Beiträge von Exxon Valdez

    Bis zu welcher Grammatur kann man eigentlich mit einem Kammerrakelsystem lackieren - also relativ dünne Papiere? In meinem Ausbildungsbetrieb waren 135 g/m² das Geringste, was man dispersionslackieren konnte. Bei weniger hätte man Probleme gehabt, noch eine Rückseite aufs Papier zu bringen, weil es sich so stark wellen und biegen würde. So wurde das jedenfalls immer gesagt.

    In meiner jetzigen Arbeitsstelle ist man sich dessen nicht sicher und ich mir auch nicht. Welche Erfahrungen habt ihr schon gemacht? Und was muss man dann beachten? Bogenentroller, Schöpfvolumen der Rasterwalze, Trocknereinstellung, Laufrichtung etc.?

    Hatten am Freitag vergangener Woche zum ersten Mal ein seltsames Problem an unserer XL. Beim Einrichten regelte das Image alle 4 Farben. Dioden am Leitstand veränderten sich. Sobald die Maschine auf Fortdruck ging, schlossen sich alle Farbzonen im Schwarz. Auftrag neu geladen, nochmal gemessen und geregelt, wieder das Gleiche. Aber nur in einem Werk. Dann stellte ich fest, dass im Schwarz überhaupt völlig gar nichts mehr anzusteuern ging. Kein Passerstellen, Duktorvorschub ließ sich nicht verstellen, Wasser auch nicht. Dioden auf volle Öffnung, im Farbkasten waren die Farbzonen komplett geschlossen.
    Dann halt die Radikallösung, Maschine neu gestartet und der Fehler tauchte nicht mehr auf. Aber die Walzen waren komplett trocken gelaufen.

    Hattet ihr sowas auch schonmal? Achja, und im Störungsmenü war kein einziger Eintrag.

    Musste mich genau umgedreht umstellen. Hab in meiner Lehre drei Jahre an 700ern und an einer 900 gedruckt. Nun bin ich nur noch von HD umgeben und muss sagen, dass es nicht unbedingt schwer fällt, sich umzustellen. Das ist wie PC und Mac. Irgendwann hat man's raus.

    Tja, habe die Lösung gefunden. Der Drip Off-Lack war zu dünn, was zu den glänzenden Tröpfchen im matten Bereich geführt hat. Neues Lackfass aufgemacht, Schnorchel rein und keine Probleme mehr. Nun meine Frage: Wie bringe ich den verwässerten Lack im Fass wieder auf normales Niveau? Frischen Lack zuschütten? Wieviel?
    War echt erleichert, als der Fehler gefunden war. Trotzdem danke für die Antworten.

    Apropos Anwenderproblem: Habe heute zum ersten mal Drip Off lackieren müssen und hatte folgendes Problem: Die ersten 400 Bg. gingen runter wie Öl. Die matten Bildstellen waren schön matt, die glänzenden glänzten wie gussgestrichenes Klopapier. Dann bildeten sich in den matten Bildstellen (wo also vorher Mattpaste drauf gedruckt wird) kleine Tröpfchen, die glänzten. Bei weißem Untergrund ging das ja noch halbwegs, aber bei 80% Schwarz als Untergrund, sah das richtig scheiße aus und war auch nicht in den Griff zu kriegen.
    Nach einem Anruf beim Hersteller, der meinte, dass ich mehr Feuchtmittel und mehr Mattpaste fahren müsse (90 % Feuchtmittel, 55 % Duktorvorschub), wurde es weder besser, noch schlechter. Dann sah ich beim Plattenwechsel eben jene kleinen Tröpfchen auf der Platte sitzen. Es spritzte also ordentlich im Druckwerk. Also Farbzonen zugedreht, Duktor auf 40 % und Feuchtmittel auf 75 %. Danach wurde es besser. Nach einmal Gummituchwaschen geht es wieder etwa 300 Bg. gut.
    Ist die Paste etwa schon total emulgiert, sollte ich das Vario ausschalten... ? Mit dem Dispersionslackwerk scheint alles in Ordnung zu sein. Es geht lediglich um die richtige Einstellung der Paste. Druckgeschwindigkeit spielt auch keine Rolle. Bei 5000 Bg/h das gleiche Problem. Bei der Maschine handelt es sich übrigens um eine XL 75.

    Bitte helft mir! Danke schonmal für eure Antworten.