Falsche Laufrichtung Hardcover

  • Bei 5 Büchern im Sonderformat muss man die Kirche auch x im Dorf lassen . Ein gewisses Risiko ist immer beim Onliner , wegen 5 Büchern wird dort nicht alles umgestellt ,sonst wird Geld draufgelegt. Wer im Business arbeitet , sollte es wissen.

    Wer im Business arbeitet, sollte wissen, dass eine richtige Laufrichtung in der Buchproduktion essenziell ist. Zudem ist das Format 13x19 nicht unbedingt ein Sonderformat

  • Habe jetzt bei der betreffenden Druckerei angefragt, ob eine Änderung des Layouts auf 21x21cm das „Problem“ beheben könnte, da ja hier die Seiten bei ungünstiger Lage ja um 90 Grad gedreht werden könnten.

    Die Antwort der Dame am Telefon hat mich dann doch ziemlich ernüchternd zurückgelassen. In der Produktion haben sie angeblich KEINE Möglichkeit, auf die korrekte Ausrichtung der Nutzen Einfluss zu nehmen.

    Traurig und Unverständlich, dass KEIN Wert auf korrekte handwerkliche Produktion gelegt wird, obwohl es möglich sein könnte.

  • Eigentlich verstehe ich bei deinem Auftrag nicht ganz den Aufbau der Form, in der Druckerei. Bei 148 Seiten, hast du ja 9 16 Seiter. Und einmal 4 Seiten. Warum druckt man das nicht einzeln, dann kann man die Laufrichtung machen, das es passt. Selbst wenn man es auf einer 142er Maschine druckt, könnte man 2 Bogen auf eine Form stellen. Ich würde einfach Mal ein paar andere Druckereien anfragen. Vielleicht auch mal über Digital nachdenken.

  • Es wurde zwar auf 120 g Offsetpapier produziert. Aber dennoch wird es bei 5 Ex ganz sicherlich Digitaldruck gewesen sein. Alles andere wäre weder bei Online-Bestellung noch bei Bestellung in einer Druckerei vor Ort darstellbar.

  • Es wurde zwar auf 120 g Offsetpapier produziert. Aber dennoch wird es bei 5 Ex ganz sicherlich Digitaldruck gewesen sein. Alles andere wäre weder bei Online-Bestellung noch bei Bestellung in einer Druckerei vor Ort darstellbar.

    Da wir hier ein Druckprofi-Forum sind, habe ich gemeint, dass alle bemerkt haben, dass die Sammelform-Begründung nicht stichhaltig sein kann. Wie soll das auch gehen, Klein- und Grossauflagen, unterschiedliche Seitenumfänge und verschiedene Papiersorten vernünftig in Sammelformen zu packen?

    "Books on demand" mit rein schwarzweissem Textinhalt werden zunehmend im Inkjet gedruckt. Für farbige Fotobücher hat sich die Indigo mit Flüssigtoner als ideal erwiesen und Books-on-demand-Bücher mit gemischtem Inhalt kenne ich so, dass diese auf Rollenmaschinen mit Trockentoner gedruckt werden.

    Auf Skippers Fotos ist zu erkennen, dass seine Bücher einen gemischten Inhalt aufweisen. Mich würde nicht überraschen, wenn seine Bücher auf einer Xeikon-Rollenmaschine gedruckt wurden. Das würde auch die leichte Welligkeit der Buchseiten erklären. Das würde aber auch erklären, warum der Onliner meint, er könne die Laufrichtung des Papiers nicht wechseln. Bis eine neue Rolle auf der Xeikon geladen ist, gerade läuft, der Verzug kompensiert und die Maschine aufs neue Papier kalibriert ist, wird seine Zeit brauchen. In dieser Zeit steht auch die gesamte Produktionslinie still. "Books on demand" funktioniert so, dass "just in Time" Inhalt und Umschlag parallel gefertigt und zusammengeführt werden. Da wird nix auf Halde oder in einen Puffer produziert.

    Ich durfte vor einiger Zeit eine Fotobuch-Produktion (mit Indigo) besichtigen. Mit "Buchbinder Wanninger" hat das nichts zu tun, das ist reine Logistik, Logistik und noch einmal Logistik.... Faszinierend!

    Mit fachlich richtigem Handwerk hat eine Book-on-demand-Produktion nichts gemeinsam. Dafür sind die 5 Bücher aber auch sehr kostengünstig und mit einem sehr guten Preis-Leistung-Verhältnis versehen. Buchbinder Wanninger hatte für die Herstellung einen Tag gebraucht, ob er heute eine Rechnung von nur eine paar Euro fufzig den Büchern hätte beilegen wollen, ist auszuschliessen.

    Skipper befremdet mich schon ein bisschen, wenn er meint, das in meinem ersten Thread erwähnte Dreiecksverhältnis von Qualität, Termin und Preis umgehen zu können. Seine Erwartung nach "richtigem Handwerk" ist etwa so, wenn ich im McDonalds einen Tischkellner erwarten würde.

  • Mein Einwand bezog sich auf die von karsten1077 geäußerte Möglichkeit, die Produktion könnte beispielsweise zu 16-seitigen Bögen erfolgen oder auf einer Maschine im VI-er Format.

    Eigentlich verstehe ich bei deinem Auftrag nicht ganz den Aufbau der Form, in der Druckerei. Bei 148 Seiten, hast du ja 9 16 Seiter. Und einmal 4 Seiten. Warum druckt man das nicht einzeln, dann kann man die Laufrichtung machen, das es passt. Selbst wenn man es auf einer 142er Maschine druckt, könnte man 2 Bogen auf eine Form stellen. Ich würde einfach Mal ein paar andere Druckereien anfragen. Vielleicht auch mal über Digital nachdenken.

  • Skipper befremdet mich schon ein bisschen, wenn er meint, das in meinem ersten Thread erwähnte Dreiecksverhältnis von Qualität, Termin und Preis umgehen zu können. Seine Erwartung nach "richtigem Handwerk" ist etwa so, wenn ich im McDonalds einen Tischkellner erwarten würde.

    Wenn ein Produkt nicht nach allgemein gültigen Regeln im Handwerk gedruckt wird (oder nicht gedruckt werden kann) dann soll man es nicht anbieten. Laufrichtung ist etwas grundlegend essenzielles. Mit einer falschen Laufrichtung ist das gesamte Produkt Müll!

  • Nachtrag: Wenn ich unseren Kunden in dieser Art ihre Produkte präsentieren würde, mit der Begründung (und das ist die EINZIGE, die ich von diesem Dienstleister bekommen habe) „es geht halt nicht anders, wir können ihnen leider das nur so produzieren“, dann war das mal ein Kunde. Und zusätzlich würde ich den Auftrag zurückgeschickt bekommen bei voller Kostenerstattung.

    Mir sind der Preis und Schnelligkeit relativ egal. Die gesamte Produktion hat 3 Wochen gedauert. Vom Druck her ist es ok. Von der Verarbeitung nicht. Man muss aber als Kunde davon ausgehen können, dass ein bestelltes Produkt nach handwerklichen Regeln produziert wird. Ich habe zudem weder verlangt, dass es besonders billig sein soll, noch dass es morgen fertig ist.
    Aber als Reklamationsantwort zu schreiben: „Es geht eben nicht besser, weil wir es nicht können/wollen“ ist schwach.

  • Hallo Skipper!

    Ich kann deine Frustration nachvollziehen. In den letzten Jahren hatte ich auch oft solchen Ärger. Meistens mit dem Onlineriesen aus dem Backnanger Raum, lol.

    Jahrelang war alles perfekt, irgendwann kam nur noch unbrauchbarer Ramsch an. Bei mir ging es meist um Taschenbücher, urplötzlich war man dort unfähig planliegende Bücher herzustellen. Manchmal betritt dort eine neue Druckerei das Spielfeld im Pool der angeschlossenen Druckereien, wenn du bei dieser landest hast du halt einfach Pech. Manchmal ist es bei Hardcovern sinnvoll z.B. einen geraden Rücken statt runden Rücken zu bestellen, das geht dann an eine andere Firma die es herstellt (und hoffentlich versteht was sie macht).

    Muss sagen, dass ich das auch äußerst schäbig von diesen Druckereien finde die Kunden nicht explizit darauf hinzuweisen, dass man ggf. auch Bücher mit falscher LR erhält. Für mich ist das ein absolutes Tabu den Kunden sowas weiterzuschicken und ein Ausschlusskriterium. Für mich ist das unbrauchbarer Müll. Bei mir geht es meist um rund 100 Exemplare als Auflage, da ist es schon ärgerlich wenn man vom Kundenservice so frech abgebügelt wird wie in deinem Fall. Im übrigen bezweifle ich, dass diese Leute am unteren Ende überhaupt einen Begriff davon haben was "Laufrichtung" eigentlich ist. Wahrscheinlich nicht mal mehr die Hiwis die an den Maschinen stehen, die blicken oft gar nix mehr. Da wird alles nach Schema F runtergedruckt, scheißegal wie es am Schluss beim Kunden ausschaut. Laminierfolie auf trockenes, heißes Papier gezogen ist auch so ein allgegenwärtiges Übel, da rollen sich dann lustig die Umschläge auf in den nächsten Tagen im Lager. Von Bogenrückfeuchtung haben die wohl auch selten eine Ahnung, oder können die Maschine nicht richtig einstellen.

    Kurzum: ich habe seit 2025 wieder eine eigene Druckerei aufgezogen weil mir das schlussendlich alles zu dumm wurde mit diversen Onlinern. Machen wir es halt wieder selbst, dann wissen wir, was wir haben.
    Hab dort jährlich einen hohen 5stelligen Betrag gelassen, jetzt halt 0.- Umsatz für diese Firmen.

    Raum gemietet, paar Maschinen rein, stehe ich halt 2h früher auf am Tag und druck das Zeug halt selbst. Immer noch weniger Aufwand als jeden Tag 5 Beschwerdemails zu schreiben und keine vernünftige Ware ins Lager zu bekommen.

    Dass man es einst verstanden hat wie man die Bücher produziert ist ganz klar. Ich hab dort seit 2019 bestellt und war zu 95% zufrieden, Mängel meist nur durch schlecht verpackte Ware und ruppige Paketdienste. Von der Druckqualität und Bindung war immer alles top, bis die Qualität urplötzlich stark absackte. Ich hab keine Ahnung wie die solche Umsätze einfahren und Kunden das schlucken. Wahrscheinlich weil ihnen der Vergleich fehlt: die meisten kennen es nicht anders. So entwickelt sich eine Gesellschaft eben zu einer niedrigen Qualität auf allen Ebenen. 1960 hätte man sich geschämt sowas an den Kunden rauszugeben. Und nein, ich bin kein halbglatziger Boomer mit Hornbrille der an allem rummäkelt weil's früher halt besser war.

    Ich spreche hier von vielen, vielen tausend Büchern die in den letzten Jahren durch meine Hände gingen, insofern weiß ich durchaus von was ich schreibe und von was du sprichst.

  • Bin jetzt zu bod.de, weil mein nächstes Projekt ein Taschenbuch (Paperback) wird. Ich bin gespannt.

    Die lassen aber auch nur woanders produzieren und spielen quasi den "Rundum-Sorglos-Vermittler". Sicher, dass du als Profi deren Dienste wirklich brauchst? Da würde ich lieber gleich zu denen gehen, die für BoD produzieren. Die bieten den Spaß nämlich auch an.

  • Bei "Taschenbüchern/Paperback" - sprich klebegebundenen, zweifach/vierfach gerillten Broschuren wird es weniger Probleme geben.

    Hier ist der technologische Prozess ausgereifter.

    Bei Hardcovern, gerade mit rundem Rücken, schwächeln die "Onliner" fast alle noch.

  • Das erste Buch ist da. Genau so muss ein Taschenbuch aussehen. Produktionskosten absolut im Rahmen und wird sogar mit ISBN Nummer verlegt. 180 Seiten, teils farbige Abbildungen mit mattem 4/0 farbigen Cover: 7,90 €/Stück. Gedruckt wird nur bei Bestellung, für mich fallen Anfangskosten sehr gering aus. Klare Empfehlung.