Beiträge von Robert Kleist

    @ Thomas.drucker

    "Zur Klebebindung: Kaltleim wird nur noch selten gemacht."

    Mag sein, weil dazu etwas mehr Erfahrung gehört, als Hotmelt auf den Blockrücken zu schmieren...:-) Wir haben Inline Dispersion mit HF und Dreimesserautomat am Klebebinder. Die Verlagsbranche schwört auf Dispersion wegen des sehr guten Aufschlageverhaltens. Für uns ein Alleinstellungsmerkmal, da dies kaum jemand anbietet.

    Grüsse, Robert Kleist - der die Weiterverarbeitung auch als überzeugter Drucker spannend findet.

    Hallo Natha,

    im Link findest Du den Rahmenlehrplan für Berufsschulen im Bereich Offsetdruck für Baden Württemberg für alle drei Lehrjahre. Da kannst Du sehen, wo noch Lücken sind.


    Zur Vorgehensweise an der Schule. Der Vertrauenslehrer wird nicht viel helfen, da er auch angestellter/verbeamteter Lehrer ist. Helfen tut nur Druck der Firmen an die Schullleitung!

    Beste Grüße, Robert Kleist

    Hallo Natha,

    das ist echt ein Hammer! 2. und 3. Lehrjahr in einer Klasse?!

    Lass Dir das nicht gefallen. Gehe zu Deinem Chef, welcher sich beim Schulleiter direkt beschweren soll. Wir als Firmen haben mehr Einfluss auf die Schulen als man denkt. Wir als Unternehmer zahlen Steuern um die Schulen bzw. Lehrer zu bezahlen!

    Das Ganze hört sich als verzweifelte Maßnahme der Schule an, die beamteten Lehrer noch irgendwie mit Stunden zu versorgen, ohne Rücksicht auf die Schüler. Wenn das bei meinen Azubis so wäre, würde ich am nächsten Tag in der Schule auf der Matte stehen...

    Ich könnte Dir mit akuellen Unterlagen aus Baden Würtemberg aushelfen. Nutzt Dir das etwas?

    Lass Dir nichts gefallen!

    Beste Grüße, Robert Kleist

    Vor allem würde mich interessieren welche Qualifikation die heutige Geschäftsführerin besitzt um ein angeschlagenes Unternehmen der Druckbranche mit 300 MA zu führen und zukunftsträchtig auszurichten.

    Die Dame hat sich früher bei zwei großen Herstellern im Druckmaschinenverkauf versucht...

    Ist ja fast das Gleiche wie eine Druckerei zu leiten...

    Manchmal fehlt mir in der Branche wirklich der Glaube...

    Robert Kleist

    Diese Thematik hat ein Janusgesicht.

    Auf der technischen Seite die unbestreitbaren Vorteile. Hoher Glanz der Farben, keine Wartezeiten bei der WV, kaum Puder notwendig und die hervorragende Bedruckbarkeit von Naturpapieren.

    Klar, dass Kunden und Mitarbeiter diese Technologie mögen…

    Genau das sind auch meine Erfahrungen damit. Wir haben uns aber letztendlich entschlossen wieder im „normalen“ Offsetbereich zu investieren.

    Warum?

    Neben den technischen Vorteilen welche mich als Drucktechniker begeistern muss ich aber als Prokurist auch die andere Seite der Medaille betrachten - nämlich die Kostenseite.

    Ich habe höhere Investitionskosten, höhere Kosten für Verbrauchsmaterialen wie Farben, Waschmittel und Gummitücher. Die Ersatzkosten für UV-Lampen, Reflektoren und Farbwalzen sind ebenfalls nicht zu unterschätzen.

    Der Stundensatz ist also höher als bei der vergleichbaren Offsetmaschine.

    Wer zahlt mir das heute?!

    Der klassische Akzidenzkunde welcher begeistert ist, dass er seine Aufträge auf Naturpapier jetzt einen Tag zeitiger bekommt?!

    Wir haben es jedenfalls nicht geschafft, die definitiv entstehenden höheren Kosten auf die Kunden umzulegen. Und nur zum Selbstzweck produzieren wir nicht.

    Fazit für mich:

    Spannende Technologie, welche ich aber auch verkauft bekommen muss. Bei Bestandsaufträgen mit einer durchschnittlichen Marge halte ich es für sehr, sehr schwierig kostendeckend zu produzieren.

    @ Thomas

    Habe beide Fragen so interpretiert, dass es um Inhalte ging. War dann wohl mein Versehen.

    Ich habe im vergangenen halben Jahr einen Meister (Buchbinder) und einen Drucktechniker eingestellt, welche ihre Weiterbildung in München absolviert haben.

    Dort ist das Thema frei und die Arbeiten werden inhaltlich wie stilistisch von Lehrkräften betreut. Wie das woanders läuft, kann ich natürlich nicht sagen. Ich empfinde diese Vorgehensweise aber sehr positiv.

    Für mich zumindest waren die gezeigten Arbeiten eine Grundlage der Entscheidungsfindung die Kandidaten einzustellen.

    Grüße, Robert Kleist

    <p>Ich kann diese Fragerei nach Themen f&uuml;r Fach/Seminar/Bachelorarbeiten nicht ganz verstehen.</p>

    <p>Jeder, der eine Weiterbildung absolviert hat doch eine gewisse Zeit Berufserfahrung vorzuweisen.</p>

    <p>In der t&auml;glichen Knochenm&uuml;hle &quot;Produktionsalltag&quot; bieten sich doch f&uuml;r eine zuk&uuml;nftige F&uuml;hrungskraft zahlreiche Sachverhalte und Vorg&auml;nge, welche sich besser, effizienter und produktiver gestalten lassen.</p>

    <p>Das k&ouml;nnen Themen aus der Technik (Produktionslogistik, Auftragsabwicklung, Investitionsplanungen, Maschineninstallationen) oder auch aus dem B&uuml;ro (Implementierung Branchensoftware, Kundenaquise, innerbetriebliche Prozesse) sein.</p>

    <p>Mit dieser Arbeit besteht die M&ouml;glichkeit, ein ausgesuchtes Thema mit einer Tiefe zu bearbeiten - und einer L&ouml;sung zuzuf&uuml;hren - welche im Alltag nicht immer m&ouml;glich ist.</p>

    <p>Also, Chance nutzen und los!</p>

    <p>Robert Kleist</p>

    @ AttilaDreams

    Generell ist Dein Ansatz a) in der Branche zu bleiben und b) sich fortzubilden sehr gut.

    Fähiges Fachpersonal wird nach wie vor benötigt!

    Es gibt drei Möglichkeiten:

    - Meister (Industriemeister Printmedien)
    - Drucktechniker
    - BA Druck und Medientechnik

    Meister:

    Früher einmal ein sehr guter und anerkannter Abschluss. Im Druckbereich wurde dieser Abschluss durch die "Schaffung" des "Industriemeisters Printmedien" vollkommen entwertet. Keine praktische Prüfung mehr, nur noch knappste, übergreifende Wissensvermittlung in nicht einmal einem Jahr.

    Drucktechniker:

    Zweijähriger staatlicher Abschluss mit der Möglichkeit sich im zweiten Ausbildungsjahr zu spezialisieren. Hat einen guten Ruf. Allerdings würde ich hier nur Stuttgart oder München als Schule empfehlen. Beide Schulen sind aufgrund ihrer Größe und Tradition im grafischen Bereich (Berufsschule) wesentlich besser ausgestattet als die Schulen im Norden - wo ich jetzt mal Nürnberg hinzurechne. Gerade wenn Du die nächsten Jahrzehnte Deines Berufslebens im grafischen Bereich bleiben möchtest, sollte die Qualität der Schule und nicht die Fahrzeit nach Hause im Mittelpunkt stehen.

    BA Drucktechnik:

    Aus meiner praktischen Erfahrung her zweischneidig. Für Leute welche eine Ausbildung im Druckbereich absolviert haben, durchaus sinnvoll, allerdings hat der "Bachelor" aufgrund seiner Begrifflichkeit nicht den allerbesten Ruf. Dafür haben viele Absolventen ohne vorhergegangene Berufsausbildung in diesem Studiengang gesorgt und entsprechendes Porzellan in den Firmen zerschlagen. Beim "Master" sieht das schon wieder anders aus, allerdings bist Du dann mindestens noch fünf Jahre am Studieren. Das sollte sich nach hinten auch rechnen. Aufgrund der Ausbildungsdauer lernst Du hier natürlich am meisten.

    Fazit (natürlich subjektiv :-))

    Wenn Du nach wie vor Praxisanteile haben und nicht in die reine Theorie abgleiten möchtest, wäre eine Ausbildung zum Druck und Medientechniker in Stuttgart oder München sicher sinnvoll.

    Robert Kleist

    1.) Balkenrillung ist immer besser als eine rotative Rillung.
    2.) Tiegel ist aufgrund der mangelhaften Druckbeistellung nur ein Kompromiss.
    3.) Optimal zum Rillen ist eine Vertikalstanze mit Stanzrillplatte und Nockenwellenantrieb des Stanztiegels - ist aber auch die teuerste Lösung.

    Robert Kleist

    "Leider muß ich trotzdem sagen, das dein Beispiel leider garnix mit dem Thema zu tun hat"

    Tut mir leid, ich habe wahrscheinlich zuviel Fachwissen vorausgesetzt. Mittlerweile sollte auch der letzte Drucker in der Branche verstanden haben, dass die Wertschöpfung sich verlagert hat - in die Vorstufe und Weiterverarbeitung.

    Sprich, nur weißes Papier mit Farbe beschmutzen, wie das vor 20 Jahren noch zum Geldverdienen funktioniert hat, ist heute nur noch sehr eingeschränkt möglich.

    Kalkulatorisch ist mit den personalisierten Displays und Mailing beim reinen "DRUCKEN" gar nichts mehr zu holen.

    Das DRUCKEN an sich ist ein austauschbarer, redundanter Prozess für den Kunden geworden!

    Das Geld wird mit der Datenaufbereitung und Verarbeitung verdient.

    Verstanden?!

    Der Weg den unser Unternehmen hin von der Massendrucksache hin zum Dienstleister für personalisierte Artikel gegangen ist war hart und steinig. Aber er war richtig. Sonst gäbe es uns jetzt wohl nicht mehr.

    Und genau das übertrage ich auch auf die individuelle Persönlichkeit der Branche. Sie sollte flexibel sein und sich fortbilden - dann funktioniert auch das Geldverdienen nach wie vor.

    Ein letztes Beispiel von mir zur Thematik.

    In meinem Betrieb haben wir über viele Jahre Bedienungsanleitungen für einen großen Automobilhersteller gefertigt. "Schöne" Druckaufträge. 4/4 über die 8F, Auflagen > 10.000 Bg. und siebenstelliges Umsatzvolumen im Jahr.

    Problem war nur, dass sich die Preisvorgaben jedes Jahr um 5-10 % nach unten entwickelt haben.

    Als sich abzuzeichen begann, dass auch kein DB mehr zu erzielen war, haben wir diese Aufträge nicht mehr gefertigt. Bei dem Umsatzvolumen eine sehr schwere Entscheidung.

    Mittlerweile sind wir mit personalisierten, veredelten Displays und Mailings gut im Geschäft. Zwar weniger Umsatz aber höhere Rendite.

    Genau diese Flexibilität wird aber heute von jedem individuell in der Arbeitswelt verlangt. Fachlich durch Weiterbildung und privat durch einen eventuellen Ortswechsel.

    Wer wartet, dass ihm die gebratenen Tauben (der gutbezahlte Job in mittelbarer Nähe des eigenen Hauses) zufliegt hat die Zeichen der Zeit einfach nicht erkannt.

    Grüsse, Robert.

    Wir leben in einer globalisierten Gesellschaft. Eine gewisse Flexibilität am Arbeitsmarkt hinsichtlich des Standortes gehört nun einmal dazu.

    Bin ich nicht bereit dies zu akzeptieren, (eine absolut individuelle Entscheidung!) dann muss ich mich eben mit dem (nicht vorhandenem) Angebot vor Ort zufriedengeben.

    Das hat mit der Druckbranche gar nichts zu tun. Das trifft alle Gewerke!

    Unsere Branche wandelt sich.

    Weg vom Massenprodukt, hin zum individuellen, zielgruppenorientierten Produkt. Die Wertschöpfung verlagert sich mehr in die Vorstufe und die Druckweiterverarbeitung.

    Wer das begreift und seine persönlichen Qualifikationen dem anpasst, der kann nach wie vor gutes bis sehr gutes Geld verdienen.

    Spannungsschwankungen oder gar Stromausfall während der laufenden Produktion mögen vor allem ältere Druckmaschinen von HD gar nicht.

    Entweder ein Datenbackup der Festplatte einlesen (hoffentlich vorhanden) oder sich schon einmal mit der Bestellung eines neuen Rechners anfreunden.

    Die moderneren Kisten laufen aus eigener Erfahrung stabiler.

    Eigentlich nur negative Erfahrungen.

    Die "Verbesserungsvorschläge" kratzten immer nur an der Oberfläche - Papierlager reduzieren, Fuhrpark verkleinern und möglichst keine Überstunden mehr bezahlen...

    Die Ursache liegt meines Erachtens darin, dass es offensichtlich keine (oder kaum) "Berater" gibt, welche eine langjährige praktische Erfahrung in der Druckindustrie und ein fundiertes betriebswirtschaftliches Wissen vorweisen können.

    Der vielgerühmte "Blick von Außen" endet dann in den oben genannten Vorschlägen wie Trockner beim Lackieren ausstellen und ähnlichen Schenkelklopfern.

    Hallo,

    als Einstieg würde ich eine Broschur mit richtiger Laufrichtung des Papieres und eine (identische) mit falscher Laufrichtung nehmen. Das begreift dann auch der letzte Prüfer welcher nicht vom Fach ist.

    Alle Proben sind für 15 min zuviel. Zwei reichen vollkommen aus. Ich empfehle Reißprobe und Biegeprobe.

    P.S. Warum machst Du als Medientechnologin Druckverarbeitung den vollkommen theorielastigen Industriemeister Printmedien? Wäre nicht der praxisorientierte Industriemeister Buchbinderei die bessere Empfehlung?

    Grüße, Robert Kleist

    Die Zeichenbandlänge wird vom Buchblockformat bestimmt und ergibt sich aus der Diagonalen zuzüglich 40 mm Überstand für das Ankleben am Kopf und zuzüglich 30 mm für das Einschlagen am Fuß.

    Kann also nur Antwort c) sein.

    Sag mal ehrlich, dass rechnet Ihr im Studium?! Das ist Fachrechnen für Buchbinder im 2. Lehrjahr...

    Grüße, Robert Kleist.

    @ CHG_179_LIMP

    Wenn Du in der grafischen Branche bleiben und erfolgreich Dir eine Kariere aufbauen möchtest, dann solltest Du schon eine Technikerschule aus dem Bereich suchen.

    Bei einer "fachfremden" Schule, selbst wenn Du Sie schaffst, wirst Du immer in zweiter Reihe stehen.

    Neumünster wäre ich vorsichtig. Meines Wissens hat dort noch nie ein Kurs stattgefunden, mangels Schülern. Das würde mir zu denken geben.

    Gehe lieber an ein bekanntes Haus im Süden (Stuttgart/München) auch wenn die Wege weiter sind und nicht an eine "Lehrerstundenversorgungsanstalt".

    Grüße, Robert Kleist