bekommen.


    Robert Kleist