Roland 500 Farbzonenvoreinstellung (Digits)

  • Werte Kollegen,

    ich hoffe, es hat Jemand einen Tipp für mich. Aus einem nicht erkennbaren Grund sind unsere Cip3 Daten für die Farbschiebervoreinstellung grundsätzlich viel zu niedrig. Dabei rede ich von bis zu 40%. Bei der Suche nach einer Erklärung hierfür sind wir an der Roland 500 auf den Menüpunkt "Grundeinstellung-Farbschiebervoreinstellung-Digits" gelangt. Nun meine Frage: was regelt diese Einstellung "Digits"? Ist das ein Wert, um den eine eventuelle Farbregelung die Farbschieber öffnet oder schließt oder hat dieser Wert auch Einfluß auf die Cip3 Daten beim Einlesen in die Maschine?


    Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass unsere Makulaturen einen neuen Höchststand erreicht haben und dringend wieder reduziert werden müssen. Daher bin ich für Tipps sehr empfänglich:thumbup:


    Närrische Tage wünscht euch

    Golrab

  • Da sich wohl niemand mit diesen Digest auskennt versuche ich mal eine andere Frage.


    Es gibt diese Lernfunktion an besagter Maschine. Auf welchen gemessenen Bogen greift diese Funktion zurück? Auf den letzten gemessenen Bogen, auf den als "OK" abgespeicherten Bogen oder auf die abgesicherten Farbwerte des Auftrags?


    Ich hoffe, es kann da Jemand Licht ins Dunkel bringen!


    Liebe Grüße

    Golrab

  • Hi golrab,

    ich hoffe ich verstehe deine erste Frage richtig. Digits sind die Schritte mit dem du den Schieber einstellen kannst. Sprich der Wert der im Leitstand bzw. deinem Pult bei deinen Zonen steht sind Digits.

    Zu deiner 2. Frage: Die Funktion selbstlernen ist ein mächtiges wenn auch gefährliches Werkzeug. Bei einer neuen Maschine wird i.d.R. auf euren Standartpapieren abgedruckt und die Eingangswerte aus den CIP3 Daten ein bestimmter Faktor hinterlegt. Beim selbstlernen versucht die Maschine diesen Wert zu korrigieren. Theoretisch ist es möglich damit die Makulatur auf ein Minimum zu reduzieren.

    Wenn Ihr die Funktion noch nie verwendet habt ist die Maschine sozusagen noch jungfräulich. Dann könnt Ihr eure Standardjobs hernehmen und wenn ihr im Soll seid einfach selbstlernen drücken.

    Die Maschine nimmt dann die voreingestellten und aktuellen Digits der Zone vergleicht diese und korrigiert dabei dann den Faktor mit denen die CIP3 in die Maschine kommt. Je öfter Ihr das macht umso besser und genauer wird dieser Faktor. Vor allem ist es wichtig eine gewisse Bandbreite an Aufträgen einzulernen mit z.B. viel mittel und Wenig Farbabnahme. Die Bogenzahl bis Ihr in der Farbe seid, sollte dann sehr schnell nach unten gehen.

    Wichtig dabei ist aber das Ihr das nur bei Standardjobs selbstlernen drückt, immer die gleiche Farbreihenfolge und Solldichten verwendet, erst einlernt wenn Ihr im Soll seid (optimal wäre PSO oder ein Hausstandard) und saubere nicht emolgierte Farben auf den Walzen habt.

    Nun der Grund warum es gefährlich ist: unerfahrene Drucker, die das System nicht verstanden haben oder mehrere Schichten die das System nicht richtig verwenden oder entgegenarbeiten, versauen euch wieder den Faktor.

    Deswegen meine Tipps:

    - Wenn Ihr euch nicht sicher seid ob die Maschine bereits durch falsches einlernen kompromittiert (worauf die 40% Differenzhindeuten) ist, lasst es euch von manroland löschen oder bestellt euch für einen Tag einen Instruktor der es euch zeigt und gleich erste Aufträge einlernt.

    - Wählt eine Schicht oder Person aus die fit ist und dann als einziges an der Maschine einlernen darf.


    PS.: Es gibt soweit ich weiß verschiedene Ausbaustufen von selbstlernen. Es lassen sich zum Beispiel bei der Proversion (keine Ahnung wie die wirklich heißt) verschiedene Papiertypen hinterlegen. Dadurch lassen sich die Rüstzeiten und Makulaturmengen bei verschiedenen Oberflächen noch weiter verbessern.

  • Hallo!


    Ich kenne es nur vom Color Assistent in Form einer Kurve .Die Richtet sich nach der Farbvoreinstellung

    ist eine gute Sache wenn die Farb-/Wasserbalance d.h.keine Kalkprobleme usw. stimmt.

    Selbst im Großformat,wo die Steuerung durch den doch großen Walzenstuhl etwas träge bzw. langsam

    reagiert.

    So ist man bei einer guten Farbvoreinstellung ,doch sehr schnell in der Farbe und mit der Kurve kann man

    diese mit dem grünen Punkt sehr gut anpassen.

    So ähnlich denke ich wird das bei MAN Roland auch sei,ansonsten würde es ja keinen Sinn machen.


    Gruß


    Maik.

  • Der Color Assistent ist ein Tool Heidelberg mit dem die Maschine eingehende Farbvoreinstelldaten von JDF/CIP3, in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren (Farbe, Werk, Bedruckstoff und Zone), verändert bevor sie auf die Schieber übernommen werden.

    Selbstlernen ist eine Funktion in der manroland die die Differenz der aktuellen Schieberwerte zu den Werten Farbvoreinstelldaten ermittelt und diese als Korrektur in den Faktor einfließen lässt.

    Prinzipiell ähnlich aber im Grunde ist selbstlernen nur ein Bestandteil eines ähnlichen Tools wie der Color Assistent.

  • Hi Tramiska,

    danke für Deine Ausführungen die mir auch so bekannt sind. Was mir allerdings nicht klar ist und auch im Handbuch nicht eindeutig erklärt ist die Frage, wann ich "Selbstlernen" aktiviere? Wenn der aktuell gemessene Bogen die Drucknorm erreicht hat oder wenn ich diesen in der Norm befindlichen Bogen als "OK Bogen" gespeichert habe? Im Handbuch wird von einem Gutbogen geschrieben, im Softwaremenü vom einem OK Bogen. Welcher ist der Bogen nach dem die Selbstlernfunktion aktiviert werden soll?

    Der Grund für meine Fragen ist, dass unsere über Jahre gelernten Daten zerstört sind und wir bei Null beginnen müssen. Dabei haben wir dann festgestellt, dass die CIP Daten sehr stark abweichen.

  • Wie Norbert schon geschrieben hat ist mit OK-Bogen der Gutbogen gemeint, nicht die Funktion OK-Bogen.

    Mit OK-Bogen meine ich nicht den "OK-Bogen"-Funktion in eurem Colorpilot oder was Ihr auch immer für ein Messaggregat habt. Diese würde ja nur die Dichten des gemessenen Bogens als neue Solldichten definieren. Das hat nichts mit "Selbstlernen" zum tun.

    Bedeutet also, erst Ok Bogen speichern, dann Selbstlernen auslösen?

    Erst Gutbogen drucken dann Selbstlernen auslösen.


    Wichtig ist nur das tatsächlich ein Gutbogen in der Solldichte eures Hausstandards sein sollte. Wenn Ihr PSO zertifiziert seid, würde es sich empfehlen nach der Rezertifizierung bzw. nach Solldichten nach ISO, sofern das auch eure Solldichten im Alltag dann sind.

  • verwirr ihn nicht Patrick 8) Gutbogen drucken und *Selbstlernen* auslösen, bassd :-)


    zu viele Informationen verwirren leicht ;-)


    Gruß, Nob

    Sollte trotzdem kurz gesagt werden, da sonst falsche Ergebnisse am Schluss bei rum kommen. OK-Bogen hätte ich vorher richtigerweise von bornherein als Gutbogen bezeichnen müssen.

    Das Thema Farbwerksvoreinstellung ist extrem umfangreich wenn man das ganze auf die Spitze treiben möchte. Da ist es normal das viele Infos gesagt werden müssen um Zusammenhänge richtig zu erfassen.

  • Kann man eigentlich irgendwie den IST-Wert der Anpassungskurve speichern ?

    Will sagen wenn man es durch das "lernen" schlechter gemacht hat als es vorher war kann man dann auf den alten Wert zurück ?

    Nein kann man leider nicht. Manroland hat die ganze selbstlernen-Funktion im Hintergrund laufen. Mit Anmeldung von manroland könnte es evtl. gehen. Normalerweise lassen sich diese Werte auch nicht einfach löschen.

    Es ist aber möglich einen schlechten Datensatz mit genügend guten wieder zu relativieren.

    Viele Grüße

    Patrick