Habe eine Offset - Andruckpresse (OZAPLAN GD 4665 von Kalle) geerbt...

  • Habe eine Andruckpresse geerbt, und keine Ahnung was ich damit anstellen kann. Sie ist von meinem Vater, der hat Sie vor zehn Jahren noch aktiv verwendet.

    Über Kleinanzeigen habe ich bis jetzt nur Rückmeldung von einem Schrotthändler. Ich würde es aber vorziehen die Presse an einen Freund des Offsetdrucks zu vermachen, das wäre auch im SInne meines verstorbenen Vaters. Ein Gautschbrief ist nicht unbedingt notwendig ;)

    Vielleicht gibt es ja einen Interessenten. - Gerne Info, ein Probedrucken kann organisiert werden...


    Bedienungsanleitung:

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    Einmal editiert, zuletzt von jleibnitz (9. Mai 2026 um 11:12)

  • Hallo jleibnitz

    Eine bedeutende grafische Maschine des ausgehenden 2. Jahrtausends , welche du vorstellst. Für die jungen Drucker hier im Forum: Mit diesen Maschinen wurden vierfarbige Andrucke von Film-Fotolithos angedruckt, damit diese dem Kunden als Gut zum Druck vorgelegt und später beim Druck als Referenz dienen konnten. Noch Mitte 80er Jahre wurden solche Maschinen gebaut, letztmals habe ich neue automatisierte Andruckmaschinen auf der Imprinta in Düsseldorf gesehen. Spätestens ab anfangs 90er Jahre wurden Andrucke, so sie noch gebraucht wurden, nicht mehr drucktechnisch hergestellt, sondern mit Sublimationsverfahren generiert.

    Für grafische Betriebe hat deine Andruckmaschine jede Anwendung verloren. Vielleicht findet sich irgendwo ein Künstler, welcher mit der Maschine "experimentelle" Druck herstellen will. Aber man darf nicht vergessen, dass das Andrucken das eine ist, das andere ist, dass die Druckformherstellung, um überhaupt mit der Maschine zu drucken, zunehmend kompliziert und teuer wird. Filme und konventionelle Druckplatten werden zunehmend schwierig in der Beschaffung, von den passenden Belichtern ganz zu schweigen.

    Ich sehe für die Zukunft der Maschine nur zwei Varianten:

    Du wartest, bis ein Begeisterter die Maschine übernimmt, diese abbaut, transportiert, wiederaufbaut und überholt. Wahrscheinlich findest du sogar jemanden, der dir spontan noch 500 Euro bezahlen will unter der Bedingung, dass du noch zuwartest, weil er gerade keine Zeit für den Abtransport hat. Dann wartest du erstmals zehn Jahre...

    Die andere Variante, die realistische, du übergibst die Maschine der Vergänglichkeit und erinnerst dich in allen Ehren daran, dass dein Vater als Fotolithograf/Andrucker seinen Lebensunterhalt damit verdient hat.

  • Kann man mit dieser Maschine nur Offsetplatten andrucken, oder ist das Druckbett in der Höhe verstellbar, um damit zum Beispiel mit Bleisatz oder Holz- Linolschnitten zu drucken?
    In dem Fall könntest du die Anzeige auch bei Facebook auf der Freunde der schwarzen Kunst posten.

  • Hallo zusammen,

    besten Dank für die informellen und äußerst nützlichen Tipps über die Andruckpresse. - Habe selbst auch noch anderweitig recherchiert und ein Bild der GD 4665 im Internet gefunden. - Ist dort noch in einem Labor für Druckerverfahren noch im Einsatz.

    Ebenso habe ich die Bedienungsanleitung gefunden:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Über Kleinanzeigen habe ich bis jetzt nur Rückmeldung von einem Schrotthändler. Ich würde es aber vorziehen die Presse an einen Freund des Offsetdrucks zu vermachen, das wäre auch im SInne meines verstorbenen Vaters. Ein Gautschbrief ist nicht unbedingt notwendig ;)

    Vielleicht gibt es ja einen Interessenten. - Gerne Info, ein Probedrucken kann organisiert werden...

  • jleibnitz 9. Mai 2026 um 11:09

    Hat den Titel des Themas von „Habe eine Offset - Andruckpresse geerbt...“ zu „Habe eine Offset - Andruckpresse (OZAPLAN GD 4665 von Kalle) geerbt...“ geändert.
  • Kann man mit dieser Maschine nur Offsetplatten andrucken, oder ist das Druckbett in der Höhe verstellbar, um damit zum Beispiel mit Bleisatz oder Holz- Linolschnitten zu drucken?
    In dem Fall könntest du die Anzeige auch bei Facebook auf der Freunde der schwarzen Kunst posten.

    Nette Idee, die Maschine in eine Letterpress-Maschine umzubauen. Wird aber schon deswegen nicht funktionieren, weil der Druck bei der Offset(!)-Andruckpresse über das Gummituch erfolgt. Beim Umbau auf Buchdruck müsste die Druckform also seitenrichtig sein. Damit wäre schon einmal das komplette Blei vom Druck dispendiert.

    Schon eher kann die Maschine für den Druck von Hand-Lithografien verwendet werden. Der Unterschied zu Stein-Lithografien wäre auch, dass nicht direkt vom "Stein" gedruckt wird, sondern indirekt übers Gummituch.

    Technisch müsste für Hand-Lithografien an der Maschine nichts geändert werden. Mit Fettstift kann auch jede entwickelte Offsetplatte von Hand bebildert werden. Fürs Drucken wirds jedoch mehr als ein Gautschbrief brauchen: Ganz viel Erfahrung und noch mehr Können!


  • Cyberfisch

    Während meines Grafikdesignstudiums hatten wir in Münster eine ähnliche Presse stehen, von der wir dann tatsächlich auch über das Gummituch Lithografien von belichteten Aluplatten, sowie Holz- und Linolschnitte gedruckt haben.
    Deswegen auch mein Vorschlag es da bei Facebook in der Gruppe zu versuchen.

    Es ist aber eben auch dann leider ziemlich aufwendig den Transport zu organisieren.