Frage 164, Farbenraum und Papier 1

  • Wie verändert sich der wiedergebbare Farbenraum im Skalen-Offsetdruck, wenn wir von einem weißen auf ein graues Papier wechseln?


    Meine Antwort:

  • Einfachstes Beispiel ist das XM Raster was einen höheren Farbraum wiedergibt . Selbstverständlich gibt es dann noch Methoden den Farbraum zu vergrössern indem man zusätzliche Farben mitdruckt die im 4c defizite haben. Grün und Orangetöne als Beispiel. Norbert mal fragen der hat kurzfristig mit so einem System gearbeitet.

  • Hallo Schubbeduster,


    na klar hast du recht. Mal abgesehen von einem glatteren und weißeren Papier kann man auf viele Weisen hier eingreifen.

    Ein feinerer Raster hat mehr Grenzlinie zwischen bedruckten und unbedruckten Partien. Damit führt er zu erhöhtem Lichtfang und ermöglicht damit zusätzliche, reinere Farbtöne. Das kann ein 12Oer anstelle des 80er Rasters sein. Die meisten oder alle FM-Raster sind ebenfalls Feinraster. Damit kommen sicher auch alle Hybridraster (ha ha ha, s. letzte Quizfrage) infrage.


    Verändern wir die Buntfarben im Skalensatz, ergeben sich deutliche Zugewinne. Das kann schon durch stärkere Pigmentierung der drei Skalenbuntfarben sein:

    Nova Space von K&E (jetzt SUN),

    Aniva von Epple,

    hicos von Huber,

    high end von Sun und

    high body von Jännicke & Schneemann.


    Es gibt auch den Zusatz weiterer Buntfarben und zusätzlich Umpigmentierung bei

    Heidelberg,

    Hexachrome von Pantone,

    FMsix von M.Y.PrinTech in NL,

    Opaltone aus USA,

    ederMCS von eder,

    spotless von Kodak,

    MIPP von Pantone zusammen mit Eckart-Werke,

    FMsix,

    ecp von Huber und

    Krysalid von Sicpa.

    Die Liste ist schon ein bisschen alt, und nicht alle werden überlebt haben. Wahrscheinlich gibt es auch noch weitere wie das von Küppers mit 7 Farben, das das UCR-System nutzte. Mit Sicherheit hat sich auch schon Brunner mit so etwas beschäftigt.


    Im Feinbau verbessert ein Farbe-Papier-Kombi ebenfalls, wenn es signifikant niedrigere Tonwertzunahmen bringt. Damit ist u. a. auch der wasserlose Offsetdruck abgesprochen.


    Theoretisch gibt der Tiefdruck mit geätzter Form auch den Farbenraum besser wieder, weil er tiefenvariabel ist und die reineren Farbtöne erreicht, die wir durch unsere Flächenvariabilität schlachten.


    Mal sehen, wem noch etwas einfällt; das Thema kann viel hergeben. Ob es wirtschaftlich etwas bringt, ist oft sicher sehr unsicher. Ich erinnere mich, dass es einmal Mode war, japanische Skalenfarben einzusetzen, weil die die kalten Töne zwischen Cyan und Magenta reiner brachten als unsere europäischen. Das ist verschwunden. In unserem Kulturbereich sind warme Töne um das Rot herum für die Werbung viel wichtiger als Violetts.


    Übrigens profitieren beileibe nicht alle Druckarbeiten von diesen „Hi Fi“ – Systemen. Bei wenig Farbabnahme gibt es eher Emulgiertests als brillante Ergebnisse.


    Viele Grüße & ciao

    Inkman

  • Da stimme ich Dir zu Inkman. Technisch möglich ist eine Menge ob es praktikabel ist steht auf einem anderen Blatt.

    Kann nach 30 Jahren als Drucker sagen das ich noch nie einen erweiterten Farbraum brauchte.

    Worum geht es dabei?

    Der Gedanke weitere Farben in einem 4c gedruckten Bild darzustellen ist abwegig. Braucht keiner . Höhere Detailwiedergabe ist da eher angesagt. Meißt geht es doch eher darum ein Firmenlogo zu reproduzieren und da ist die gute alte Schmuckfarbe immernoch die einzig wahre Methode.

    Bei meiner Recherche (ich werde den Namen nicht nennen ) bin ich über eine Methode gestolpert die verspricht 90% aller Pantone Töne zu treffen . Ohne weiter nachzuforschen wette ich das ich bei 4 Versuchen garantiert 2 Töne aus dem Fächer finde die sie nicht treffen ;-)
    ( bin so fair Metallic und Tagesleucht garnicht erst anzusprechen)

    Aber spinnen wir den Gedanken mal weiter irgendwelche Farbtöne eines erweiterten Farbraums exakt zu treffen. Da bin ich mal gespannt wie das unter produktionsbedingungen klappen soll bei den normalen Abweichungen . Da ist die Reklamation doch Programm.


    Danke aber für das Quiz und freue mich schon auf das nächste.

  • Hallo Schubbeduster,


    ich rate auch schon, welches Sechsfarben-System du meinst.

    Bei alledem muss man noch bedenken, dass diese Skalenfarben preislich Sonderfarben sein müssen, weil sie nie in Masse produziert werden. Also immer brav über den Walzenstuhl. Das kann mit der Sicherheit in der Herstellung und dem Wasserverhalten gestandener Skalenfarben nie konkurrieren.

    Aber es wirbt sich so schön damit.


    Viele Grüße & ciao

    Inkman

  • Hallo Rockshow4u,


    ich denke da eher an Pantone Hexachrome, weil es damit beworben wurde, 90% aller Fächertöne gut genug zu treffen. Ich kann dir mal morgen heraussuchen, welche Systeme zu deiner Frage passen. Den Deutschen Drucker habe ich nicht mehr abboniert, weil ohne echte Verbindung zur Praxis meist keiner ahnt, was nur Werbung ist und was auch einen fachlichen Kern enthält.


    Viele Grüße & ciao

    Inkman