Folienkaschierung Bucheinbände

  • Hallo,


    bisher habe ich meine Bucheinbände für meine Softcover-Bücher nicht weiter veredelt. D.h. es wurde nur das normale Umschlagpapier (250-g/m²) bedruckt und dann als Cover verwendet.


    Nun ist es so - nach dem Rauschmiss der letzten Offsetdruckmaschine - dass ich die Cover mit dem Laserdrucker bedrucke.


    Leider ist es dann die Folge, dass die Schrift auf dem Buchrücken mit der Zeit abbröselt, da es sich um eine Kaltleimbindung handelt, und der Buchrücken dementsprechend stärker beansprucht wird als bei einer Heißleimbindung*). Das ist leider unschön. (Früher mit der Offsetfarbe ist ja so etwas nicht problematisch gewesen.)


    Kurzum: ich möchte die Cover jetzt mit Folie kaschieren.


    Das fertige Buch muss kein High-End-Produkt sein, da die Covers meist nur schlicht 1- oder 2-farbig bedruckt werden. Dennoch stellt sich die Frage: soll man den Bucheinband mit einem Rollenlaminator mit Kaltlaminat kaschieren, oder ist es besser ein Thermolaminat zu verwenden?


    Früher sind mir immer Bücher aufgefallen, die folienkaschiert waren, deren Buchdeckel sich aber mit der Zeit nach oben wölbten (Anfangszeiten bei Books on Demand z.B.). So ein Verhalten soll natürlich auch nicht unbedingt auftreten!



    Welches Verfahren würdet ihr aus eurer Erfahrung heraus empfehlen?


    Viele Grüße & Danke!


    *) Ein Heißleimklebebinder kommt leider nicht mehr in Frage, wegen der starken Geruchsbelästigung in Verbindung mit dem kleinen Arbeitsraum.

  • Hallo,


    bei Softcoverumschlägen im Digitaldruck hat man mit einer einseitigen Heissfolienkaschierung immer das Problem des wölbens. Da hilft dann wirklich nur eine 2-seitige Kaschierung, das Problem tritt bei Kaltleimfolien nicht auf.


    Eine 2. Möglichkeit bei Digitaldruck ist Sleeking, da hätte man den Vorteil das du die Folie mehrmals verwenden kannst. Nebeneffekt ist das dein Druckbild dann glänzt.


    Sleeking und Heissfolie wird mit der selben Maschinen aufgebracht. Sehr gute und einfache Geräte im A3 Format gibt es für relativ wenig Geld.

  • Hallo,

    danke dir für die Infos. Nach reiflicher Überlegung kam ich zu dem Schluss, dass es schon genug Kunststoffe auf diesem Planeten gibt. Daher werde ich doch von der Kaschierung Abstand nehmen und das Bindeverfahren ändern. Der Zeitaufwand der Weiterverarbeitung nach dem Laminieren/Kaschieren ist mir auch zu hoch (und vom anfallenden Trägerpapier-Müll ganz zu schweigen).


    Der Perfect-Binder von Planatol hat leider zur Folge, dass der Buchrücken viel zu biegsam und flexibel ist. Das gibt Knickspuren und lässt den Toner abbröckeln.


    Ich werde meinen guten, alten Gantenbein Bufalo (B33) wieder herauskramen und zur guten, bewährten Lumbeckerei mit Gaze zurückkehren und die Blocks von Hand einhängen. Das klappt sehr gut und die Buchrücken sind so stabil, wie sie sein sollen. Und der Nutzwert ist trotzdem gegeben. Manchmal muss man zu den Ursprüngen zurück um wieder zum Ziel zu kommen :-)


    Viele Grüße!

  • Puh, sorry aber da ist zuviel falsches Wissen drin...


    Dass man bei Softcoverumschlägen immer das Problem des Wölbens hat ist mal schlichtweg falsch. Das ist im Prinzip nichts anderes wie bei Offset gedruckten papieren auch. Je dünner das Papier, desto mehr muss man Kaschiervorgang (obwohl es m.E. laminieren heißt, ich glaube kaschieren ist das aufkleben zweier Kartonagen/Papieren aufeinander, aber da streiten sich wohl noch die Gelehrten...) decurlen, das heißt, das Papier in die entgegengesetzte Richtung biegen. Das funktioniert mit einer Decurl-Rolle oder eine Schwert. Die Folie zieht sich beim erkalten zusammen und wölbt den Bogen nach oben. Damit das dann eben später wieder Plan liegt, muss man während dem Vorgang dagegenarbeiten. Wir fertigen täglich Softcover und Hardcover im Digitaldruck und Offsetdruck einseitig kaschiert/laminiert. Das ist kein Problem.


    Zum Thema Sleeking:

    Was soll das nun bringen? Sleeking ist ein Verfahren, bei dem die Sleekingfolie auf dem gedruckten Teil des Bogens haftet. Wenn aber die Farbe abplatzt, weil der Bogen geknickt wird, dann platzt auch die Sleeking Folie auf der Farbe ab. Das bringt leider gar nichts. Es gibt auch Sleekingfolien, welche einen UV-Lack simulieren sollen. Damit wird einfach der Tonerauftrag der Digitaldruckmaschine mittels Druck und Hitze geglättet. Dadurch erscheint dieser als glänzend. Aber auch hier ist der Toner spröde und bricht.


    Die Problematik hast du im Laser-Toner-basierten Digitaldruck aber überall bei flächigen Drucken. An den Aufschlagnuten, an den Schnittkanten, am Buchrücken, wenn er zu "biegsam ist".

    Es hilft nur eine einseitige Folienkaschierung mit einer Folie, welche für den Digitaldruck geeignet ist (Kleber muss entsprechend stärker sein) und am besten einige Stunden abkühlen lassen. Sodass die Bogen richtig erkaltet sind. In einem Stapel dauert ziemlich lange, bis die Hitze raus ist...