Beitrag 307, Was für Strahlungsarten sind in der Drucktechnik wichtig?

  • Es ist wohl jedem klar, dass wir elektromagnetische Strahlung aus dem Bereich des sichtbaren Lichts benutzen. Die meisten werden auch wissen, dass UV zur Härtung von Bindemitteln und IR zum Aufwärmen gebraucht wird - alles elektromagnetisch. Das bedeutet, es werden Wellen ausgesendet, die sich geradlinig ausbreiten und eine elektrische und eine magnetische Komponente haben. Wir stellen sie als Sinuswellen dar, die vorwärts laufen und seitlich schwingen. Man kann sie auch als winzige Teilchen sehen, als Photonen. In jedem Fall übertragen wir mit ihnen Energiemengen auf Materie, die dann irgendetwas damit anfängt.


    Gibt es andere Strahlungsformen bei uns?


    Die Elektronenstrahlung der EB - härtenden Bindemittel besteht aus etwas ganz anderem als Photonen. In ihr werden echte Elektronen geschossen, wovon wir uns meist die Korpuskel - Version vorstellen, also kleine, geladene Kugeln. Aber natürlich können wir sie auch als Welle mit Frequenz bzw. Wellenlänge sehen - wie das in der Physik so üblich ist. Diese Wellenlängen und Frequenzen unterscheiden sich komplett von den elektromagnetischen. Hier werden Ladungen transportiert.

    Um EB - Strahlen zu erzeugen brauchen wir ganz andere Einrichtungen als für elektromagnetische. Zum Beispiel eine "Kathodenstrahl - Röhre. Das ist etwas ganz anderes als eine Lampe oder eine Röntgenröhre.


    Es gibt sogar Ionenstrahlen. Aber die benutzen wir in der Drucktechnik nicht extra.


    Die mechanischen Schwingungen gehören auch in diesen Zusammenhang. Sie sind so grundverschieden zu den Strahlungen, weil sie ein Übertragungsmedium brauchen - Luft, Wasser oder geeignete Feststoffe. Werden die Moleküle eines Mediums angestoßen, dann schwingen sie. Haben sie Nachbarn, dann geben sie den Schwingungsimpuls weiter. Das ist nicht geradeaus gerichtet, sondern abhängig, wo wir jemanden treffen. Sind viele da, also im Normalfall, gehen solche Wellen mit einer kugelförmigen Front weiter. Hier hat es sich eingebürgert, die Frequenz zu nennen, nicht die Wellenlänge.

    Bei den mechanischen (= Druck -) Wellen gibt es auch einen besonderen Bereich für uns, den wir wahrnehmen (hier hören) können. Er liegt zwischen 16 Hz und 20 000 Hz, also 20 kHz.

    Witzig ist die Sache, wenn wir mal gleiche Frequenzen nehmen. Es gibt elektrische Strahlung mit Frequenzen in diesem Bereich. Sie liegen zwischen denen für Wechselstrom (50 Hz) und Telegrafie (300 kHz). Sie können dazu dienen, ein geeignetes Gerät zur Abgabe hörbarer Töne anzuregen, eine Membran o. ä.