Prozessfreie Platten liniarisieren

  • Hallo zusammen,

    wir haben einen neuen Belichter bekommen und ich soll mal die Platten liniarisierung machen. Das ist im großen und ganzen kein Problem vom Ablauf her.

    Ich scheitere gerade grandios daran diese prozesslosen Platten frei zu bekommen. Das ist ein asiatischer Hersteller und es bleiben immer zu viele Reste zum ausmessen übrig.

    Meine Hilfmittel habe ich hier mal mit angehangen, ich habe dazu destiliertes Wasser genommen und normale Lappen oder dann auch fusselfreie Tücher... hat hier noch Jemand eine Methode oder Hilfmittel um die prozesslosen Platten frei zu bekommen?


    Meine

  • Eine schnelle Antwort zum Weitermachen:

    Deine aufgeführten Mittel kenne ich nicht, obwohl wir früher Fuji-Platten eingesetzt haben und aktuell die Kodak-Platten einsetzen. Diese Mittelchen braucht es meiner Meinung auch nicht. Die Platten sollen ja prozessfrei bleiben.

    Die Linearisierung unseres Belichters hat damals der Plattenlieferant gemacht. Fürs Ausmessen hat er zum Entschichten Plattentiefreiniger von der Maschine gebraucht. Dieser Reiniger ist auch gut, wenn die Platte in der Druckmaschine nicht vollständig entschichtet.

  • Ich würde auch vorschlagen, die belichtete Platte kurz in die Maschine zu hängen und dort zu entschichten. Dann hat das am ehesten was mit Standardisierung zu tun. Sollen ja immer reelle Kampfbedingungen herrschen.

  • Wofür linearisieren? Die Linearisierung war dafür da, Produktionsschwankungen der Druckplatten und den Entwicklungsprozess zu kompensieren. Chemie hat hier keinen Einfluss mehr, bei hochwertigen Platten sollte es auch da Stabilität geben. Drucken und die Tonwerte auf dem Material messen und kompensieren.

  • Wofür linearisieren? Die Linearisierung war dafür da, Produktionsschwankungen der Druckplatten und den Entwicklungsprozess zu kompensieren. Chemie hat hier keinen Einfluss mehr, bei hochwertigen Platten sollte es auch da Stabilität geben. Drucken und die Tonwerte auf dem Material messen und kompensieren.

    Was du meinst, ist "kalibrieren". Damit wird die Densität und die Punktzunahme im Druck mit der Rasterpunktgrösse auf der Druckplatte kompensiert.

    Linearisieren ist die Grundeinstellung des Belichters einstellen. Zu viel Licht strapaziert die Laserdioden des Belichters und erzeugt Streueffekte auf der Druckplatte. Zu wenig Licht durchhärtet die Schicht nicht vollständig und lässt die Druckplatte während des Druckens spitzer werden. Eigentlich dasselbe wie bei konventionellen Druckplatten und früher bei der Druckplattenherstellung mit Filmen.

    Die Instruktoren der Plattenlieferanten kommen gerne die Grundeinstellung des Belichters machen. Weil die Instruktoren die optimalen Einstellwerte der verschiedenen Belichter kennen, würde ich das Linearisieren nicht in Eigenregie versuchen.

  • Stimmt > das hatte ich falsch verstanden.

    Es gibt das grundsätzliche Eintesten mit der Ermittlung der Laserpower für den Plattentyp > üblicherweise Aufgabe des Belichterherstellers.

    Dann gibt es aber die regelmäßige Platten-Linearisierung der verwendeten Druckplatten. Ziel ist, dass z.b. 40 Prozent auch 40 Prozent auf der Platte ist. Kompensation von Plattenproduktionsschwankungen und chemischem Entwicklungsprozess. Gemessen auf der Druckplatte. Bei prozessfreien Platten schlecht mess- und auswertbar. Obwohl Kodak Sonora Ultra ziemliche Fortschritte gemacht hat.

    Und darauf setzt dann die spezifische Tonwertkurve auf, um Maschinenzustand, Material, Druckstandard beeinflussen zu können. Gemessen auf gedrucktem Material.

  • Hallo Falko,

    da hast Du ja eine interessante "Sammlung unterschiedlicher Mittelchen" als Fotos aufgereiht, die auf verschiedenste DOP-Druckplatten (Fujifilm Superia ZX (spez. Gummierung), Kodak Sonora (versch. Typen), Ipagsa/Strong Europe Infinity ?) angewendet werden und zumeist den Kontrast der CtP-belichteten prozessfreien Druckplatten erhöhen sollen, um sie mit einem handelsüblichen Druckplatten-Messgerät (z.B. Techkon SpectroPlate) für eine Druckplattenlinearisierung ausmessen zu können.
    Die unterschiedlichen Mittelchen können funktionieren, müssen aber nicht. Die Technologien von DOP-Platten sind sehr unterschiedlich, daher ist die Chance, dass da was funktioniert gering. Der "alte Trick" mit dem Fenstereiniger funktionierte auch noch bei den älteren Kodak Sonora Plattentypen, bei den neueren und aktuellen Sonora XTRA(3) und ULTRA aber schon nicht mehr.
    Ein alternatives Vorgehen könnte die Anwendung deines normalen Feuchtwassers (inkl. dem Feuchtwasserzusatz) auf der belichteten Druckplatte mittels fusselfreien Tuches sein. Falls deine chin. Druckplatte darauf nicht reagiert, steht in jedem Fall ein Wechsel des Feuchtwasserzusatzes an. Dein grafischer Händler und/oder Druckplattenlieferant ist nun gefragt dir den passenden neuen Feuchtwasserzusatz zu empfehlen. Mit dem neuen Feuchtwasseransatz sollte die Druckplatte messbar und damit auch zu linearisieren sein.

    Beste Grüße aus Essen
    Martin Müller