Beiträge von Boston Presse

    Ich drucke nur mit Offsetfarben auf dem Tiegel. Als alter Buchdrucker bin ich froh moderne Farben einsetzen zu können. Das alte Automaten-Schwarz, das nicht trocken wurde, benutze ich schon 40 Jahre nicht mehr. Reinigen der Maschine sollte kein Hindernis sein, denn ein A4 OHT ist in 10 minuten gewaschen.

    also ein positives Bild, nicht irgendeinen Film

    Ich glaube Du verwechselst hier reprografische Technik mit analoger Fotografie. In der analogen Fotografie spricht mann von Dia, wenn es sich um ein farbiges, transparentes Bild handelt. Da auch ein Schwarz-Weiß-Film undurchsichtige und transparente Stellen hat duch die mann hindurch sehen kann, handelt es sich auch um ein Dia denn nichts anderes bedeutet das Wort. Ein Farb-Dia kann ohne vorherige Trennung in CMYK-Farben nicht reproduziert werden.

    Natürlich gab/gibt es mehrere Techniken ein Rotablatt zu bebildern, dazu gehöhrt auch das Diffusionsverfahren Copyrapid von AGFA.

    Das abgebildete Gerät ist jedoch nur das Entwicklungsgerät.

    Wie das Umdruckverfahren zur Erstellung des Rotablattes ausgesehen hat kann ich nicht sagen. Die Erstellung dieser Folien war ein Geschäftszweig von Rotaprint und war etwas geheimnisvolles. Bedenken muß mann auch, daß die Rotaprint-Maschinen zuerst nur in Büros und Verwaltungen standen und nur von Laien bedient wurden. Eine Repro-Kamera war schon etwas spezielles. Mit dem Autoreversalfilm habe ich erst 1967/68 gearbeitet, beschreiben oder zeichnen mit speziellem Stift habe ich bereits 1962 gemacht, war allerdings auch ein anderer Plattentyp. Wann der Autoreversal-Film den Markt gekommen ist kann evtl. über AGFA ermittelt werden.

    ein Negativ, kein Dia, für die Beschichtung des Rotablatts

    Die Aussage ist falsch. Das Rotablatt für die Filmkopie war lichtempfindlich (UV) beschichtet. Die Filmvorlage war positiv. Nach der Belichtung mit UV-Licht wurde die Platte mit einem Alkali-Entwickler entschichtet. In späteren Jahren habe ich auch mit negativ reagierenden Platten gearbeitet. Was genau meinst Du mit Dia? Jeder Film,egal ob positiv oder negatives Bild, ist ein Dia.

    An den genauen Vorgang kann ich mich nur noch dunkel erinnern, da ich sehr schnell mit Reprokamera und Dunkelkammer gearbeitet habe. Eins ist jedoch sicher, nach der Reflexbelichtung und Entwicklung, gab es ein Positiv. Es kommt also auf den Film an ob ein Positiv oder ein Negativ entsteht. Auch in der Reprokamera wird das Licht von den weißen Stellen reflektiert und schwärzen den Film. Es entsteht aber ein Negativ. Dieses muß dann noch zu einem Positiv "umkontaktet" werden. Beider Sache muß dann noch auf die richtige Schichtseite des Films geachtet werden. Die Ozasol P1 Druckfolien benötigten einen Positv-Film. Ein zusätzliches Bleichbad wie es für fotografische Diapositive verwendet wird, gab es nicht. Es gab auch durchsichtige Montagefolien um verschiedene Filme zu einer Seite zu montieren.

    Zum 50 Jährigen Betriebsjubiläum von Rotaprint erschien 1954 ein Buch von Ernst Jaster mit dem Titel von Gutenberg bis Rotaprint. Ein sehr interessantes Werk, das die Entwicklung und den Werdegang des "Rotaprint-Druckverfahrens"

    anschaulich darstellt.

    Hallo,

    die Reflexkopie wird im Kontaktgerät gemacht. Der Film war damals von AGFA, Autoreversal A1 P, wenn ich mich recht erinnere. Also Film in den Kontaktbelichter Vorlage obenauf, belichten durch die Schicht, dann den Film entwickeln und dann die vorbeschichtete Platte kopieren. Das ging alles mit einem Gerät und ohne Dunkelkammer. Wer zu der Zeit schon über eine Reprokamera verfügte konnte normalen Repro Film einsetzen, war aber dann an eine Dunkelkammer gebunden.

    Mit Verilith habe ich mich auch eine zeitlang herumgeärgert,Film und Aluplatte war der bessere aber auch teuere Weg.

    Die RKL war meine erste Offsetmaschine. Die Platten habe ich damals reprofotografisch erstellt. Es gab auch ein spezielles Farbband für Schreibmaschinen und Stifte, damit konnten Texte und Zeichnungen direkt auf das Rotablatt

    ( 0,10 mm Alufolie ) aufgebracht werden. Die "guten" Sachen wurden damals mit Tageslicht Filmen, Rastefolien und Kontaktkopie hergestellt.

    War schon eine tolle Zeit!

    Hallo Jenny,

    es gibt da mehrere Firmen die Walzen neu beziehen. Meine Walzen lasse ich schon seit vielen Jahren bei der Fa.Westland in Melle neu gummieren. Die Firmen Böttcher und Sauer haben ebenfalls einen sehr guten Ruf. Die Adressen habe ich nicht zur Hand, lassen sich sehr leicht über das Netz finden.

    MfG.

    Neben der Maschinenfabrik Karl Krause gab es um die Jahrhundertwende zahlreiche Gießereien und Maschinenfabriken die sich mit dem Bau von Tiegelmaschinen befassten. Z.B. Heidsieck, Hogenforst oder Schelter und Gieseke. Evtl. finde ich in alten Fachbüchern etwas über den Trettiegel. Mit Beisatz zu arbeiten ist heute schon eine Herausforderung-aber bitte nicht zum Prägen, dazu ist Bleizu weich. Seit vielen Jahren benutze ich nur noch die Fotopolymerplatten, die Computerprogramme bieten einfach mehr Möglichkeiten und freiere Gestaltung.

    Meinen Glückwunsch zum Kauf der Maschine. Sie scheint lt. den Fotos komplett restauriert zu sein. Gibt es eine Herstellermarke der Deutschen Firma/Gießerei? Viele Modelle der Amerikanischen BostonTiegel wurden nach Ablauf der Patente in Deutschland gefertigt. Mit diesem Modell habe ich noch nicht gearbeitet, drucke aber mit einem Heidelberger Tiegel und Handhebel Boston (Table top). Um genaueres sagen zu können muß ich wissen, was und womit auf der Maschine gedruckt werden soll.

    Das klingt nicht gut. Wirtschaftlich sicher ein Totalschaden, die Heidelberger Tiegel weden sehr preiswert gehandelt.

    Kommt evtl eine selbst ausgeführte Reparatur in Frage? Wenn sich die Maschine noch durchdrehen läßt,würde ich den Druck bis auf die Nullmarke zurückstellen, das Stanzblech entfernen, die Greifer abschrauben und nach dem Abscherring sehen der nach solch einem Krasch ausgetauscht werden sollte. Wenn die Maschine jetzt wieder Druck aufbaut sollte über eine Reparatur entschieden werden.

    Ja, so ist es. Wie sehr viele unserer Fachbegriffe stammen auch die Ausdrücke Schön- u. Widerdruck aus den Anfängen des Buchdruckes. Zum Einen hängt es mit dem Papier zusammen, welches damals noch von Hand geschöpft wurde und demnach zwei Seiten hat, aber als zweiten wichtigeren Punkt mit der Druckreihenfolge. Schöndruck bedeutet dann soviel wie Erster Druck, daß jungfräuliche Papier wird das 1.mal bedruckt. Widerdruck bedeutet lediglich Gegendruck und erklährt sich somit von selbst.

    Da wist du mit Siebdruck keinen Erfolg haben. Wir sprechen hier nicht von aufbringen einer Farbe! Meines Wissens werden Wasserzeichen, die nachträglich aufgebracht werden, im Lackwerk einer Offsetmaschine aufgebracht. Es handelt sich um eine fast wässrige Flüssigkeitwelche die Struktur im Papierangreift, daher eignet sich ein Kammerrakelwerk gut für diesen Zweck. Das ist die "Inmarque-Watermark Technologie". Im Buchdruck kann ein Wasserzeichen durch ein Farbprägung simuliert werden.

    Nachträgliche Wasserzeichen werden auch durch aufbringen einer sehr hellen Farbe in einer sehr dünnen Schicht simuliert, dieses ist jedoch im Siebdruck schlecht möglich, aber nichts ist unmöglich.

    In meinen Unterlagen habe ich noch etwas gefunden,könnte evtl. einen Erfolg bringen:

    Jänecke + Schneemann Druckfarben GmbH

    Der J+S Wasserzeichenfirnis 62352 ist ein Lack mit der

    Aufgabe, ein Wasserzeichen welches normalerweise im

    Bedruckstoff integriert ist, zu simulieren.

    Einsatzbereich

    Der J+S Wasserzeichenfi rnis 62352 dient der Drucksachenveredelung

    und kann auf allen konventionellen

    Offsetdruckmaschinen verarbeitet werden. Auf Grund

    von verschiedenster Papierqualitäten ist eine Eignung des

    Bedruckstoffes im Vorfeld zu überprüfen.

    Das Produkt besticht durch:

    • problemlose Verdruckbarkeit

    • rasche Durchtrocknung

    • oxidative Trocknung

    • gute N-i-N Eignung

    Wünsche viel Erfolg!

    Da Siebdruck ein Schablonen-Druckverfahren ist, wird systembedingt mit einer dickeren Farbschicht gearbeitet. Der Durchmesser der Siebfäden bestimmt die Dicke der Schicht. Alle bisherigen Antworten sind richtig, laufen aber ins leere, da wir immer noch nicht wissen was du mit welchem Effekt auf welches Material drucken möchtest.