Beiträge von Baddi

    Hallo Ultra MAN,


    was auch immer helfen kann ist genau zu prüfen an welcher Stelle der Kohäsionbruch stattfindet. Du hast Dir die Frage eigentlich schon fast selber beantwortet. Da alle anderen Farben eine gute Haftung zeigen, funktioniert die von euch gewählte Kombination sehr gut. Da nur eine Farbe das Problem zeigt, ist es nahezu sicher das hier die Ursache zu finden ist. Die Lacksysteme suchen sich nicht aus auf welchen Bereichen Sie halten. Sprich wenn die Lacksysteme einen Fehler haben, dann haben sie diesen auf dem ganzen Bogen und nicht nur auf einer Farbe :)
    Ich traue mich fast wetten, dass den abgelösten Farbsplitten rote Druckfarbe anhaftet. Es löst sich also nicht der UV-Lack vom Primer und der Primer auch nicht von der Farbe. Der Kohäsionbruch findet demnach innerhalb der Farbe statt.
    Manchmal kann eine versehentliche Überdosierung des Trockenstoffes oder ein leichtes Emulgieren der Druckfarbe eine sehr lange Trocknungsverzögerung auslösen. Sollte es sich um ein Trocknungsproblem der Druckfarbe handeln, dann gibt es dafür einen simplen und einfachen Test. Lackierte Bögen oder Teile davon bei 100°C für 30min im Ofen lagern. Sind sie nach dem Abkühlen kratzfest --> Ursache Farbtrocknung.


    Viele Grüße,

    Hallo Zusammen,


    hier einmal eine einfache Erklärung für die Trocknung von Dispersionslacken, wie sie bei uns im grafischen Gewerbe bzw. für Flexolackwerke üblich sind:


    Dispersionslacke sind rein physikalisch trocknende Systeme.
    Die Trocknung des Dispersionslackes erfolgt zum überwiegenden Teil durch Wegschlagen des Wassers.
    Eine grobe Abschätzung der Anteile lautet:
    - Wegschlagen 70 %
    - Verdunstung 30 %


    Die Verhältnisse der Trocknung sind stark vom Untergrund abhängig. Nicht saugende Substrate (Folien) erreichen andere Werte, als stark saugende (Karton). Filmbildungsstörungen (Benetzungs- und Haftungsstörungen) treten dann auf, wenn die Mindestfilmbildungstemperatur (MFT) bei der Verarbeitung eines Dispersionslackes unterschritten wird, also keine ausreichenden Trocknungshilfen wie Warmluft und IR-Strahler zur Verfügung stehen.
    IR-Strahlung ist aufgrund der starken Substraterwärmung nur so wenig wie möglich zu benutzen bzw. sollte nur unterstützten eingesetzt werden. Ansonsten kann es zum Verblocken oder Ablegen im Stapel kommen.


    Viele Grüße,
    Baddi

    Hallo Zusammen,


    jetzt bin ich über diesen Beitrag gestolpert und kann noch etwas zur Diskussion beitragen. Seitens der Lackhersteller gibt es sehr wohl Formulierungen die selbst aus einer "alten Krücke" noch das Maximum an Leistung holen können. Problem ist in vielen Fällen die Kostenstrategie vieler Unternehmen, ich beobachte seit Jahren das hochwertige Lacksysteme (mit entsprechenden Preis) immer weiter von, ich nenne es einmal "Funktions-Lacken", verdrängt werden. Geiz ist leider nicht immer Geil :(
    So gibt es z.B. Formulierungen die bezüglich der Mindestfilmbildungstemperatur und der Nassblockfestigkeit soweit angepasst sind, dass selbst nur bei dem Einsatz von IR-Strahlern noch gute Druckgeschwindigkeiten erreicht werden können. Nur kosten diese Formulierungen keine 1.30-1,50€ sondern eher 2,30€. Da heutzutage aber jeder Dussel (Verzeihung dafür) Lacke mit im Bauchladen hat, welche er nur durch einen besseren Preis in dem Markt drücken kann, kämpfen viele Drucker heute mit Problemen die sie nicht hätten wenn sie bereit wären für Qualität auch Geld zu bezahlen ;)
    Hat man IR und Heißluft im normalen Maß zur verfügen, können qualitative Lacksysteme ohne weiteres auch bei hohen Geschwindigkeiten getrocknet werden. Bei schwierigen Jobs (z.B. hohe Farbbelegung) bieten sie mehr Sicherheit und höhere Produktionsgeschwindigkeiten.


    SanchoPancho liegt mit seiner Schätzung des Wegschlagens des Wasseranteils weitestgehend richtig, besonders da die guten "Funktions-Lacke" ebenso auf dieses verhalten getrimmt werden. Es ist ja auch nicht mehr viel an (teurem) Festkörper vorhanden ;) Hierzu könnte ich dann Bände schreiben, aber zurück zur Ursprungsfrage. Das Wegschlagverhalten von Dispersionslacken kann durch mehre Stellschrauben im Labor beeinflusst werden, besonders wichtig ist allerdings auch die Mikroporosität des Substrates. Moderne Substrate begünstigen das Wegschlagen von Druckfarbe und Flüssigkeiten im allgemeinen wesentlich besser als Substrate vor 10 Jahren. Durch diese "Poren" wird das vorhandene Wasser sehr gut ins innere geleitet und dem Dispersionslack entzogen. Des weiteren entziehen Papierfasern der Lackschicht Wasser, ähnlich eines Schwamms. Allerdings gibt es auch hier Grenzen und besonders hohe Farbschichten können das Wegschlagen auch etwas stören, hier ist dann der Heißlufttrockner gefragt dieses Ungleichgewicht zu beheben.


    Frohes schwitzen,
    Baddi

    Nachdem fast alles gesagt und gut ausgeführt ist, noch eine kleine Anmerkung zu dem möglichen Einsatz von Dispersionslacken für solche Anwendungen.


    - Es gibt Spezial-Lacksysteme für ungestrichene Substrate (Rückseiten bzw. Offsetpapiere) welche die oxidative Trocknung verbessern, einen besonderen Scheuerschutz aufweisen und auch bei üblichen Auftragsmengen (13-15ccm Rasterwalzen) auf der Farbe stehen bleiben --> höherer Schutz
    - Voraussetzung hierfür ist allerdings immer --> Einsatz von konventionellen Farben mit oxidativer Trocknung (keine migrationsarmen Farben), nicht kastenfrischen Farben (verzögerte Trocknung), rasch oxidativ trocknende Farben bzw. der Einsatz von Trockenstoffen um die oxidative Trocknung zu beschleunigen sind zu bevorzugen


    Das Lacksystem übernimmt im ersten Schritt den Schutz im Stapel während der Produktion und der Trocknung der Farben. Erst wenn diese Farbtrocknung abgeschlossen ist, erreicht man den vollen Scheuerschutz und das "ab Mehlen" wird nahezu ausgeschlossen. Vorher liegt der Speziallack wie auf einer weichen Sand/Schlammschicht und wird bei ausreichender Belastung/Bewegung keinen 100% Scheuerschutz bieten.


    Viele Grüße,
    Baddi

    Moin Moin Bock09,


    welche Auslaufzeit haben die bereits getesteten Lacksysteme?
    Das System von Weilburger sollte laut TI um 43sek /DIN 4mm @20C haben. Prüft mal ob da eventuell Wasser durch Spülen reingekommen ist, meist bleibt in den Leitungen immer eine ordentliche Menge zurück ;) 1-2 Liter können bereits in 150kg Fässern zu Abweichungen führen die Probleme verursachen, in 25er Kanistern wirkt sich das vernichtend aus. Daher sollte die ersten 1-5Liter nach einem Lackwechsel immer direkt in den Waschwassercontainer laufen!

    Hello uhm,


    I would recommend to ask the company DruckChemie (the have very good cleaning gel inside there range) or Weilburger Graphics. Weilburger is producing water based coatings and inks for the printing on corrugated board, so maybe they have also a sufficent anilox cleaning gel.
    Also Flexoclean could be a option.


    Have a good one,
    Baddi

    Servus,


    ich bin jetzt erst über dieses Thema gestolpert. Puderfreies drucken auf MGA Farben ist ein.... schönes Thema :)
    In der Praxis ist es möglich Puderfrei zu Drucken, auch wenn die MGA-Farben darunter (ich sag jetzt mal ketzerisch) niemals richtig Trocken werden. Voraussetzung ist das die Trocknung des Lacksystem einwandfrei ist, sprich wenig IR , viel Heißluft und ausreichend Absaugung der feuchten Luft. Mit zuviel IR-Strahlung, erweicht die Farbe stark und der Dispersionslack sinkt in die Farbe, so dass das Ablegen bzw. Verblocken erzeugt wird. Die Stapeltemperatur sollte/darf 38°C nicht überschreiten, da sonst Farbe und Lacksystem (besonders die enthaltenen Harze) zu "weich" werden und ein Verblocken nahezu sicher ist.
    Als wichtiges Zeichen kannst Du sicherlich werten wie sich die Lackoberfläche direkt nach der Bogenentnahme anfühlt. Trocken/Hart = sehr gut für puderfreies Drucken. Leicht klebrig = eher schlecht. Normalerweise reicht es wenn Dispersionslacke nach der Bogenentnahme innerhalb von ca. 60Sek eine oberflächentrockene Lackschicht ausbilden. Für puderfreies Drucken ist dies aber aus meiner Erfahrung eher hinderlich, obwohl das Lacksystem ansonsten einwandfrei funktioniert.
    Benötigt werden eher Lacksysteme mit einer guten Oberflächenfilmbildung, aufgebaut auf sehr "harten" Bindemitteln. Hochglanzlacke scheiden hier generell aufgrund ihrer Formulierung aus! Bei mir hat sich ein Reihenversuch zusammen mit dem Lackhersteller bzw. Lackherstellern bei solchen Anforderungen bewehrt. Das wir hier aber nicht im untersten Preissegment zuhause sind, sollte jedem klar sein. Hier sind eher die Spezialisten gefragt ;) Was aber für die Firmen die sich hauptsächlich mit Lacken für die graphische Industrie beschäftigen kein Problem darstellt.


    Viele Grüße,
    Baddi

    Servus Zusammen,


    Wasser macht aus meiner Erfahrung nur Sinn, wenn es in geringen Mengen eingesetzt wird --> Maximal 5%. Ansonsten könnte das "Lösungsmittel" Wasser die Bestandteile im Dispersionslack soweit runter verdünnen das die Schicht die noch übrig bleibt nicht mehr alle notwendigen Eigenschaften aufweist. Dispersionslacke in der graphischen Industrie haben meist nur einen Festkörper um die 35%.... (Festkörper kostet Geld) wird dieser weiter runterverdünnt kann es zu Nebenwirkungen kommen wie Ablegen, Krakulieren, Schäumen usw. usw. Daher verdünnen mit Wasser --Ja, aber nur in einem geringen Maß. Sollte mehr notwendig sein, lieber einen vom Hersteller bestellen der von Haus auf dünner ist, sonst kann es zu Nebenwirkungen kommen :)


    Viele Grüße,
    Baddi

    Hallo Nordic Printer,


    da ölbasierende Systeme grundsätzlich im Bogenoffset durch oxidative Trocknung aushärten, werden bei diesem Prozess sogenannte „Spaltprodukte“ erzeugt. Diese können bei einigen Papierqualitäten einen Geistereffekt erzeugen. Dabei handelt es sich um eine partiell auftretende Veränderung des Papierstrichs der Rückseite des nächsten Druckbogens im Stapel. Eine anschließende Dispersionslackierung kann den Effekt entweder neutralisieren oder aber auch verstärken.


    Anbei einmal eine Auszug aus der Untersuchung eines global arbeitenden Farbenherstellers, welcher sehr anschaulich die verschiedenen Arten der Geistereffekte beschreibt.


    Geistereffekt, Kontaktvergilbung, Glanz-Mattstellenbildung
    Die Bezeichnung Geistereffekt sehen wir als Oberbegriff für zwei verschiedene Erscheinungen, die im Bogenoffset auftreten, nämlich die Kontaktvergilbung und die Glanz-Mattstellenbildung.


    Geistereffekt
    Beide Erscheinungen können letztlich auf den gleichen Entstehungsmechanismus zurückgeführt werden. Bei der oxidativen Trocknung reagiert Leinöl oder andere pflanzliche Öle oder Alkydharze mit Luftsauerstoff. Bei dieser oxidativen Vernetzung der Pflanzenöle entstehen in geringen Mengen Spaltprodukte - gasförmige Aldehyde und Ketone - die auch für den typischen Geruch trocknender Bogenoffsetfarben charakteristisch sind. Beim Trocknen im Stapel entweichen diese Spaltprodukte aus der Druckfarbenschicht des Schöndrucks und dringen in die darüberliegende unbedruckte Rückseite des Papiers ein. Dabei kann es zu Wechselwirkungen mit unterschiedlichen Auswirkungen kommen.


    Kontaktvergilbung
    Reagieren die Spaltprodukte in der Weise mit dem Papierstrich, dass eine Vergilbung der Papierrückseite auftritt, so wird von Kontaktvergilbung gesprochen. Die vergilbten Bereiche auf der Widerdruckseite stehen dabei genau den Druckmotiven des Schöndrucks gegenüber. Eine Ursache für die Vergilbung ist eine Reaktion, die zum Abbau des optischen Aufhellers im Papierstrich führt – dadurch tritt die ursprüngliche Färbung des Papiers wieder zutage. Bekannt ist auch eine Reaktion zwischen Papierstrichkomponenten und den Spaltprodukten, die zur Bildung gelber Verbindungen führt. In der Vergangenheit war der Einsatz von Kasein im Papierstrich ein typisches Beispiel für ein Risiko zur Kontaktvergilbung. Das heimtückische an der Kontaktvergilbung ist, dass – wie es der Begriff Geistereffekt andeutet – die generelle Möglichkeit zur Vergilbung bei jedem Bogenoffsetdruck gegeben ist, dass aber nicht vorausgesagt werden kann, ob der Effekt tatsächlich auftritt. Somit können auch keine absolut sicheren Vorgehensweisen zu seiner Vermeidung angegeben werden – einige Hinweise sind jedoch möglich. Besonders ausgeprägt ist die Kontaktvergilbung dann, wenn die Schöndruckseite sehr schwere, scharf begrenzte Druckmotive aufweist – nach Möglichkeit sollte diese Seite im Widerdruck gedruckt werden. Hohe Farbschichtdicken ergeben logischerweise eine größere Menge an Spaltprodukten – die Vermeidung von Überfärbung und der Einsatz von UCR- oder Unbuntaufbau ist deshalb hilfreich. Verläuft die oxidativ Trocknung besonders rasch, so ist ebenfalls mit einer größeren Wahrscheinlichkeit zur Kontaktvergilbung zu rechnen – hierbei hilft ein Verzicht auf IR-Trocknung und den zusätzlichen Einsatz von Trockenstoffen in Farbe oder Feuchtmittel. Eine Inline-Dispersionslackierung bildet innerhalb weniger Minuten eine „Schutzschicht“, die die Wanderung der gasförmigen Spaltprodukte in die darüberliegende Bogenrückseite erschwert. Auch die Vermeidung von sehr langen Stapelzeiten sowie gelegentliches Lüften des Stapels haben sich als vorteilhaft erwiesen. Ist trotz aller Vorsichtsmaßnahme Kontaktvergilbung aufgetreten, so kann dieser Effekt nicht mehr rückgängig gemacht werden. Eine Lackierung mit Öldrucklacken kann jedoch aufgrund der Eigenfärbung der Drucklacke den Kontrast etwas reduzieren und den Kontaktvergilbungseffekt schlechter erkennbar machen.


    Glanz-Mattstellenbildung
    Auch die Ursache für Glanz-Mattstellenbildung ist bei der Reaktion zwischen Spaltprodukten der oxidativen Trocknung und Papierstrichkomponenten zu suchen. In diesem Fall führt dies jedoch nicht zu einer sichtbaren Verfärbung des Papiers, sondern zu unsichtbaren Veränderungen des Papierstrichs. Diese zeigen ihre Auswirkungen erst, wenn im Widerdruck die Rückseite bedruckt wird. An den „vorbehandelten“ Stellen ist das Wegschlage-, Farbannahme- oder Trocknungsverhalten der Farbe verändert. Dies wirkt sich in regionalen Glanzunterschieden aus. Dabei erscheint der Druck in den veränderten Bereichen häufig als matter – es werden jedoch auch dann und wann Glanzsteigerungen beobachtet. Ebenfalls berichtet wird von gelegentlichem Auftreten von Glanz-Mattenbildung bei der Lackierung mit Dispersions- oder UV-Lacken. Selbst beim Auftrag der Kleber für eine Folienkaschierung wurde in Einzelfällen Glanz-Mattstellenbildung beobachtet. Die Risikofaktoren und Vermeidungsstrategien zum Auftreten von Glanz-Mattstellenbildung sind dieselben wie bereits für die Kontaktvergilbung beschrieben. Sind Glanz-Mattstellen im Druck aufgetreten, ist häufig eine zusätzliche Lackierung mit Dispersionslack hilfreich. Der Glanz der Lackschicht nivelliert die Glanzunterschiede der darunterliegenden Farbschichten. Aber auch die Glanz-Mattstellenbildung verhält sich wie ein echter Geistereffekt: weder kann die Erscheinung vorhergesagt werden, noch können Vermeidungsmaßnahmen mit Erfolgsgarantie festgelegt werden und ebenso wird eine Überlackierung nicht in allen Fällen den Glanz-Matteffekt zum Verschwinden bringen.


    Sollten die Druckbogen inline mit Dispersionslack bedruckt worden sein, ist eine Verringerung bzw. Vermeidung des Geistereffekts durch Erhöhung der Dispersionslackschicht möglich. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Geistereffekte meist durch die Wahl eines anderen Bedruckstoffes eliminiert werden können, da die Strichzusammensetzung wesentlichen Einfluss auf das Erzeugen von Geistereffekten hat.


    Eine nachträgliche Überlackierung mit Dispersionslack hilft meistens nicht, es sei den sie erfolgt direkt und ohne Wartezeit in ausreichender Schichtstärke (=viel höher als normal).


    Ich hoffe das hilft Dir weiter!
    Viele Grüße,
    Baddi

    Hallo Printoperator,
    dafür gibt es mehre Möglichkeiten. Hast Du auch Farbaufbau am Gummituch/Lackplatte oder nur eine Rückspaltung der Farbe in den Dispersionslack? Setzt du eine LowMigration Farbe ein? Handelt es sich um eine Sonderfarbe die du relativ nahe vor dem Lackwerk flächig und mit hoher Dichte fährst?


    Viele Grüße,
    Baddi

    Servus,



    hier ein Auszug aus einer Stellungnahme zu diesem Thema, vieleicht hilf es dir in der Zukunft!



    Da ölbasierende Systeme grundsätzlich im Bogenoffset durch oxidative Trocknung aushärten, werden bei diesem Prozess sogenannte „Spaltprodukte“ erzeugt. Diese können bei einigen Papierqualitäten einen Geistereffekt erzeugen. Dabei handelt es sich um eine partiell auftretende Veränderung des Papierstrichs der Rückseite des nächsten Druckbogens im Stapel. Eine anschließende Dispersionslackierung kann den Effekt entweder neutralisieren oder aber auch verstärken.


    Wir möchten Ihnen in diesem Zusammenhang einen Brief eines global arbeitenden Farbenherstellers übermitteln, welcher sehr anschaulich die verschiedenen Arten der Geistereffekte beschreibt.


    Geistereffekt, Kontaktvergilbung, Glanz-Mattstellenbildung



    Die Bezeichnung Geistereffekt sehen wir als Oberbegriff für zwei verschiedene Erscheinungen, die im Bogenoffset auftreten, nämlich die Kontaktvergilbung und die Glanz-Mattstellenbildung.



    Geistereffekt



    Beide Erscheinungen können letztlich auf den gleichen Entstehungsmechanismus zurückgeführt werden. Bei der oxidativen Trocknung reagiert Leinöl oder andere pflanzliche Öle oder Alkydharze mit Luftsauerstoff. Bei dieser oxidativen Vernetzung der Pflanzenöle entstehen in geringen Mengen Spaltprodukte - gasförmige Aldehyde und Ketone - die auch für den typischen Geruch trocknender Bogenoffsetfarben charakteristisch sind. Beim Trocknen im Stapel entweichen diese Spaltprodukte aus der Druckfarbenschicht des Schöndrucks und dringen in die darüberliegende unbedruckte Rückseite des Papiers ein. Dabei kann es zu Wechselwirkungen mit unterschiedlichen Auswirkungen kommen.



    Kontaktvergilbung



    Reagieren die Spaltprodukte in der Weise mit dem Papierstrich, dass eine Vergilbung der Papierrückseite auftritt, so wird von Kontaktvergilbung gesprochen. Die vergilbten Bereiche auf der Widerdruckseite stehen dabei genau den Druckmotiven des Schöndrucks gegenüber. Eine Ursache für die Vergilbung ist eine Reaktion, die zum Abbau des optischen Aufhellers im Papierstrich führt – dadurch tritt die ursprüngliche Färbung des Papiers wieder zutage. Bekannt ist auch eine Reaktion zwischen Papierstrichkomponenten und den Spaltprodukten, die zur Bildung gelber Verbindungen führt. In der Vergangenheit war der Einsatz von Kasein im Papierstrich ein typisches Beispiel für ein Risiko zur Kontaktvergilbung.



    Das heimtückische an der Kontaktvergilbung ist, dass – wie es der Begriff Geistereffekt andeutet – die generelle Möglichkeit zur Vergilbung bei jedem Bogenoffsetdruck gegeben ist, dass aber nicht vorausgesagt werden kann, ob der Effekt tatsächlich auftritt. Somit können auch keine absolut sicheren Vorgehensweisen zu seiner Vermeidung angegeben werden – einige Hinweise sind jedoch möglich.



    Besonders ausgeprägt ist die Kontaktvergilbung dann, wenn die Schöndruckseite sehr schwere, scharf begrenzte Druckmotive aufweist – nach Möglichkeit sollte diese Seite im Widerdruck gedruckt werden.



    Hohe Farbschichtdicken ergeben logischerweise eine größere Menge an Spaltprodukten – die Vermeidung von Überfärbung und der Einsatz von UCR- oder Unbuntaufbau ist deshalb hilfreich.



    Verläuft die oxidativ Trocknung besonders rasch, so ist ebenfalls mit einer größeren Wahrscheinlichkeit zur Kontaktvergilbung zu rechnen – hierbei hilft ein Verzicht auf IR-Trocknung und den zusätzlichen Einsatz von Trockenstoffen in Farbe oder Feuchtmittel.



    Eine Inline-Dispersionslackierung bildet innerhalb weniger Minuten eine „Schutzschicht“, die die Wanderung der gasförmigen Spaltprodukte in die darüberliegende Bogenrückseite erschwert.



    Auch die Vermeidung von sehr langen Stapelzeiten sowie gelegentliches Lüften des Stapels haben sich als vorteilhaft erwiesen.



    Ist trotz aller Vorsichtsmaßnahme Kontaktvergilbung aufgetreten, so kann dieser Effekt nicht mehr rückgängig gemacht werden. Eine Lackierung mit Öldrucklacken kann jedoch aufgrund der Eigenfärbung der Drucklacke den Kontrast etwas reduzieren und den Kontaktvergilbungseffekt schlechter erkennbar machen.



    Glanz-Mattstellenbildung



    Auch die Ursache für Glanz-Mattstellenbildung ist bei der Reaktion zwischen Spaltprodukten der oxidativen Trocknung und Papierstrichkomponenten zu suchen. In diesem Fall führt dies jedoch nicht zu einer sichtbaren Verfärbung des Papiers, sondern zu unsichtbaren Veränderungen des Papierstrichs. Diese zeigen ihre Auswirkungen erst, wenn im Widerdruck die Rückseite bedruckt wird. An den „vorbehandelten“ Stellen ist das Wegschlage-, Farbannahme- oder Trocknungsverhalten der Farbe verändert. Dies wirkt sich in regionalen Glanzunterschieden aus. Dabei erscheint der Druck in den veränderten Bereichen häufig als matter – es werden jedoch auch dann und wann Glanzsteigerungen beobachtet.



    Ebenfalls berichtet wird von gelegentlichem Auftreten von Glanz-Mattenbildung bei der Lackierung mit Dispersions- oder UV-Lacken. Selbst beim Auftrag der Kleber für eine Folienkaschierung wurde in Einzelfällen Glanz-Mattstellenbildung beobachtet.



    Die Risikofaktoren und Vermeidungsstrategien zum Auftreten von Glanz-Mattstellenbildung sind dieselben wie bereits für die Kontaktvergilbung beschrieben.



    Sind Glanz-Mattstellen im Druck aufgetreten, ist häufig eine zusätzliche Lackierung mit Dispersionslack hilfreich. Der Glanz der Lackschicht nivelliert die Glanzunterschiede der darunterliegenden Farbschichten. Aber auch die Glanz-Mattstellenbildung verhält sich wie ein echter Geistereffekt: weder kann die Erscheinung vorhergesagt werden, noch können Vermeidungsmaßnahmen mit Erfolgsgarantie festgelegt werden und ebenso wird eine Überlackierung nicht in allen Fällen den Glanz-Matteffekt zum Verschwinden bringen.




    Sollten die Druckbogen inline mit Dispersionslack bedruckt worden sein, ist eine Verringerung bzw. Vermeidung des Geistereffekts durch Erhöhung der Dispersionslackschicht möglich.



    Die Erfahrung hat gezeigt, dass Geistereffekte meist durch die Wahl eines anderen Bedruckstoffes eliminiert werden können, da die Strichzusammensetzung wesentlichen Einfluss auf das Erzeugen von Geistereffekten hat.

    Hallo Hein,


    theoretisch kannst Du Disperisonlacke untereinander problemos Mischen. Kurzeitig stellt das selten ein Problem da, falls Du vorhast Dispersionslacke zu mischen und länger zu Lagern (über eine Woche) dann würde ich Dir empfehlen dies vom Hersteller bestättigen zu lassen. Je nach Zusammensetzung kann es sonst zu Unverträglichkeiten in Form von Ausfällungen/Gelbildung kommen.


    Zum Topic, die meisten Hersteller haben Etikettenlacke in ihrem Sortiment, welche für die Anforderung von dünnen Substraten formuliert wurden. Meistens sind diese besonders angepasst bezüglich Rollneigung und Blockfesttigkeit. Je dünner das Substrat desto geringer sollte auch die Auftragsmenge ausfallen, 9-11cc³ Schöpfvolumen haben sich bei uns bewährt bis zu 60g/m² glänzend gestrchen. Wichtig ist dabei im Hinterkopf zu behalten, dass mit einerm Dispersionslack auch immer ca. 50% Wasser auf das Substrat kommen. Nicht jedes dünne Papier verträgt das wie wir leider festellen mussten. Bei Papierqualitäten welche eine extrem hohe Empfindlichkeit gegenüber Wasser besitzen, stellt man bei einem einfachen Nassblockfestigkeitstest fest, dass sich der Deckstrich aufweicht und flächig verklebt bzw. wegwischen lässt. Es scheint, als ob das Strich-Bindemittel aufgelöst wird und das im Strich meist verwendete Calciumcarbonat von der Oberfläche abmehlt. Die Papieroberfläche ist nach Einfluss von Feuchtigkeit sichtbar verändert. Dies kann man zum glück einfach in der Praxis nachstellen/vorab prüfen, indem man einen Tropfen Wasser auf die Oberfläche gibt und mit dem Finger leicht reibt. Sollte das Material nicht geeignet sein, löst sich innerhalb kürzester Zeit der Papierstrich ab und färbt das applizierte Wasser weißlich.



    @ Duffsimpson, das war gerade der Trick bei dem neuem Lacksystem von Weilburger. Haptik wie ein Pfirsich und scheuerfest/kratzfest wie ein hochscheuerfester Dispersionsmattlack. Kein Vergleich mit dem Vorgänger-Lacksystem von ihnen.


    Wir hatten vor ca. 2-4 Monaten nen Test über den ganzen Tag bei dem wir alle Soft-Feel Dispersionslacke der üblichen Hersteller aus Europa auf saugenden und nicht saugenden Bedruckstoffen getestet haben. Da wir mit dem AD-ler von Weilburger ganz gut sind, konnten wir das Lacksystem damals noch im "Entwicklunstadium" testen und die Ergebnisse waren für uns verblüffend, vor allem mit Härter auf nichtsaugenden Substraten. Inzwischen beziehen wir diesen regelmässig und sind sehr zufrieden.

    Servus,


    aus meiner Erfahrung ist für eine Berechnung der einfachste Weg Schöpfvolumen der Rasterwalze durch 3 = Nasslackverbrauch oder Übertrag pro/m². Alle anderen Wege haben sich als nicht praktikabel oder zu ungenau erwiesen. Auswiegen über Verbrauchsmenge geht ab einer Auflagenhöhe von ca. 5000Bg gut, davor wird das Ergbnis zusehr von den Restmengen im Lackwerk/Schläuchen usw. beeinflusst.



    Viele Grüße,

    Grüß Dich,


    die Firma Weilburger hat einen speziellen Soft-Feel-Dispersionslack der auch auf Folien hält und Überlackierbar ( z.B. UV-Siebdruck) ist. Meine Erfahrung war bis jetzt sehr gut damit, nur wie bei allen Soft-Feel-Lacksysteme musst Du wie der Teufel dahinter sein, dass Dir die Rasterwalze nicht Trockenläuft... Sprich das das Lacksystem and er Walze antrocknet.



    Viele Grüße,


    Baddi

    Hallo Ryobiknecht,


    für welche Anwendung benötigst du das Lacksystem? Foodpackaging? Generell gibt es z.B. bei Weilbuger Ammonikfreie Lacksysteme welche genau auf deine Anfrage passen sollten (Hochblockfest, schnell trocknend, FP DC Zulassung, usw.). Theoretisch sollte es diese auch bei anderen Anbietern geben, aber da habe ich weniger Erfahrung mit.

    Anwendungstechniker, nicht ganz richtig ;) ich denke Marvin spricht von einem Lackwerk mit Rasterwalze an einer Offsetmaschine. Über das Lackwerk lassen sich Iriodinpigmente bis zu einer bestimmten größe (abhängig von Rasterwalze) einwandfrei übertragen. In Öldruckfarben für das Farbwerk an Offsetmaschinen eignen sich nur sehr kleine/feine Pigmente mit einer Größe <20µm (z.B: Biflair-Pigmente). Größere Pigmete führen zur Streifenbildung und der Übertrag ist nicht gewährleistet.



    Viele Grüße,


    Baddi

    Hallo Marvin,


    Thermolaminierung oder Nasskaschierung? :)
    Bei der Thermolaminierung immer am besten ohne Dispersionslack, da die Klebermenge auf der Thermofolie bereits vorgegeben ist und vom Veredler nicht mehr beeinflusst werden kann. Daher ist die Verankerung in den Bedruckstoff sehr entscheidend und ein Disperisonslack oder Primer richtet da mehr Schaden als Nutzen an.
    Bei der Nasskaschierung würde ich dir einen Mattprimer empfehlen. Vorteil ist, durch das Mattierungsmittel im Primer benötigst du eigentlich keinen Puder, da dieses wie ein Abstandshalter funktioniert. Des weiteren verbinden sich Kaschierkleber mit dafür vorgesehenen Primern bestens und die Haftung wird positiv beeinflusst. Falls ihr konventionelle Farbe einsetzt und keine UV-Farbe unbedingt genügend Trockenzeit vor dem Veredeln einplanen (mindestens 48h). Alle Dispersionslacksysteme wirken wie eine Sperrschicht für die Farbe und die oxidative Trocknung wird verzögert. Zwar ist durch das Disersionslacksystem die Farbe Oberflächentrocken und eine schneller Weiterverarbeitung ist möglich (Schneiden,Falzen, usw.), aber die Farbe darunter benötigt mehr Zeit als ohne den Lack. Sollte eine Kaschierung oder andere Veredelung (z.B. UV-Siebdruck) in dieser Zeit erfolgen, so kommt es mit hoher Sicherheit zu einer Verbundtrennung in der Farbschicht bei Belastung ( Z.B.: Rillen).

    Hallo TribleXXX,


    die von dir beschriebene Möglichkeit den Antirutschlack mit einem blockfesteren Dispersionslacksystem zu mischen ist schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung. Blockfestere Lacksysteme sind normalerweise auch in ihren Trocknungseigenschaften schneller eingestellt. Ihr könnt euch auf diesem Weg auch an die für euch noch verarbeitbare Mischung herantasten. Daraus ergibt sich dann zwangsläufig die für euch höchstmöglich Antirutschwirkung. Testet am besten Abmischungen in 10% Schritten!
    Einen Trick den ich dir noch mit auf den Weg geben kann ist einen Trocknungsbeschleuniger für Dispersionslacke einzusetzen. Dieser besteht normalerweise aus einer 50:50 Mischung von Alkohol und Wasser. Eine Zugabe von maximal 5% verkraften Dispersionslacke in der Regel gut (im Zweifel den Hersteller kontaktieren). Dieser sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit aus dem Substrat schneller entweichen kann. Aber Vorsicht, niemals den Alkohol pur zu dem Dispersionslack geben. Sonst kann der Lack einen "shock" bekommen und erzeugt gelartige Ausfällungen :P Desweiteren senkt euch dieser Trocknungsbeschleuniger die Auslaufzeit stark ab im Falle einer Überdosierung.


    Ich vermute, da ihr eine umgebaute Maschine besitzt, habt ihr nicht die an Offsetmaschinen mit Lackwerken üblichen Trocknungseinrichtungen installiert!? Daher müsst ihr euch eventuell mehr mit der Trocknung auseinander setzten als Betriebe mit modernen Maschinen. Dispersionslacke haben eine "Mindestfilmbildungstemperatur" sollte diese unterschritten werden, kommt es nicht zur notwendigen Grenzflächenverschmelzung der Polymerteilchen des Dispersionslackes. Dies bedeutet das Lacksystem bleibt klebrig, bildet einen niedrigen Glanz aus, schlechte Kratz- und Scheuerfestigkeit und vor allem eine noch niedrigere Blockfestigkeit... aber die Antirutschwirkung ist gut 8)
    Versucht daher das Lacksystem so gut wie möglich zu trocknen und eine Stapeltemperatur von ca. 35-38°C nicht zu überschreiten. Lüften der Stapel per Hand oder mit einem Stapelwender der Luft einblassen kann, hilft euch vermutlich auch nochmals Feuchtigkeit aus dem Stapel vor dem Stanzen zu bekommen. Falls möglich Restfeuchte messen mit einem Stechhygrometer!
    Nach dem Stanzen solltet ihr auf kleine Stapel bzw. wenig Druck im Stapel achten. Hochkantlagerung der fertigen Stanzlinge ist ebenfalls eine gute Sache um ein nachträgliches Verblocken zu vermeiden. Auf keinen Fall Paletten aufeinander stellen oder mit Zugbändern verschließen.


    Viel Erfolg :thumbup: