Wie gefährlich ist der UV Druck wirklich?

  • Als Grafiker finde ich die Idee eines UV Druckers natürlich erstmal super. Ich kann meine Grafiken auf so viele Materialien drucken. :love: Aber ich mache mir auch Gedanken um meine Gesundheit und möchte nicht umbedingt mit solchen Druckern arbeiten


    Mein Chef hat nun einen UV Drucker in China für ca. 3.000€ bestellt. Dies kommt mir relativ günstig vor. Ich persönlich vertraue China Produkten sowieso nicht und erst recht nicht, wenn diese nur 10% von einem vergleichbarem Nicht-China-Drucker kosten.


    Ich bin kein Fachmann in Sachen Arbeitssicherheit, aber ich gehe davon aus, dass die passenden Farben aus China nicht der REACH Chemikalienverodrnung unterliegen. Ein befreundeter Drucker meinte auch dass in seinem Betrieb UV Drucker genutzt werden und Schwangere seitdem vom Dienst befreit sind. Angestellte die mit den Druckern arbeiten, müssen auch Schutzhandschuhe tragen. Generell gilt die flüssige Tinte bei Hautkontakt als giftig. Wie verhält es sich mit den Dämpfen? Angeblich gilt eine Trocknung von 95% der Tinte schon als ein gutes Ergebnis. Dünsten die rstlichen 5% dann nicht auch weiter aus und wir inhalieren diese Dämpfe?


    Soweit ich das richtig recherchiert habe, muss es zwar eine Unterweisung bezüglich UV Druck im Betrieb geben, aber gibt es sonst Auflagen? Wie es dürfen nur zertifizierte Drucker/Farben verwendet werden, Anwender müssen eine Fortbildung erhalten, Nutzung nur in geschlossenen Räumen (Damit keine anderen Mitarbeiter gefährdet werden.) etc..


    Mein Chef hat heute einer schwangeren Kollegin von dem Drucker erzählt, abver er meinte direkt, da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Ich sehe das anders, beim befreundeten Drucker stand auf den UV Farben drauf, dass die Farbe die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schädigen kann (H360). Meiner Recherche nach, sind solche Farben eigentlich schon in Europa nicht mehr zulässig und müssen substituiert werden, sofern es möglich ist. Aber wer weiß wie ernst die Chinesen das nehmen und die haben ja ganz andere Regelungen bezüglich Chemikalienverordnungen.


    Die Suchfunktion habe ich übrigens benutzt, bei "UV" hatte ich 6 Treffer und bei "UV Drucker" hatte ich gefühlt 10.000 Treffer die sich nur auf "Drucker" bezogen haben. Also bitte nicht sauer sein, wenn es schon einen ähnlichen Thread gab.

  • UV Druck ist nicht gleich UV Druck. Wir müssten schon wissen um was es sich handelt? UV-Offset konvensionell oder UV-Offset LED oder UV-Digital konvensionell oder UV-Digital LED

    Was für ein Gerät wurde denn in China gekauft? Hat dein Chef schon über die Folgekosten nachgedacht bei einem Chinagerät? Fragen über Fragen...


    Hier schon mal das wichtigste: http://etf.bgetem.de/htdocs/r3…rma53/mb_034_a04-2016.pdf

    "Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken."

  • Guten Morgen Kollege Curry!Ich finde die ganzen Diskussionen zum Thema UV, auch hier im Board, etwas müßig und bisweilen auch ermüdend. Während meiner Zeit als tätiger Bogenoffset-Akzidenzdrucker und später danach auch als HD-Instrukteur bin ich immer mal wieder bei konventionellen Bogenoffset UV-Anwendern zu Gast gewesen und konnte eigentlich immer von den gestandenen Bedienern etwas lernen. Ich kenne bis heute keinen einzigen Fall einer ernsthaften Erkrankung eines UV-Anwenders durch diese Technologie.Daher gebe ich mittlerweile auch nicht mehr allzu viel auf diese regelmäßige Panikmache seitens der Liederanten bezüglich angeblich schädlicher Inhaltsstoffe oder vagabundierenden Erreger hieraus. Ich hätte weder Bedenken noch sonstige Sorgen, wenn meine schwangere Frau einen UV Drucker für Heimanwendungen auf dem Schreibtisch hätte. Meiner Meinung nach versagen eher viele der Gremien, die uns vor wirklichen Gefahren schützen sollten. Denn trotz Carnivore, Prism, Tempora, Echelon,GCHQ etc. parken2 Flugzeuge im World Trade Center, sprengt ein irrer Norweger das Regierungsviertel und wird ein französischer Verlag zum Anschlagsziel.Also, wer hat versagt???! LG Olaf.

    Mein Lieblings-Kennzeichen ist das W. Das ist ein Münchener, der sich überschlagen hat:rolleyes:

    2 Mal editiert, zuletzt von Olaf W. ()

  • Danke für die Antworten.


    Ich habe den Drucker noch nicht gesehen. Er befindet sich auf dem Versandweg. Nachdem mein Chef mir stolz erzählt hat, dass er jetzt einen UV Drucker bestellt hat und ich ihm direkt gesagt habe dass meines Wissens nach die UV Tinte giftiges Zeug ist, hat er nichts weiter von dem Drucker erzählt. Er meinte nur noch das wäre alles zertifiziert und harmlos. Sobald ich genauere Informationen zum Drucker habe, melde ich mich wieder. Denke mal dass es sich um so ein ähnliches Alibaba Produkt handelt: https://german.alibaba.com/pro…675.29.126.477711ac15HhXE


    Was sind denn mögliche Folgekosten? Farben, Wartung?


    Olaf, ich glaube dir dass bisher keine ernsthaften Erkrankungen auftraten, sofern die Arbeitssicherheit eingehalten wird und nicht irgendwelche China Drucker und China Tinten verwendet werden. Arbeitssicherheit ist leider seitens der Vorgesetzten eh nur ein lästiges Übel.

  • Ist bei dem Ding sicher gestellt, egal wie blöd man sich anstellt, dass man nie in die UV-Lampe sehen kann oder seine Finger darunter bekommt? Ist die Absaugung vernünftig? Wenn dir in der Nähe der Hustenreiz kommt, dann nicht, liegt dann am Ozon.

    Ob das Ding jetzt wirklich für Deutschland alle Genehmigungen hat? Muss man wohl schon sehr großzügig sein. Angst vor dem Druckprodukt musst du nicht haben, wenn ihr die üblichen Sicherheitsvorschriften mit UV beachtet.


    Billig ist Trumpf, aber muss ja einen Grund geben warum so ein Teil das 10fache in Deutschland kostet. Man sollte nicht so arrogant sein und alles schlecht machen was aus China kommt, aber wirtschaftlich werdet ihr am besten fahren wenn ihr das Teil sofort nach der Lieferung entsorgt.

    Es wird schwer jemand in Deutschland zu finden der sich mit dem Ding auskennt, oder euch Ersatzteile besorgt, welche schnell fällig werden. In Indien und Co. laufen die recht "erfolgreich", aber dort kostet ein "Techniker" der sich nur um ein Gerät kümmert auch entsprechend wenig. Bei den deutschen Lohnkosten, keine Chance. Gerade dann wenn ihr einen guten Auftrag habt, wird es Probleme machen :)


    Aber die Erfahrung wird dein Chef schon machen, ihm das jetzt zu sagen bringt gar nichts. Berichte mal wie es läuft, wenn du magst.

  • Natürlich sind nicht alle China Produkte schlecht. Aber sehr viele Fernost-Produkte sind leider mit stinkenden (häufig in der EU nicht zulässigen) Weichmachern belastet. Ich habe die Befürchtung, dass die UV Farben ebenfalls nicht in der EU zulässige Inhaltsstoffe beinhalten. Ohne eine Probe in ein Labor zu schicken, kann ich dies auch nur schwer feststellen.


    Von Gehmingungen habe ich keine Ahnung. Woran erkenne ich, ob der Drucker überhaupt eine Genehmigung für Deutschland hat?


    Wenn ich mir hier den Sicherheitscheck durchlese ( http://dp.bgetem.de/pages/service/download/medien/545.pdf) , habe ich sowas von kein Bock auf UV Druck.

  • Wie oft hat dein Chef schon Maschinen gekauft? Die richtige Tinte für die Epson Druckköpfe in D zu finden wird nicht leicht sein. Die Tintenpreise sind auch nicht gerade wenig. Ihr werdet kaum Verbrauchsmaterial für diesen Drucker in Deutschland finden. UV Drucker sind sehr Wartungsintensiv wenn es keine Automatische Reinigung gibt und und....

    Sehe gerade, der hat DX5 Druckköpfe drin... Kostet einer ca 900€ wenn er kaputt geht und das kann sehr schnell gehen.


    Ich bin Leiter einer Digitaldruckerei, wir haben 2 Mimaki stehen und seit 3 Wochen eine Canon OCE 1280xt, desweiteren 2 Solventmaschinen.

    Bei dieser Anschaffung kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Für 5000€ mehr hättet Ihr eine gebrauchte Mimaki UJF bekommen mit deutschen Service, Ersatzteilen und wenn man möchte Wartungsvertrag.


    Das UV Druck ist nicht Gesundheitsschädlich solange man alle Sicherheitsmaßnahmen einhält.

    "Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken."

  • Natürlich sind nicht alle China Produkte schlecht. Aber sehr viele Fernost-Produkte sind leider mit stinkenden (häufig in der EU nicht zulässigen) Weichmachern belastet. Ich habe die Befürchtung, dass die UV Farben ebenfalls nicht in der EU zulässige Inhaltsstoffe beinhalten. Ohne eine Probe in ein Labor zu schicken, kann ich dies auch nur schwer feststellen.


    Von Gehmingungen habe ich keine Ahnung. Woran erkenne ich, ob der Drucker überhaupt eine Genehmigung für Deutschland hat?


    Wenn ich mir hier den Sicherheitscheck durchlese ( http://dp.bgetem.de/pages/service/download/medien/545.pdf) , habe ich sowas von kein Bock auf UV Druck.

    Es sollte eine CE-Zertifizierung vorliegen und ähnliche Dokumente aus den klar wird, dass es diese Genehmigung gibt. Gerade wenn es keinen Direktvertrieb in Deutschland gibt, doppelt nachfragen. Privat kann man da eventuell noch fahrlässig sein, beruflich nicht.


    Bei dem Sicherheitscheck der BGETEM sehe ich jetzt nicht das Problem. Handschuhe tragen so schlimm während man mit der Farbe in Kontakt ist? Oder spezielle Arbeitskleidung tragen? Reinigungslappen separat waschen? Das sind jetzt keine Vorschriften für mich die in einem handwerklichen Beruf besonders schlimm sind.

  • Wenn sich die Düsen so schnell zusetzen wie bei den privaten Tintenstrahldruckern, dann wird das noch ein riesen Spaß. Ich vermute mal, dass sich über Wartung keine wirklichen Gedanken gemacht wurden. Unsere anderen Maschinen sind ja sehr wartungsarm und wenn es mal Probleme gibt, kommt ein Techninker.


    Beim Sicherheitscheck sehe ich Probleme bei:

    1. Der Belüftung bzw. Absaugung (gibts bei uns nicht, nur ne automatische Belüftung wie man es von einer Klimaanlage kennt.),

    2. DGUV Test-Zeichen hat der Drucker mit Sicherheit nicht,

    3. als würde es bei uns ne Betriebsanweisung, einen Erste-Hilfe-Aushang oder ne jährliche Unterweisung geben,

    4. gestellte Arbeitskleidung und Umkleiden sind auch Fehlanzeige,

    5. Anzahl der exponierten Personen kann auch nicht groß gesenkt werden, die Räumlichkeiten sind völlig ausgeschöpft (Keine Ahnung wo der UV Drucker hin soll)

    6. Überprüfung vom Betriebsarzt wird es auch nicht geben, wüsste nicht dass wir einen haben, auf Nachfrage wurde abgelenkt.


    Zusammengefasst: Man hat den Drucker gekauft, bevor man sich mal mit dem Drucker beschäftigt hat.


    Es sollte eine CE-Zertifizierung vorliegen und ähnliche Dokumente aus den klar wird, dass es diese Genehmigung gibt. Gerade wenn es keinen Direktvertrieb in Deutschland gibt, doppelt nachfragen. Privat kann man da eventuell noch fahrlässig sein, beruflich nicht.

    Heißt dass ohne CE-Zertifizierung darf man den Drucker garnicht beruflich verwenden?

  • Wir haben ja mit gutem Recht eine gewisse Anforderung an Maschinen/Waren in der EU, mit der CE-Zertifizierung oder entsprechenden anderen wird dieses sicher gestellt. Solange nichts passiert ist es kein Problem, kommt es aber zu einem Fall und Sicherheitsvorschriften wurden bewusst umgangen...


    Immerhin scheint es in dem Teil eine UV-Lampe mit entsprechender Strahlung zu geben, es muss absolut sicher gestellt haben das man niemals mit direkter Strahlung in Kontakt kommen kann. Richtig abgeschirmt ist das absolut kein Problem und schon lange bewährt am Markt, aber wenn die Hände mehrere Minuten unter der direkten Strahlung liegen oder jemand mal da irgendwie direkt rein sieht... Technisches Problem, mal schnell lösen und schon passiert es. Sämtliche europäischen Hersteller geben ja nicht aus Spaß das Geld für die Sicherheit aus.


    Ich würde den Hersteller nach einer entsprechenden Zertifizierung fragen?


    Es wird UV-Farbe verwendet, also entsteht Ozon. In Indien und Co. ist so etwas egal, wenn es nicht fachmännisch entlüftet wird, aber nicht in Deutschland. Genauso wenn du mit der nicht getrockneten UV-Farbe in normaler Kleidung arbeitest, die verdreckt und du damit nach Hause fährst.


    Muss echt alles nicht sein. Versuche nochmal in Ruhe mit deinem Chef zu reden, auf was ihr euch da einlasst... Könnt das Teil ja in seinem Büro aufstellen :)