Beitrag 314, Fachsprache Dispersion und Unterbegriffe

  • Wir sehen hier einmal davon ab, dass wir in der Farben- und Klebertechnik wässrig basierte Systeme als "Dispersion" bezeichnen. Das ist eine Spezialität und - logisch genommen - ein Missgriff.

    Wörtlich heißt Dispersion "Verteilung". Wenn wir in der Technik einen Stoff in einem anderen verteilen, nennen wir das nur dann eine Dispersion, wenn sie sich nicht molekular mischen (Ethanol und Wasser) oder ineinander lösen (Zucker in Wasser), also homogen verteilt sind. Es müssen immer getrennte Phasen ineinander verteilt vorliegen.


    Die drei Aggregatzustände sind für uns fest, flüssig, gasförmig. Wir dispergieren jetzt mal immer zwei ineinander:

    gasförmig in fest = Schwamm,

    gasförmig in flüssig = Schaum,

    gasförmig in Gas geht nicht, weil sich alle miteinander mischen,

    flüssig in fest = kenne ich nicht, ist wie nasser Schwamm, evtl. Einschlüsse in Gestein?

    flüssig in flüssig = Emulsion,

    flüssig in gasförmig = Nebel, Aerosol (flüssig),

    fest in fest = so weit verbreitet, dass es keinen extra Ausdruck gibt, z. B. Granit (Feldspat, Quarz und Glimmer), getrocknete Farbe als zusammenhängende Farbschicht

    fest in flüssig = Schlamm, Suspension, Aufschlämmung

    fest in gasförmig = Rauch, Aerosol (fest).