welchen Raster druckt ihr?

  • Was mich mal interessieren würde...druckt ihr AM oder FM Raster?



    Wir drucken eigentlich bunt gemischt. Wovon das abhängt weiss ich nicht. Bei FM haben wir aber oft Probleme. Wie ist das bei euch? Ich bin gespannt auf hoffentlich viele Antworten.



    Grüße BCMY

  • Also bis jetzt wurde in allen Firmen nur als Notlösung im FM-Raster gedruckt, AM garnicht.
    .... und in nem Lehrgang hab ich mal AM, FM und Konventionell gedruckt und verglichen.


    An der Rolle is des eh noch die Ausnahme. Kann mich an nen Passer-Geilen Kunden erinnern,
    wo wir dann nen Zeitungsbeileger in FM gedruckt haben, weil er sonst mit den normalen 0,3
    Passerdifferenz net zufrieden war oO

  • Moin moin,


    wir hatten bis zum Schluss nur FM drin. Ohne Probleme.


    Und eine Passerdifferenz von 0,3 gabs bei uns gar nicht, das hätte kein Kunde akzeptiert. Es gab da schon die ein oder andere Mogelei, das wurde dann aber immer mit dem Kunden abgesprochen.


    Heutzutage ist bei Top-Produkten der FM wohl eher Standard. Wir hatten schon ganz früh für Autohersteller und Kosmetikhersteller den FM-Raster einsetzen müssen.

  • Bonjour,


    du kanst –theoretisch– alles drucken. Das Problem ist nur: Welche Folgen hat das?
    Diese Abschätzung hängt nicht allein am Gestrin "Farbe, Papier, Platte, Gummi, Maschine", sondern ist komplexer. Ich versuche eine kurze Übersicht.


    AM
    Ist der bekannteste Raster. Üblicherweise werden Rasterfeinheiten zwischen 60 l/cm und 100 l/cm auf gestrichenem Material verdruckt. Tonwerte werden über unterschiedlich große Punkte erzeugt.
    Unterschiede: Mit ansteigender Rasterfeinheit steigt auch die Tonwertzunahme. Zudem kann nicht jede Platte Auflösungen über 80 l/cm "echt" auflösen und darstellen. Feinstraster über 100 l/cm sind mnachmal etwas schwieriger bei der Farb-/Wasserbalance und können –gegenüber niedrigeren Auflösungen– leichte Farbverschiebungen aufgrund der veränderten Farbmischung aufweisen.
    Punktformen variieren je nach Belichtungssystem zwischen rund und stark elliptisch. Hiermit beeinflusst man den sog. "Punktschluß", also den Prozentwert, bei dem die Druckpunkte zueinander Kontakt bekommen.


    In der Rolle können mittlerweile ebenfalls Feinheiten von 80-100 l/cm dargestellt werden. Alle AM-Raster haben einen leichten Weichzeichnungseffekt im Druck. Das kommt z.B. dem Abdruck großer Farbflächen entgegen.



    FM
    Hat zumindest jedeR mal von gehört ;-) Hier werden die Punkte nicht mehr größer oder kleiner um eine Abstufung eines Tonwertes zu erzeugen. Die Punkte sind jeweils gleich groß. Ihre Größe bezeichnet zudem die Rasterfeinheit. Um Tonwerte darzustellen werden die Punkte auf einer definierten Fläche verteilt. Das dies zufällig geschehen soll, nannte man das ganze "frequenzmoduliertes" oder "stochastisches" Raster, kurz FM.
    Eine Raster von 20 Mikrometern bedeutet, das jeder Punkt diese Größe hat.
    Man unterschiedet Raster 1. Ordnung und 2. Ordnung.
    FM-Raster 1. Ordnung verteilen die Punkte ALLEIN rein zufällig. Das kann zu unerwünschten Muster- und Streifenbildungen führen, weswegen diese Rasterart zunehmend ausstirbt.
    FM-Raster 2. Ordnung fügen der stochastischen Verteilung eine Komponente hinzu die Streifen- und Musterbildung verhindern soll. Klappt –fast– immer ganz gut. Farbflächen können allerdings trotzdem "unruhig" aussehen.
    Welche FM-Raster abgebildet werden können, hängt vom Belichtungssystem, der Plattenauflösung und dem Material im Druck ab.


    Effekte von FM
    Aufgrund der kleineren Punktgröße ist die Tonwertzunahme im Druck deutlich größer. Als praxisgerecht hat sich eine Zunahme von etwa 28% im 40%-Rastefeld erwiesen. Eine Charakteristik des FM-Raster ist zudem, das dieser TWZ-Wert sowohl zwischen den einzelenen Größen als auch zwischen den unterschiedlichen Materialien weniger stark schwankt als beim AM-Raster. Irgendwo zwischen 26% und 30% landet man immer ;-)
    FM-Raster haben durch den anderen Aufbau einen recht starken Scharfzeichnungseffekt im Druck! Auch das ist ein Grund FM-Raster sehr penibel zu verarbeiten. Kleinste Neigungen zur Streifenbildung in der Maschine sind viel früher störend wahrnehmbar als im AM-Raster.


    Zudem erzeugt der FM-Raster eine deutliche Farbverschiebung, siehe Anhang. Diese betrifft NICHT die Eckwerte der Farben (Volltöne), sondern die Farbmischung in den Abstufungen der Tonwerte. Das KANN NICHT an der Maschine gesteuert oder beeinflusst werden!!! Zusammen mit der veränderten TWZ ergibt sich daraus für Profis die zwingende Notwendigkeit, in der Vorstufe ein eigenes ICC-Profil zur Anwednung zu bringen.


    Je mach Kombination von FM-Raster und Material stellen sich deutlich höhere Anforderungen an die Steuerung der Druckmaschine gegenüber einem AM-Raster.
    FM-Raster können in der Rolle gedruckt werden. Stabile, wiederholbare Ergebnisse erreicht man ab etwas 20 Mikrometern Punktgröße auf gestrichenem Material.



    Hybridraster
    Als Hybridraster bezeichnet man alle Rasterarten, die AM- und FM-Elemente in einer Rasterart mischen. Dies kann auf unterschiedlichen Wegen geschehen. Eine Normierung hierfür existiert nicht. Hybridraster sind daher proprietär und herstellergebunden. Ein Hybridraster liegt ebenfalls vor, wenn in einer Druckform vom Workflow objektbezogen mal AM und mal FM gerastert wird.
    Eine TWZ im Hybridraster kann sich sehr dicht an den Werten des AM-Rasters bewegen, z.B. bei Agfa, aber auch sehr weit davon weg liegen, z.B. bei Kodak. Eine generelle Aussage ist hier nicht möglich.


    Gleiches gilt für Farbverschiebungen. Diese können auftreten, aber es hängt vom jeweils verwendeten Rastersystem ab. Daher kann ein eigenes ICC-Profil notwendig sein.
    Da viele Hybridraster Elemente von FM und AM Rastern mischen, bewegen sich die belichteten Rasterweiten zumeist bei 80 l/cm und z.T. deutlich darüber.


    Der Einsatz von Hybridrastern bedarf umfangreicher Vorabtests in einer Produktionsumgebung, bevor es zum Einsatz in der Maschine kommt.
    Bei korrekter Handhabung können Hybridraster auch an der Rolle zum Einsatz kommen.


    Falls ich was ausgelassen habe, bitte ergänzen.


    Beste Grüße
    m

  • Hallo,


    mein "Vorschreiber" hat eine wissenschaftlich Abhandlung draus gemacht.... :thumbup: jedoch voll korrekt erklärt


    bis zum Schluß ausschließlich FM - Raster gedruckt fast ohne Probleme, in verschiedenen Vollflächen
    die im CMYK aufgebaut waren war die Streifenneigung schon sehr früh zu sehen,
    wenn Du dann noch solche "Blindgänger" in der Druckvorstufe hast, denen du erst den Unterschied zw. AM + FM
    im Druck erklären mußt, selbst der Tech.Leiter nicht begreift worum es geht, hast du ein Problem :thumbsup:


    Werd mal ein Buch schreiben....Titel: Drucken in Nürnberg
    Die Firma die ich meine, weiß schon...der Geschäftsführer ist auch im Forum :sleeping:
    wenn er das hier liest schreibt er mit bestimmt nen bösen Brief :D


    Gott grüß die Kunst
    Norbert

  • Zitat

    Aufgrund der kleineren Punktgröße ist die Tonwertzunahme im Druck deutlich größer. Als praxisgerecht hat sich eine Zunahme von etwa 28% im 40%-Rastefeld erwiesen. Eine Charakteristik des FM-Raster ist zudem, das dieser TWZ-Wert sowohl zwischen den einzelenen Größen als auch zwischen den unterschiedlichen Materialien weniger stark schwankt als beim AM-Raster. Irgendwo zwischen 26% und 30% landet man immer ;-)



    Hmmm, das ist interessant. Wir drucken ausschließlich FM und sind ständig mit der TWZ im 40er Raster am kämpfen. Dabei legen wir als Idealwerte lt. Fogra 16% im Schwarz und 13% in den Farben zugrunde (+/- 4% Toleranz).


    Gibt es denn für FM-Raster andere/höhere Idealwerte lt. Fogra?


    Würde ja Sinn machen.