Beiträge von inkman

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    Hallo Boston Presse,


    da muss ich doch mal einsprechen. Mein Modell betrifft gerade den Druck auf einen weißen Bedruckstoff wie Papier. Das nennt sich auch "optische Dichte" bei uns, nur eben im Auflicht gemessen.


    Was bedeutet bitte, der "Farbton" erhöhe sich?


    Wenn man eine Reihe von Andrucken mit steigenden Schichtdicken anschaut oder misst, verändert sich nicht nur die Intensität des Farbeindruckes, sondern auch der Farbton. Magenta wird gelbstichiger und dunkler in unserer Sprache. Dabei kann man auch umgangssprachlich sagen, es strebe Richtung Braun. Das meine ich mit Verschwärzlichung. Auch messtechnisch kann man das verfolgen.


    Wenn eine Farbschicht ideal lasierend ist und unendlich dick, kommt kein Licht mehr durch, sei es im Auflicht über Weiß oder im Durchlicht. Das meine ich mit Schwarz.

    In der geöffneten Farbdose würdest du bei perfekter Lasur die Farbe der Doseninnenwand sehen. Den Fall haben wir aber in der Praxis nicht. Also sehen wir den Farbton der Farbe mehr oder weniger hell - je nach Resten von Streukraft.

    Deshalb ist ein hochlasierendes Gelb in der Dose auch eher oliv, ein leicht deckendes leuchtend gelb.


    Verstehe mich bitte nicht falsch: Ich freue mich, wenn jemand einspricht, weil er das zeigt, was vielleicht andere auch meinen - die sich nur nicht trauen.


    Acid Green hat Recht: Das Diagramm zeigt eine Art Endwert, der irgendwo einmal bei hohen Schichtdicken zu kommen scheint. Hier ist einfach unsere Messtechnik begrenzt, weil irgendwann mit immer weniger Licht kein Messsignal mehr registriert wird. Das sieht dann so asymptotisch aus. Hier war meine Idee mit Dichte 4 schon sehr optimistisch. Ich habe dies aber ehrlich auch nie ausgelotet, weil es mir für die Praxis belanglos erscheint.


    Viele Grüße & ciao

    Inkman

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    Was unterscheidet die Begriffe farblos, farbig, bunt, unbunt, in unserer Drucktechnik?

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    Boston Presse hat natürlich recht: Nicht mal in der Praxis sagt man "trocknen" zu der Verfestigung von Pudertonern. Bei Flüssigtonern kenne ich mich nicht aus, weil ich mit dieser Praxis wenig Berührung hatte. Aber in so vielen Fällen sagen wir in der Praxis "trocknen" und meinen eine Verfestigung und Fixierung (deutsch: Verankerung auf dem Bedruckstoff). Deshalb habe ich mal die Verfestigungsarten zusammengestellt, die ich in unserem Fach kenne. Das sind schon recht viele, und sie unterscheiden sich immer grundlegend voneinander. Dadurch haben sie meist ganz unterschiedliche Ansprüche und Stärken.

    Wenn man umgangssprachlich die Vorgänge als Trocknung bezeichnet, bei denen flüssige Druckmedien nachher fest sind und auf dem Bedruckstoff haften biete ich hier an:


    die oxidative Verfilmung,

    die Strahlenhärtung (UV oder Elektronenstrahl),

    die thermisch induzierte Vernetzung (durch Wärme bei Sprungtemperatur),

    die Ausfällung wasserunlöslicher Harzsäuren (Dispersionbindemittel),

    die Koagulation (auch Dispersionen, Verfilzung fadenförmiger Bindemittelmoleküle),

    sämtliche Vernetzungsmechanismen (2-Komponentensysteme),

    das Erstarren von Schmelzen und

    die vermutlich inzwischen ausrangierten Typen „steam set“ und „moisture set“.


    Echte Trocknungsmechanismen sind nach meiner Meinung die Verdunstung und das Wegschlagen von Wasser und notfalls auch die von organischen Lösemitteln. Dort verlässt eine Flüssigkeit den Farbfilm. Das ist wie nach der Dusche, nur ohne Handtuch.

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    Früher war ich nur skeptisch bei solchen Fragen, s. a. Frage 62. Auch heute darf man die Ausdrücke nicht wörtlich nehmen, weil sie dann in der industriellen Technik Unsinn sind.

    Andererseits müssen wir in unserer Welt die Kommunikation so fassen, dass sie von den Zielgruppen verstanden wird. Das bedeutet "kurz und einfach". Gerade während der Corona - Pandemie hat sich gezeigt, dass viele Menschen, auch Journalisten, Politiker und manchmal einige Fachleute selbst die genaue fachliche Darstellung nicht verstehen. Dann hilft sie denen auch nicht.


    Wir sehen uns zurzeit in einem Spannungsfeld zwischen technischen und wirtschaftlichen Anforderungen und dem Problem, dass wir unübersehbar unsere Welt schädigen, ja in Tendenzen zugrunde richten. Da wird es immer wichtiger, die Botschaften, die zur Verbesserung unseres Verhaltens führen, griffig, also verdaubar für die Allgemeinheit zu verpacken.


    Ich nehme mal die Darstellung der BVDM Klimainitiative hier als Beispiel. Man bezeichnet Drucke als umweltfreundlich und klimafreundlich, naja. Aber es wird deutlich erklärt, wie man das verstanden haben will. Dort werden für die aus empirischen Daten entnommenen Schädigungen an Umwelt und Klima aufgerechnet gegen organisierte Aktionen zur "Klimarettung". Der Käufer einer Druckware finanziert also in einem definierten Maß anerkannt klimafreundliche Maßnahmen. Das ist ein Kompromiss, den ich für sehr verantwortlich halte. Und damit ist "Umweltfreundlichkeit" nicht nur zum Werbeargument geworden, sondern hat einen messbaren Inhalt.


    Wir sind es jabereits von der Fachsprache gewöhnt, dass ein Wort keine universelle Bedeutung hat, sondern in wichtigen Gebrauchsfällen klar definiert werden muss. Das sehe ich hier so umgesetzt.

    Hallo Henrik,


    die Vereinbarung von Sonderfarb-Tönen ist fachlich durchaus ein anspruchsvolles Thema. Man sollte sich nicht mit ein paar Ausdrücken abfertigen oder ins Bockshorn jagen lassen. Schubbedusters Darstellung gibt einen sehr modernen und praktischen Anhalt.


    Remissionskurven sind Mess-Hilfsmittel auf dem Wege zu irgendeiner der Methoden, die man extra vereinbaren muss, wenn sie gültig sein soll. Keiner kann in Fällen, die nicht ganz simpel sind, aus zwei Remissionskurven ableiten, ob ein gewünschter Farbton halbwegs genau erkennbar getroffen ist.

    Remissionskurven gelten übrigens auch immer nur für definierte Messbedingungen wie Lichtart, Messwinkel usw. Sie sind durchaus kein absolutes und unbestechliches Maß.

    Das Stichwort Metamerie ist hier wichtig, wie du sagst. Hier im Forum gibt es ein paar interessante Beiträge, die das Thema verstehen helfen.


    Eine Angabe des Farbtons nach einem aktuellen Fächer oder CMYK-Wert ist für die Praxis ein funktionierender, seriöser Weg. Wenn es schärfer sein soll, muss der Auftraggeber akzeptieren, dass es teurer wird und je nach Anspruch fachmännisch wählen.

    Ein Heimwerkermarkt kann mit "Reflexblau" auf LWC- oder SC-Papier sicher gut leben. Notfalls sagt er PANTONE U oder C dazu. Mars oder Camel dagegen werden weder eine Packung, noch eine Anzeige ohne eine professionelle Vorgabe der Farbtöne und -toleranzen akzeptieren.

    Und viele liegen dazwischen - je nach vertretbarem Aufwand.


    Kannst du hiermit etwas anfangen?

    Viele Grüße & ciao

    Inkman

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    Für spezielle technische Anwendungen existieren noch eine Fülle anderer Digitaldruckverfahren. Das Handbuch für Printmedien erklärt viele davon.In der Ionografie bebildern Ionenquellen eine Bildträgertrommel. Es werden Pudertoner verdruckt.

    In der Magnetografie werden magnetische Ladungen auf dem Bildträger benutzt, um spezielle Pudertoner zu übertragen.

    In der Thermografie finden sich Thermotransfer und Thermosublimation. Beim Thermotransfer wird von einem bahnen- oder blattförmigen Farbträger Farbmaterial durch Heizköpfe auf ein darunterliegendes Substrat „hinüber gebügelt“. Die Thermosublimation benutzt dagegen spezielle Farbmittel, die durch Erhitzen dampfförmig werden und sich auf dem kalten Bedruckstoff dann niederschlagen.

    In der Elektrografie wird speziell beschichtetes Papier elektrisch aufgeladen, damit es den Flüssigtoner im Kontakt dort annehmen kann.

    In der Fotografie als Digitaldruckverfahren belichtet man impulsgesteuert mit Lasern Fotopapier und entwickelt es dann. So werden weit verbreitet z. B. Digitalfotos gedruckt.


    Lasermarkierung

    Man kann mit Laserstrahlen blitzschnell vor Verpackungen oder Etiketten die oberste Farbschicht wegbrennen. Dadurch entstehen Markierungen, z. B. das Verfallsdatum. Einstmals sehr weit verbreitet, ist diese Technik nun wohl abgelöst von Ink Jet Techniken. Der Laserbeschuss hatte beim Zerspratzen der oberen Schicht teilverbrannte Reaktionsprodukte emittiert, die gesundheitlich bedenklich sein konnten.

    b, mit Flüssigtinten mechanisch (piezoelektrisch)

    Der piezoelektrische Effekt tritt auf, wenn man an einen geeigneten Kristall eine Spannung anlegt und der sich dadurch verformt. Er wird z. B. in Quarzuhren angewendet. In einer Ink-Jet-Kapsel kann man ihn einsetzen, um den Energiestoß auszuüben, der das Tintentröpfchen aus der Kammer presst.

    Auch hier hilft die Oberflächenspannung der Tinte wieder, die Kammer neu zu füllen und nicht rückwärts Luft einzuziehen.

    Geläufig ist uns dieses Prinzip bei Computerdruckern von z. B. Epson und Brother. Zahlreiche industrielle Anwendungen, z. B. Continuous Ink Jets nutzen das piezoelektrische Prinzip.


    c, mit Festtinten, die im Drucker geschmolzen werden

    Unter dem Markennamen Phaser vertrieb Xerox Drucker, in denen wachsartige Farbstifte geschmolzen und tropfenweise auf einen Sammelzylinder übertragen wurden. Dieser übergab sie unter gemäßigter Wärme an den Bedruckstoff. Man erkennt solche Drucke, wenn man sie erhitzt und die Druckpunkte etwas verlaufen und farbtiefer werden.

    Ethanol schneller verdunstet als IPA

    Da muss ich mal suchen, ob ich Dampfdruck und Verdunstungswärmen finde. Daraus könnte man es folgern.

    Oder man gibt von jedem eine genau gleich große Probe auf Teller bei exakt gleicher Temperatur. Dann kann mann ´s auswiegen oder sehen.


    Schon gefunden bei Wikipedia: Ethanol hat 58 hPa bei 20 °C, IPA 42,6 hPa. Das bedeutet, dass Ethanol schneller verdunstet. Ist auch plausibel, weil es das kleinere Molekül hat.

    Hallo Hein,


    es wundert mich, dass niemand aus der Praxis antwortet. Ethanol geht natürlich rein funktionell. Die Gegenargumente sind eher andere: Preis, Arbeitssicherheit bei der stattlichen Verdunstung im Drucksaal usw.


    Ich hatte einen Kunden, einen Drucker für Lebensmittel-Direktverpackungen, der sehr umsichtig und vorsichtig arbeitete. Er hatte Roland 800 - Maschinen. Im Feuchtmittel hatte er Ethanol wegen des späteren Lebensmittel-Kontaktes der Verpackungen und als Puffer Zitronensäure. Seine Leute waren allerdings Top-Drucker, die nach außen nie Probleme zeigten. Also ob es einfach oder schwierig ist, kann man nicht ableiten. Aber technisch ist es möglich.

    Ich glaube, es ist müßig, jetzt Tabellen der Oberflächenspannungen usw. herauszusuchen.


    Ich halte den Vorschlag für eine Laienidee, fast Trump-mäßig. Gerade in einer Zeit, in der Schnapsfabriken hilfsweise auf Desinfektionsmittel umstellen.


    Viele Grüße & ciao

    Inkman

    a, mit Flüssigtinten thermisch

    Tinten für den Tintenstrahldrucker waren früher echte Tinten. D. h. die Farbstoffe waren in der Lösung gelöst, also in molekularer Größe darin verteilt. So fein passten sie durch wesentlich kleinere Düsen als pigmentierte Druckfarben. Inzwischen werden unter höchstem Aufwand Pigmente, also unlösliche, kristalline Farbmittel, wegen der besseren Stabilität der Drucke gegen Licht eingesetzt. Hier ist die Feindispergierung, also die stippenfreie Verteilung in der Tinte essentiell und treibt den Preis in die Höhe.


    Beim thermischen Verfahren (TIJ, Thermal Ink Jet, nicht zu verwechseln mit dem Thermodruck) wird in winzigen Kammern (Kantenlänge um 30 µm) in sehr kurzer Zeit (µsec) ein intensiver Hitzestoß abgegeben, der den Boden der Kammer auf etwa 200°C bringt. Dadurch bildet sich aus dem untersten Teil der Tintenflüssigkeit (z. B. Wasser) eine Dampfblase, die den Hauptanteil der Tinte aus der Düse treibt. Wegen der kurzen Heizdauer reißt der Strahl sofort wieder ab, und es bildet sich ein Tropfen. Die Tropfengrößen gehen heute bis in wenige pl (picoliter) herunter, was eine extrem detailgenaue Zeichnung im Druck ermöglicht.

    Aufgrund der Oberflächenspannung der Tinte zieht nach Ende des kurzen Heizstoßes nicht Luft durch die Düse zurück, sondern frische Tinte aus dem Reservoir nach.

    Die bekanntesten Anbieter thermisch arbeitender Tintenstrahldrucker sind Canon, Hewlett-Packard und Lexmark.

    Literatur:

    http://www.hs-heilbronn.de/1633411/HP-TIJ.pdf