Beiträge von Exxon Valdez

    Die Verweildauer des Prägewerkzeugs ist direkt proportional zur Maschinengeschwindigkeit. Je schneller die Maschine läuft, desto kürzer ist logischerweise die Verweildauer. Da gibt es nichts einzustellen. Man könnte höchstens das Klischee ein paar Grad heißer machen um dem vielleicht löchrigen Prägeergebnis entgegenzusteuern, was aber wiederum nichts an der Verweildauer ändern würde.
    Die Lösung deines Problems, lieber Herr Friedoo, wäre, nach reichlicher und ernstgemeinter (!) Überlegung, ein auf Federn gelagertes Gegendruckblech, welche man in der Härte verstellen können sollte. Das jedoch zu konstruieren, und zwar praktikabel! - man beachte, KaMa steht für Kartonmaschine und diese ist nun mal in erster Linie für's Stanzen gedacht -, wäre ein Ding der Unmöglichkeit, wenn man berücksichtigen möchte, dass auch noch alle anderen Funktionen dieser Maschine erhalten bleiben sollen.
    Aber wenn du einmal dabei bist, kannst du gleich die gesamte Karre neu konzipieren. Ich hätte da auch schon eine Hand voll Verbesserungsvorschläge.

    Gruß, Exxon,
    der nach fast 4 Jahren KaMa-Erfahrung etliche Narben und Nervenzusammenbrüche erlitten hat.

    Zudem sind die Haschur-Walzen und auch die GTT logischerweise leichter zu reinigen, weil in den Rillen das Waschwasser sozusagen abfließen kann und keine Rückstände mehr in den Näpfchen verbleiben. Zudem ist der Lackauftrag der GTT nahezu perfekt gleichmäßig, weil auch das Gravurmuster wesentlich einfacher und genauer zu lasern ist.

    Näpfchen = Laser an, aus, an, aus, an, aus,...
    Linien = Laser an, Linie von links nach rechts, Laser aus

    Die Firma Apex gibt die Volumenbezeichnungen ihrer Dosierwalzen nicht mehr in cm³/m² an, sondern in XS, S, M, L, XL und XXL. Laut Apex bzw. Heidelberg soll man mit nur einer Walze bereits ein großes Spektrum an Aufträgen abdecken können, sodass man nicht mehr eine 10er, 13er und vielleicht 17er Rasterwalze braucht, sondern nur noch eine L oder XL. Wie das allerdings funktionieren soll, kann ich mir auch nicht so recht vorstellen.

    Grüße von der Ostfront,
    Exxon.

    Hallo.

    Gestern wurde mir die Ehre zuteil, in Heidelberg beim Anwendertag zum Thema Lacke teilnehmen zu dürfen. Absolut beeindruckend. Ich finde, jeder Drucker sollte einmal in seinem Leben die Produktionsstätte des größten deutschen Druckmaschinen-Herstellers gesehen haben. Quasi das Mekka eines Druckers.
    Gezeigt wurden 14 verschiedene Lacke sowohl konventionell als auch im UV-Betrieb auf einer XL 106-8-LYYL mit Vollausstattung - klar müssen die Heidelberger in der hauseigenen Demonstrations-Druckerei pranzen. Aufgelockert wurde die Show zwischendurch immer mal mit etwas Theorie in Form von PowerPoint-Präsentationen rund um das Thema Lacke.

    Zum Schluss kam man auf ein Thema zu sprechen, von dem ich bisher nichts wusste. Laut Heidelberg bzw. Saphira ist die gute alte Rasterwalze, wie wir sie kennen, im Aussterben. Inzwischen gäbe es viele Neuentwicklungen von Rasterwalzen, die eigentlich gar keine mehr sind. So zum Beispiel die sogenannte "Tri Helical" - auch Haschuren-Walze genannt - sowie ART-, TIF- und GTT-Dosierwalzen. Die Unterschiede liegen in den unterschiedlichen Gravurmustern.
    Bei letzterer handelt es sich um eine Erfindung einer niederländischen Firma namens Apex, die wohl seit Neuestem mit Heidelberg kooperiert. GTT - Genetic Transfer Technology. Und diese spezielle Walze soll in Zukunft alle gängigen Rasterwalzen verdrängen. Die Gründe sind einleuchtend und vielversprechend, sodass wir - meine Firma und ich - uns überlegen, mal so eine Walze zu testen und gegebenfalls auch zu kaufen.

    Hat damit schon jemand Erfahrungen gesammelt? Wer jetzt genauso verwirrt aus der Wäsche guckt, wie ich gestern, der kann sich hier mal schlau machen. Leider in Englisch, aber die deutschen Seiten, die ich dazu gefunden habe, sind zum Teil ziemlich falsch übersetzt.

    In meiner jetzigen Firma gab es vor 20 Jahren oder so mal einen Fall, bei dem ein... etwas beleibterer Zunftgenosse in der Nachtschicht unter der Maschine stecken blieb, weil er heruntergefallene Bogen entfernen wollte. Und zwar mit dem Wanst auf der metallenen Überlaufkante von den Ölauffangblechen. Der lag da ganze 4 Stunden und war zwischenzeitlich bewusstlos bis er von der Frühschicht gefunden wurde. Das gab ein dunkelviolett schillerndes Hämatom quer über den Bauch.
    Von da an waren in der Nachtschicht immer zwei Mann im Haus.
    Klar kann man noch so konzentriert und vorsichtig arbeiten, damit einem nichts passiert. Aber der Teufel steckt halt im Detail. Ist ja nicht so, dass man Unfälle bewusst provoziert. Sowas kommt immer unverhofft. Zumal man für viele Unfälle auch gar nichts kann. Beispielsweise kracht urplötzlich das Farbregal über einem zusammen und man liegt drunter oder ein Greiferwagen löst sich bei voller Fahrt aus der Kette und sagt einem mal kräftig Hallo, wenn man grad nen Bogen ziehen will (meine persönliche Horror-Vorstellung). Legal hin oder her. Aber das mit dem Emergency-Button scheint ne gute Lösung zu sein, solange man noch eine Hand frei hat.

    Gruß,
    Exxon, der heut abend etwas viel Phantasie hat...

    Habe 80 km hin und zurück. Eigentlich fast nur Landstraße. Da brauch ich für eine Strecke knapp 40 Minuten. Wenn nicht so viele arschlangsame Kack-Brummis unterwegs wären, täte ich die Strecke sogar in weniger als einer halben Stunde schaffen.

    Grüzerl

    Daumen oben für Anlage anzeichnen bei bütten... :thumbup:
    ....die olle Lampe in der auslage der GTO ist bekannt ?
    war der Starter kaputt.
    Brauch man ja nur mit einem Knack rausschrauben und neuen reindrehen. Einfache sache ,aber beim nächsten mal mach ich die Maschine dann doch aus.
    War ein Gefühl als hätte mir einer mit der flachen Hand in den Nacken gehauen.
    Nie wieder männermässig Starter wechseln :rolleyes:


    Selbiges Gefühl hatte ich auch mal nur im Handgelenk, als ich bei der Schneidmaschine die kaputte Lampe ersetzen wollte. Strom ist was Doofes. Man sieht's nicht, tut aber weh.

    Thema Oberflächlichkeit. Manche, ob jetzt Lehrlinge oder auch gelernte Fachkräfte, sind manchmal einfach nicht bei der Sache und mit den Gedanken woanders. Lehrling in der alten Firma hat zum Wochenendputz gezaubert und mal eben 6 kg restliche Farbe vom Farbkasten ins Farbwerk befördert mit einem "Klack, klack". Tjoah, der hatte es bei seinen Kollegen an der Rapida 142 bis zum Ende seiner Lehrzeit gründlich verschissen. Der Wochenendputz verzögerte sich somit um 5 Stunden und das am Samstag Mittag. Ich war zum Glück in der Berufsschule und musste Samstag nicht ranklotzen. :D

    Das letzte Bild sieht für mich stark nach Fettspritzern aus. Wir haben meistens nach dem Abfetten von Kurvenrollen und Greifern ähnliche Spritzer, wie Butzenkönig schon schrieb. Da hilft nur putzen. Also Übergabezylinder, innere Maschinenwände (logisch), Kurven, die den Rollenhebel öffnen und Greiferwellen. Kann man ganz einfach überprüfen, indem man mit der Maschinengeschwindigkeit spielt. Je höher die Geschwindigkeit, desto mehr und desto größere Spritzer sind zu sehen. So unter 8.000 B/h sollte fast nichts zu sehen sein.

    @ Guenter1961:
    Warum beim ersten Bild Gelb trotzdem ausdruckt, erkläre ich mir so: Wenn das Fett, Kreidekrümel oder Dreck bereits im ersten Werk auf den Bogen geworfen werden, läuft sich der Spritzer sozusagen bis zum letzten Werk (Gelb) ab und dort reicht dann die Adhäsionskraft wieder aus um wenigstens das Gelb auf den Bogen zu bringen.

    Euch allen eine schöne kurze Arbeitswoche!
    Gruß, Exxon.

    Jo, ist bei uns so ähnlich. Gehe aber nie unter 4 %. Das mache ich nur, wenn ich nur Texte drucke. Kommt natürlich auch auf die Stapelhöhe an und welche Farbseparationsart von der Vorstufe verwendet wird. Diese arbeitet seit neuestem mit einer Software von Heidelberg, die die dunkelsten 4c-Bildstellen auf nicht mehr als 280 % herunterregelt. Das erleichtert das Drucken von farbintensiven Bildern natürlich enorm.

    Grüße von der Ostfront,
    Exxon.

    Mal was anderes... wechselt ihr eure Pudersorte bei Auftragswechsel von nicht lackierten zu lackierten Aufträgen und umgekehrt? Wir verwenden nämlich generell ein WL-Puder mit 22er Körnung aus Gründen der Bequemlichkeit. 8) Bei nicht lackierten Drucksachen neigt dieses Puder aber zum Aufbauen auf dem Gummituch beim 2. Druckgang, was häufigeres Waschen erforderlich macht. Bei einem normalen Stärke-Puder wäre das nicht der Fall, so ein HD-Instrukteur.

    Was sind eure Erfahrungen?

    Wenn aber nur ein Drittel der Auflage von den mysteriösen Schwangerschaftsstreifen betroffen ist, kann es doch nichts mit der Rasterwinklung oder dem RIP zu tun haben. Denn dann würde ja die ganze Auflage und jeder Bogen so streifig aussehen. Ich tippe mal auf Übergabefehler (vielleicht sogar mit Wendung gedruckt?) und daraus resultierendem Schieben/Dublieren, bedingt durch zweieinhalb Jahre altes, verzogenes Papier. Hello, tze. Schon der Name bereitet mir Übelkeit.

    Grüße von der Ostfront...

    Servus, stolki!

    Wenn die Druckfarbe den Papierstrich oberflächlich ablöst, ist es genau das, was auch deine Platten verschleißen lässt. Für mich klingt das einfach nach einer scheiß Papierqualität. Hast du Farbwerkstemperierung? Ruhig auf 24, 25 °C einstellen um die Farbe geschmeidiger zu machen. Meistens wirds dadurch weniger, was das Abreißen der Hinterkanten bei Volltonflächen angeht. Eventuell noch etwas Drucköl hinzugeben, aber nicht übermotivieren, sonst bekommst du den Rotz nicht mehr trocken, vorallem beim Sopor.

    Gruß, Exxon.

    Ha! Hatten wir auch erst kürzlich. Der Kunde rief an und beschwerte sich, dass seine 10.000 Blöcke seinen Angestellten Kopfschmerzen bereiteten wegen des übelriechenden Geruchs und die Paletten derweil im Hof lagern müssten um auszudünsten. Tja, unsere Drucksachen riechen zwar wie 500 kanadische Holzfäller, sehen dafür aber echt klasse aus. Man muss halt Abstriche machen.

    Aber Kaffeepulver im Pudergerät? Sag dem Kunden, dass ein Kilo Duftlack nur einen Bruchteil der Reparatur und Reinigung des Pudergeräts kostet. Guckt euch mal Puder und Kaffeepulver unterm Fadenzähler an. Außerdem ist Kaffeepulver hygroskopisch, zieht also Wasser aus der Luft und verklumpt mit hoher Wahrscheinlichkeit bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen in den Schläuchen. Aber ansonsten gesundheitstechnisch völlig unbedenklich.

    *sing* Wer soll das be-zahl-en? Wer hat so-viel Geld?... Wer hat so-viel Pink-e-pinke? Wer hat das bestellt? */sing*

    Ich als Plauener sehe das noch etwas heimatsbezogener. Die Rollendruck-Schmiede, ehemals Plamag, steht nur wenige Kilometer von hier und gehörte schon immer zum Stadtbild von Plauen. Ganz zu schweigen von den rund 700 Beschäftigten, die dann ohne Arbeit wären.
    Bin aber dennoch optimistisch, dass es irgendwie weitergeht. Ob aufspalten, fusionieren oder neu sortieren. Ganz untergehen wird der Kahn schon nicht. Man muss sich das nur mal vorstellen, was das wieder für Kreise zieht, wenn zahllose Zulieferer von manroland nicht oder nur zum Teil bezahlt werden können. Am Ende wird's Benzin wieder teurer, weil der Stahl für nen Mähdrescher mehr kostet als zuvor...

    Weihnachtliche Grüße aus dem Vogtland.

    Exxon