Was unterscheidet das Wasser von den anderen Lösemitteln in Druckfarben?
Meine Antwort:
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Im wörtlichen - chemischen - Sinne ist Wasser ein Lösemittel, und zwar ein sehr polares. Es löst also Substanzen besonders gut, die selbst polar sind, z. B. Salze. Es gestattet auch eine relativ einfache Dispergierung feinteiliger polarer Feststoffe wie Kalziumkarbonat = Kalksteinmehl. Wasser wird in wässrigen Flexo- und Tiefdruckfarben verwendet, in Dispersionslacken, -farben und -klebern.
„Typische“ Lösemittel in Druckfarben sind relativ unpolare Substanzen aus der organischen Chemie (Toluol, Isopropanol, Benzine, Ethylacetat). Sie lösen die Bindekörper (meistens Harze wie Kolophonium) auf, weil sie für organische Moleküle mit Kohlenwasserstoffketten geeignete Molekülteile anbieten, die diese innerhalb der Flüssigkeit stabil umgeben können. Sie finden Verwendung in den Lösemittelfarben des Tief- und Flexodruckes, die hauptsächlich durch Verdunstung trocknen.
Auch Kohlenwasserstoffe mit größeren Molekülen als Benzine (C6 und C7) können Lösemittel sein, sofern sie eben etwas lösen. Buch- und Offset-Druckfarben enthalten solche Mineralöle = Kohlenwasserstoffe. Wir verwenden hier solche mit C12- bis C16- Ketten. Damit entsprechen sie dem Dieselkraftstoff unserer Autos, nur chemisch besonders gereinigt.
Aus zwei Gründen nennen wir diese Mineralöle auf Deutsch nicht Lösemittel: Sie lösen die Harze gar nicht, sondern quellen sie nur an. Und da sie nicht flüchtig sind, gibt es auch nicht die hohe Entzündungsgefahr wie bei Ether, Toluol usw. Das ist wichtig bei der Genehmigung von Maschinenanlagen wegen des vorbeugenden Brandschutzes. Im Englischen wird dieser Unterschied übrigens gar nicht gemacht: Dort heißen alle einfach solvents. Ein weiteres Beispiel, dass Fachsprache mal ganz willkürlich sein kann.
Die Ausdrücke Lösemittel und Lösungsmittel verwende ich in unserer Technik gleichwertig.