Es gibt
eine Reihe von Hilfsmitteln zu kaufen - Filzstifte, Testtinten, ganze
Messapparaturen für beispielsweise Randwinkelverfahren. Ein Drucker
braucht gewöhnlich nur einfache, auch für Laien benutzbare
Testmöglichkeiten, weil er so etwas nur gelegentlich mal in
Notfällen einsetzt. Dazu sollten kein extra geschultes Personal und
teure Apparaturen nötig sein.
Eine Flüssigkeit benetzt dann
einen Festkörper, wenn sie auf ihm spreitet, also auseinander läuft.
Ist ihre Oberflächenspannung zu hoch, oder hat der Festkörper eine
zu niedrige, gibt es Risiken für eine nachträgliche Lackierung -
Haftungsschwächen, Nadelstiche oder gar Zusammenkriechen (Stichwort
für physikalisch Interessierte: Zisman-Regel).
Praktisch sind aus meiner Sicht
die Testtinten. Es gibt sie als Satz von Fläschchen mit abgestuften
Einstellungen. So kann man z. B. mit 32 dyn/cm anfangen. Kriecht der
Tropfen zusammen, muss man auf eine Tinte mit geringerem Wert
wechseln. Läuft er breit, ist man zufrieden, oder misst mit einer
höheren weiter.
Jetzt das wichtigste zum Messen:
Meistens wir die Oberflächenspannung einer Flüssigkeit (Testtinte)
durch bestimmte Lösemittel "ermischt". Jede noch so kleine
Verunreinigung kann sie total verfälschen. Also muss man um jeden
Preis vermeiden, dass z. B. ein Pinsel zum Herausnehmen und Auftragen
verwendet und dann wieder in die Flasche zurückgeführt wird. Damit
ist der Rest in der Flasche nicht mehr vertrauenswürdig. Besser sind
hier Tropffläschchen wie bei Nasentropfen. Oder man taucht ein
Wattestäbchen hinein, das man nach dem Test wegwirft.
Verständlicherweise sind diese
Testtinten zwar einfach in der Zusammensetzung, aber wegen des
Reinheitsanspruches höllisch teuer in der Herstellung.
Von Filzschreibern als
Testschreiber rate ich völlig ab. Sie sind schon nach einer
Benutzung nicht mehr vertrauenswürdig, weil sie ja schon
rück-verschmutzt sein können.
Die Oberflächenspannungen von
Festkörpern und von Flüssigkeiten lassen sich nämlich einerseits
von ihrer stofflichen Zusammensetzung erklären (Glasmischung,
Plastikfolie o. ä.). Sie werden andererseits empfindlich von
Verunreinigungen beeinflusst (Farbbestandteile wie Wachse,
Oxidationsprodukte der Stapeltrocknung usw.).
Bei mir ist diese Praxis leider
viele Jahre her, und ich habe kein Gefühl mehr, welche Werte
praxisüblich sind. Hier hoffe ich eure Mithilfe.Wenn man nämlich
einen guten Orientierungswert hat, genügt meist eine Testtinte oder
zwei. Man will ja nur kontrollieren, ob alles klappt, oder ob sich
Probleme hieraus ableiten lassen. Hat jemand hier seriöse
Informationen? Gehen 32 dyn/cm?