IPA-freier Druck mit „FountS“

  • Hallo Kollegen,


    wir bitten um einen Meinungsaustausch.


    Herr -Name gelöscht-
    möchte uns erneut zum IPA-freien Druck mit „FountS“ bekehren.


    Der letzte Versuch vor drei Jahren war, freundlich formuliert, keine Erfolgsgeschichte.


    Was sind eure Eindrücke / Erfahrungen?


    Vielen Dank


    Grüße von der Müritz

    Einmal editiert, zuletzt von Acid Green () aus folgendem Grund: Name auf Wunsch der betroffenen Person gelöscht.

  • Hallo Kollege,


    eine aussagekräftige Aussage kann ich noch nicht liefern.


    Bei uns wird jeder Zusatz immer erst am der GT52 un dem Varn Compac 3 getestet. Anschließend auf der alten SM 102ZP 2-Farben und dann gehe es erst in die volle Produktion an die 102VP und 102CD.


    Bisher testen wir noch an der GTO. Zusatz nach Herstellerangabe dosiert (wir nutzen Leitungswasser! Einer Aufbereitung findet nicht statt. Dass ist natürlich suboptimal, allerdings haben weiter auch erstklassiges Wasser aus der Wahnbachtalsperre, die ganz in der Nähe ist).
    Bilanz bisher: Sehr starker Farbaufbau auf den Dosierwalze... Zu stark. So schlimm war es noch bie bisher...


    Daher ist fraglich, ob er überhaupt an der 102ZP getestet wird...


    Wir drucken an den 102ern aber auch nur alkoholreduziert. Alkoholllos ist und zu aufwändig...


    Gruß Sebastian

  • Hallo zusammen,


    ich hab nicht viel gutes zu "FountS" gehört. Es läuft wohl immer eine kurze Zeit, jedoch kippt dann nach einiger Zeit der Prozess um und es läuft gar nichts mehr - aber wie gesagt, keine eigene Erfahrung, sondern nur von unterschiedlichen Druckereien mitbekommen.
    Was ich bisher immer in Verbindung mit IPA-freien Druck bringe und auch von anderen höre:
    Firma Eggen mit unterstützung durch Thomas Hambrock. Da gibt es knowhow und die gute technische Unterstützung die es meiner Meinung nach unbedingt bedarf, wenn man hier keine Erfahrungen hat.


    VG
    Die Gefahr

  • Da mich als Drucker die Thematik sehr interessiert haben wir bei uns relativ viel getestet und probiert.


    Mein (natürlich subjektives Fazit):


    Lohnen tut sich die Umstellerei erst bei mehreren Maschinen, d.h. die monatliche Summe für IPA sollte möglichst größer 1.000 EUR sein.


    Ansonsten lohnen sich die anfallenden Kosten für Tests, Wechseln und Reinigen an den Maschinen im Vergleich nicht.


    Das ganze würde ich mehr als Qualitätssiegel und Marketinginstrument hinsichtlich Öko-Kunden betrachten.


    Positiv ist zu der erzieherische Aspekt der Drucker zu bemerken.


    Es wird ein "mehr" an Prozesssicherheit und exakter Arbeit verlangt. Das bedingt aber unbedingt einen Vorgesetzten, der


    a) Ahnung von der Materie besitzt
    b) bereit ist, diesen Prozess einzuführen und seine Drucker "mitzunehmen"


    Grüße, Robert Kleist

  • Wir drucken mit max. 2,7 % Alkohol.
    Vor meiner Zeit sind Versuche Alkoholfrei zu drucken fehl geschlagen .
    Trotz einer tollen Osmoseanlage, passenden Feuchtwerk usw. Nun weiß ich nicht ob das eventuell mit den vielen Recyclingpapieren zu tun hat, die wir verarbeiten .
    Es reizt mich trotzdem es wieder zu versuchen .
    Einmal wegen dem Umweltaspekt und zum anderen weil man viel mehr auf absolute Sauberkeit achten muß .
    Farb und Feuchtwerke sollten perfekt justiert sein - aber das sollte auch mit Verwendung von Alkohol selbstverständlich sein .


    Gruß Hein

    Es ist schwer im Tempel des Rechts logisch zu argumentieren, wenn der Hohepriester nicht ganz dicht ist.

  • Hallo!
    Vorbemerkung: es muss nicht FountS sein!
    Jeder größere Hersteller hat ein bzw. mehrere FMZ mit geeigneten Alkoholersatzstoffen im Programm. Diese unterscheiden sich in der Zusammensetzung für eher weiches oder sehr hartes Wasser.
    Voraussetzungen sind möglichst neue und gut justierte Walzen in Farb- und Feuchtwerk, eine ordentliche Wasseranalyse nach Härtegrad (Gesamt- und Carbonathärte), ph-Wert und FMZ -Anteil. Der viel zitierte Leitwert ist eine für den Druckprozess eher unwichtige Größe. Es ist der Kehrwert des elektrischen Widerstandes 1/R.
    Sollten häufig Bronzedruckfarben und/oder Substrate wie Chromolux Metallic verarbeitet werden, ist von alkoholfreiem Drucken abzuraten.
    Das ganze System sollte vor dem Wechsel gründlich mit einem Kreislaufreiniger gespült werden! In der Regel müssen beim IPA-freien Druck höhere Umdrehungszahlen der Tauchwalze eingestellt werden, um trotzdem einen geschlossenen Feuchtigkeitsfilm auf der Platte zu gewährleisten, was natürlich den Spielraum der FM-Führung etwas einengt. Deshalb sollten auch die Verreiber mit einem Kühlsystem ausgerüstet sein, um höheren Temperaturen im Sommer und bei größeren Auflagen etwas entgegensetzen zu können. Also wenn im Vorfeld sorgfältig geprüft und dann mit etwas Sorgfalt seitens des Druckers gearbeitet wird, ist IPA-freies drucken kein Ding. Schließlich laufen auch große Rotationen ohne IPA, und es gibt Länder wie die Schweiz oder auch Norwegen, wo aus Geld-und Umweltgründen kein IPA eingesetzt wird, und die können auch drucken!

  • Es reizt mich trotzdem es wieder zu versuchen .
    Einmal wegen dem Umweltaspekt und zum anderen weil man viel mehr auf absolute Sauberkeit achten muß .

    Wo siehst Du da den Umweltaspekt?
    m.E. ist das Zeug um einiges giftiger und umweltschädlicher als normal Feuchtmittelzusatz + Alc.


    Oder meinst Du den Gesundheitsaspekt?
    Ich sehne mich nach den alten Zeiten zurück, als wir noch mit 14% Alc gedruckt haben.
    Mix aus Alc und Farbfresser war die krönung der Spätschicht, einfach ein geiler Geruch in der Bude.
    Das vermisse ich fast täglich.

  • hy.


    wir haben auf alkoholloses drucken vor ca.einem jahr umgestellt,weil die reperatur vom alcosmart ca.€ 7.000,-- euro gekostet hätte.
    Maschine sm 74-5 16 jahre alt :-)
    prozesslose druckplatten,2 1/2 jahre alte farb und feuchtwalzen,umgestellt und vom ersten tag an funktioniert.
    bei pvc folie silber und gold geben wir ab und zu noch alk.dazu.


    lg

  • Danke für die Rückmeldungen zum Thema.


    @cinema70


    Ja, damals (2012/13) war es „SINAL PLUS“ jetzt „FountS“.
    Und es ist auch derselbe Protagonist, -Name gelöscht-.


    Damals (bei uns) ein Flop auf ganzer Linie.
    Darauf angesprochen, sagt er heute: „Wir wurden alle vom Hersteller betrogen“.


    Wichtiger Referenzanwender war damals u.a. Kolbe-Coloco.
    Ist hier jemand aus Versmold aktiv?


    Grüße aus Nordost

  • Hallo zusammen,


    doch SINAL, dachte ich es mir doch, man kennt ja mittlerweile seine Schäfchen in der Branche ;-)


    Schon 2006 (gerade Mailverkehr deswegen durchsucht :-) getestet, 2011 das 2. Mal getestet, leider unbefriedigend.
    Würde mich wirklich interessieren wer mit SINAL glücklich geworden ist.
    Sinal-Anhänger bitte melden :-)


    Grüße
    Cinema70

  • Ich denke, da müssen absolute Profis, Seitens der Ersatzstofflieferanten unterwegs sein .
    Es sollte eine Wasserdiagnose gemacht werden - egal mit oder ohne Wasseraufbereitungsanlage. Leitungen müssen vorher gespült werden . Aller wieviel Drucke muss ein Wasserwechsel gemacht werden - wie schaut es mit prozesslosen Druckplatten aus ?
    @ Dieter - ja, beim Umweltaspekt bin ich mir auch noch absolut im Unklaren.
    Was ist in solch Zusatzstoffen überhaupt drin und in welch Verhältnis steht es zu arg reduzierem Alkoholgemisch ?


    Gruß Hein

    Es ist schwer im Tempel des Rechts logisch zu argumentieren, wenn der Hohepriester nicht ganz dicht ist.

  • Hallo liebe Kollegen


    wir haben bei uns auf einer Heidelberg XL 105 UV ca. sechs Jahre Alkohollos mit einem FMZ von Eggen gedruckt. Dabei wurden wir regelmäßig durch Thomas Hambrock unterstützt.
    Seit nunmehr zwei Jahren drucken wir wieder mit 2,5% IPA.
    Der alkohollose Druck hat soweit eigentlich ganz gut funktioniert, solange es nicht um den Druck auf Folien mit Deckweiss oder den Druck von Metallic-Farben ging. Da war der Spielraum
    von den Einstellungsmöglichkeiten der Wasserführung doch eher begrenzt und man kam schnell an die Grenze des machbaren. Unser Feuchtwasser wird durch eine Osmose Anlage aufbereitet.
    Ein doch sehr häufig auftretendes Phänomen waren die überlaufenden Wasserkästen. Durch den Druck ohne IPA hat man einen doch schon sehr hohen Grad an Verschlammung in den Rücklaufschläuchen.


    Ich hoffe meine Ausführungen waren hilfreich.


    LG VeredelungsFuchs

  • Wir haben zuletzt von Epple mit einem pH Neutralem gedruckt. War echt gut da dieser die Verarbeitkeit des Papier beeinflusste. Soll heißen das es weniger rupfte. Das Wasser wurde vorher enthärtet und dann mit Magnetrans von DC aufbereitet. Davor hatten wir den Fount Pure von Saphira (kaufen von Eggen) im Einsatz und hatten mit Re Harden das Wasser Aufgehärtet. Ich kann mich hier nicht beschweren. Es lief beides stabil