Medienfachwirt Print oder Digital ?

  • Guten morgen zusammen,
    ich habe im September mit dem Medienfachwirt angefangen. Anfangs hab ich mich natürlich für die Fachrichtung Print entschieden (bin selber Offset-Drucker), mittlerweile bin ich mir aber nicht mehr so sicher ob das richtig war, da ich in meinem jetzigen Betrieb eher keine Meister-Anstellung bekommen werde und auch sonst Druckereien eher spärlich in meiner Umgebung sind. Was sich anbieten würde und wo ich auch gerne arbeiten würde wäre Red Bull (speziell Mediahouse). Ob ich da als quasi Quereinsteiger irgendwie reinkomme ist natürlich die andere Frage. Was mich interessieren würde, ob es denn ein großer Unterschied zwischen Print und Digital ist und ob ich mit Digital im Zweifel auch noch in der Druckerei gebraucht werden kann?


    Vllt hat ja jemand Erfahrungen in dem Bereich und wäre so nett, sie mit mir zu teilen :)


    Einen schönen Tag wünsch ich noch

  • Guten Morgen ebenfalls,


    ich kann leider auf keinen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen da ich selbst noch nicht ganz durch bin mit dem Meister. Stehe kurz vor den Prüfungen. Aber ich kann dir soviel verraten. Ohne bisherige Schnittmengen mit dem Thema Digital wirst du es dort sehr schwer haben. Ich habe eine Ausbildung als Mediengestalter hinter mir und musste bei so manchem der Themen die unsere Digital-Kollegen gemacht haben schon schlucken. Als gelernter Drucker werden dir dort viele Grundlagen und die notwendige Erfahrung fehlen. Das lässt sich alles für die Prüfungen aufholen, allerdings könnte dir deine fehlende Erfahrung auf dem Gebiet den Einstieg in eine spätere Beschäftigung dort erschweren.


    Allerdings gibt es ja auch für Printler noch andere Aufgabengebiete als in einer Druckerei. Schau dich vielleicht mal nach größeren Werbeagenturen um. Für eine Stelle als Produktioner kann deine Erfahrung als Drucker sehr nützlich sein, gerade was Qualitätssicherung etc. angeht. Da musst du einfach mal etwas kreativ werden wo deine Erfahrungen außerhalb der Druckerei noch gefragt sein könnten.


    Ich kann deine Befürchtungen über die berufliche Zukunft gut verstehen und es haben sich auch bei uns im Kurs einige Gedanken darüber gemacht ob sie nicht wechseln sollten. Aber du musst dir immer darüber im Klaren sein, dass dir selbst ein mäßig ausgebildeter Mediengestalter im Bereich Digital fachlich überlegen ist. Das KANN ein Nachteil sein.


    Ich hoffe ich konnte ein bisschen weiterhelfen ;)

  • Zusammenfassend könnte man sagen, ich tu mir bei der Prüfung bedeutend schwerer, und ein potentieller Arbeitgeber könnte sich denken "Der hat noch nie mit sowas gearbeitet, der kennt die Geschichte bloß aus dem Lehrbuch.... kann ich nicht brauchen" ?!


    Einleuchtend :(

  • Hallo allerseits,
    ich krame dieses alte Thema mal wieder raus ;) . Ich habe mich nun für die Fachrichtung Print entschieden und die BQ-Prüfung im Mai mit 1,5 bestanden *schulterklopf* :). Jetzt geht's weiter mit HQ, schriftliche Prüfung im Dezember 2015, danach noch die Projektarbeit.
    Mein "Problem" ist, dass ich auf kurz oder lang nicht mehr an der Druckmaschine arbeiten will. Ich schau andauernd verschiedene Jobbörsen etc. durch und bei den meisten interessanten Stellen werden neben den üblichen Fähigkeiten wie Motivation und Belastbarkeit, Flexibilität, Teamplayer usw. Fähigkeiten verlangt wie "ausgezeichnete Kenntnisse in Adobe Creative Suite" oder "überdurchschnittliche Kenntnisse in MS Office bzw Excel". Ich kann mit diesen Programmen zwar umgehen, was den normalen Hausgebrauch betrifft, aber professionell damit arbeiten kann ich damit nicht. Außerdem wird meistens eine mehrjährige Berufserfahrung verlangt, die ich aber erstens nicht habe (im administrativen Bereich) und zweitens in meinem jetzigen Betrieb auch nicht kriege :(. Wie kann ich denn diese Defizite beseitigen?? So spezielle Schulungen sind sauteuer und privat ja kaum zu bezahlen. Kann mir von euch jemand nen Tipp geben, wie ich die ganze Sache am besten angehen soll?! Ich wäre euch äußerst dankbar :)


    Ansonsten noch einen schönen Tag
    Andi

  • Ochhh, das ist witzig, :thumbup::thumbsup: , dieses Problem hast nicht nur Du, auch Andere stehen vor demselben Phänomen: Exzellente Kenntnisse mit den Adobe Programmen, nicht älter als max. 30 und 40 Jahre Berufserfahrung. Naja, und Lohn vielleicht 9 Euro brutto die Stunde.
    Dann kommt es zur interessanten Situation, daß die besten ausgelernten Grafiker in sog. "Grafik-Weiterbildungskurse" sitzen und sich sehr fasziniert Lektionen anhören dürfen die diese schon im kleinen Finger haben. Mag., Doktoren,...alle sind dort vertreten.
    Der Sinn dieser Massnahmen? Nun, ansonsten müsste das Institut welches diese "Kurse" veranstaltet samt den "Trainern" dort in Konkurs geschickt werden und es gäbe noch mehr Arbeitslose.

  • "ausgezeichnete Kenntnisse in Adobe Creative Suite" oder "überdurchschnittliche Kenntnisse in MS Office bzw Excel".
    Andi


    Hallo, ich arbeite z.B. seit über 20 Jahren mit dem Photoshop und kenne immer noch nicht alle Funktionen. Wenn dann ein Update kommt steh ich manchmal wie ein Anfänger da weil Funktionen die frühere Versionen hatten nun nicht mehr da sind und ich rausfinden muss was Adobe wieder mal eingefallen ist. Excel z.B. öffne ich fast ausschließlich für Adressdateien von Kunden, also sehr beschränkt.


    Man kann die erforderlichen Anforderungen ja unendlich erweitern, z.B. "gute Kenntnisse mit XMF-Workflow" etc.


    Denke das jeder der solche Leute sucht weiß das diese auch eine gewisse Anlernzeit benötigen. Aber mit den Grundlegenden Programmen wie Quark oder Indesign sollte man schon gearbeitet haben.


    Mein Fazit ist das Schulungen nur bedingt was bringen können, man muss halt täglich mit dem Kram arbeiten um einigermaßen gute Kenntnisse zu erlangen.

  • Also mein Problem ist: Ich arbeite sehr gern mit der Adobe Creative Suite, speziell Photoshop und InDesign, Illustrator auch-doch da ist noch sehr viel Lernbedarf. Habe auch schon Prüfungen bestanden und diverse Zertifikate, auch im Webdesign, doch leider alles noch nicht so richtig professionell.
    Wenn ich nun lese: "Perfekte Kenntnisse in InDesign, Photoshop, Illustrator und Erfahrung,..." naja, dann schreckt mich das ab und ich bewirb mich gar nicht. Ein Fehler?


    Mir wurde gesagt in Agenturen hätte ich null Chancen, da diese unter einem enormen Zeit, Leistungs- und Preisdruck stehen, solcherart also keine "Amateur-Grafiker" brauchen können.
    Ich wäre zufrieden wenn ich irgendwo in einer kleinen Agentur mein Wissen im Zuge von einem AMS bezahlten Arbeitstrainings erweitern und perfektionieren könnte. Dies würde den betreffenden Betrieb auch absolut nichts kosten - im Gegenteil - bisschen was kann ich ja schon und ich denke doch ich wäre recht nützlich.
    Zweite Möglichkeit, wie kann ich einer Druckerei verkaufen, dass ich durchaus auch in der Druckvorstufe, bzw. hauptsächlich in der Vorstufe nicht mal mehr so dringend bei der Maschine stehen will?
    Zusammenfassend wäre zu sagen, ich verfüge schon über ein beträchtliches Allroundwissen von Grafik-Gestaltung-Design, Druckvorstufe über Druck bis zur Endverarbeitung, doch welche Firma benötigt schon solche Leute?

  • Ja, das mit den Bewerbungen ist so eine Sache...irgendwie verlässt mich da der Mut wenn ich lese und im Bekanntenkreis höre, daß da hunderte Bewerbungen von den fähigsten Leuten verschickt werden daraufhin jedoch tausende Absagen wieder retour ins Haus flattern.
    Oder der Satz: "Ach, die bekommen jetzt 500 Bewerbungen, bemüh Dich gar nicht..."
    Einmal habe ich eine Bewerbung gesehen welche echt kunstvoll aufs Papier gemalt wurde mit allen möglichen Verzierungen und Kunstwerken, naja, so ein Künstler bin ich auch wieder nicht...
    Früher war das einfacher: Anruf bei einer Firma, einen persönlichen Termin bekommen und dann vielleicht sogar Zusage!


    Meine Frage bezog sich mehr auf eventuelle Tipps bei der Gesprächsführung wie ich mein Allroundwissen bei welchen Firmen am besten zur Geltung bringen könnte.

  • Naja meiner Meinung nach muss man das Heft schon selbst in die Hand nehmen und tätig werden, sonst kommt nichts dabei rum. Was Freunde und Bekannte sagen ist doch dann erstmal nebensächlich. Klar solltest du dich gut verkaufen können...vorbereiten kann man sich doch immer auf ein Vorstellungsgespräch, gerade da sollten Freunde und Bekannte doch zur Hilfe eilen und da sein!!!
    Von allein kommt da nichts. Und falls du die Branche wechseln willst, dann bewirb dich bei allen möglichen Firmen und versuche ein Vorstellungsgespräch zu vereinbaren...trainiere das reden und verkaufen deiner Person. Dann kannst Du nämlich darauf zurückgreifen, wenn du eine Stelle anschreibst, die dir wirklich zusagt und du versemmelst die Chance nicht auf Grund von mangelnder Übung oder Vorbereitung.

  • Ich hab mich auf diverse Stellen beworben, nicht an der Maschine, und da ist als erstes eben das Problem dass ich noch mitten in der Fortbildung bin oder dass ich keine Erfahrung im administrativen Bereich habe. Ich hab nur Erfahrung an der Druckmaschine (12 Jahre). Dh. ich muss erstmal den Fachwirt fertig machen, um überhaupt irgendwo reelle Chancen zu haben. Deshalb meine Frage, wie ich die Zeit sinnvoll nutzen kann und mich in "klassischen Büroangelegenheiten" üben kann, sei es über Lernvideos, VHS-Kurse usw. Was davon sinnvoll bzw. zielführend ist... Weil in meinem jetzigen Betrieb steht so eine Position nicht zur Debatte und ich will "schnellstmöglich" hier weg.