Roland 304 Pro - Contra

  • Hallo!

    Endlich hab ich mal wieder Zeit gefunden und da brauch ich jetzt direkt mal Hilfe! :)

    Wie ich im letzten Jahr schon geschrieben habe, habe ich bei meinem alten Arbeitgeber gekündigt um endlich die Firma meines Vaters weiterzuführen.

    Meine im letzten Jahr (März) aufgestellte gebrauchte Ryobi 524 HXX kommt langsam an ihre Grenzen. Ich habe seit März im Schnitt knapp 500.000 Drucke im Monat gemacht, was sehr viel ist wenn man bedenkt, dass die Maschine nur eine Schicht läuft und auch sehr kleines Gemüse dabei ist. Visitenkarten Auflage 100 Stück zu 16 Nutzen. :) Außerdem war es seit längerer Pause überhaupt wieder eine 4 Farben Offsetmaschine, daher bin ich mehr als zufrieden was die gesamte Lage angeht.

    Geplant ist nun eine 4 Farben Offsetmaschine und zwar eine Nummer größer, also DIN A2 um die kleine Maschine zu entlasten und um einfach größere Jobs zu produzieren, die ich momentan außer Haus geben muss. Auch diese Maschine wird wieder eine gute Gebrauchte werden, weil nicht die Maschine neu- sondern der Drucker gut sein muss. Dann kommt auch anständige Qualität daraus. :) Außerdem ist es ja auch eine Preisfrage. Ich will nichts überstürzen, daher in jedem Fall gebraucht. Bis max. 150.000 Euro generalüberholt muss sie laufen.

    Ich habe nun eine wirklich schöne Roland, in der richtigen Preisklasse gefunden, die außerdem wie neu aussieht. :) Modell 304. Leider habe ich null Erfahrung an diesen Maschinen. Hier der Link:


    Wer hat schon an diesem Modell gearbeitet? Kann mir jemand diese Maschine empfehlen oder sogar davon abraten?


    Ich bin für jede Info dankbar! :)

  • Hallo,
    als ich bei uns im Betrieb 2001 angefangen habe hatten wir ne 305 stehen, war auch Bj. 99 meine ich. Mir wurde gesagt das ich NICHT bei Baumann anrufen soll wenn was dran ist sondern bei Roland selber. Warum? Weil wir dermaßen viele Probleme an der Maschine hatten und eh in der Nähe OF sind. Ständig war etwas kaputt, Passerstabilität ist was anderes, da die Platten über den Zylinder gezogen werden, also etwa so wie früher mit Schlüssel. Vorteil man kann im Schrägregister bis 1mm verstellen....Nachteil....verstellt man während dem Lauf kann es sein das man nach einem Stopper wieder nachstellen kann, da sich die Platte unter Druck nicht richtig ausrichten konnte. Die Waschanlagen waren ein Grauß, ständig verstopft und übergelaufen obwohl wir sie regelmäßig gereinigt haben. Die Plattenschienen werden elektronisch kontrolliert ob sie genug zufassen, nach einiger Zeit gab es immer Alarm wenn der Anpressdruck nicht mehr korrekt war dann musste man die Schiene nachstellen. Ich habe wirklich wöchentlich angerufen weil irgend etwas dran war 3x in einem Jahr der Antriebsmotor der Stapelplatte. In der Auslage konnte ein Kunststoffgelenk brechen wenn die Geradestoßer sich durch Puder etwas verklemmten. Der Auslagensensor für die Stapelhöhe war mehrfach defekt da er nicht gegen Feuchtigkeit geschützt war. Wir mussten ein Brecheisen kaufen weil das eine Segment für die Wendung geklemmt hat, wurde dann aber von Roland selber getausch weil sie gemerkt hatten das sie zu weiches Material genommen hatten. Wir hatten trotz Wasseraufbereitung massive Probleme mit Butzen in den vorderen 10cm, haben wöchentlich die Walzen entkalkt um dem wenigstens etwas vor zu beugen. Walzenstreifen waren auch recht heftig.......also Fazit.....ich würd die Finger davon lassen.
    Die Maschine ist bei uns keine 4 Jahre alt geworden. Danach kam eine 74er ins Haus, wir waren damals zwar auch noch bei Roland und haben uns die überarbeitete Variante angeschaut welche auch noch mal auf der Drupa 2004 gezeigt wurde, aber ca. ein halbes Jahr nach der Drupa wurde die Produktion der 300er eingestellt soweit ich noch weis! Die Verbesserungen waren schon ganz gut, andere Waschanlagen, die Zylinder waren etwas anders geschliffen am Druckanfang daß die Walzen nicht so hart aufsetzten um dem Problem der Butzen und des Passers entgegen zu wirken.
    Mit unserer Ryobi haben wir zwar auch einige Probleme, aber bei weitem nicht in diesem Umfang. Die 500er soll wieder eine gute Maschine sein, aber die 300er hat dermaßen viele Macken gehabt, das war nicht mehr schön.
    Gruß
    Ralph

  • Hallo "spectral" ,

    kann mich Inhaltlich nur den Aussagen von "Ralph" anschließen.
    Wir hatten eine 305, alles die gleichen Probleme. Zusätzlich gab es ständig Ärger mit der Elektronik.
    Wenn du natürlich gerne selber basteln oder einen eigenen Monteur hast kann man sich das überlegen.
    Unsere ist nach 3 Jahren rausgeflogen, war finanziell nicht mehr zu händeln, dazu noch die Qualitätsprobleme.

    Du solltest dich fragen warum sind die 300 so preiswert auf dem Markt zu haben und warum werden sie nicht mehr gebaut ?
    Also lass lieber die Finger davon.


    Mit besten Grüßen

  • Ich arbeite zur Zeit an einer Roland 304 und ich würde dir da eher abraten diese Maschine zu kaufen.
    Wie meine Vorredner schon sagten ist sie vor allem elektrisch sehr anfällig. Nach und nach verabschieden sich die Potentiometer für Duktorhub, Druckbeistellung, Greiferöffnung u.s.w.
    Dazu kommen dann auch mechanische Probleme mit den Greifern, die dann irgentwann zu Passer- oder Papierlauf Problemen führen.
    Je nach Laufleistung der Maschine kann es auch gut sein, das der gesammte Anlegerkopf ausgeschlagen ist (das wird dann richtig teuer).

    Generell würde ich mir das genau überlegen eine so alte Maschine zu kaufen.


    Edit : Es sollte noch erwähnt sein, das die R300 nicht gerade ein Freund von Karton ist. Selbst mit der optionalen Kartonführung wird es ab 350g/m² kritisch. Es kommt zum Schlagen am Bogenende, was man nur mit einer Modifizierten Luftleiste über der Wendung beheben kann oder dadurch, das man dem Karton am Bogenende einen 10- 15 cm druckfreien Bereich lässt.

    Optimismus ist nur ein Mangel an Information
    (Heiner Müller)

    Einmal editiert, zuletzt von Druckerpapst (25. Januar 2011 um 20:12)