Beiträge von Cyberfisch

    Schon in der Bibel steht geschrieben,
    du sollst deine Feinde lieben.

    Gemeint damit ist jedoch der Schnupftabak
    und nicht das gottverdammte Buchbinderpack.

    Oder in Abwandlung der Lieblingsspruch meines Schwiegervaters, Buchdrucker von Beruf gewesen:

    Nur ein toter Grafiker

    ist ein guter Grafiker.

    Apropos Aussteller und teure Messeplätze. Da kommt mir die Anekdote von "Müller Langenfeld" in den Sinn.

    Als der vor vielen Jahren anfing, horizontale Zusammentragmaschinen zu bauen, hatte er auch kein Geld, seine Maschinen an der Drupa zu präsentieren. So observierte er an den Drupa-Ständen der Konkurrenz potentielle Kaufinteressenten, stellte ihnen nach und verteilte Kärtchen mit dem Hinweis, dass er draussen auf dem Parkplatz im Lkw eine neuentwickelte Maschine stehen habe. Wenn sie diese zum Vergleich auch mal anschauen möchten...

    Unsere ML-Compa-Zusammentragmaschine hat fast vierzig Jahre gehalten. Nach über dreissig Jahren wurde sie noch von der Nachfolgefirma instandgestellt. Müller hat den Drupa-Observierten wirklich nicht das Blaue vom Himmel versprochen.

    Ich kann mich noch an die DRUPA 2000 erinnern... da hat Xerox geprahlt dass sie bald mehr Platz als Heidelberger brauchen.... und dieses Jahr stellen sie nicht mal aus.

    Bin mal gespannt wie die DRUPA läuft... ich bin immer noch am überlegen ob ich überhaupt hin soll.

    Ich war in der Vergangenheit selten an der Drupa. Die wesentlichen Entwicklungsschritte im Grafischen haben heute und auch schon früher kaum an der Drupa stattgefunden. Was da alles plagiert wird von den Ausstellern, wohin die grafische Branche steuert, ist meistens schon zwei, drei Jahre nach der Offenbarung im Rundordner der Irrtümer abgelegt worden.

    Natürlich ist es geil, die geradezu pornografisch ausgestellten Maschinen zu begaffen. Aber Montagmorgen, noch besoffen von den vielen Drupa-Eindrücken, zurückgekehrt in den Druckalltag, die Frage: «Wie kann mit diesem Museum hier überhaupt noch gearbeitet werden», brauche ich definitiv nicht.

    Wo die Reise hingeht, wird sich auf der Drupa zeigen!

    Bin gespannt wieviel klassische Druckmaschinen noch zu bewundern sind!

    Die ganzen Maße die früher in Halle 1 bei HD waren, werden jetzt wohl zu HP, Konica und Canon pilgern

    Heidelberg ist übrigens nicht nicht an der Drupa. Heidelberg hat in Düsseldorf einen offiziellen Stand und im Werk Wiesloch sind die Grauen offiziell unter dem Drupa-Label zu bestaunen. (Macht auch irgendwie Sinn, in Zeiten, wo kaum mehr Kaufentscheide direkt an der Drupa getroffen werden, das ganze Equipment nicht mehr nach Düsseldorf zu karren.)

    Ich verstehe schon, dass man enttäuscht sein kann, Heidelberg nicht mehr dominant in Halle 1 an der Drupa anzutreffen. Für viele in der grafischen Branche ist auch heute noch nur Offset das wahre Drucken und die digitalen Maschinen höchstens Spielwarenabteilung.

    Ich kann aber jedem hier im Forum versichern, dass in den letzten zehn, zwanzig Jahren nicht mehr Heidelberg & Co. vielen mittelständischen Druckereien und dem kleinen Rest der Dorfdruckereien den Fortbestand gesichert hat, sondern HP, Konica, Minolta, Canon, Toshiba, Cron, Mitsubishi, Epson & Co.

    (...) Die Branche ist dem Tot geweiht und bevor ich mit ihr begraben werde habe ich zum Glück (mit 50 Jahren) den Absprung geschafft. (...)

    Diese Aussage von jemandem, der 34 Jahre in der Branche gutes und lange Zeit wohl mühelos verdientes Geld verdient hat, grenzt an Nestbeschmutzung und kann nicht ohne Replik stehen gelassen werden.

    Wer meint, in Zukunft finde das Leben in den kleinen tragbaren Kästchen mit den vielen bunten Inhalten statt, irrt sich so gewaltig wie diejenigen, die Ende der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts verkündet haben, 2020 würden die Menschen in Kolonien auf dem Mond und Mars leben.

    Natürlich wird sich das Drucken ändern, natürlich wird in Zukunft anders und anderes gedruckt werden als heute. Aber für die Ausgestaltung der realen Welt wird auch in Zukunft das Drucken unverzichtbar sein. Kann sich heute wirklich jemand vorstellen, die Welt käme ohne Gedrucktes aus, beispielsweise ohne bedruckte Verpackungen? Diese Vorstellung ist so abwegig wie die Vorstellung, das Aufstehen vom Klo finde zukünftig ohne Papier statt. Und sogar dieses Papier ist manchmal mit Blümchen bedruckt...

    Ich möchte sogar die These postulieren, dass in Zukunft der Bedarf an Drucksachen wieder steigen wird, wenn Firmen vermehrt wieder zur Einsicht kommen, dass ein Auftritt im Internet nicht genügt, um von zukünftigen Kunden gefunden zu werden. Kundenbindung wird auch niemals über die kleinen Kästchen funktionieren. Dort funktioniert Kundenbindung nur mit Knebelverträgen, Abzocke, Ignoranz und schier unmöglichen Vertragskündigungsverfahren. Wollen wir das wirklich?

    Klasse statt Masse, das wird zukünftig die Herausforderung der grafischen Betriebe sein.

    Tote begraben die Bestatter. Und auch diese Branche ist im Umbruch wie die grafische Branche und alle anderen Branchen auch.

    Einen Defekt an der Maschine schliesse ich aus. Ich tippe auf einen Bedienfehler, wahrscheinlich fehlt der Maschine ein Parameter, damit die Produktion gestartet werden kann.

    Leider habe ich nur mit denjenigen Stahl-Maschinen Erfahrung, welche noch nicht mit Heidelberg angeschrieben wurden. Das Bedienpult ist zwar bis heute ungefähr gleich geblieben, das ganze Tastenfeld ist jedoch dazugekommen.

    Mein Tipp beschränkt sich somit darauf, wie ich vorgehen würde, um dieses Problem zu lösen.

    Mit Hilfe der Bedienungsanleitung würde ich versuchen, die Funktion von sämtlichen Tasten auszuprobieren, angefangen von der Tascheneinstellung bis hin zur Vorwahl der Auflage: Was ändert sich bei dieser Einstellung, was passiert, wenn diese Funktion angewählt wird. So lernst du auch die Maschine in all ihren Funktionen kennen.

    Wenn die Lösung nicht gefunden wird, könnte vielleicht in einem zweiten Schritt der pensionierte Mitarbeiter um Rat angefragt werden. Meine Erfahrung geht dahin, dass Pensionierte, sofern sie nicht regelrecht von der Geschäftsleitung oder den "lieben" Kollegen in die Pension geekelt wurden, durchaus für einen Betriebsbesuch zu gewinnen sind, natürlich mit Taxidienst, Mittagessen, Taschengeld und vielen warmen Worten.

    Und fruchtet auch dies nicht, gibt es die Werkinstruktoren, die auch bei der Lösung dieses Problems behilflich sind. Aus falschem Berufsstolz oder auch Geiz Hilfe nicht anzufordern, ist meiner Meinung nach falsch. Eine stehende Maschine ist immer teurer als ein halber Tag Maschineninstruktion.

    Der Instruktor könnte gleichzeitig auch mal über die Maschine schauen und den Zustand der Falzwalzen beurteilen. Hoffentlich sind die Falzwalzen in einem besseren Zustand als die Auslagebänder, welche auf dem einen Foto zu sehen sind. Sonst wirds sehr teuer...

    Zum Mangel an Auszubildenden in den Druckereien muss ich auch noch meinen Senf dazugeben:

    Ja, es interessieren sich nicht mehr so viele junge Menschen für den grafischen Weg. Einerseits ist die Zahl der Lehrverträge in den letzten zwanzig Jahren generell gesunken wegen geburtenschwacher Jahrgänge, andererseits stehen den Jungen mit guter schulischer Leistung heute andere, weitaus attraktivere Laufbahnen offen. Man beachte nur die stetig steigende Akademikerquote.

    Heute wollen junge Menschen Selbstverwirklichung, wollen beachtet werden, sich selbst darstellen und sich nirgends mehr festlegen, alles soll möglich sein, kein Weg verschlossen bleiben. Ist es aus dieser Sicht wirklich sooooo attraktiv, eine grafische Lehre zu beginnen, wenn der Drucker mehr und mehr nur noch eine "Bioschnittstelle" ist? Oder in der Druckvorstufe wird Kreativität im Beruf suggeriert, die Wirklichkeit ist jedoch, dass dieser Beruf ein technischer geworden ist und "Datenschrottveredelung" ein immer grösser werdender Anteil der Arbeit ist.

    Die Zeitung als Auslaufmodell, Massendrucksachen, welche niemand mehr im Briefkasten will, das Ende des papierenen Büros, Betriebsschliessungen - mit diesem Image sollen junge Leute für das Grafische begeistert werden?

    Druckereien könnten auch in der Öffentlichkeit werben, dass ohne Druck die reale Welt grau in grau wäre, wenn Plakate, Verpackungen, Bilder, Zeitschriften usw. nicht mehr gedruckt würden, dass Druckereien unverzichtbar sind für die Ausgestaltung unseres Lebensraums. Statt dessen wird plagiert, wenn wieder eine neue, noch schnellere, noch automatisiertere Maschine gekauft wird. Damit sind wohl nur die Hardcore-Maschinensexuellen für eine Druckerlehre zu gewinnen.

    Ein spezielles Beispiel für das Image des Druckers habe ich letzthin auf der Kirmes gesehen. "Hau den Lukas", heisst das Ding, an welchem man seine Kräfte messen kann. Mit viel Schlagpower fliegt der Laufkörper bis ganz nach oben an die Turmspitze. Dort seht dann geschrieben, dass man ein "Steiger" oder "Schwerathlet" sei. Fliegt der Laufkörper mit weniger Wucht nicht ganz nach oben, ist man immer noch ein "Bauarbeiter". Bei wenig Kraft, wenn der Laufkörper kaum hoch kommt, ist man hingegen ein "Baby", ein "Milchbubi" oder ein "Fräulein". Und jetzt kommts: Gleich über dem "Fräulein" folgt der "Drucker".

    Übrigens: In einer Druck-Verbandszeitschrift wird bereits 1934 über die Lehrlinge gelästert, dass diese nichts mehr Wert seien, faul, unzuverlässig, Nichtsnutze.

    Der Vorteil von Alu ist, dass du das "Fleisch", so es nötig ist, problemlos mit der Blechschere oder der Laubsäge zurechtschneiden kannst. Bei Stahl geht das wesentlich zäher.

    Monstermonster hat erklärt, wie das mit dem Montieren der Aluklischees geht. Zum Lösen der Klebefolie legt man die Klischees auf eine Wärmeplatte, bei 60 bis 80 Grad löst sich die Folie wesentlich besser.

    Kleine Magnesium- und Zinkklischees hat man früher auch auf Holz genagelt. Das war das beste, die blieben unverrückbar an ihrer Stelle beim Druck. Geklebte kleine Klischees können sich auf Wanderschaft begeben.

    "Gemischte Formen", "Prachtdruckfarbe"... Wow, mit diesem Vokabular fühle ich mich als Zeitreisender in die 70er Jahre zurückversetzt. Danke, Brandeilig, für diesen Ausflug.

    Ich würde den Offsetdruckfarben den Vorzug geben im Vergleich mit den Künstler-Buchdruckfarben, welche mir bei Google vorgeschlagen wurden.

    - Günstiger Preis

    - Pantone-Farbsystem

    - Bereits Erfahrung mit diesen Farben

    Ich denke, die Künstlerfarben sind eher für Einzeldrucke geeignet, für Linol- oder Holzschnitt, mit Farbauftrag über die Handrolle oder den Farbteller. Ob die Künstlerfarben geschmeidig über den OHT-Walzenstuhl fliessen, wenn dieser bei einem Auflagendruck langsam warm wird... Ich zweifle.

    Kommt dazu, dass das Mischen von Künstlerfarben ein geübtes Auge braucht. Für den Unerfahrenen ist das Mischen nach Rezept zu empfehlen.

    Im Vergleich zu Offsetfarben sind Buchdruckfarben "hart". Und es gab die unterschiedlichsten Rezepte für Illustration, Werkdruck, Akzidenz usw. Charakteristisch an Buchdruckfarben ist, dass sich diese sehr gut vom Satz lösen und gerade beim OHT die Neigung zum Schmitzen mildern. Ich stamme aber aus der Bleiwurmzucht und kenne mich in der Quetscherei nicht in allen Belangen aus. Ist auch lange her...

    Inwiefern heute Offsetfarben für den Buchdruck geeignet sind, kann ich nicht beurteilen. Wir nummerieren heute höchstens noch auf dem Tiegel, mit Offsetfarbe geht das schlechter, weil sich das Papier schlechter vom Nummerierwerk ablöst. Aber das ist eine Feinheit.

    Heute wird von "Buchdruckern" millimetertief in Zellulosekarton druckgeprägt, was eigentlich mit dem althergebrachten Buchdruck-Handwerk nichts mehr gemeinsam hat. Heute muss wohl jeder "Buchdrucker" seinen eigenen Lösungsweg mit den erhältlichen Farben finden, so sein Imprimat als Druckkunst durchgehen soll. Quetschen kann man mit jeder Farbe...

    Pantone-Buchdruckfarben werden meines Wissens nicht mehr hergestellt.

    Du wirst wahrscheinlich nicht darum herumkommen, Offsetfarben zu kaufen und diese für deine Zwecke evtl. anzupassen.

    Ich hoffe, dass ich mit meiner Einschätzung falsch liege, eine Bezugsadresse für althergebrachte Buchdruckfarben möchte ich auch gerne hier erfahren.

    Solche Sprücheklöpfer wie dich habe ich einige erlebt in meiner Druckerlaufbahn. Sowas kannst du jemand anderem erzählen das du mit 70 Bogen einrichtest - 1-farbig schwarzen Text villeicht ja 🙉

    Ein ehemaliger Blechoffsetdrucker hat mir erzählt, dass sie jeweils maximal dreissig Bleche zum Einrichten gehabt hätten und beim Umsatteln auf Papier die Kollegen gestaunt hätten, wie man mit wenigen Bogen einrichten kann. Ich habe keinen Grund, an dieser Geschichte zu zweifeln, kenne mich aber auch nicht mit Blechdruck aus und weiss auch nicht, was er an der Papieroffset gedruckt hat.

    Ich will damit sagen, dass es eigentlich müssig ist, über die Anzahl Makulaturbogen zu streiten – und auch nicht über den Sinn von regelmässigem Kalibrieren der Maschinen wie in einem anderen Thread.

    Jede Druckerei ist anders, hat andere Kunden, andere Maschinen und andere Mitarbeitende. Letztendlich geht es doch darum, Löhne aus dem Gedruckten zu generieren. Wenn dies ohne Makulatur und Kalibrieren gelingt, ist doch alles OK. Oder nicht? Gehts beim Drucken denn ums Zelebrieren, ums Plagieren oder um Sch...vergleich?

    Vielleicht macht sich mal der eine oder andere über folgendes ein paar Gedanken: In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts konnte eine 1-Farben-GTO mühelos einen Drucker und seine Familie nähren. Ob heute eine XXXXXXXLLLLL-Superpuper-Maxitaxi-Allesschnickschnackinkl-Multi-Maschine das noch fertig bringt, ist immer fraglicher.

    (...) Telefonisch hat uns HD mitgeteilt, dass sie noch nie so ein Problem haben. (...)

    Ich übersetze in "Druckerdeutsch":

    Die Ursache des Problems ist irgendwo im elektrischen Teil der Maschine zu suchen, es kann alles sein, von einer defekten Platine bis zu einem Kabelbruch. Es ist unmöglich, anhand der Fehlerschilderung eine Diagnose zu stellen. Die Suche kann unter Umständen dauern und wird je nach Zeitaufwand und Ursache auch kosten.

    Und hier noch zwischen den Zeilen gelesen:

    Auch wenn wir die Ursache kennen, werden wir dir diese nicht telefonisch unter die Nase reiben, damit du die Reparatur selber ausführen kannst. Knoff-hoff kostet.

    Ich tippe auf eine kalte Lötstelle auf einer Platine, auf eine verkohlte Steckerverbindung oder ein defektes Relais.

    Vor Jahren hatten wir an unserer SM ähnliche Probleme mit der Wasserversorgung. Die Ursache war nach langem Suchen des HD-Elektrikers im Schaltkasten gefunden. Ein Anschlussfinger eines Relais wurde bereits beim Bau der Maschine vermurkst eingebaut und ist mit der Zeit verkohlt.

    Ich empfehle, den HD-Elektriker zuzuziehen. Zuwarten ist meiner Meinung nach am falschen Ort gespart. Im allerschlimmsten Fall brennt euch wegen Nichtstun die Maschine ab.

    Ich glaube mal in der Hauszeitung eines grossen Druckmaschinenherstellers gelesen zu haben, dass man seine Druckmaschine in einer App anmelden kann, um im weltweiten Wettbewerb mit gleichen Maschinenmodellen seinen Makulaturvorlauf zu vergleichen. Hat etwas von Sch,,.vergleich. Wer an diesem Wettbewerb mitmacht, spielt wahrscheinlich Golf.

    Wenn alles so einfach ist, wie hier von einigen Usern postuliert, warum gibt es denn dieses Forum?