Frage 265, Wie beeinflusst die Reflexion der Oberfläche die optische Dichte?

  • Meine Antwort:

  • Ich habe mal eine alte Klausur gefunden, dort wird die densitometrische Dichtemessung wie folgt beschrieben.

    Über eine interne Lichtquelle fällt ein Lichtstrahl in einer Linse gebündelt und durch ein Polarisationsfilter und einer Blende im 0Grad Winkel auf bedruckte Probe.

    Licht das im 45 Grad Winkel remittiert wird gemessen. Die Farbinformation die durch Refelexion entsteht, also der nassen Farbe wird durch ein zweiten um 90grad gewinkelten Remissionsfilter entfernt.

    Die funktionsweise der Filter kann man sich am ehesten anhand einer Sonnenbrille mit UV Filter vorstellen. Es wird ein bestimmter Bereich des Lichts einfach entfernt.

    Reden wir von Densitomter reden wir immer nur von dem messen von Dichten. Des Weitereren von dem nichtvorhandensein von Licht.

    Messe ich beispielsweise ein Yellow schaltet das Densitometer einen Filter der Komplementärfarbe Blau dazu. Das Licht was dann übrig bleibt wird als Dichte im Feld angezeigt. Der Grund ist ein wirtschaftlicher, es ist kostengünstiger wenig Licht zu messen als viel.

    Die spektralfotometrische Dichtemessung funktioniert ein wenig anders . Schreibe ich gerne bei Interesse. Dort wird das Licht mit der zu messenden Farbinformation in einer Art Prisma aufgefächert und auf eine Diodenzeile gelenkt. Diese Dioden werden stimuliert und bilden eine Remissionskurve der Farbe ab.
    Hieraus wird ein Wert ermittelt der sich in Realtion setzen kann. Ich möchte ein klein wenig auf die Aussage das das Auge genau wie das Spektralfotometer urteilt eingehen.

    Es kommt auf den Farbton an.In unbunten Farbtönen als Grau,Beige,Lindgrün ist das menschliche Auge kritischer. Bei sehr gesättigten Farben hingegen ist die Maschine vorne.

  • Servus!


    Das die Reflexion von Farben immer vom Betrachter und der Lichtquelle unterschiedlich ist ,ist bekannt.

    Durch Zusätze und Lacke kann eine reine Farbe auch im glanz,mattigkeit beeinflusst werden.

    Die Materialbeschaffenheit spielt bei der optischen Einschätzung einer Farbe natürlich auch eine große Rolle.

    Bei einer Druckabnahme z.B. wird daher vor der Endgültigen Freigabe vom Kunden,das Druckergebnis unter

    normalen Tageslicht vor Ort kontrolliert.

    Denwie wir Wissen das Licht am Pult ist nicht gleich dem Tageslicht. Daher werden bei uns die Druckabnahmen durch den Kunden immer in der Frühschicht durchgeführt.


    Letztenendes zählen die Farbeindrücke des Kundenauges mehr als gemessene Farbwerte.




    Mit den besten Grüßen



    Maik




    Drucker aus Leidenschaft

  • Maik das ist soweit richtig. Am Ende hat der Kunde recht, für die Reproduzierbarkeit ist das aber ein Problem. Daher gibt der medienstandard druck eine Lichtquelle, eine Unterlage und einen bestimmten Abstand und Blickwinkel vor.

    Das Standardlicht an einem Leitstand sollte D50 mit einem definierten UV Anteil besitzen. Dieses Licht entspricht in etwa dem Tageslicht eines wolkenlosen Himmels im Sommer.

    Es sollte sowieso einfallendes Licht von Aussen vermieden werden. Wie Du es selbst sagst . Egal ob Früh- oder Spätschicht, das Ergebnis sollte immer das Gleiche sein.

    Die Autoindustrie mustert in der Regel mit D65 ab , also einer leichten Blauverschiebung.

    Aber um auf das Thema zurückzukommen. Dichte messen zur Ermittlung der Tonwertzunahme im Raster der Prozessfarben. Spektralfotometer zur Ermittlung der Farbtonwerte Lab.

    Ist die Farbe nass, Polarisationsfilter an . Ist sie trocken (richtig trocken) musst ausmachen.

  • Servus!


    Schubbeduster,inkman Ihr beide habt ja aus theoretischer Sicht her auf jeden Fall und das steht fest recht.

    Ich meine und schreibe es immer aus der praktischen Sichtweise.Unterm Schlussstrich soll wie Du schon schreibst

    die Reproduzierbarkeit auf jeden Fall möglich sein.

    Manchmal sind wir aber nach einer Stundenlangen Druckabnahme um einiges Weg vom Standart und sind froh,das es eine einmalige Kundenauflage ist.


    Die kommen schon meistens,wenn sie es sonst woanderst nicht gedruckt bekommen.Gleiches gilt für felschungssichere Druckfarbe im Verpackungsbereich.Dort wird mit einem speziellen Filterdensitometer gemessen,dort ist die Reflexion ein andere.



    Also wie schon erwähnt,schreibe ich aus der erlebten Praxis und die sieht manchmal etwas anders aus.




    Mit den besten Grüßen




    Maik.




    Drucker aus Leidenschaft

  • Maik, bin da ganz bei Dir. Ich drucke jetzt seit über 30 Jahren. Da gibt es nicht mehr viel was überraschen tut und kenn die Kunden nur allzu Gut. Stehen an der Maschine und wollen 5 Prozent hiervon und 3 Prozent davon . Dir suppt das weg und der Zuschuss wird immer weniger.....

    Als Techniker habe ich den ganzen Vorstufenkrams gelernt und weisst Du was ? Es wird i.d.R. uns Druckern zu schwer gemacht. Da gibt es nix zu basteln, es werden die Volltondichten angefahren und fertig. So ein gepflegtes Buntgrau aus vier Farben treffen,als Beispiel.

    Am Computer wird ein grosser Teil des Grau, durch schwarz ersetzt und es mit den restlichen drei Farben aufgehübscht und fertig. Viel stabiler, weniger Farbe alle sind happy.
    Produktionssicherheit, Reproduzierbarkeit und das vollkommen stressfrei. Was will ein Drucker mehr?

    Die Spezialanwendungen die Du beschreibst sind sicherlich Sonderfälle, wäre trotzdem eine spannnende Aufgabe eine Stadardisierung zu versuchen. ;-)