Es ist wohl jedem klar, dass wir
elektromagnetische Strahlung aus dem Bereich des sichtbaren Lichts
benutzen. Die meisten werden auch wissen, dass UV zur Härtung von
Bindemitteln und IR zum Aufwärmen gebraucht wird - alles
elektromagnetisch. Das bedeutet, es werden Wellen ausgesendet, die
sich geradlinig ausbreiten und eine elektrische und eine magnetische
Komponente haben. Wir stellen sie als Sinuswellen dar, die vorwärts
laufen und seitlich schwingen. Man kann sie auch als winzige Teilchen
sehen, als Photonen. In jedem Fall übertragen wir mit ihnen
Energiemengen auf Materie, die dann irgendetwas damit anfängt.
Gibt es andere Strahlungsformen
bei uns?
Die Elektronenstrahlung der EB -
härtenden Bindemittel besteht aus etwas ganz anderem als Photonen.
In ihr werden echte Elektronen geschossen, wovon wir uns meist die
Korpuskel - Version vorstellen, also kleine, geladene Kugeln. Aber
natürlich können wir sie auch als Welle mit Frequenz bzw.
Wellenlänge sehen - wie das in der Physik so üblich ist. Diese
Wellenlängen und Frequenzen unterscheiden sich komplett von den
elektromagnetischen. Hier werden Ladungen transportiert.
Um EB - Strahlen zu erzeugen
brauchen wir ganz andere Einrichtungen als für elektromagnetische.
Zum Beispiel eine "Kathodenstrahl - Röhre. Das ist etwas ganz
anderes als eine Lampe oder eine Röntgenröhre.
Es gibt sogar Ionenstrahlen. Aber
die benutzen wir in der Drucktechnik nicht extra.
Die mechanischen Schwingungen
gehören auch in diesen Zusammenhang. Sie sind so grundverschieden zu
den Strahlungen, weil sie ein Übertragungsmedium brauchen - Luft,
Wasser oder geeignete Feststoffe. Werden die Moleküle eines Mediums
angestoßen, dann schwingen sie. Haben sie Nachbarn, dann geben sie
den Schwingungsimpuls weiter. Das ist nicht geradeaus gerichtet,
sondern abhängig, wo wir jemanden treffen. Sind viele da, also im
Normalfall, gehen solche Wellen mit einer kugelförmigen Front
weiter. Hier hat es sich eingebürgert, die Frequenz zu nennen, nicht
die Wellenlänge.
Bei den mechanischen (= Druck -)
Wellen gibt es auch einen besonderen Bereich für uns, den wir
wahrnehmen (hier hören) können. Er liegt zwischen 16 Hz und 20 000
Hz, also 20 kHz.
Witzig ist die Sache, wenn wir mal
gleiche Frequenzen nehmen. Es gibt elektrische Strahlung mit
Frequenzen in diesem Bereich. Sie liegen zwischen denen für
Wechselstrom (50 Hz) und Telegrafie (300 kHz). Sie können dazu
dienen, ein geeignetes Gerät zur Abgabe hörbarer Töne anzuregen,
eine Membran o. ä.