Beiträge von Druckerpapst

    Wenn ihr euren Horizont erweitern würdet, und nicht nur das Auge auf den Offset legen würdet....

    Wäre schon nett wenn du uns mal nen Tip geben würdest, in welchen Druck Bereich denn noch ein Boom zu erwarten ist.

    Kaufmänische Ausbildung?
    Da finde erstmal einen Job, 2 Freunde von mir suchen seit Monaten und bekommen nichts, weil es viel zu viele Bewerber gibt.

    Ich habe ja nicht gesagt, das die Jobs auf der Strasse liegen. Ich sage nur, das es die Chancen ungleich erhöht, wenn man nach einer handwerklich technischen auch noch eine kaufmännische Ausbildung anschliesst, da man eben flexibler ist und nicht nur sehr spezialisiert in einem Bereich, wie es beim Meister wäre.

    Empfehlen würde ich dann eine Ausbildung als Industriekaufmann. Auch da könntest du eventuell in der Branche bleiben, nur das man anschliessend mit dieser Ausbildung auch in allen anderen kaufmännischen Berufen was weden kann. Ich denke das wäre dann das rundum Sorglos Paket sozusagen. Ich denke selber auch gerade über diesen Schritt nach.

    Kann mich da nur anschließen. Druck ist tot. Mit dem Meister hast du auch keine besseren Jobchancen und bezahlen tut das eh kaum noch eine Firma.
    Mach am besten was kaufmännisches. Dann hast du ne handwerklich technische und ne kaufmännische Ausbildung und dir stehen alle Türen offen.

    Und wieso bitte? Überleg einfach, was gekauft wird. Der Name? Die Patente? Oder doch das Kapital, ergo die Maschinen, Gebäude, Mitarbeiter? Hast Du eine Vorstellung davon, wieviele Firmen in Deutschland einen ausländischen Eigner haben? Die bleiben auch alle hier.
    Wir Deutschen gelten immernoch als verlässlich. Hier klappt eben alles.

    Die Asiaten sind nicht an unseren Maschinen interessiert, sondern daran, wie man sie macht.

    Ich würde für ne Bewerbung irgentwein Standart 90g Office Papier nehmen.
    Wenn du da was zu dolles nimmst, denkt jeder Druckerei Chef wahrscheinlich, das du das im alten Laden geklaut hast oder sowas.
    Mal davon ab, wie will man jemanden, dessen Geschäft das bedrucken von Papier ist, mir eben jenem beeindrucken ?
    Jeder Vertreter drückt dem Chef schon son Kram in die Hand.

    Irgentwie ticke ich da wohl anders :D:whistling:

    Der Kollege arbeitet sicherilich nicht für einen Hungerlohn weil es ihm Spass macht (es sei denn, er hat eine ausgeprägte masochistische Ader), sondern weil er keine andere Möglichkeit hat.

    Man hat immer eine andere Möglichkeit. Die Frage ist nur, ob man in seinem erlernten Beruf für nen Hungerlohn arbeitet und damit anderen Kollegen ebenfalls die Löhne kaputt macht, oder ob man halt irgentwo als ungelernte Arbeitskraft z.B. als Maschinenbediener sein Glück versucht. Ich persönlich bevorzuge in dem Falle eher letzteres. Meine Arbeit als Fachkarft hat einen Preis. Darunter gibt es mich nicht als Fachkraft.

    Darüber hinaus möchte ich auch jedem empfehlen, sich im Falle von ALG I mal mit der Zumutbarkeitsregelung vertraut zu machen, welche Arbeit und welche Bezahlung man überhaupt annehmen muß.
    Im Falle von ALG II also Hartz IV kann ich nur jedem raten mal nachzulesen, was genau eine Eingliederungsvereinbarung ist und ob und unter welchen Vorraussetzungen man eine solche Unterschreiben kann oder nicht.

    Es wird mir eh auf lange Sicht ein Rätzel bleiben, welche Seite überhaupt davon profitieren soll, wenn jemand zu einer Arbeit gezwungen werden soll.
    Der Arbeiter hat eh keine Lust zu so einer Tätigkeit, der Arbeitgeber erhält einen unmotivierten und unzufriedenen Mitarbeiter und das Amt wird in überschaubarer Zeit seinen Kandidaten wieder bekommen. Im Gegensatz zu einer win-win also eher eine loose-loose-loose Situation. Vielleicht kann mich ja mal einer Aufklären...

    Mir stellt sich aber die "Off-topic-Frage", wann die Leiharbeit die normale sein wird?

    So drastisch ist es nun denke ich auch nicht. Die Leihfirmen haben selber auch immer grössere Probleme Personal zu bekommen, da der Ruf der Zeitarbeit (nicht zu unrecht) sehr schlecht geworden ist. Immer mehr Leute wehren sich dagegen, in diese Form der Beschäftigung zu kommen. Es gibt ganze Internetseiten die sich damit beschäftigen, wie man sich selber gegen Leiharbeit wehren kann mit "legalen Mitteln/Sanktionsfrei".
    Ich glaube sogar, das viele Anbieter eine weitere Wirtschaftskiese nicht überstehen würden. Man hat ja 2008 schon sehen können, was da mit der Leiharbeit los war.

    Dann verstehe ich nicht wie der Zeitarbeiter eine Gefahr sein soll...

    Ist doch ganz einfach. Der Druckerei Besitzer oder Betriebsleiter weiß doch auch, für wie wenig Geld Netto der Zeitarbeiter dort arbeitet.
    Er sieht dann also, das es auf dem Markt Drucker gibt, die für extrem wenig Geld (das Geld was der Leiharbeiter Netto rausbekommt), die selbe oder mindestens vergleichbare Arbeit verrichten, wie sein eigenes, teures Personal. Damit kann er dann sein eigenes Personal unter druck setzten und z.B. die Löhne kürzen, die Arbeitszeit verlängern oder Weihnachtsgeld abschaffen.
    Und das passiert doch nun wirklich derzeit immer häufiger. Gegebenenfalls kündigt er dann auch Stammkräfte und ersetzt diese durch Leiharbeiter. Wie schon zuvor von anderen Usern genannt, ergeben sich dort ja auch noch andere Vorteile für den Arbeitgeber.

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    Für das kurzfristige Zusammenkommen wurden aber Hürden aufgebaut

    Welche denn ?

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    Und der arbeitslose Drucker will arbeiten und wenn ihm eine Arbeit angeboten wird, wo das Geldgerade so hinkommt, dass er das Nötigste zum Leben hat, dann wäre er dumm, wenn er dies nicht annehmen würde.

    Sehe ich anders. Der arbeitslose Drucker tut weder sich selbst damit einen gefallen, da er unzufrieden in einen neuen Job startet und sich unter Wert verkauft und er tut anderen damit keinen Gefallen, da er auch seinen Kollegen die Löhne kaputt macht. Ich denke man trägt als Facharbeiter halt nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern auch für das Umfeld, in dem man Arbeitet.

    Ich sehe die Leiharbeitsfirmen nicht als den Kern des Übels. Die nutzen nur die für sie geschaffenen Gesetzteslücken voll aus. Eigentlich legitim würde ich sagen.

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    Wie seht ihr Leiharbeiter bei euch in den Firmen ?

    Wenn man mal ehrlich mit sich selbst ist, kann die Antwort auf die Frage eigentlich nur heissen : "Als Gefahr für meinen Job".

    Die Leiharbeit wurde leider in den letzten Jahren mehr und mehr als Lohndumpinginstrument misbraucht.
    Wäre der Leiharbeiter noch derjenige, der für einen kurzen Zeitraum Auftragsspitzen abdeckt (wie es vor Jahren noch war), wäre er ein Kollege wie du und ich und wahrscheinlich sogar gern gesehen bei der Stammbelegschaft, da er dann der Grund wäre, wieso man nicht so extrem viele Überstunden schieben müsste.

    In der heutigen Form ist der Leiharbeiter jemand, der meine Arbeit für weniger Geld macht wie ich, also wie oben geschrieben eine Gefahr für meinen Job.
    Das heisst nicht, das er für den Druckereichef billiger kommt, da die Leihfirma ja auch noch verdienen will.
    Entsprechend begeistert wäre ich wohl auch in einem solchen Szenario, wo ein Leiharbeiter bei mir im Betrieb auftauchen würde.

    Gerne würde ich jetzt auch schreiben, das es nicht die Schuld des Leiharbeiters ist, das er das Opfer in dem System ist. Leider ist es aber nicht so einfach.
    Gäbe es nicht so viele Menschen, die sich bereiterklären für extrem wenig Kohle in den Leiharbeitsbuden anzufangen, wäre auch der Lohndruck bei den regulär Beschäftigten nicht so hoch (nie so hoch geworden).

    Zitat

    hatte heute meinen ersten Arbeitstag als Leiharbeiter,ich wurde behandelt wie der letzte Dreck

    Ich würde das nicht als Reaktion auf deine Person sehen, eher auf deine Funktion als Leiharbeiter. Nimm es also nicht Persönlich.

    @ golrab :

    Die Lösung habe ich eigenlich ja schon genannt. Die Leute müssen aufhören sich nur um sich selber zu kümmern, sondern mehr auch um die Anderen, die Kollegen.
    Hier gab es doch das Beispiel mit den 37,5 und 40 Stunden/Wochen.
    Was wäre denn gewesen wenn alle Mitarbeiter mal "Nein" gesagt hätten und auf die 35 Stunden/Woche gepocht hätten. Ich glaube kaum, das ein Chef alle seine Mitarbeiter entlässt.
    Das selbe gilt für die Überstunden. Wenn alle Kollegen sagen: "OK ich mache Länger, aber nur wenn es bezahlt wird", dann wird der Chef da wohl nicht drum rum kommen zu zahlen.
    Sobald aber der erste Kollege sagt, ich mache es umsonst, kippt das ganze. Und diese Kollegen sind es, die das Arbeiten für alle anderen so schwer machen in letzter Zeit.