• Hallo an alle,
    wer von euch, hat Erfahrungen beim Drucken mit Spiegelfolie im Offsetdruck?
    Statische Aufladung:
    -Papierlauf
    -Auslage
    Hybrite-Farben oder UV-Farben:
    -kratzfestigkeit
    -Schutzlack
    -Trocknung
    Einrichten auf Papier:
    -Fetzen auf Gummituch bei UV-Farben (haben zu viel "zug" drauf)
    UV-Deckweiß:
    Messtechnisch überhaupt möglich?


    ok, erstmal genug Gesichtspunkte, wär super, wenn sich noch jemand damit auskennt und antwortet...

  • Spiegelfolien habe ich selbst noch nicht bedruckt. Nur Chromolux mit Spiegelobefläsche.
    Aber das ist bei der Sorte Chromolux auch nur aufgepresste Folie. Ich habe es bislang immer
    mit Standart Farben von Hartmann gedruckt da wir leider keine UV Maschine haben. Muss aber
    sagen es geht. Auf jeden Fall sehr gut Pudern, Secator F oder anderen Trockenstoff benutzen.
    Wobei in dem Fall ist Secator F nach meinen Testfasen das Beste. In kleinen Stößen absetzen,
    falls ein IR Trockner vorhanden ist etwas wärmer als normal einstellen. Wenn du Lack nur auf
    Grund der Scheuerfestigkeit machen möchtest. Wäre Überdruck vielleicht sogar besser von Hartmann.
    :biggrins:

  • Ach ja und die Blasluft nur so viel wie nötig einstellen. Am besten ausschalten oder nur in der mitte des Bogens mit minimaler Blasluft in der Auslage fahren wenn du so etwas dünnes druckst. Seitlichen Anschläge abstellen und lieber mehr mit Bogenbremse und Greiferöffnungskurve arbeiten. Natürlich kannst du dabei die Karre nicht auf 15000 rollen lassen :kltschen: 5000-6000 Druck pro Stunde wäre das Beste, dauert nur etwas länger ;o)

  • Ja genau, mit Spiegelfolie mein´ ich einseitig aufkaschierte Silberfolie! Wir haben jedes Mal imense Probleme, bei Trägermaterialien die zu glatt gestrichen sind. Die statische Aufladung ist so enorm, dass die Folie nicht mal vom Anleger weg kommt. Wenn das der Fall war, mussten wir schon 2 Mal die Folie austauschen lassen und durch anderes Trägermaterial ersetzten. Das kostet echt ein schweine Geld!
    Ansonsten, allgemein hat man mit Spiegelfolie eine schlechte Auslage. Da hilft es nur, einen Bogen (60g/m²) auf das letzte Ende des Bogenleitbleches zu kleben, kurz bevor der Bogen in die Auslage fällt. So bekommt man eine gute Auslage zustande! Mit konventioneller Farbe auf Spiegelfolie? Uff, da kann man die Farbe doch ohne weiteres runterkratzen, oder? Die Druckfabre kann doch überhaupt nicht wegschlagen und somit ins Papier eindringen, sie liegt doch nur auf der Oberfläch und verbindet sich nicht mit dem Bedruckstoff, oder?
    Naja, bei spiegelfolie Pudern kann man fast vergessen, da man auf jedem Bogen jedes Korn sehen kann! Allgemein bei UV und Hybrite sollte man nicht Pudern, die UV-Trocknung funktioniert so gut, dass die Bogen sich nicht verbingen können! Naja, auf jeden Fall ist´s schon interessant, mit solch speziellen Bedruckstoffen zu arbeiten. Bringt dem Betrieb auch nen Haufen knack, wenns funktioniert :-)

  • Na Überdruckpaste wäre ja dann zusätzlich ein Auftrag auf die Folie, die trocknen müsste und sich nicht so leicht mit Papier verbindet! Dispo-Lack wäre viel schneller trocken und hällt wunderbar darauf! Thermoluft und IR-Trockner benutzen und der Bogen ist in der Auslage trocken und kratzfest!

  • Ich habe leider kein Dispersionslackwerk auf Arbeit und dennoch haben wir sehr viele solcher Spezialpapiere zu bearbeiten. Gerade weil wir uns abgestzt haben vom Markt. Da man mit Standart Drucksachen heute kaum mehr gutes Geld verdienen kann auf Grund der vielen Dumping bzw. Internet Druckerein. Auch wenn der Schein dort oftmals trügt und sie gar nicht so billig sind wie sie oft anpreisen. Meißt werden sogar die Drucform seperat abgerechnet und jede Menge Zusatzkosten. Vergleichbar mit den Billigflugtickets. Nun aber mal zum Thema zurück. Wegschlagen kann das schon es dauert etwas länger. Man sollte auf glatten Oberflächen wie Chromolux die Drucksachen 1-2 Tage liegen lassen dann sind sie fähig für die Weiterverarbeitung. Es kommt auch immer auf die gesamten Umstände an. Überdruck ist speziell dafür gedacht. Da es auf guten Material schnell wegschlägt. Besonders die Kratzfestigkeit wird sehr stark erhöht. Was bei normalen Lack oftmals nicht gegeben ist. Durch Sekator F beschleunigst du die Trocknung und Scheuerfestigkeit enorm. Sekator F ist gerade für diese Art von Drucksachen ausgelegt damit die Farbe auf glatten Material gut wegschlagen kann. Zu dem Problem mit der statischen Aufladung... habt ihr keine Antistatik Bläser (Ionenbläser) ... Manchmal kann ein Antistatik Spray schnelle abhilfe bringen. Was auch gut funktioniert wenn du den Stapelblock mit einem leicht feuchten Schwamm abwichst. An was für einer maschine produzierst du diese Sachen??? :biggrins:

  • Pudern geht eigentlich ganz gut auf Spiegelfolie ohne das man es sieht. Vielleicht mal Spaltmaß verringern auf 1-1,5 und dafür 99% fahren. Ich bin mit Puder sehr verwöhnt auf Arbeit. Da ich nur Eurosil Gold von Druck Chemie verwende. Es ist ein absolutes Spitzenprodukt... Ich habe so viele getestet aber mit mega weitem Abstand war dass das Beste Produkt. Aber es ist auch verdammt teuer... liegt wohl am Namen Eurosil Gold :totlach: Aber besonders in diesem Fall ist es echt genial... oder auch für den Widerdruck.. da es sich fast nicht auf dem Gummituch ablagert. Es ist zwar auch schweine teuer aber man verbraucht auch viel weniger...

  • Ich habe sehr viel von der Spiegelfolie, wir nannten sie "Silberfolie" bedruckt. Es war ein elendiges herantasten. :rain:
    Wir hatten weder Dispersionslackwerk, noch UV. Alles konventioneller Offsetdruck.
    Heute wird das Zeug exclusiv von der Papier Union vertrieben, vor einigen Jahren haben wir es noch direkt vom Hersteller bekommen:


    Hier mal meine Erfahrungen:
    Wir haben die Bogen vorher ringsum glatt beschnitten, da vom kaschieren die Ränder häufig zusammengeklebt waren (ich weiß natürlich nicht, wie die Bogen aussehen wenn sie von der PU kommen, und ob das dann noch nötig ist.) Beim Schneiden die Bogen schon best möglich lüften.
    Wenn die Auflage nicht zu hoch ist, ist es extrem hilfreich und für die Qualität von großem Nutzen, wenn man die Bogen vorher blanco durch die Maschine laufen lässt.


    Zum bedrucken ohne Trockner etc eignet sich am besten Folienfarbe. Konventionelle Druckfarbe benötigt 14 Tage zum Trocknen und lässt sich leicht weg rubbeln.


    Die Feuchtung muss extrem weit runter gefahren werden, jeder Stopper bringt massive Wasserfahnen mit sich, es dauert lange bis Farb/Wasser wieder stabil ist.


    Wir haben auf Papier eingerichtet und gemessen und dann laufen lassen...Eine Messung ist auf dem Zeug nicht möglich. Sehr hilfreich ist, wenn man beim Vorstapeln alle 500-800 Bogen (höher sollte der Auslagestapel nicht werden)etwas Blankopapier einsetzt, so das man ein Teil der Blankos nachmessen kann und wieder Anläufer hat.


    An der Anlage und der Auslage ist jedesmal Tüfteln angesagt...wenn´s heute prima läuft, sieht die Welt beim nächsten mal völlig anders aus. :confused:


    Unterm Strich ist das Zeug so angenehm wie Zahnschmerzen :angry: . Wünsche allen Leidengenossen viel spass damit :thumbdown:

  • Hallo CoreDaylie! Bin beim Stöbern im Forum zufällig auf diesen Thread gestoßen und wenn auch knapp 11 Jahre zu spät, hier meine Erfahrungen zu dem Thema: Am sichersten lässt sich solch ein Material wirklich nur im konventionellen UV oder LED-UV bedrucken, hier ist die Farbe sofort trocken und die höchste Planbarkeit des Druckjobs gegeben. Dispersionslack bringt hier wenig und setzt zusätzlich den Spiegeleffekt der Folie herab. In meinem Fall handelte es sich damals um den DVD-Schuber 7 Zwerge, der Wald ist nicht genug und wurde auf Mirriboard der Firma Kohlschein gedruckt. Beste Grüße, Olaf.

    Praxis ist: Wenn alles funzt und keiner weiß warum! Theorie ist: Wenn man alles weiß und nichts funzt! Ich habe beides vereint!!!! Wenn nichts funzt und keiner weiß warum:/