Beiträge von Cyberfisch

    Hallo Stolki

    Mit der Rändelschraube unter dem Kuvertstapel kannst du die Fotozelle verstellen, welche bestimmt, wie weit die Kuverts zur vorderen Kante des Stapels laufen. Ist der Stapel zu weit vorne, rutschen die Kuverts evtl. über die Halteklammern hinaus, ist der Stapel zu weit hinten, werden die Kuverts evtl. nicht mehr angesaugt.

    Mit der Verstellschraube im Schlitz kannst du den Kuvertanleger neigen. Die SM hat eine waagrechte Anlage, also muss der Kuvertanleger auch einigermassen waagrecht stehen. Die GTO zum Beispiel hat eine nach vorn geneigt Anlage, der Kuvertanleger kann dann zum besseren Ansaugen der Kuverts auch etwas geneigt werden.

    Laufen Kuverts mit kurzer Klappe ineinander, kann versucht werden, mit dem Hebel in der Schaltkulisse unter dem Tisch die Schuppung kompakter zu machen. Es gibt drei Einstellungen: enge Schuppung, normale Schuppung und weite Schuppung. Damit die Kuvertklappen nicht ineinander laufen, ist eminent wichtig, dass die Kuverts schön regelmässig von den Saugern erfasst und geschuppt werden. Das Ineinanderlaufen passiert immer dann, wenn ein Unterbruch in der Schuppung stattfindet. Nicht immer einfach, den Stapel so herzurichten, dass die Schuppung fehlerfrei funktioniert.

    Habe noch vergessen, wegen den SK-Kuverts: Habe gar nicht gewusst, dass es diese verdammten Dinger noch gibt. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es nicht möglich ist, diese über den Schneider-Kuvertanlager fehlerfrei zu schuppen. Versuchs auf jeden Fall mit der engen Schuppung.

    Bei uns läuft ein chinesischer CRON-Belichter mit Sonora-Platten.

    Eine sehr robuste und zuverlässige Maschine, welche mit den europäischen Maschinen gleichziehen kann. Überlegen ist die Maschine den europäischen Maschinenbauern in Sachen Reparaturkosten, da die Maschine so durchdacht ist, dass nicht komplette Systeme gewechselt werden müssen, sondern nur das wirklich Defekte. Die gesamte Steuerung läuft beispielsweise über einen handelsüblichen PC, welcher mit wenig Aufwand ersetzt werden kann.

    Ausser mit den prozesslosen Platten hatten wir aber noch nie Probleme mit der Maschine.

    Ich sage es gleich, ich kenne die Rotoman nicht und auch das geschilderte Problem ist mir unbekannt. Was ich kenne, ist die Sonora XTRA 3, welche bei uns auch verwendet wird.

    Wie es der Zufall will, musste ich heute Druckplatten bestellen. Und was fällt mir da im Katalog auf, eine Sonora XTRA 2, welche für den Heatset bestimmt ist.

    Der Katalog ist nicht von heute, vielleicht gibt es die XTRA 2 auch gar nicht mehr und ist ersetzt mit der "normalen" XTRA 3. Vielleicht habt ihr, Rotoman, aber wirklich nicht die ideale Platte in Verwendung. Was meinst du?

    Nautilus ist ein Preprint-Papier (für Officeanwendungen) mit reduzierter Feuchte. Everprint ist ein Offsetpapier (für grafische Anwendungen) mit normaler Feuchte. Ist für alle nachvollziehbar, was mit Papier passiert, wenn es Luftfeuchte aufnimmt oder im anderen Fall Feuchtigkeit an die Luft abgibt. Wellen bzw. tellern.

    Die Zielfeuchte in Prepress-Papieren ist 35 %, kann aber auch nach oben und auch nach unten schwanken, denn jeder gewerbliche und industrielle Prozess ist mit Differenzen verbunden. Ein Qualitätspapier aus Neufasern ist heute auch mit einer Feuchte von 35 % problemlos zu verarbeiten. Wir fertigen auch digital bedruckte Blocks mit nur leichter Wellenbildung mit diesen Papieren. Bei Papieren aus Haushaltssammlung ist das aber anders, drum werden solche Papiere auch kaum mehr hergestellt.

    Nautilus ist eben noch so ein echtes Recyclingpapier. Der Rohstoff stammt ausschliesslich aus Haushaltssammlung und wird bewusst nur minimal aufgearbeitet. So wie zumindest der Laie dies bei jedem Recyclingpapier erwarten würde.

    Der Kunde und auch die Druckerei muss sich bewusst sein, was es heisst, mit Nautilus zu arbeiten und muss damit umgehen können, dass jede Papiercharge durch den kaum bestimmbaren Rohstoffeintrag wechselnde Eigenschaften haben kann. Was gestern gegangen ist, kann morgen schon ein Riesenproblem sein.

    Noch eine Bemerkung zur Planlage von Nautilus: Wenn eine Papierfabrik ein Papier mit exzellenter Planlage bewirbt, heisst das nicht, dass das fertige Produkt schön flach liegt. Mit Planlage ist gemeint, dass das Papier problemlos beispielsweise durch die Druckmaschine bzw. den Kopier geht und keine Stopper und Knautscher zu erwarten sind.

    Und dann wäre auch schön, ptfrost, wenn du Antworten hier vielleicht zweimal lesen würdest. Dann müsstest du auch nichts unterstellen oder falsch zitierten.

    Ich weiss jetzt nicht, ptfrost, warum du eine klare Meinungsäusserung als rauen Umgangston bewertest. Vielleicht, weil du dich in deiner eigenen vorgefassten Laienmeinung gestört fühlst? Denk einfach daran, dass hier niemand sich selbst eine Antwort geben muss, sondern dass in diesem Forum Zeit investiert wird für Fachleute und Laien, die eine fachlich richtige Antwort erhalten möchten.

    Aber ja, ich fühle mich von dir genervt, weil du anstelle fundierter und begründeter Meinungen von zahlreichen Antwortschreibern lieber dem Lobhudeln eines Papierherstellers vertraust, wobei du den Beschrieb der Papiercharaktere von Nautilus gar nicht richtig verstanden hast. Was du falsch interpretierst, ist in den Antworten hier bereits enthalten, hat nichts mit Leim, Sommerproduktion usw. zu tun. Aber das willst du ja nicht wissen, sonst würdest du sogar begreifen, warum es mit Everprint problemlos geklappt hat und mit Nautilus nicht.

    Klar das mag deine Meinung sein. Es ist in meinem Verständnis ein exzellentes Recyclingpapier (...)

    Obwohl hier eigentlich alle Antwortgeber das Papier als Ursache des Problems ansehen, verneint ptfrost diese Ansicht und lässt uns Forumsteilnehmer das Problem bei der Leimbindung suchen. Da frage ich mich schon, warum das so ist.

    Wenn die Blocks nicht verkaufbar sind, ist ein erheblicher Schaden eingetreten und jemand muss dafür das Portemonnaie zücken. Ich frage mich nun, ob wir Antwortgeber als Verbündete dienen sollen, um Schadensersatz bei der Druckerei anmelden zu können.

    Ob ich Nautilus mag oder nicht, spielt bei diesem Schaden keine Rolle. Ich als Druckerei hätte dieses Papier einem Kunden niemals für Blockherstellung vorgeschlagen. Wenn der Kunde aber darauf besteht, hätte ich die möglichen Folgen dem Kunden dargelegt und das Beste aus dem Papier herausgeholt. Wir haben die beste Erfahrung beim Leimen von Schreibblocks gemacht, wenn beim Leimen die Papierlaufrichtung parallel zur Leimkante ist und die vom Unterdeckel quer. Das gibt dem Block eine gute Stabilität und ich meine, im vorliegenden Fall wäre die Welligkeit auch weniger gewesen, weil die Welle zwischen den aufeinanderliegenden Blocks nicht mehr durchgehend gewesen wäre. Der Unterdeckel hätte wie ein Wellenbrecher gewirkt. Wenn eine Druckerei diesen Trick aber nicht kennt, ist das kein fachlicher Mangel, die meisten Blocks, welche im Alltag bei mir durch die Finger gehen, sind gefertigt wie in diesem Fall.

    Wie in vielen anderen Beispielen hier im Forum, zuerst kommt wahrscheinlich auch hier eine zwingende Vorgabe des Kunden (in diesem Fall das Papier), dann die Enttäuschung, dass das Unmögliche doch nicht machbar ist.

    ...und dann fühle ich mich als Druckfachmann schon missbraucht, wenn man hier im Forum mit Suggestivfragen Munition zu sammeln versucht, um damit gegen Berufskollegen zu schiessen.

    Ich wiederhole meine Frage: Sind die randwellig, oder geht das über die ganze Breite?

    Wenn sie am Rand welliger sind als innen, dann hat das Papier außen Feuchtigkeit gezogen und sich gedehnt.

    Nautilus hat auch eine Preprinteignung und dementsprechend vermutlich eine geringere Feuchte. Zusätzlich sind bei Recyclingpapier immer etwas größere Qualitätsschwankungen möglich, weil die Rohstoffqualität nicht einheitlich ist.

    Ich schliesse mich Butzenfängers Meinung an.

    Nautilus classic ist ein "grauenhaftes" Papier. Da sind die Qualitätsschwankungen von Lieferung zu Lieferung wirklich erheblich. Wer dieses Papier wählt, muss sich bewusst sein, auf was er sich einlässt. Das fertige Druckprodukt entspricht kaum einem Imprimat aus Frischzellstoff. Nautilus ist mit dem "Blauen Engel" ausgezeichnet. Das heisst, dass man das bekommt, was den Blauen Engel auch ausmacht. Höchstqualität fordern, aber bitte mit einem grünen Mäntelchen umhängt, das geht bei diesem Papier nichts.

    Übrigens ist Nautilus eines der letzten Papiere, welches Recyclingpapier aus den Haushalten als Rohstoff verwendet. Die meisten anderen "UWS-Papiere" verwenden sortierte Papierabfälle von Druckereien oder direkt aus der Papierherstellung. Warum wohl? Genau, Höchstqualität mit grünem Mäntelchen verziert.

    Pressen und Leimen schliesse ich als Schadensgrund aus. Blocks verleimen ist nun wirklich keine Highend-Arbeit, welche nach genausten Regeln erfolgen muss.

    Einen Produktionsfehler schliesse ich aus. Auf dem einen Bild ist rechts ein noch verpackter Stapel zu sehen, der keine Welligkeit aufweist. Die Lieferung hat die Druckerei also flach verlassen, die Welligkeit ist nach dem Öffnen der Verpackung eingetreten.

    Das Problem wird beim Papier zu suchen sein. Heutige gestrichene Papiere beispielsweise sind für den Farbdruck auf Schnellläufern optimiert, die Nachteile davon hat der Druckausrüster/Buchbinder zu tragen, weil diese Papiere schwieriger weiterzuverarbeiten sind. Farbiges Feinpapier (wie wahrscheinlich für die Blocks verwendet) wird heute von den Papierfabriken eigentlich nur noch als Multifunktionalpapier hergestellt, das heisst, diese Papiere müssen auch auf einem Bürogerät bedruckbar sein. Grundvoraussetzung dafür ist eine reduzierte Feuchtigkeit von ca. 35 % im Papier. Den Nachteil dieser Multifunktionalität hat wiederum der Druckausrüster zu tragen, in diesem Fall mit der Neigung zur Welligkeit.

    Wie Brandeilig bereits geschrieben hat, bei diesem nassen Wetter momentan mit der hohen Luftfeuchte bleibt dem Multifunktionalitätspapier gar nichts anderes übrig als wellig zu werden, sobald die Verpackung geöffnet ist. Auch Räume mit geregelter Feuchte sind für das offene Lagern dieser Papiere nicht geeignet.

    Der Fehler in der Herstellung der Blocks wird in der mangelnden Kommunikation zwischen Kunde und Druckerei zu suchen sein. Die Druckerei wird die fachliche Begleitung der Blocks nur bis zum Verlassen der Druckerei durchdacht haben, der Kunde wird den Zweck der Blocks der Druckerei zu wenig mitgeteilt haben.

    Wenn wir ehrlich sind: Auch wenn die Blocks mit dem richtigen Papier und fachlich richtig hergestellt sind, ein Monat im Regal des Papeteristen bei wechselnder Temperatur, Sonnenbestrahlung, Durchzug und Anfingern der Kunden und die Blocks sehen auch so aus wie auf den Fotos.

    Ja, Karsten, das frage ich mich auch.

    Und ich frage mich auch, welcher Effekt beabsichtigt ist, zehn Jahre nach dem Kauf an einer Verkaufsmesse seine Problematik dem Maschinenbauer zu unterbreiten. Was soll ein Messeverkäufer jetzt zur Lösung des Problems beitragen, wenn zehn Jahre lang vergessen wurde, die Maschine von einem Werkstechniker beurteilen zu lassen.

    Dass Dreieckpixel sofort von den Sandbetreibern umschart wurde, ist wohl eher weniger echtem Interesse am Problem zuzuordnen, eher der Strategie, dass Kritiker am eigenen Produkt, sofort vom übrigen Standpublikum zu isolieren sind.

    Nun gut, der Rat der versammelten Verkäufer war ja richtig, dafür hätte es aber die Drupa nicht gebraucht.

    Ich denke, Colorus, dass du deine Frage im falschen Forum gestellt hast. Dies hier ist ein grafisches Forum mit Kompetenz zu Fragen rund ums Drucken.

    Beim Druck stellt sich das Problem vom Import /Export von eigenen Farbpaletten nicht, da es für den Druck mit Ausnahme von Körperfarben wie Pantone nur den CMYK-Farbraum gibt.

    Ich nehme an, du hast in deinen Farbpaletten zum Beispiel RGB-Farben definiert. Mit solcherart definierten Farben ist jedoch der Druck nicht vorhersehbar. Spätestens bei der Datenübermittlung an ein Ausgabegerät werden zum Beispiel RGB-Farben in CMYK-Werte umgewandelt. Da aber die Anzahl druckbarer Farben im CMYK-Farbraum wesentlich kleiner ist als die Anzahl darstellbarer RGB-Farben auf einem Bildschirm, werden RGB-Farben in den nächstmöglichen CMYK-Farbton umgewandelt, was dann manchmal für grosses Staunen beim Kunden führt, wenn er ein leuchtendes Orange auf seiner Drucksache als mattes Braun wiederfindet.

    Ich habe keine Erfahrung mit deinen für uns Drucker kaum verwendeten "exotik" Programmen. Sofern der betreffende Farbraum vom Programm unterstützt wird, sollte das Importieren von eigenen Farben aber möglich sein. Das manuelle Hinzufügen von Farben mit den Farbwerten ist immer möglich, aber auch mühsam, wenn die eigene Farbpalette aus unzähligen Farben besteht.

    Ich habe mir den T-Shirt Drucker von kornit angeschaut. Was dort stand, als 2 Stationen Drucker, mit Trocknungsstrecke, liegt je nach Servicevertrag und Verhandlungsgeschick bei 1 Million. Fängt allerdings bei 300000 schon an. Schnäppchen für den T-Shirt Shop um die Ecke.

    Naja, der Dorfdrucker in der Nachbarschaft hat auch keine Rollenoffset in seinem Laden stehen. Der 1-Million-Textildrucker wird wohl für Textilveredler gedacht sein.

    Meine Drupa-Eindrücke als Nicht-Besucher der Ausstellung:

    Was an der Drupa von den Maschinenherstellern ausgestellt wird, zeigt, was die Zulieferer zu bauen fähig sind, aber nicht, ob diese Neuentwicklungen vom Markt überhaupt gekauft werden. Mein subjektives Empfinden von all den Drupa-Neuheiten über all die Jahre meiner Berufstätigkeit, dass sich von zehn neuen Entwicklungen maximal eine auf dem Markt etablieren kann. Was ist nicht alles schon auf der Drupa als Zukunft des Druckens postuliert worden:

    Die mechanisierte Bleisetzerei, Buchdruck-Akzidenz-Bogenrotation, Letterset, wasserloser Offset, Endlos-Akzidenzdruck, DI-Offset, Anicolor-Offset, UV-Offset, um nur ein paar Entwicklungen zu nennen, welche sich nicht durchgesetzt haben, nur ein Nischendasein fristen oder schlicht von der Entwicklung überrollt wurden. Der Markt entscheidet, was brauchbar, was zu teuer oder zu wenig flexibel einsetzbar ist. Auch Landa, eigentlich eine geniale Technologie, wird nie Allgemeingut der grafischen Branche werden, weil das Druckprodukt ausserhalb von eng definierten Nischenmärkten preislich nicht konkurrenzfähig ist.

    Ich bin der Meinung, dass der Offset technisch heute dort steht, wo der Buchdruck in den siebziger Jahren des vorderen Jahrhunderts gestanden hat. Quantensprünge sind nicht mehr zu erwarten, Verbesserungen nur noch im Detail, der Geschwindigkeit, dem Handling, der Automatisierung. Das Problem, dass vor dem Druck eine Druckform herzustellen ist und diese vor dem Druckvorgang erst eingerichtet werden muss, kann kein noch so ausgeklügeltes Plattenspannsystem und keine Maschinen- und Farbsteuerung eliminieren. Das Maschineneinrichten, welches bei den hohen Auflagen der Vergangenheit preislich kaum ins Gewicht gefallen ist, wird heute bei sinkenden Auflagen und in Konkurrenz mit den digitalen Druckverfahren zunehmend zum Preisproblem. Heidelberg hat meiner Meinung nach richtig reagiert, die Zeichen der Zeit erkannt und beendet den Bau der A3-Offsetmaschinen.

    Interessant sind die zahlreichen Entwicklungen im Digitaldruck, welche auf der Drupa vorgestellt werden. Interessant, der tonerbasierte Druck, welcher sich im A3-Format etabliert hat und sich jetzt in den A2-Bereich vorwagt. Interessant, der tintenbasierte Druck, welcher sich vom A2-Format jetzt in den A3-Bereich vortastet. Welches Verfahren sich durchsetzen wird, kann wohl erst in zehn, zwanzig Jahren gesagt werden. Bei Toner und Tinte sind meiner Meinung nach noch grosse Entwicklungsschritte zu erwarten.

    Wenn ich eine Prognose stellen darf, wird sich als Basis des digitalen Druckens das tonerbasierte Verfahren durchsetzen und das tintenbasierte Verfahren in Nischenmärkten zur Anwendung kommen. Meine Einschätzung beruht darauf, dass es zwanzig Jahre gedauert hat, bis sich der tonerbasierte Laserdruck von der "Kopie" zum anerkannten "Druck" gemausert hat.

    Die Entwicklung der Inkjetmaschinen steht heute noch ganz am Anfang. Zwanzig Jahre gibt sich heute aber kein Maschinenbauer mehr Zeit, um das Tintenpisser-Image seiner Maschinen loszuwerden. Kommt dazu, dass die Inkjet-Maschinen eher Einfamilienhäusern gleichen als einer Druckmaschine. Tonerbasierte Lasermaschinen müssen nur die Wärme loswerden, was zum Teil sogar über den Papierdurchgang erfolgt. Inkjet-Maschinen müssen in erster Linie grosse Mengen an Feuchtigkeit abführen, was viel schwieriger ist, wofür auch wiederum viel Wärmeleistung gebraucht wird und die Maschinen darum riesig und sehr teuer werden. Kommt dazu, dass wasserbasierte Inkjet-Drucke nicht wasserfest sind. Konica-Minolta setzt auf UV-Inkjet und hat damit für mich die besseren Karten in der Hand als beispielsweise Heidelberg-Canon.

    Drupa zusammengafasst: Wer als mittelständischer Drucker den "OHT der Zukunft" für den Fortbestand seiner Firma sucht, wird diesen nicht bei den europäischen Maschinenbauer finden, bei den asiatischen Konzernen jedoch schon.

    SX, SM und PM sind verschiedene Generationen der Speedmaster-Serie, der Unterschied besteht in der Ausstattung und Automatisierung. SM und PM sind schon länger "Geschichte".

    Gleichzeitig mit der Bekanntgabe des Bauendes der 52er Maschinen hat Heidelberg die Kooperation mit Canon verkündet. Da darf man gespannt sein, welche Früchte diese Zusammenarbeit für beide Unternehmen trägt. Ob Canon in der grafischen Branche im Gespann mit Heidelberg wieder ein Matchplayer werden kann...???

    Natürlich tut es mir als Drucker weh, die liebgewordenen 52er Modelle vom Markt entschwinden zu sehen. Der Schwanengesang braucht deswegen jedoch nicht angestimmt zu werden. Es gibt genügend Maschinenbauer, welche dieses Format mit sehr guten und kostengünstigen Modellen abdecken.

    Hier in Europa wird der A3-Offset zunehmend vom Digitaldruck ersetzt, das ist jedoch im Rest der Welt nicht so. Heidelberg hat jedoch erkannt, dass für viele Teile der Welt die SM-Modelle zu technisch und auch zu teuer sind. Hier sind einfache Maschinen gefragt, welche Heidelberg nicht mehr bauen kann bzw. will.

    Maschinen werden gebaut und verschwinden wieder vom Markt, eigentlich keiner grossen Rede wert. Mit dem Bauende der 52er Maschinen ist es aber das Eingeständnis von Heidelberg, dass drucken auch smarter erfolgen kann, als dies im Offset möglich ist. Es braucht keinen Schuppenanleger mehr, keine Vorder- und Seitenmarken, keine fünf Meter Drucktürme, keine Wendetrommeln, keine aufwändige Druckplattenherstellung, um in Offsetqualität produzieren zu können.

    Grafische Elefanten sind dem Aussterben geweiht, wendige Gazellen werden zukünftig Matchplayer sein.

    Hi davlastor,

    Dein zukünftiger Chef ist mir suspekt. So ein lapidares "sollst online schauen" läßt vermuten, daß er entweder keinen Bock auf Dich hat, oder Dich ausnutzen will oder einfach ein ignoranter Idiot ist, der selbst keine Ahnung vom Fach hat, und keinerlei Skrupel hat zu erkennen was er Dir da aufbürdet oder abverlangt. (...)

    Bevor weitere Tiraden gegen die Chefs erfolgen, einfach in Post 4 nachlesen, wo Davlastor arbeitet.

    Lieber Davlastor

    Ich merke deine Begeisterung, zukünftig in der Druckabteilung arbeiten zu können. Und es ist sehr löblich, dass du dich möglichst gut auf diese berufliche Herausforderung vorbereiten willst.

    Dass du das Gefundene über den Offsetdruck mit uns Forumteilnehmenden teilst, ist bestimmt nett gemeint, aber du hast nicht bemerkt, das du hier in einem Profiforum schreibst. Hier haben alle Schreibenden und Mitlesenden die Grundlagen des Offsetdrucks verinnerlicht. Jedenfalls für mich als Profi wirkt es geradezu skurril, mit deinen "speziellen" Links konfrontiert zu werden.

    Informiere dich weiter übers Drucken, damit du eine gute Grundlage hast, zusammen mit deinem Ausbildner die Maschinen und das Handwerk des Druckens zu verstehen. Wenn du dann Fragen hast, welche dir dein Ausbildner nicht beantworten kann, bist du mit deinem Post hier in diesem Forum richtig.

    Grosser Tiegel Offset

    Tönt schon etwas albern – so nach umgebauter Bostonpresse mit Feuchtwerk und Gummituch. Gemeint ist wohl "Grosses-Tiegel-Format Offset". Analog zur GTO gibt es auch die TO, was dann die "Tiegel-Format Offset" ist.

    Interessant, bei Wiki etwas bei den Heidelberger-Modellen querzulesen. Es offenbart sich aber deutlich, dass Wiki-Einträge im Ganzen stimmen, aber vieles falsch oder nicht richtig verstanden ist.

    Beispiel:

    Bei der Rotaspeed-Serie wird angegeben, dass diese für Litho- und Offsetdruck angeboten wurden.

    Häääää? Litho? Direkter Flachdruck? Rotationsdruckwerk ohne Gummizylinder? Quatsch!

    Richtig ist, dass die Rotaspeeds für Offset und Letterset gebaut wurden. Für die jüngeren Drucker und den Wiki-Schreiber: Letterset ist indirekter Buchdruck. Mit Rundformmänteln, Nyloprint-Klischees, wurde auf den Gummizylinder gedruckt. Heidelberg glaubte viele Jahre an den Erfolg von Letterset und verschlief damit beinahe den Offset.

    Was es gegeben hat, war beim 2-Farben-OHZ optional im Rundform-Druckwerk ein "Litho-Farbwerk". Direkter Offset mit Buchdruck kombiniert, welch Kuriosum aus heutiger Sicht.