Frage 17, Migration im Verpackungsdruck

  • Zu eurer Unterhaltung und gegebenenfalls zur Diskussion stelle ich hier hin und wieder einfache Fachfragen. Wer Lust hat, kann sich nach der eigenen Beantwortung meine Lösung anschauen. Wenn jemand erweitern, korrigieren oder widersprechen will - jederzeit gerne.

    Frage: Was ist im Verpackungsdruck unter Migration zu verstehen?

    meine Antwort:

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    Das Wort kommt aus dem Latein und bedeutet „Wanderung“. Gemeint sind hier Substanzen, die z. B. auf oder in der Packung sitzen und sich an andere Orte bewegen können. Das kann im Stapel durch den Kontakt der Bogenunter- mit den -oberseiten geschehen (Abklatschmigration) oder - ganz tückisch- durch Diffundieren (Kriechen) durch die Packungswände. Hier wird der Begriff „Barrierewirkung“ interessant.

    Im Bereich der Lebensmittelverpackungen möchte man die Migration natürlich verhindern oder wenigstens entschieden bremsen, damit Geruch und Geschmack des Füllgutes nicht beeinträchtigt werden oder gar Schadstoffe aufs Lebensmittel gelangen.

    Daran arbeiten alle Hersteller von Komponenten der Verpackungen wie Karton, Folie, Druckfarbe, Drucklacke, Hilfsmittel.

    Chemisch gesehen, sind kleinere Moleküle eher migrationsfähig als größere. Also muss man die Bindemittel so aufbauen, dass sie keine kleinen, wanderungsfähigen Moleküle enthalten. Das engt die Wahl entschieden ein. Und deshalb muss man bei solchen Offsetfarben Einschränkungen in der Verdruckbarkeit in Kauf nehmen. :S

    Viele Grüße & ciao
    Inkman

  • Wir drucken viel Verpackungen. Ab und zu auch mit low Migration farbe. Eigentlich wenn mann es streng sieht, müsste man durchgehend mit migrationsarmen Farbe drucken um solche Diffusionseffekte zu vermeiden. Zusätzlich müsste man mit h1 ölen und fetten arbeiten...... usw.

    Meine persönliche Meinung dazu...... "es wird übertrieben"

    Wenn man bedenkt das Getränke in Pet Flaschen gefüllt werden und diverse Bestandteile von der Pet Flasche ins Getränk wandern!........ """"ist natürlich alles unter der Gesetzlichen höchstgrenze"""

    Liebe grüße Klaus

    Einmal editiert, zuletzt von burns635csi (2. Januar 2016 um 13:26)

  • Für soche Drucksachen gibt es sogar einen Test, "Robinson- Test".
    Eine Druckprobe wird mit Schokolade in ein Glas gesteckt und nach zwei Tagen wird die Schokolade auf Geruch und Geschmack getestet.

    Wenn man bedenkt das Getränke in Pet Flaschen gefüllt werden und diverse Bestandteile von der Pet Flasche ins Getränk wandern!........ """"ist natürlich alles unter der Gesetzlichen höchstgrenze"""

    So ist es, nicht umsonst soll man die Getränke innerhalb von drei Tagen verbrauchen und nicht in der Sonne stehen lassen.

  • Fast jede Verpackung, besonders die von Lebensmitteln ist mit Text und/oder Bildern bedruckt. Die Druckfarbe enthält in der Regel Substanzen, die nicht mit dem Lebensmittel in Berührung kommen dürfen.

    Durch verschiedene Prozesse kann die Farbe oder Bestandteile davon im Laufe der Zeit durch das Verpackungsmaterial „migrieren“ und damit das verpackte Produkt kontaminieren.

    Dieser Prozess ist komplex und hängt von vielen Parametern ab z.B. Lagertemperatur, chemische Beschaffenheit der Farbe und des Verpackungsmaterials.

    The art of printing