Frage 328, Wie eben ist die Oberfläche von Papier und Karton?

  • meine Antwort:

    Ein Vergleich der Schichtdicken beim Schnitt durch ein bedrucktes Papier gibt gute Voraussetzungen für das Verständnis der Rauigkeiten: Papierschnitt.gif

    Die Unebenheiten können also max so dick sein wie eine Schicht selbst, z. B. der Strich. Ungestrichenes Papier kann locker Berge und Täler bis 20 µm aufweisen. Eigentlich ist es noch schlimmer, weil die Täler oft auch noch Löcher sind, in die Farbe wegsacken kann. Beim Zeitungsdruck merken wir, dass Einfärbung und Feinzeichnung durchaus leiden, wenn wir unsere etwa 1 µm dicke Farbschicht auf diesen Gebirgen anbringen.


    Gestrichene Papierqualitäten sind da schon eine Liga besser. Je nach Streich- Rohpapier und Strichauftrag können es aber immer noch bis zu 10 µm werden. Schauen wir uns ein LWC- Papier unter dem Mikroskop an, sehen wir, dass der Strich nicht mal eine geschlossene Schicht bilden kann. Mit der Menge an Streichfarbe steigen dann auch Geschlossenheit und Glätte. Bei mehrfach gestrichenen Qualitäten haben wir manchmal eine geradezu keramisch anmutende Oberfläche, auch bei den mattgestrichenen.


    Gussgestrichene Papiere haben eine Babyhaut - glatte Oberfläche mit vielleicht 1 µm Schwankungen. Sie werden ja gestrichen und sofort mit einer Hochglanz- verchromten Walze gebügelt. Das macht geradezu ein Fotofinish.

  • Servus!


    Deshalb wird versucht diese unruhige Materialoberfläche, wie man sie von ungestrichenen Materialen her kennt, mit der Druckbeistellung und Pressung auszugleichen. Letztenendes sind dort auch unterschiedliche Farbdichten in 4c ausschlaggebend, damit wir eine gleichmäßige optische Färbung zwischen

    gestrichen und ungestrichenen Materialien erzielen können.



    Mit den besten Grüßen und ein schönen Sonntag noch.



    Maik




    Drucker aus Leidenschaft