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Die Klassiker Tiefdruck, Flexodruck und Buchdruck haben Produkte mit - grob gesehen - vergleichbar starken Einfärbungen. Damit müssen sie vergleichbare Pigmentmengen auf den Bedruckstoff bringen wie der Offsetdruck.
Der Buchdruck hat ähnlich aufgebaute Farben wie der Offset. Damit sind seine Übertragungsmengen auch ähnlich - um 1 µm. Aufgrund seines Spaltungsverhaltens kann er die dickeren Schichten in seiner Bandbreite leichter übertragen als der Nassoffset.
Wenn man das Trocknungsverhalten in Tief- und Flexodruck mit wässrigen oder lösemittelhaltigen Farben berücksichtigt, sind diese deutlich niedriger pigmentiert. Sie transportieren ja zu Pigment, Bindemittel usw. noch Lösemittel oder Wasser als Flüssigkomponente. Und das muss zusätzlich zum fertigen Druckgewicht kommen. Es kann durchaus die Hälfte der Rezeptur ausmachen. Dann muss die Maschine für den gleichen Zweck die doppelte Farbmenge hinüberschaufeln. Das hat Vor- und Nachteile.
Die Übertragungsmengen sind also deutlich höher als beim Offset oder beim Buschdruck. Und die Verfahren erlauben häufig noch höhere Schichtdicken. Das eröffnet Möglichkeiten für sperrige Effektpigmente oder ganz einfach fette Farbschichten wie beim Deckweiß-Vordruck auf transparenten Folien. Oder gehörig dicke Lackschichten.
Immerhin halten sie sich alle im Bereich bis 2 µm auf. Darüber hinaus kann eben nur der Siebdruck. Und das kann dann locker bis 20 µm oder auch deutlich mehr gehen. Auf bunten Trinkgläsern mit Kindermotiven fühlt man das leicht mit dem Finger.
Interessant wäre es, hier genauere Informationen über die neuen Digitaldrucktechniken zu bekommen. Der Ink Jet kämpft ja teilweise mit sehr niedrigen Schichten, also minimal kleinen Tröpfchen. Mit Sicherheit kann er auch mehr, z. B. bei Außenplakaten. Leider habe ich hier keinen Zugang, und die Fachliteratur ist hier noch karger als bei den klassischen Verfahren.
Von Trockentonern weiß ich, dass 20 oder 25 µm "Schichtdicke" vorkommen, habe hier aber auch keine tiefgehenden Informationen.