Hallo.
Mein Cousin schreibt gerade ein Buch und ist auf der Suche nach einem Anbieter wo er den kompletten Service bekommt. Druck etc und Logistik mit Versand.
Er kennt den Service von Amazon, möchte aber eventuell einen vergleich.
Wer kann mir da weiterhelfen?
Gruß Fiete
Anbieter Buchherstellung + Logistik Versand
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Um einen ernsthaften Rat geben zu können, ist folgendes wichtig zu wissen.
Thema des Buches:
Belletristik, Lyrik, Sachbuch, Fotoband, Zeitgeschehen usw.Vorfinanzierung:
Soll der Hersteller die Buchproduktion vorfinanzieren oder übernimmt dies der Autor?Auflage:
Wie hoch schätzt der Autor die verkaufbare Anzahl Bücher? -
Hallo.
Es handelt sich hierbei um ein Sachbuch/Ratgeber.
Format ist 12,5x19.
Das Buch ist soweit geschrieben. Er sucht jetzt jemanden der es druckt und dann auch den Versand übernimmt. Er möchte sich nicht 1000 stk in den schuppen stellen und einzeln verschicken. Dafür hat er keine Zeit. Daher ist er auf der suche nach einem Anbieter der das alles anbietet. -
Also, ich möchte Fietes Cousin folgende Hinweise geben für seine Buchveröffentlichung.
Als unbekannter Autor wird der Cousin bei einem traditionellen Verlag keine Chance haben, dass diese sein Manuskript annimmt und mit Lektorat, Satz, Druck, Verstand und vor allem auch mit der Buchbewerbung in Vorkasse geht. Wie heisst es stets so oder ähnlich auf den Homepages der Verlage, neue Autoren dürfen gerne Ihre Exposees zur Prüfung einsenden, aber eigentlich sei es in den letzten hundert Jahren noch nie vorgekommen, dass ein Manuskript angenommen worden sei.
Aber da gibt es ja noch die sogenannten "Dienstleistungsverlage" bzw. "Zuschussverlage". Bei diesen Verlagen wird es kein Problem sein, dass das Manuskript des Cousins als nicht veröffentlichungswürdig abgelehnt wird. Mit dem Abschliessen eines Rundumpakets dieser Verlage, vom Lektorat bis hin zum Versand der verkauften Bücher, hat der Autor keine Sorgen mehr. Er hat nur noch auf den Eingang seiner Tantiemen zu warten...
Nun, das Warten dürfte etwas länger dauern.
Wie der Name "Zuschussverlag" bereits besagt, ist das Rundumpaket nicht gratis und muss vom Autor vorfinanziert werden. Nicht nur böse Zungen sagen, dass diese Verlage nämlich nicht das Geschäft mit verkauften Büchern machen, sondern mit den Autoren. Ich weiss von einem Fall aus meiner beratungsresistenten Verwandtschaft, welche damals über 20'000 Euro bei einem solchen Verlag für die Veröffentlichung eines illustrierten Jugendromans bezahlt hat.
An Tantiemen aus dem Verkauf ist nicht null Euro zurückgekommen, sondern null Komma nix. Ein "Zuschussverlag" macht zwar Werbung für seine Bücher auf seiner Homepage, für den Verkaufserfolg ist aber die Bewerbung des Buches mit Rezensionen, Medienartikeln usw. zwingend. Ein seriöser "Zuschussverlag" wird zwar Rezensionsbuchexemplare an die Medienredaktionen versenden, aber wie hat mir doch mal eine Kulturredakteurin eines grossen Medienhauses beschieden, dass Zusendungen von "Zuschussverlagen" unbesehen ins Altpapier gehen.
Und jetzt, was ist Fietes Cousin zu raten, ohne dass er sich auf ein finanzielles Abenteuer einlässt und sein Buch doch veröffentlicht kriegt?
Manchmal sind es kleine lokale Verlage, welche Manuskripte von unbekannten Autoren annehmen und diese auf lokaler Ebene verkaufen. Zum Beispiel "Ortsgeschichte" ist ein gern angenommenes Thema für solch einen Verlag. Ob Cousins Ratgeber jedoch von einem solchen Verlag veröffentlicht würde, kann ich nicht beurteilen.
Für den Anfang empfehle ich Fietes Cousin, mal eine kleine Auflage des Buches selbst mit "Books on demand" herstellen zu lassen. 10 bis 50 Expl. kosten nicht alle Welt. Selbst beworben zum Beispiel in einem Blogg wird dies auch mit grosser Wahrscheinlichkeit die Auflage sein, welche realistischerweise verkaufbar ist.
Aber träumen darf der Cousin allemal, der Herr Rowling der Ratgeber-Bücher zu werden.
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Vielen Dank erstmal für deine Antworten.
Weitergeholfen hat mir das jetzt nicht unbedingt. Ich habe nicht nacht einem Verlag gesucht der ihm das Buch vorfinanziert. Er ist auf der Suche nach einem Anbieter der neben dem Druck auch den Versand etc übernimmt. Es ist auch nicht sein erstes Buch was er veröffentlicht. Er hat sich da nur um alles selbst gekümmert. Dafür hat er keine Zeit mehr und möchte das daher in andere Hände geben.
Er spielt mit dem Gedanken es über KDP zu veröffentlichen. Er würde gerne noch alternativ andere Anbieter vergleichen. Falls ich mich da im Vorfeld falsch ausgedrückt habe, tut es mir leid und ich hoffe das es jetzt verständlich genug ist.
Mit freundlichen GrüßenFiete
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Ja, ich bin in meinem Beitrag von einem Debutautor ausgegangen, eigentlich gilt das Geschriebene aber auch für einen bereits erfahrenen Autoren.
KDP ist auch ein "Dienstleistungsverlag", die Alternative dazu ist jeder andere Geschäftsverlag, welcher bereit ist das Buch ins Verkaufssortiment aufzunehmen. Ob KDP oder ein anderer Verlag, der Cousin erhält damit ein Rundumwohlfühlpaket von der Bestellungsannahme bis zum Versand und dem Inkasso des Buches. Speziell an einer Verlagslösung ist, dass das Buch mit der ISBN-Nummer auf der ganzen Welt gefunden und bestellt werden kann. Der Nachteil dieser Lösung, der Autor erhält für seine Schreibarbeit ein mehr als kümmerliches Salär. Reich werden die Verlage, die allermeisten Autoren verdienen gar kein Geld. Wenn's hochkommt, bekommt der Cousin für 1000 verkaufte Bücher vielleicht 2000 Euro netto und muss dafür das Buch eventuell vorfinanzieren und die Rechte an den Verlag abtreten.
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Hallo. Ich habe immer noch keine konkrete Antwort auf meine Frage bekommen und belasse es dann hiermit.
Danke Cyberfisch für deine ausführlichen Informationen. -
Tut mir leid, Fiete, wenn meine Ausführungen nicht zur eigenen Recherche weiterhelfen konnten. Ist aber auch schwer, eine konkrete Antwort auf eine Allerweltsfrage zu liefern, wenn auch die Antwort auf die Nachfrage wollig bleibt.
Wenn ich Fiete wäre - Pardon: natürlich Fietes Cousin - und auf alle Dienstleistungen, welche ein Verlag erbringt, verzichten könnte, würde ich für den Druck erstmals bei der nächsten Druckerei in der Stadt anfragen. Und für den Versand würde ich den Büroservice in der Nachbarschaft engagieren oder für ein älteres Schulkind einen Mittwochnachmittag-Job einrichten.
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C.H. Beck Nördlingen mit der angrenzenden NV Nördlinger Verlagsauslieferung?
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Er sucht jetzt jemanden der es druckt und dann auch den Versand übernimmt. Er möchte sich nicht 1000 stk in den schuppen stellen und einzeln verschicken.
Cyberfisch hast du das gelesen? Er will nicht 2-3 Europaletten bei sich zu Hause, oder in der Nachbarschaft rum stehen haben. Über den Schüler Job könnte man ja vielleicht diskutieren, wobei ich nicht denke, dass das wirklich lohnend ist. Wenn da ein Buch pro Woche oder von mir aus auch 10 versendet werden. Er sucht einen Anbieter der das macht. Von der ganzen Finanzierung des Projektes war nie die Rede. War doch eigentlich eine einfache Frage.
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C.H. Beck Nördlingen mit der angrenzenden NV Nördlinger Verlagsauslieferung?
Vielen Dank für den Hinweis. Gebe ich mal so weiter.
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Cyberfisch hast du das gelesen? Er will nicht 2-3 Europaletten bei sich zu Hause, oder in der Nachbarschaft rum stehen haben. Über den Schüler Job könnte man ja vielleicht diskutieren, wobei ich nicht denke, dass das wirklich lohnend ist. Wenn da ein Buch pro Woche oder von mir aus auch 10 versendet werden. Er sucht einen Anbieter der das macht. Von der ganzen Finanzierung des Projektes war nie die Rede. War doch eigentlich eine einfache Frage.
Schau, Karsten, bei uns im Grafischen gibt es immer eine technische Seite, um ein Problem zu lösen. Daneben gibt es aber auch die kaufmännische Seite, die bestimmt, wie ein Problem anzugehen ist. Bücher schreiben ist schon schwer genug, Bücher verkaufen aber noch schwieriger und von seinem Geschriebenen schlussendlich noch etwas im Portemonnaie zu spüren, ist schier unmöglich. Ich sehe es für mich als Ratgeber in einem öffentlichen Forum als Sorgfaltspflicht an, nicht gegen besseres Wissen einen Rat zu erteilen, sondern wenn nötig den technischen mit dem kaufmännischen Wegzeig zu verbinden.
Ob der Fragesteller aus meiner Antwort eine Essenz herausfiltern kann, ist das eine. Das andere ist, dass zum Beispiel ein Forumsgast aus meiner Antwort keine falschen Schlüsse zieht, sondern Argumente erhält, mit denen er beurteilen kann, ob er sich mit dem Veröffentlichen seines Buches im besten Fall auf ein illusorisches Abenteuer einlassen will.
...und wenn ich jetzt ZeroMakeRedys Rat mit dem Verlagsauslieferer mit deinem Beitrag hier verbinde, ist auch dieser Rat ohne genauere Kenntnis von Cousins Projekt nicht ohne Zweifel. Bei 1 bis 10 auszuliefernden Büchern pro Woche wird der Verlagsauslieferer nach 1 bis 2 Jahren die Auslieferung stoppen und die Bücher gegen Verrechnung des Aufwandes zurückgeben. Der Keller lässt grüssen...
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Ich glaube für solche Produkte ist Amazon der Platzhirsch, gerade werden alle Logikzentren mit Print on demand umgerüstet.Da gibt es dann kein Lager mehr und jedes Exemplar wird frisch gedruckt.