Rillen am Tiegel

  • Hallo
    ich habe mal zwei Fragen bezüglich rillen und perforieren am Tiegel. Wir nutzen momentan einen Adast Grafopress Tiegel für Eindrucke. Soll heißen wir drucken z.B. Firmenanschriften mittels Klischee in SD-Formulare ein. Nun will ich den Tiegel ebenfalls für die Weiterverarbeitung einsetzen. Meine Fragen sind diesbezüglich:
    Wir nutzen alte Gummituchunterlagebögen zum Schutz der Platte (Gegendruck zum Schließrahmen) des beweglichen Arms (mir fehlen hier leider die Fachbegriffe)
    Was verwendet man bei der Rillung (hatte da was von Stanzblechen gelesen)?Oder der ist das gar nicht notwendig und nur über die Pressung zu regeln? Ein weiterer Gedanke war wie rillen. Funktioniert das mit einfachem Rillband das zum aufkleben auf den GDZ gedacht ist?


    Ich hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen :)

  • Also wir nehmen am Heidelberger Tiegel einfach Messingbleche (mir fehlt da jetzt auch das richtige Wort, falls es da eines gibt) und als Gegenstück einen ganz normalen Rillkanal, ja. Kannste auf den Gegendruck kleben. Wir packen immer noch ein Stück Papier drunter. Blech nehemn wir immer runter, weil es dann den Kanal runterreißt.Steht dann zu weit vor.

  • Da mein Meister der mich ausgebildet hat noch ein alter Buchdrucker war und ich selbst noch am Tiegel gelernt habe kann ich hier wohl aus eigener Erfahrung Tipps geben. Normalerweise ist es tatsächlich so das man früher wohl einen ganz normalen Aufzug gemacht hat, ohne Stanzblech, und diesen Aufzug eben in der richtigen Stärke. Die richtige Stärke bekommst du ja raus indem du deinen Aufzug in die vorgefertigte Kerbe rechts von dem Auslagestapel steckst. Dann solltest du diese drei Metallstäbel haben mit denen du deinen Aufzug sicher an drei Seiten befestigen kannst.
    Wenn mir die ganze Sache mit dem Aufzug aber zu viel Arbeit war habe ich einfach das ganz stinknormale Stanzblech genommen und ein Klischeeklebeband an der zu rillenden Stelle aufgeklebt. Da musste dich natürlich erstmal sicherheitshalber mit wenig Pressung langsam rantasten, aber die Methode klappt schnell und ist einfach. Nachteil ist eben bei größeren Auflagen ist das Klischeeklebeband schnell durch gewesen, von daher würde sich ein Aufzug eher anbieten, weil er einfach stabiler ist und länger hält.


    Ich hoffe du weisst einigermaßen was ich meine, so wurde mir zumindest das Rillen am Tiegel beigebracht, und es hat drei Jahre lang super funktioniert ;)

  • Hi,


    wir benutzen das ganz normale Blech das drin ist. Dann wird mit ganz wenig druck (so dass man es auf dem Blatt nur erahnen kann) die Rillinie eingerichtet.
    Stimmt sie, wird sowas hier:
    auf die Rillinie gedrückt - einmal auf das Blech laufen gelassen und dann klebt das an der richtigen Stelle. Plastikkanal abziehen - fertig - laufen lassen.

  • Tach auch,


    das Arbeiten an der Tiegel erfodert doch etas mehr Erfahrung. So ist z.B. nur für Stanzarbeiten das Stanzblech da. Alles andere muß denn wirklich ein echter Aufzug her. Ob dann Cito-Linien drin sind oder nicht, spielt da keine Rolle. Spätestens wenn die Rillung unten durchbricht und oben zu schwach ist, wird gegrübelt, woran das dann liegt.


    Ich kann euch nur raten, so lange ihr noch jemandem im Haus habt, der das richtig beherrscht, den alles abzuschauen. Es wird euer Schaden nicht sein.



    Gruß

  • Schließe mich der Meinung von PowerPrinter an. Blech auf Gegendruck nur für Stanzarbeiten oder Perforieren! Am besten Messingblech in ca. knapp 1mm Stärke..( Aufzugsstärke-Tiegel) Alu ist zu weich. Zum Rillen normalen Aufzug aufbauen; Kartonbögen - obenauf der Spannerbogen. Wir haben zuunterst einen dünnen Gummi, darauf dann Kartonbögen... In den Rahmen dann z.Bsp. alte 2Punkt Messinglinien in Schrifthöhe bauen, etwas Farbe drauf, Stand machen. Dann von CITO das Gegenstück aufstecken, andrucken/ ankleben auf Gegendruck. Langsam mit dem Druck rantasten...Notfalls geht als Gegenstück auch 2 Dicht beeinander geklebte Pappstreifen ca. 350-700g...Wenn unten Rille schwächer, dann Papier hinter die Form und Druck zurück, bis oben bis unten gleichmäßige Rille...Wenn Rille oben schwächer - Druck randrehen...Dieses gleichmäßige oben / unten kapieren viele nicht und brummen den Druck immer mehr an ohne Erfolg im unteren Bereich. Gruß! stolki CITO beschreibt das auch ganz gut...

  • Klar ist fürs Rillen normalerweise ein Aufzug nötig, aber für kleine Auflagen kann man ruhig einfach ein Klischeeklebeband aufs Stanzblech kleben, das hat für Auflagen bis 500 Stück eigentlich nie zu nem Bruch der Rillung usw. geführt. Man muss eben etwas mit der Pressung variieren. Bei größeren Auflagen würde ich aber doch zu nem richtigen Aufzug raten wie du ja schon gesagt hast.

  • Hallo Nehemah,


    im Prinzip hast Du recht, ich finde es nur schade, dass bei Arbeiten an der Tiegel gleich getrickst wird, ohne vorher Grundlegendes beigebracht zu bekommen.


    Bei vielen Azubis in der Druckbranche bzw. an der Maschine ist das ähnlich, noch bevor Grundlagen vermittelt werden, wird denen Tricks und Kniffe beigebracht.


    stolki: Spannerbogen? Wollt nicht wissen, was Du mit dem machst. ;( Dat Dingens heißt richtig Tauernbogen.


    Gruß

  • Hallo Powerprinter66
    das hat mit Tricks in diesem Fall wenig zu tun, da die Alternative (heute erst wieder passiert) 1200 Einladungskarten mit einem Handrillgerät bearbeitet worden. Da wir die Technik nun mal im Betrieb stehen haben und uns aber momentan leider das know-how fehlt ,hab ich eben zuerst hier gefragt bevor ich am Tiegel herumprobiere. Wenn wir jemanden mit Ahnung von der Materie in der Firma hätten, hätte ich nicht hier gefragt. ;)

  • Hallo 04758,


    auch für das richtige Arbeiten am Tiegel gibt es Leute wie mich,
    vor vielen Jahren von der Pike auf gelernt, vergißt du nie wie
    man am Tiegel richtig druckt, stanzt, rillt, perforiert oder
    auch Prägungen allererster Güte produzierst.
    Der Tiegel ist für die profanen Arbeiten wie rillen oder stanzen
    einfach viel zu schade !!
    Im Tiegel steckt viel mehr als du auf den ersten Blick glaubst :)
    Nur leider wissen bzw. können das heutzutage nur noch
    die wenigsten richtig gut.
    Hier im Forum gibt es einige dieser fast ausgestorbenen Spezie :))


    Gott grüß die Kunst

  • Ein Tauen kann ein Straffen sein. Als Straffen bezeichnet man den letzten (äusseren) Bogen eines Aufzuges. Sowohl beim Tiegel als auch bei einer Zylinderdruckmaschine. Ein Straffen kann theoretisch auch aus einem anderen Material sein.


    Gruß Heinz

  • Als alter Drucker (habe auf OHT und OHZ meine Lehre gemacht) rille ich immer mit Stanzblech - vor allem am OHT beginnt leider der Aufzug zu arbeiten. Nur am Stanzblech aufgeklebte Kanalnuten bleiben stabil. Und übrigens man kann das Blech und hinter der Form auch zurichten ;-)