Zaiko Liquidation

  • Zaikio wird liquidiert
    Das deutsche Softwareunternehmen Zaikio, das angetreten ist, einen nahtlosen Datenaustausch zwischen den unterschiedlichsten Playern in der Druckindustrie zu…
    www.print.de


    Hat das jemand von Euch?!


    Ich habe mir damals die Präsentation beim DD angesehen. Mißtrauisch werde ich immer, wenn junge, dynamische Menschen, ohne Ahnung aus der Druckbranche, mit Worthülsen um sich werfen und glauben, besser zu sein als alle anderen...


    Der Vergleich zu einer Unternehmensberatung drängt sich hier bei mir auf...

  • Relativ früh eine Demo dazu angesehen, da hießen die noch nicht Zaikio und es war noch "nur" ein MIS.

    Das sah alles nett aus, aber sehr oberflächlich und man konnte ganz viele Dinge gar nicht darstellen / kalkulieren.


    Im Nachhinein bin ich froh, nicht in diese zwanghaften Cloudlösungen investiert zu haben.

    Die Heidelberger werden nun schon schauen, was sie den bisherigen Kunden so weiter anbieten werden. Günstiger wirds bestimmt nicht ;).

  • Immer langsam: Es handelt sich nicht um eine Insolvenz, sondern um eine "geordnete" Liquidation. Sprich: Da wird jetzt nichts übereilt verwertet und dichtgemacht, sondern in Ruhe neu sortiert.

    Wir setzten das Keyline-MIS ein, und ich bin zuversichtlich, dass wir das auch in Zukunft tun werden.

    Andere Baustelle ist dieses Zaikio-"Ökosystem", das die ganze Branche vernetzen wollte. Das war wohl nicht so die große Nummer, wie man sich das in Heidelberg ausgemalt hatte.


    Gebt denen doch einfach erstmal Zeit. Bevor da nicht in trockenen Tüchern ist, wie das in Zukunft weitergeht, wird da auch keiner ein offizielles Statement zu abgeben.

    Aber ohne genau zu wissen um was es geht erstmal draufhauen ist wohl gerade in Mode bei Euch "jungen, dynamische Menschen" ;)

  • "Es handelt sich nicht um eine Insolvenz, sondern um eine "geordnete" Liquidation."


    So kann man das natürlich auch sehen - oder wie unser Wirtschaftsminister sagte:


    "Dann sind die nicht insolvent automatisch, aber sie hören vielleicht auf zu verkaufen"


    Ich denke, ein Minus im operativen Geschäft von April 2020 bis März 2021 von rund 1,4 Millionen und von April 2021 bis März 2022 von rund 3,4 Millionen - bei einer Softwarebude - spricht eine deutliche Sprache. Die Zahlen von April 2022 bis März 2023 werden noch schlimmer sein, sonst hätte Heidelberg nicht die Reißleine gezogen.

  • Immer langsam: Es handelt sich nicht um eine Insolvenz, sondern um eine "geordnete" Liquidation.

    Ich gebe Butzenfänger Recht:


    Insolvenz = Zahlungsunfähigkeit

    Liquidation = Verflüssigung


    Bei einer Insolvenz hat der Betrieb über sein Schicksal nicht mehr zu bestimmen, der Nachlassverwalters bestimmt, wie der Betrieb liquidiert wird oder ob eine Nachfolgelösung gesucht werden kann.


    Die geordnete Liquidation (Betriebsschliessung) wird vom Betrieb bestimmt. Der Betrieb kann bestimmen, welche Betriebsteile wem zu welchem Preis verkauft werden. Solange der Betrieb nicht Insolvent wird, ist der Betrieb in seinem Handeln im Prinzip frei.

  • Robert Kleist

    Hat den Titel des Themas von „Zaiko Insolvenz“ zu „Zaiko Liquidation“ geändert.
  • Für mich geht die Diskussion in die Richtung "Haarspalterei" - aber wenn es das Forum belebt...


    Noch einmal:


    April 2020 bis März 2021: minus von rund 1,4 Millionen EUR

    April 2021 bis März 2022: minus von rund 3,4 Millionen EUR

    April 2022 bis März 2023: ??!

    April 2023 bis März 2024: ??!


    Jeder kann sich die fehlenden Ergebnisse linear skalieren...


    Und das bei einem Softwarunternehmen ohne Produktionsmittel wie Druckmaschinen.


    Die Meldung mit der Liquidation erfolgt direkt an das Ende des GJ 2023/2024...

    Einmal editiert, zuletzt von Robert Kleist () aus folgendem Grund: Vermutung nicht ausdrücklich als solche formuliert.

  • Lieber Robert Kleist, so sehr ich deine Beiträge hier im Forum schätze, was du in diesem Thread in die Tasten haust, ist wohl kaum das Gelbe vom Ei. (Ist auch für eine in Liquidation befindende Firma rufschädigend, sie in die Nähe von Insolvenz zu rücken.)


    Fehlende Umsätze sind nicht kausal verbunden mit Pleite. Elton Musk machts vor mit seinen diversen Firmen, wie Goodwill und neu gezeichnetes Aktiengeld eine Firma auch florieren lassen kann. Oder Startups? Da vergehen im Hightech-Forschungsbereich manchmal Jahre bis das erste Geld verdient wird.


    Ich kenne ZAIKIO nicht, wusste nicht einmal, dass diese in Heidelberg-Software zu finden ist. Aber Heidelberg wird ein Interesse an einer geordneten Schliessung haben, vielleicht mit Lizenzübernahme. Für Heidelberg wäre im Konkursfall fatal, wenn die verwendete Software an die meistbietende Konkurrenz verscherbelt würde. Wow, was für eine Vorstellung,..

  • Cyberfisch


    Danke für Deinen Beitrag.


    Lass uns alles persönliche weglassen und eng an den Fakten des Falls bleiben. Da helfen aus meiner Sicht Beispiele von anderen Branchen nicht weiter.


    Ich habe meinen letzten Satz mit der möglichen Vermutung geändert. War vielleicht zu hart formuliert.


    Wir werden in absehbarer Zeit wieder das Thema in einer Schlagzeile der Fachpresse finden, davon bin ich überzeugt.

  • Lieber Robert Kleist, so sehr ich deine Beiträge hier im Forum schätze, was du in diesem Thread in die Tasten haust, ist wohl kaum das Gelbe vom Ei. (Ist auch für eine in Liquidation befindende Firma rufschädigend, sie in die Nähe von Insolvenz zu rücken.)


    Fehlende Umsätze sind nicht kausal verbunden mit Pleite. Elton Musk machts vor mit seinen diversen Firmen, wie Goodwill und neu gezeichnetes Aktiengeld eine Firma auch florieren lassen kann. Oder Startups? Da vergehen im Hightech-Forschungsbereich manchmal Jahre bis das erste Geld verdient wird.


    Ich kenne ZAIKIO nicht, wusste nicht einmal, dass diese in Heidelberg-Software zu finden ist. Aber Heidelberg wird ein Interesse an einer geordneten Schliessung haben, vielleicht mit Lizenzübernahme. Für Heidelberg wäre im Konkursfall fatal, wenn die verwendete Software an die meistbietende Konkurrenz verscherbelt würde. Wow, was für eine Vorstellung,..

    Man könnte es ja auch anders rum sehen:

    Steht kein Investor dahinter, der das Geld rein buttert, hieße es vielleicht schon viel früher _nicht_ "Liquidation" ;)

  • Ohne viel zu dem Thema der Liquidation sagen zu können, ich denke da werden alle die Stellungnahmen der Verantwortlichen abwarten müssen, bleibt der Ansatz ein legitimer und interessanter Ansatz. Das MIS wirkte für mich in den Tests zu wenig auf Offsetdruck ausgelegt, sie kommen ja auch ursprünglich aus dem Digitaldruck. Mir wurde aber gesagt, dass man viel über die Produktbeschreibung und einen Connector hätte in XJDF/JDF "umschreiben" lassen können, um das ganze dann auch in die Vorstufe/die Produktion übertragen zu können.


    Den Zaikio-Gedanken fand ich gut, denn an guten funktionierenden Schnittstellen mangelt es in vielen Druckereien. Alles in Eigenregie zu programmieren überfordert einen Großteil der Akteure. Vielleicht war das Projekt aber doch zu groß, zu früh, oder durch die Beteiligung von Heidelberg als nicht neutrale Partei doch von Anfang an zum Scheitern verurteilt.


    Ich wünsche allen, die mit Keyline unterwegs sind, eine möglichst reibungslose Übernahme durch einen anderen Geldgeber.