Beiträge von Cyberfisch

    Die grosse Frage für mich, warum stellt man ein solches Problem aufwändig dokumentiert hier ins Forum, anstatt mit einem Telefonanruf einen Elektriker vor Ort aufzubieten, welcher die Maschine erstmals durchmisst.

    Neulich bin ich unterwegs mit meinem Auto liegengeblieben. Ich bin dann in den nächsten Ort gelaufen und habe in der Metzgerei um Rat gefragt. Erstaunlich, dass der Metzger an der Fleischtheke über Autopannen nicht Bescheid wusste, aber für den Rückweg hat er mir immerhin als Wegzehrung ein Wurstbrot mitgegeben...

    Ich sehe einen farbigen Vordruck mit Aussparung der geprägten Stellen, eine Blindprägung und eine Ausstanzung des Endformates.

    Alles in allem eine ziemlich aufwändige und teure Arbeit, wenn es um eine angenommene Kleinauflage geht. Vom Design und der Fertigungsart gesehen, nehme ich an, dass dieses Imprimat in Fernost als Verlagsartikel hergestellt wurde. Soll so etwas hier in Europa im Kundenauftrag zu einem bezahlbaren Preis hergestellt werden, wird man aus Kostengründen mit einem Rundformmantel gleichzeitig Prägen, Stanzen und Ausbrechen müssen. Voraussetzung dafür ist allerdings, man hat eine dieser genialen Maschinen im Betrieb stehen, welche zur Konfektionierung kleiner Verpackungen gebaut sind.

    Hallo

    Wie alt ist denn die Maschine, neu gekauft oder gebraucht?

    Vielleicht sagst du doch etwas zu deinen Theorien. Die D80 Eco kenne ich nicht, könnte aber vielleicht etwas zur Plausibilisierung deiner Theorien beitragen.

    Aus meinem Gefühl heraus meine ich, dass das Problem konstruktionsbedingt ist. Die seitlich angeordnete Sattellagerung muss grössere kinetische Kräfte zum Beispiel beim Anschlagen des Papiers auffangen als wenn der Sattel wie üblich in der Mitte gelagert ist. Ich kann mir darum vorstellen, dass die Sattellagerung Spiel hat und eventuell sogar die Sattelführung verzogen ist.

    Was mir auch aufgefallen ist, der Sattel liegt nicht auf dem Tisch auf, der Abschluss zum Tisch sind in der Höhe bewegliche "Rechenfüsschen". Warum die Konstruktion so "gewagt" gewählt wurde, muss einen Grund haben. Plausibel ist für mich zum Beispiel, dass die Sattelführung nicht so präzise konstruiert werden konnte, dass der Sattel spaltenlos auf dem Tisch geführt wird. Da würde auch erklären, warum die Sattelbewegung im Vergleich zu einem Schnellschneider zu einer Rauchpause einlädt.

    Ob die Sattelführung eingestellt bzw. repariert werden kann?

    Die D80 ist für mich eine gute Schneidemaschine zu einem sehr günstigen Preis und für die Aufgaben, für welche sie gebaut wurde, eine Topmaschine. Ein präziser und zuverlässiger Schnellschneider ist sie jedoch nicht. (Zu diesem Thema gibt es hier im Forum bereits einen Thread.)

    Brauchst du diese zum abrakeln? Ich habe das Nummerierwerk für die 46ziger. Ist bei mir garnicht dran. Ich putze das Werk nach Einsatz mit Waschmittel und Lappen . Das reicht.

    Wir habens damals auch so wie Derreen Print gemacht. Abrakeln war umständlicher als das schnelle Reinigen mit dem Lappen. Vor allem die am Farbwerk nur umklappbare Rakel musste umständlich von Hand geputzt werden. Die dünnen Farbwalzen wurden beim Druck auch ziemlich schnell warm und weil keine Farbe beim Nummerieren geführt werden kann, trocknete die Farbe auch ziemlich schnell auf den Walzen an. Das ging nur mit Zuhilfenahme von Muskelkraft ab.

    Am wahrscheinlichsten ist, dass der Motorcrash einen Kurzschluss in anderen Systemen ausgelöst hat. In der kurzen Zeit bis der Motorschutzschalter und die Sicherungen auslösen, kann es sein, dass Fehlerströme weiteren Schaden verursachen. Wir hatten das mal bei einer Falzmaschine, damals brannten auch die Feinsicherungen auf weiteren Steuerplatinen durch.

    Was ist zu tun?

    Mit Druckerwissen können evtl. Feinsicherungen auf den Steuerungsplatinen kontrolliert bzw. durchgemessen werden. Danach brauchts für die Fehlersuche die Stromlaufpläne und wahrscheinlich den Heidelberg-Elektriker.

    Ist der Fehler im Defekt einer Platine gefunden, kann vielleicht vor dem teuren Neukauf auch ein versierter Auto-Elektroniker die Platine reparieren.

    Bin nicht ganz sicher, aber alle 20000 Schnitte sollte das Hydrauliköl gewechselt und gleichzeitig der Hydraulikdruck gemessen werden. Was ich auch nicht gewusst habe, dass das Hydrauliköl schneller altert, wenn die Maschine im kalt-warm-kalt-warm... Betrieb läuft.

    Das Prozedere beim Messerwechsel ist bei den neueren Polars schon aufwändiger geworden als bei den guten alten EM und EMC. Unsere EM hatte weder Messerlift noch Messerabstützung. Von einem Messerschutz beim Jonglieren des Messers ganz zu schweigen. Im Wesentlichen hat man bei der EM das Messer in den unteren Totpunkt heruntergefahren, die Schrauben entfernt, den Messerbalken wieder hochgefahren und das Messer entfernt. Dann alles in umgekehrter Reihenfolge und fertig.

    Bei den neueren Polars ist es wichtig, dass man die Checkliste genau abarbeitet und keinen Schritt auslässt. Wichtig ist vor allem auch, den Drehmomentschlüssel zu gebrauchen und die Messerschrauben (nach Instruktoranweisung) etwas weniger fest anzuziehen. Das Messer wird nicht nur von den Schrauben am Messerbalken fixiert, sondern auch mit der Messerabstützung geführt.

    Von einer Abweichung der Checkliste möchte ich warnen, ausser diese ist wie in unserem Fall ausdrücklich vom Instruktor zur Optimierung des Messerwechsels freigegeben worden.

    Wenn ich einen Auftrag in Druck gebe, habe ich allgemeinen gesetzlichen Bedingungen zuzustimmen. Wer also hinterher ein schlechtes Ergebnis als Schuld der Druckerei sieht und dieser Vorwürfe macht ist schlichtweg ein Arschloch UND gesetzlich nicht abgesichert. Mir sowas vorzuwerfen ohne mich überhaupt zu kennen finde ich mehr als respektlos. Ich stelle keine Frage in einem Profiforum um dann von Beginn an selbst Vorwürfe zu bekommen und zu behandelt werden als wäre ich 5!

    Du denkst also, hier in einem A-la-Carte-Restaurant zu sitzen und könntest Antworten bestellen, welche dir schmecken???

    Nun hast du viele Antworten auf dem Tisch, nimm doch einfach die mit, welche dir ins Maul passen und lass den Rest ohne Schwadronieren einfach stehen.

    Zahlen bitte! Der Herr möchte gehen...

    dass 970 seiten ein wälzer sind ist mir durchaus bewusst. bin schließlich nicht ganz dumm. Ich habe mich dennoch aus verschiedenen Gründen dazu entschieden, dass ich es gerne als ein Band haben möchte. Sonst hätte ich ja auch nicht gefragt...

    Da du ja nicht ganz dumm bist, hast du sicher gemerkt, dass du hier nicht in Jean Pütz' Hobbytheke deine Frage stellst und darum Antworten von Druckprofis erhalten wirst, welche die Problematik von "Gründen" kennen, welche nach Auslieferung des fertigen Druckprodukts mit Vorwürfen an die Druckerei enden, "warum man darauf nicht hingewiesen habe".

    Und weil du auf eine Profimeinung offensichtlich pfeifst, wird dir auch niemand sagen müssen, welche Problematik sich schon mit deiner bevorzugten Papierwahl öffnet.

    Wenn das überhaupt jemand herstellen sollte, muss sich der Besteller bewusst sein, dass das Buch einen unmöglichen Wälzer ergibt, welcher kaum zu bändigen ist. Aber daS Buch soll bestimmt ein Arbeitsinstrument werden und nicht nur 20 cm Bücherregal belegen.

    Ich empfehle, das Buch in mehrere Bände aufzuteilen und mit Drahtring zu binden. Das ist die kostengünstigste Lösung und zugleich die Lösung, welche als Arbeitsinstrument am besten taugt. Anders als bei jeder anderen Bindung können mit Drahtringbindung die Seiten komplett flach umgelegt werden.

    Wir drucken so die Lehrmittel für eine Kunstgewerbeschule. Die Schüler modellieren anhand der anatomischen Studien in den Lehrmitteln, welche sie an ihrem Arbeitsplatz aufliegend haben.

    Ein weiterer Vorteil der Drahtringbroschur: Nachdrucke können sehr kostengünstig hergestellt werden... sollte sich herausstellen, dass die Branche auf dieses Fachbuch gewartet hat. (Was ich mir durchaus vorstellen kann.)

    Lieber Robert Kleist, so sehr ich deine Beiträge hier im Forum schätze, was du in diesem Thread in die Tasten haust, ist wohl kaum das Gelbe vom Ei. (Ist auch für eine in Liquidation befindende Firma rufschädigend, sie in die Nähe von Insolvenz zu rücken.)

    Fehlende Umsätze sind nicht kausal verbunden mit Pleite. Elton Musk machts vor mit seinen diversen Firmen, wie Goodwill und neu gezeichnetes Aktiengeld eine Firma auch florieren lassen kann. Oder Startups? Da vergehen im Hightech-Forschungsbereich manchmal Jahre bis das erste Geld verdient wird.

    Ich kenne ZAIKIO nicht, wusste nicht einmal, dass diese in Heidelberg-Software zu finden ist. Aber Heidelberg wird ein Interesse an einer geordneten Schliessung haben, vielleicht mit Lizenzübernahme. Für Heidelberg wäre im Konkursfall fatal, wenn die verwendete Software an die meistbietende Konkurrenz verscherbelt würde. Wow, was für eine Vorstellung,..

    Immer langsam: Es handelt sich nicht um eine Insolvenz, sondern um eine "geordnete" Liquidation.

    Ich gebe Butzenfänger Recht:

    Insolvenz = Zahlungsunfähigkeit

    Liquidation = Verflüssigung

    Bei einer Insolvenz hat der Betrieb über sein Schicksal nicht mehr zu bestimmen, der Nachlassverwalters bestimmt, wie der Betrieb liquidiert wird oder ob eine Nachfolgelösung gesucht werden kann.

    Die geordnete Liquidation (Betriebsschliessung) wird vom Betrieb bestimmt. Der Betrieb kann bestimmen, welche Betriebsteile wem zu welchem Preis verkauft werden. Solange der Betrieb nicht Insolvent wird, ist der Betrieb in seinem Handeln im Prinzip frei.

    Ah ja, jetzt sehe ich den Hebel.

    Dann wirds schon so sein, dass die Schöpfwalze auf der Druckform wendet. Ist auch nicht schlimm, du wirst ja kaum Flächen oder Raster auf der Presse drucken und die beiden Auftragswalzen werden den Farbauftrag der Schöpfwalze beim Hochfahren sowieso weitgehend egalisieren.

    Ist ja keine Hightech-Maschine, aber auch beim Heidelberger OHZ wendet die vierte Auftragwalze auf der Druckform.

    Zu den übrigen Fragen kann ich sagen, dass du auf dem richtigen Lösungsweg bist. Dass die Maschine aber nach heutigen Normen gebaut ist, kannst du wahrscheinlich vergessen. Fehlende Schrauben usw. wirst du selber herstellen müssen.

    Aber die ausgewiesenen Handtiegel-Spezialisten hier im Forum werden dir eine genauere Einschätzung geben können.

    Hallo Tobias

    Vom Zustand her ein schöner Tiegel, welchen du ersteigert hast. Mechanisch vermute ich jedoch, dass dieser einen Defekt haben könnte.

    Die Walzen dürften eigentlich nicht so weit runterfahren, dass die erste Auftragwalze den Maschinenrahmen berührt. Wenn der untere Wendepunkt der Walzen richtig wäre, würde die Schöpfwalze nicht auf der Druckform wenden.

    Meine Frage darum: Auf keinem Foto sehe ich den Handhebel, mit welchem der Druckvorgang betätigt wird. Fehlt dieser oder hast du den für den Transport demontiert?

    Das Zitat aus der "feindlichen Abteilung" in den Kontext des Quelltext gestellt, lässt dieses in einem ganz anderen Licht erscheinen.

    Es geht im Artikel des Quelltextes um die Erforschung der Arbeitsweise der ersten Drucker. Die Druckmaschinen aus früher Zeit sind überliefert, was nicht erhalten geblieben ist, die Arbeitsabläufe, das Teamworking der ersten Drucker. Man nimmt an. dass zwei bis maximal drei Drucker an der Kniehebelpresse im Team bis maximal 300 Bogen pro Stunde produziert haben. Experimentell sind verschiedene Arbeitsweisen und Arbeitsaufteilungen auf Tauglichkeit überprüft worden.

    Man muss jetzt sehen, dass die ersten Drucker nicht in einer industriellen Welt geboren wurden, sondern in eine von der Landwirtschaft geprägten Gesellschaft. In dieser Gesellschaft hat vor allem die Jahreszeit und das Wetter die Art der Arbeit und das Arbeitstempo bestimmt. Ich nehme an, die Drucker waren wie beispielsweise die Weber die ersten in der Gesellschaft, welche durch ein Akkord-Arbeiten das Arbeitstempo und die Arbeitszeit vorbestimmt bekamen. Wenn man sich jetzt noch überlegt, dass die Drucker aus der Landwirtschaft rekrutiert wurden, vielleicht mit dem Versprechen auf Reichtum, und vielleicht mit dem neuen eintönigen Arbeiten und ungewohnten Leben in der Werkstatt nicht automatisch zurecht kamen, sind Saufen, Streit und Unzuverlässigkeit nur logische Folgen.

    Die Drucker waren aber bestimmt nicht die einzigen, welche mit dem neuen Leben als Arbeiter, fernab der Landwirtschaft, nicht glücklich waren. Wobei auch das Leben als Knecht oder Magd kaum erstrebenswert war. Es war jedoch der Normalfall, man hat sich weniger gegen sein Schicksal aufgelehnt als gegen das schlechte Leben als Arbeiter.

    Ich empfehle allen die hochinteressante Lektüre des Quelltextes, welchen ich oben als PDF zum Download bereitgestellt habe.