Beiträge von Cyberfisch

    Was ist denn das für ein vermurkster Tiegel? Nach der Anlage ist jetzt auch der Stapeltransport hinüber?

    Die Taststange auf dem Stapel ist über die verchromte Stange mit der Klinke verbunden, welche bei tiefem Stapel ins Ritzel des Stapeltransports einhängt und den Stapel um 1 Zahn nach oben transportiert. Ist der Stapel auf der korrekten Höhe, wird die Klinke über das Ritzel gehoben, der Stapel bleibt auf Höhe.

    Wenn der Stapel immer weiter über das Soll hinaus nach oben gedrückt wird, kann eigentlich nur sein, dass die Klinke immer ins Ritzel greift. An der verchromten Stange ist unten ein Gewinde, mit welchem die Klinke in der Höhe verstellt werden kann. Stange verkürzen oder verlängern bedeutet, die Klinke wird früher oder später übers Ritzel gehoben, der Stapel bleibt in einer tieferen oder höheren Position stehen.

    Aber eigentlich ist an dieser Stange nichts zu verstellen, ausser vielleicht zur Feinjustage der Stapelhöhe.

    Was der wirkliche Grund ist für den Fehler, kann ich nicht hellsehen. Wie dir, Rudolph, schon einmal geschrieben: Ja nicht zu viele das Problem schildernde Information, auf keinen Fall Fotos - und wenn schon Fotos, dann bitte die falschen. Und auf keinen Fall eine Rückmeldung geben, ob das Forum weiterhelfen konnte.

    Es wurde zwar auf 120 g Offsetpapier produziert. Aber dennoch wird es bei 5 Ex ganz sicherlich Digitaldruck gewesen sein. Alles andere wäre weder bei Online-Bestellung noch bei Bestellung in einer Druckerei vor Ort darstellbar.

    Da wir hier ein Druckprofi-Forum sind, habe ich gemeint, dass alle bemerkt haben, dass die Sammelform-Begründung nicht stichhaltig sein kann. Wie soll das auch gehen, Klein- und Grossauflagen, unterschiedliche Seitenumfänge und verschiedene Papiersorten vernünftig in Sammelformen zu packen?

    "Books on demand" mit rein schwarzweissem Textinhalt werden zunehmend im Inkjet gedruckt. Für farbige Fotobücher hat sich die Indigo mit Flüssigtoner als ideal erwiesen und Books-on-demand-Bücher mit gemischtem Inhalt kenne ich so, dass diese auf Rollenmaschinen mit Trockentoner gedruckt werden.

    Auf Skippers Fotos ist zu erkennen, dass seine Bücher einen gemischten Inhalt aufweisen. Mich würde nicht überraschen, wenn seine Bücher auf einer Xeikon-Rollenmaschine gedruckt wurden. Das würde auch die leichte Welligkeit der Buchseiten erklären. Das würde aber auch erklären, warum der Onliner meint, er könne die Laufrichtung des Papiers nicht wechseln. Bis eine neue Rolle auf der Xeikon geladen ist, gerade läuft, der Verzug kompensiert und die Maschine aufs neue Papier kalibriert ist, wird seine Zeit brauchen. In dieser Zeit steht auch die gesamte Produktionslinie still. "Books on demand" funktioniert so, dass "just in Time" Inhalt und Umschlag parallel gefertigt und zusammengeführt werden. Da wird nix auf Halde oder in einen Puffer produziert.

    Ich durfte vor einiger Zeit eine Fotobuch-Produktion (mit Indigo) besichtigen. Mit "Buchbinder Wanninger" hat das nichts zu tun, das ist reine Logistik, Logistik und noch einmal Logistik.... Faszinierend!

    Mit fachlich richtigem Handwerk hat eine Book-on-demand-Produktion nichts gemeinsam. Dafür sind die 5 Bücher aber auch sehr kostengünstig und mit einem sehr guten Preis-Leistung-Verhältnis versehen. Buchbinder Wanninger hatte für die Herstellung einen Tag gebraucht, ob er heute eine Rechnung von nur eine paar Euro fufzig den Büchern hätte beilegen wollen, ist auszuschliessen.

    Skipper befremdet mich schon ein bisschen, wenn er meint, das in meinem ersten Thread erwähnte Dreiecksverhältnis von Qualität, Termin und Preis umgehen zu können. Seine Erwartung nach "richtigem Handwerk" ist etwa so, wenn ich im McDonalds einen Tischkellner erwarten würde.

    Zudem macht man sich als erfahrener Drucker so langsam Sorgen um sein Gewerbe, wenn offensichtlich falsch produziert wurde und dann gesagt wird „sieht doch nicht schlecht aus“ oder „was willst Du schon erwarten“.

    Nicht aufregen, Skipper, ich habe geschrieben, dass das Buch auf dem Foto nicht schlecht aussieht. Auch wenn man hier im Forum bisweilen hellseherische Fähigkeiten einsetzen muss, Telekinese ist noch keine Fähigkeit von mir, auf Distanz das Handling deines Buchs zu beurteilen.

    Noch ein weiterer betriebswirtschaftlicher Grundsatz, auch wenn du diesen auch nicht lesen willst:

    Wer nicht zufrieden ist mit einem Anbieter, sucht einen besseren. Du hast zwar Geld bezahlt für die Vorserie, dass diese nicht brauchbar ist, ist zwar nicht gut, der finanzielle Schaden wird sich jedoch in engen Grenzen halten.

    Lehrgeld bezahlen tut weh, wie ich auch aus eigener Erfahrung weiss, aber eigentlich ist dieses Geld nicht verloren, sondern das beste Investment im Leben.

    Betriebswirtschaftlich gilt für jede Produktion, dass diese stets im Dreieck von drei Kriterien bewertet werden muss:

    - Preis (billig bis teuer)

    - Termin (schnell bis irgendwann)

    - Qualität (schlecht bis luxus)

    Das Vertrackte an dieser Dreiecksbewertung ist, dass immer nur zwei Kriterien hervorragend sein können.

    Beispiel: Ist die Qualität hervorragend und der Termin schnell, kann der Preis unmöglich billig sein. Oder: Ist die Qualität hervorragend und der Preis billig, kann unmöglich der Termin schnell sein.

    So gesehen, Skipper, hast du die Leistung erhalten, welche wahrscheinlich billigen Preis und schnelle Lieferung beinhaltet. An der Qualität musst du darum Abstriche machen, auch wenn mich dünkt, sooooo schlecht sieht das Buch auf den Fotos nicht aus.

    Nach vielen Arbeitsjahren im Rotlicht- und Grünlicht-Milieu war ich froh, als die ganzen Entwickler- und Fixierpools in der Druckvorstufe überflüssig wurden. Die logische Konsequenz, dass auch die letzten Entwicklerbäder, diejenigen für die Plattenherstellung, aus der Druckerei verbannt wurden. Der Kreis hat sich geschlossen, jetzt arbeiten wir wieder trocken, wie damals in Buchdruckzeiten.

    Natürlich sind die prozesslosen Druckplatten noch nicht perfekt. Bis zur Perfektion wird es noch viele Forschungs- und Entwicklungsjahre brauchen, genau wie bei den konventionellen Druckplatten auch, welche über Jahrzehnte zur heutigen Qualität geworden sind. Oder das Beispiel der grafischen Filme und deren Chemie. Beides war eigentlich erst zu dem Zeitpunkt perfekt, als CfF von CtP abgelöst wurde.

    In den fünf Jahren, in welchen wir prozesslose Druckplatten einsetzen, haben wir bereits vier Plattengenerationen durchlebt. Gedruckt haben alle Platten stets einwandfrei, jedoch das Entschichten war nicht immer problemlos. Das Aufrufen von himmlischen Heerscharen, abgewechselt mit dem Aufzählen von Exkrementen, war dann unausweichlich. Mit den Kodak-Platten sind wir heute sehr zufrieden, wenn diese weiter besser werden, wäre das Glück kaum mehr auszuhalten...

    Keine Ahnung, warum der Komori-Vertreter einen Washer zum Entwickeln von prozesslosen Platten empfiehlt. Wie Karsten bereits schreibt, das Feuchtwasser bleibt von der abgelösten Plattenschicht unverändert, Ablagerungen sind nicht zu finden.

    Das Ablösen funktioniert so, dass die Schicht beim Vorfeuchten angelöst wird und die Farbwalzen anschliessend die Schicht von der Platte abheben. Bei den ersten Abzügen geht die abgelöste Schicht auf die Makulatur. Ideal, wenn das Papier Maschinenformat hat und die Druckform flächig ist, aber es funktioniert auch beispielsweise bei einer A3-Maschine, auf welcher C5-Kuverts eingerichtet sind mit nur einem Druckbild von praktisch null. Auch da sind keine Ablagerungen zu finden, auch wenn das kleine Kuvertformat nicht viel Schicht abtransportieren kann.

    Maik, nach den beiden eher Negativberichten in diesem Thread würde mich sehr interessieren, welche denn deine Erfahrungen mit wasserlosem Offset sind. Nach meiner heutigen Google-Recherche funktioniert das wohl mit den Toray-Platten gut, zumindest in Nischenmärkten und in Avantgard-Betrieben.

    Wenn aber alles so super ist wie von dir in Beitrag Nr. 15 dargelegt, frage ich mich ernsthaft, ob denn die Druckereichefs allesamt blöd sind, wenn sie am Wunder dieses modernen Druckens nicht teilhaben wollen.

    Wasserlos habe ich bis jetzt nur als Nischenprodukt gekannt, beispielsweise beim Anilox-Offset oder bei den DI-Maschinen. Dass diese Maschinen jedoch wahre Wunder vollbringen, wäre mir neu.

    Meine persönliche Erfahrung mit den wasserlosen Toray-Druckplatten geht zurück auf die letzten Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts. Wir setzten diese Platten damals ausschliesslich für Copyshop-Druckaufträge ein. "Normale" Druckaufträge liefen bei uns über OHT und OHZ.

    Damals waren plüschbezogene Feuchtwerke Standard, morgens bei Arbeitsbeginn oder auch bei schwierigen Druckformen konnte es schon mal dauern, bis der Drucker in die Farbe gefunden hatte. Da schien der wasserlose Offset wie ein Geschenk Gottes zu sein, sich mit den ungeliebten Plüschwalzen nicht mehr rumschlagen zu müssen: keine Wassernasen mehr, kein Emulgieren, kein Tropfen und Schmieren.

    Mit den Toray-Druckplatten klappte es damals auch ganz gut, vorausgesetzt, man wollte damit keine grösseren Auflagen drucken. Die alltäglichen Copyshop-Auflagen waren aber in der Regel klein, tonen wegen sich erwärmendem Druckwerk eigentlich kein Problem.

    Das Problem mit den Toray-Platten war stets die Erwärmung des Druckwerks. Mit beginnendem Warmwerden der Walzen war das Grundtonen der Platte unvermeidbar. Platte putzen half nichts, im Gegenteil, die Silikon-Beschichtung der Platte war so empfindlich, dass Putzen unvermeidbar zu Kratzern führte.

    Ich nehme an, die Toray-Platten von damals sind nicht mehr mit den heutigen weiterentwickelten Toray-Platten zu vergleichen. Die Feuchtwerke von damals sind jedoch auch weiterentwickelt worden. Was damals ein Wasserschwall war, ist heute zu einem feinen Film geworden. Ich sehe den Vorteil des wasserlosen Druckens von damals heute überhaupt nicht mehr. Ohne Wasser wird zwar eine Einflussgrösse beim Drucken eliminiert, dafür muss jedoch die Einflussgrösse der Toray-Platte in Kauf genommen werden.

    Ob die Berechenbarkeit der Toray-Platten heute mit Farb- und Druckwerktemperierung gegeben ist, bezweifle ich.

    Wie die Toray-Platten heute belichtet und entwickelt werden, weiss ich nicht. Jedoch wird das Handling der Platte kaum einfacher sein als bei den modernen prozesslosen Druckplatten. Von den Plattenkosten ganz zu schweigen.

    Es mag heute Anwendungen geben, wo der wasserlose Offset unerlässlich ist. Für den normalen Offsetalltag sehe ich jedoch mit den Toray-Platten mehr ungelöste als gelöste Probleme im Drucksaal.

    Kupplungshebel abbauen

    Schwungradschutz abbauen

    Riemen abheben und neuen auflegen

    Ich denke, mit etwas mechanischen Verständnis findet man die richtigen Schrauben, welche gelöst werden müssen. Habs zwar noch nie getan, der letzte Riemenwechsel an unserem OHT wurde mit einem neuen Motor damals von Heidelberg gewechselt.

    Ich gehe einig mit Manufaktur und meine, dass Heidelberg die Tiegel bis zuallerletzt in Schwarz gehalten hat. "Die Schwarzen aus Heidelberg" war über viele Jahrzehnte zum Inbegriff für Maschinenbauqualität geworden, warum sollte Heidelberg am Schluss auf Farbtupfer setzen? Auch die "Rotaspeeds", die erste Generation von Heidelbergs Offsetmaschinen war in Schwarz.

    Farbige Varianten von Heidelberger Maschinen kenne ich vor allem bei den OHZs. Die werden auch heute noch revidiert und umgebaut und erhalten ein zweites Leben zum Beispiel als Stanz- oder Prägemaschinen. Klar, dass die revidierten Maschinen auch optisch hübsch für ihr neues Leben sein müssen. Da kommt dann neben einer teilweisen neuen Verschalung auch Farbe mit ins Spiel.

    Der rote Tiegel wird auch so eine überholte Maschine sein. Wahrscheinlich wurde ihm das Folienheissprägemodul später angebaut und um die Maschine hochwertiger wirken zu lassen, wurden die einfach zu übermalenden Teile rot gespritzt.

    Auf Maschinensucher findet man bisweilen exotische OHTs. Ich habe da schon mal einen komplett in himmelblau gehaltenen OHT gesehen. Oder auch OHTs von Schweden, welche zwar in Schwarz gehalten sind, aber wegen der dort geltenden Arbeitssicherheit einen kompletten Dachüberbau haben.

    Speedmaster, ich denke, die Wette hast du verloren. Vielleicht kannst du deinen Wetteinsatz aber etwas mindern, denn ein bisschen hast du sogar recht. Die neueren OHTs sind tatsächlich nicht komplett schwarz. Schwungradkasten und Werkzeugschublade sind zwar nicht rot, aber immerhin anthrazit, was in gewissem Sinn auch eine Farbe ist...

    ... hab Platten im Verdacht, aber halt nur Vermutung. :(

    Um auszuschliessen, dass die Platten nicht ursächlich sind, kann folgender Test gemacht werden:

    - Testform vollflächig mit typischem Problemraster belichten

    - Druckplatte andrucken, Fehler bestimmen.

    - Druckplatte ausspannen und um 180 Grad gedreht einspannen und andrucken.

    Ist der Fehler vom Druckende zum Druckanfang nicht mitgewandert, kann die Druckplatte als Problemursache ausgeschlossen werden.


    Wir wissen ja nicht, wie die Platten in King Tigers Betrieb hergestellt werden. Konventionell entwickelt kann schon die Entwicklerstation das beschriebene Problem verursachen, beispielsweise, wenn zu wenig Entwickler regeneriert wird. Oder wie Karsten, unser Weiser aus dem Morgenland - ääääh, nein, natürlich aus dem Drucksaal - meint: "Vielleicht mal einen Lappen in die Hand nehmen..." und die Entwicklerstation schrubben.

    Wie meint Karsten jeweils: "Bloss nicht zu viele Infos."

    ...und am besten gleich noch falsche Fotos posten. Alles andere könnte ja zur Eingrenzung des Problems führen.

    Nun ja, dann verlasse ich mich hier einmal mehr aufs Hellsehen.

    Eigentlich ist es unmöglich, dass die Justierschrauben des Markenlineals den Aufzug berühren können, geschweige, dass sich die Arretierung dermassen verklemmt, dass die Zange zum Lösen der Kupplung benötigt wird. Aus Unachtsamkeit kann es vorkommen, dass der Drucker die untere Klemmstange des Aufzugstraffens nicht vollständig in die Haltefeder drückt, dann kann es sein, dass die Justierschrauben des Markenlineals die Klemmstange berühren. Das hat jedoch kein Verklemmen zur Folge, sondern Passerprobleme, welche vom Drucker sofort erkennbar sind.

    Die Schrauben rechts und links des Markenlineals sind ausschliesslich zur Paralleljustierung des Druckbogens zum Druckbild. An den unteren Schrauben ist vom Drucker nichts zu verstellen.

    Somit ergeben sich nur zwei Möglichkeiten zur Ursache des Problems: Es ist an der Maschine rumgeschraubt worden, dann muss der Schraubenmeister selber das Zurückdrehen finden. Oder es liegt ein mechanischer Defekt vor, welcher das Markenlineal über den Sollwert hebt. Die Steuermechanik der Marken befindet sich hinter dem Schwungrad. Vielleicht ist dort ein Riss im Gestänge zu entdecken, eine ausgeschlagene Steuerrolle usw.

    Oder aus Mangel an Informationen ganz anders gefragt: Berühren die Schrauben wirklich den Aufzug? Oder könnte es sein, dass nur der Kupplungszapfen schwergängig ist, dass er mit einer Zange gezogen und verdreht werdenmuss????

    Hallo Rudolph

    Ich bin ob deines am Samstag geposteten Fotos einigermassen verwirrt.

    Bei unserem Tiegel (Baujahr nach 1970) läuft der Entkupplungszapfen für den Druck ohne Schiebemarken oberhalb eines Bahnsegments. Beim Entkuppeln wird der Kupplungszapfen nach oben gezogen und seitlich verdreht (wie auf dem Schild sichtbar). Beim Einkuppeln wird der Zapfen wieder zurückgedreht und im Loch des Bahnsegments arretiert.

    Auf deinem Foto sehe ich dieses Bahnsegment jedoch nicht, nur eine Welle mit Loch. Ich kann nicht nachvollziehen, wie in diesem Loch der Kupplungszapfen arretiert werden soll.

    Wäre wichtig zu wissen, welche Historie die Maschine hat: seit jeher im Betrieb, neu angeschafft, Maschinenunfall, daran gebastelt usw.

    Fotos mit eingekuppelter Schiebemarken-Mechanik wären auch hilfreich. Vielleicht wurde die Konstruktion mal geändert und ist nur auf den neueren Maschienen wie von mir oben beschrieben.

    Hallo Moselprinter

    Wenn du die Chromwalzen im Verdacht hast, für die Wassernasen ursächlich zu sein, empfehle ich dir vor dem Reiberwechsel den Wink eines altgedienten HD-Monteur aus der guten alten GTO-Zeit zu probieren.

    Er hat uns damals empfohlen, die Chromwalzen regelmässig mit Wienerkalk zu reinigen und zu "entfetten", was wir damals bei unserer GTO auch regelmässig getan haben. Wienerkalk ist ein sehr feines Reinigungs- und Poliermittel, welches den Chrom von Ablagerungen des Wassers und des Feuchtmittelzusatzes befreit.

    Diesen Tipp des HD-Monteurs haben wir seit dem Wechsel auf SM nicht mehr befolgt bis vor etwa zwei Jahren, als wir auch Probleme mit Wassernasen bei gleichzeitigem Schmieren in der Mitte hatten. Uns hat das Reinigen der Chromwalzen damals Linderung gebracht.

    Vor Jahren hat man Wienerkalk in jeder Drogerie kaufen können. Heute fragt die Drogerieverkäuferin zurück: "Wienerwas?".

    Heute findet man Wienerkalk noch in alternativen Internetshops. Das überall erhältliche SIGOLIN geht zum Reinigen des Chroms jedoch auch. Der Hauptbestandteil von Sigolin ist der genannte Wienerkalk.

    Angewendet nach Gebrauchsanweisung reinigt Sigolin den Chrom blitzesauber. Da die mit Sigolin gereinigten Feuchtwalzen aber die Tendenz haben, farbfreundlich zu sein, ist an die Sigolin-Behandlung das gründliche Reinigen der Chromwalzen mit Alkohol unerlässlich.

    Naja, für meinen Geschmack sind die beiden Maschinen in einem grässlichen Zustand. Der Rost am OHT geht wohl weit über Flugrost hinaus und der komplette Walzenstuhl des Monopols müsste wohl erneuert werden, wenn darauf wieder Produktion laufen soll.

    "Kostenlos" wird auch in diesem Fall nicht "gratis" heissen. Zum "Kostenlos" wird mindestens der Auf- und Ablad kommen sowie der Transport, zusätzlich die nicht unerhebliche Restauration der Maschinen. Ich meine sogar, dass der Zahn der Zeit am OHT bereits soweit genagt hat, dass mit dieser Maschine nicht mehr 100-prozentig präzise gedruckt werden kann.

    Wahrscheinlich hat der verstorbene Drucker den OHT irgendwann günstig gekauft, jedoch nie damit gedruckt. Ich schliesse dies daraus, weil die Maschine noch auf dem Transportpalett steht und zum Beispiel die Kurbel für die Geschwindigkeitsverstellung nicht montiert ist. Auch würde kein Drucker die Farbwalzen unter der Maschine lagern, dort wo Schmieröl drauf tropfen kann.

    Meine Empfehlung an diejenigen, welche mit der Übernahme der Maschinen liebäugeln: Schaut euch zuerst die Gebrauchten bei professionellen Maschinenhändlern an. Gerade die A4-OHTs sind heute auch fast "kostenlos" zu haben, jedoch in einem weitaus besseren Zustand. Dies, weil die Zeit dieser Maschinen wohl langsam ausläuft. Ein Maschinenhändler hat mir mal gesagt, dass er 10 OHTs an Lager habe, diese aber fast keine Nachfrage mehr hätten. Wenn er wieder einen reinnehmen müsse, gehe der schlechteste seines Bestandes in den Schrott...

    Auf der Veranstaltung sind die Drucker weitestgehend unter sich, ob da soviel Kundenaquise möglich ist?

    ADP, was Aquise ist, hast du falsch verstanden. Eine Seilschaft bilden, besteht nicht nur aus Kundenaquisition. Fast noch wichtiger ist das Knüpfen eines Beziehungsnetzes zwischen Agentur, Multimedia, Druckerei, Buchbinder, Versenden, Medien usw., welche sich gegenseitig Kunden weiterreichen. Warum sollte also Kundenaquise bei einer Award-Verleihung nicht möglich sein, wenn sich "gleich und gleich" zusammenfinden?

    Mit einem gewonnenen Award kann sich jeder Betrieb auch herrlich bei seinen bestehenden und anzuwerbenden Kunden in Szene setzen. Der Wert eines gewonnenen Branchenawards ist ja für Aussenstehende selten abschätzbar. Die einen machen es heute mit einem "nachhaltigen" Mäntelchen, die anderen mit dem "gewinnen" eines Awards.

    Vor Jahren haben sich grafische Betriebe mit Ihrem erreichten ISO-Zertifikat von den anderen Betrieben abzusetzen versucht. Heute hat dieses Zertifikat wohl jeden grösseren Betrieb erreicht, damit ist also kein dicker Pott mehr zu aquirieren. Und wenn wir ehrlich sein wollen, Awards und ISO-Zertifikat haben einiges gemeinsam: Sie besagen nur, was sein könnte, ob's im Betrieb auch gelebt bzw. produziert wird, bleibt jedoch ungewiss...

    Diese Veranstaltung braucht eigentlich kein Mensch. Eine Möchtegern Selbstbeweihräucherung vom allerfeinsten. (...)

    Ja, eigentlich sind solche Veranstaltungen unnötig, weil die mit einem Award gewürdigten Leistungen in den allermeisten Fällen auch sehr bescheiden sind.

    Es geht bei solchen Veranstaltungen aber auch nicht ums Preise verteilen, das ist nur der äussere Aufhänger dafür. Es geht ums Networken, sehen und gesehen werden, Kontakte knüpfen, Geschäftsbeziehungen neu knüpfen oder festigen. Kurz, Aquisition, wie diese heute gerade bei jungen Geschäftsleuten üblich ist.

    Ich bin noch ein Patron der alten Garde, für die Kundenaquisition habe ich stets die Leistung meines Betriebs in den Fokus gestellt. Um jüngere Kundschaft anzuwerben, ist dies heute jedoch nicht mehr die richtige Strategie. Wenn sich ein junger neudeutscher CEO in den sozialen Medien präsentiert, zum Beispiel wie er Marathons, Triathlons und Ironmans absolviert und auf seine Work-Life-Ballance stolz ist, wird der Cyberfisch höchstens ein mitleidiges Lächeln von ihm ernten, wenn er sich als fleissiger, pflichtbewusster, kompetenter Druckpartner vorstellt.

    Seilschaften bilden, das ist auch heute das Zauberwort im Geschäftsleben. Auf dem Dorf im Kleinen ist das noch immer am Stammtisch möglich, für die grossen Dimensionen sind es heute Awardverleihungen, Symposien, Kongresse usw.