Beiträge von inkman

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    gibt es auch Infos bezgl. der Gesundheitsbelastung durch die verschiedenen Pudersorten?

    Hallo R500PowerPrinter,


    ich habe zwar keine individuellen Daten zu diesen Pulvern. Aber so viel ist einfach zu sagen: Die Substanzen sind unkritisch: Kalziumkarbonat, Zucker, Stärken und Stearinsäre, also Kerzenwachs.


    Gefahren könnten höchstens von der Korngröße der Teilchen kommen, wenn sie lungengängig sind. Das betrifft einen sehr feinteiligen Bereich. Es geht auf die Gefahr der Staublunge hinaus wie bei der Asbestose. Hier müsste man den individuellen Hersteller fragen, weil der die Teilchengrößenverteilung kennt.


    Ich nehme aber an, nach all´den Geschichten mit Asbest und Co. wäre so ein Puder kennzeichnungspflichtig und würde es auf der Packung offenlegen. Vielleicht arbeitet einer von uns bei einem solchen Zulieferer und schaut einfach mal in ein Sichheitsdatenblatt.


    Danke Blackfranky, dir und Mided1990 für die netten Aufmunterungen.


    Viele Grüße & ciao

    Inkman

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    Wenn man mit dem Finger kräftig über eine Zeitung reibt, kann sie abfärben. Bei einer Zeitschrift oder einer Illustrierten gelingt das nicht. Woran liegt das?


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    Hallo Nordwind,


    danke für dein Vertrauen. Aber ich bin seit vielen Jahren nicht mehr in der Praxis und kann bei neuen Entwicklungen nur vermuten. Das begrenzt übrigens auch die Themen meiner Druckerfragen immer mehr. Frühere Hauptgebiete wie Verpackungsdruck und sensible Verpackungen, physiologische Aspekte, entwickeln sich rasant. Und wer dort nicht mitten drin arbeitet, bekommt nicht viel mit. In unserer Branche gibt es schon zu viele andere Leute, die mit Un- oder Halbwissen operieren. Das möchte ich nicht.


    Es wird auch nicht viel publiziert außer Werbung. Danach sind alle Produkte innovativ und epochal. Das habe ich nicht anders gehandhabt, als ich aktiv war.

    Was in diesen aktuellen Darstellungen greifbar ist und was Schaum, kann ich nicht mehr beurteilen. Ich hoffe, es ist wenigstens Hartschaum.


    Immerhin kann man sagen, dass eine Farbe, deren Drucke auf ungestrichenem Papier ordentlich deinkbar sind, nicht chemisch verfilmt wie oxidativ oder strahlenhärtend trocknende. Damit fallen auch die aus, die thermisch härten, also beim Erreichen einer Sprungtemperatur von z. B. 35 °C polymerisieren. Dieser Trick wird in der Gummiindustrie angewendet und wurde einst auch für Druckfarben geprüft.


    Allerdings weiß ich aus früheren Jahren, dass gerade Epple für werbliche Darstellung viel Phantasie einsetzt. Ich weiß aber auch noch, dass er sich immer um eine gute Verdruckbarkeit seiner Produkte gekümmert hat.


    Wenn du einen Wettbewerber fragst, wird das vermutlich wenig bringen, weil die entsprechenden Fachleute nicht im Außendienst arbeiten. Auf einem Symposium oder einer entsprechenden Fogra-Tagung könnte sich das eher lohnen.


    Viele Grüße & ciao

    Inkman

    7. Irrtum: Man kann die oxidative Verfilmung der Farbe durch Trocknerzusätze ins Feuchtmittel beschleunigen.

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    Hallo Nordwind,


    der Flachdruck ist vom Verfahrensprinzip her rein flächenvariabel. Das bedeutet, es gibt im Idealfall nur druckende und nichtdruckende Stellen. Deshalb müssen wir rastern, wenn wir eine veränderte Farbwirklung an einer Stelle wollen, eben, weil wir nicht gezielt mal mehr, mal weniger Farbe drucken können.


    Maschinentechnisch ist es gar nicht einfach, das Prinzip zu erfüllen und bei jeder Farbverteilung den Farbauftrag so zu lenken, dass jede druckende Fläche die geforderte Volltondichte bekommt. Mit unseren pastösen Farben regeln wir das durch die Verreibung quer zur Laufrichtung der Maschine. So gut es geht.


    Schablonieren ist klar eine Fehlerscheinung und fällt aus dem „idealen“ Offset heraus.

    Dein Beispiel der Negativschrift zeigt dies ebenso wie z. B. ein Passepartout um ein Bild in einem Kalender. In solch einer Situation entscheidet tatsächlich nicht mehr nur die Platte, wo immer nur die volle Dichte gedruckt wird, und wo nicht. Es entscheidet auch die Dynamik der Farbverreibung auf den Auftragwalzen, wenn sie es mal nicht ganz schafft.


    Es ist übrigens logisch, dass auch im Hochdruck die Farbauftragwalzen im Idealfall eine perfekt gleichförmige Farbschicht-Dicke anbieten müssen. Auch der arbeitet ja rein flächenvariabel. Boston Presse und seine Kollegen werden hier reichhaltige Erfahrungen besitzen. Die Freunde vom Flexo haben es seit den Anilox-Walzen besser. Die füllen nach jeder Abgabe ihre Näpfchen voll auf.


    Da fällt mir ein, dass auch der Durchdruck seine Farbschicht nicht gezielt variieren kann. Nur füllt der jedes Mal das Sieb je nach Schablonenhöhe mit Farbe voll. Damit kann er kein Schablonieren haben.


    Viele Grüße & ciao

    Inkman

    Hallo zusammen,


    mein Like für jotemel war etwas schnell. Natürlich lag er falsch.

    Aber es gab mal den Versuch, das Feuchtmittel gleich beim Farbenhersteller in die Farbe einzumischen und damit ein Einkomponentenprodukt zu liefern. Die Idee war natürlich, das Feuchtwerk einzusparen.


    Aus mehreren Gründen ist die Sache gestorben: Ein paar Wochen oder Monate eine Emulsion zu lagern ist schwierig. Das Feuchtmittel ist durchaus chemisch nicht nur aktiv, sondern sogar aggressiv gegenüber Sikkativen und anderen Komponenten.


    Der Wasserlose bietet hier jklar die beste Strategie.


    Viele Grüße & ciao

    Inkman

    Ist Papier und Karton auf der Basis chlorfrei gebleichten Zellstoffs („chlorfrei gebleichtes Papier“) besser als das alte, mit Chlor gebleichte?

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    Hallo Nordwind,


    wenn dein Problem ist, dass die Farbe zu gut fließt, also zu niedrig viskos ist, kann ich dir leider keinen Zusatz empfehlen, der sie viskoser macht. Es gibt nur Verzweiflungstaten mit strengen Firnissen oder - besser - höher molekularen Alkydharzen. Das sagt dir schon, dass es keine Mittel sind, die wir Druckern an die Hand geben. Handhabung gnibbelich und Erfolgsquote unter aller Kanone.

    Die alten Recken haben früher Bologneser Kreide in die Farbe gemischt. Das müsste die Konsistenz erhöhen. Wie man das allerdings in einer Druckerei macht und dennoch eine verdruckbare Farbe erhält, weiß ich nicht.


    Nachträgliche Zusätze, die die Viskosität (oder doch Zügigkeit oder Wasserresistenz?) der Farbe zu erhöhen, sind nicht ernsthaft erfolgreich, weil sie immer auch die Farbe noch weiter verdünnen.


    PMS 272 ist nach dem Fächer ein Ton mit ¾ Lasurweiß, also eigentlich angefärbtes Streckmittel. Hier ist entweder der Farbfilm für die lokalen Transportverhältnisse zu dick oder zu dünn, oder das Lasurweiß ist für deine Feuchtungsverhältnisse nicht geeignet. Mit solchen Maschinentechniken habe ich leider keine eigene Erfahrung, und meine ernsthafte Literatur gibt mir auch nichts her. Schade.


    Viele Grüße & ciao

    Inkman

    Hallo Nordwind,


    du hast mich erwischt. Ich bin in diesen Feinheiten des Offset-Fachdeutschs nicht zu Hause. Umso besser, dass du mir hilfst. Danke.


    In der Drucktechnik allgemein verstehe ich es als Tonen, wenn es irgendwo druckt, wo es nicht drucken soll. Im Offset gibt es wichtige Gründe, unterschiedliche Ausdrücke zu wählen, weil es so unterschiedliche Ursachen gibt. Ich werde deine Definition von Tonen und von Schmieren gerne übernehmen.

    Mir geht es genauso mit dem Passer und dem Register. Da hat mir Boston Presse schon wertvolle Hilfen gegeben.


    Wenn es Erwähnungen in Normen (DIN oder ISO) gibt, wäre es nett, wenn uns jemand hier helfen könnte. Ich komme leider nicht mehr an aktuelle Normen heran, seit ich nicht mehr aktiv bin. Es gibt in Wikipedia einen Teil „Druckersprache“. Der scheint mir allerdings wenig seriös. Beim Tonen ist der auch nur so weit wie ich noch vor deinem Tipp.


    Übrigens gibt es ja auch in anderen Druckverfahren solche spezifischen Ausdrücke für gewisse „Tonerscheinungen“. Der Flexodruck kennt den Fliegenschiss (linting), wenn zwei Druckpunkte verbrückt werden. Da ist es ein rheologisches Problem der Farbe. Vermutlich gibt es noch mehr solche Ausdrücke. Ich würde sogar das Überfluten der Näpfchen im Tiefdruck dazu zählen.


    Viele Grüße & ciao

    Inkman

    sorry, ich habe eben einen Text ins falsche Fach kopiert. Das soll es sein:

    Hallo Nordwind,


    gut beobachtet. Ja, wir verdrucken Suspensionen, also Schlämme.


    Von oben betrachtet unterscheidet die Physik bei solchen Phasensystemen homogene Phasen und Mischphasen. Homogene sind reine Stoffe und Lösungen (mehrere Gase ineinander, Stoffe in Flüssigkeiten und auch mehrere Feststoffe ineinander).


    Mehrphasensysteme sind Dispersionen (Verteilungen von dispergieren, dispers).


    Flüssig in gasförmig ist Nebel, fest in gasförmig Rauch.

    Gas in flüssig ist Schaum, flüssig in flüssig ist Emulsion, fest (als Pulver) in flüssig ist Schlamm (=Suspension).

    Ich habe als Druckfarbenchemiker also im Schlamm gewühlt.


    Wie entsprechende Mischphasen in Feststoffen heißen, müsste ich mir ausdenken. Das ist mir in der Physik noch nicht so nahe gekommen. Gas in Feststoff könnte Schwamm sein; die gibt es ja mit elastischen und festen Feststoffen.


    Wenn jemand hier korrigieren oder ergänzen kann, wäre es interessant und hilfreich.


    Viele Grüße & ciao

    Inkman

    6. Irrtum: Es gibt Plattenoxid oder Plattenkorrosion. Sie führen zu Tonerscheinungen.

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    Hallo Nordwind,


    Wenn eine gummierte Platte ins Wasserkommt, löst sich nur ein Teil des Gummiarabikum im Wasser. Es bleibt immer ein Rest, der im dynamischen Gleichgewicht zwischen Adsorption auf der Plattenoberfläche und Löslichkeit im Wasser begründet ist.

    Mit dem Lauf von mehr Wasser darüber, also in einer Auflage, wird damit immer mehr von der Gummierung abgespült. Deshalb müssen wir es im Feuchtmittel zusätzlich einsetzen, um dieses zu ersetzen.


    Dynamisches Gleichgewicht bedeutet, dauernd desorbieren ein paar Moleküle von der Platte ins Wasser, andere adsorbieren aus dem Wasser neu auf die Platte. Im Gleichgewicht geht beides gleich schnell, so dass scheinbar kein Umsatz geschieht.


    Deine zweite Frage nimmt mir ein bisschen die Pointe bei der Frage 147 weg. Du hast Recht, und ich möchte sie erst in der übernächsten Frage ausführlicher beantworten.


    Viele Grüße & ciao

    Inkman

    5. Irrtum: Bei geringer Farbannahme und bei zu hoher Feuchteführung emulgiert die Farbe und trocknet nachher schlecht im Stapel.

    Meine Antwort:

    Was für Stoffe sind unsere aktuellen Pigmente?

    meine Antwort:

    Sobald die Farbe emulgiert, beginnen die Probleme: Tonwertzunahmen, Bildstörungen, Trocknungs-Verlangsamung, Kantenspritzen, Pelzen

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