Beiträge von Silent74

    Ich hab meine Lehre im Bogen gemacht und bin dann n paar Jahre später
    an die Rolle gewechselt. Ich persönlich finde Rolle einfacher als Bogen, da
    im Bogenoffset (aus meiner Sicht) höhere Qualität erwartet wird und
    der Papierlauf deutlich schwieriger ist.
    Ist aber alles machbar - hängt auch viel von dem ab, der dir die Sachen dann
    erklärt :)

    Irisierende Druckelemente basieren auf leuchtenden Spezialfarben, die beim Kippen einer Banknote oder einer Passseite ihre Farbe verändern, so dass das gedruckte Motiv sichtbar oder unsichtbar wird. Ob das gedruckte Motiv sichtbar wird oder nicht, ist abhängig vom Einfallswinkel des Lichts auf das Dokument. Irisierende Druckelemente sind optisch variabel und daher schwer zu kopieren. Aufgrund dieser Eigenschaften werden sie gerne für sicherheitstechnische Aufwertungen in das bestehende Design von Banknoten und Sicherheitsdokumenten eingesetzt.
    Der irisierende Effekt verdankt seine Wirkung winzigen Glimmerplättchen aus Mika, die einem transparenten Farblack beigemischt werden. Wird dieser Lack im Siebdruckverfahren auf ein Substrat appliziert, richten sich diese Plättchen aus und sind als irisierender Effekt sichtbar.

    frei nach google...vorher kannte ich den Begriff noch ned ;)

    Vor Jahren hab ich mal ne Inberiebnahme als Maschinenführer an der Lithoman 48S. mitgemacht.
    Auch wir hatten meist im Magenta-Werk Probleme. Soweit ich mich noch erinnere, war generell
    die Verschränkung des Feuchtwerks immer auf die Bahnbreite zu justieren. WEnn man das nicht
    machte, hate man meist zuviel Wasser an den Kanten und dies führe zu Strichanlösung, Aufbau und
    somit kleieren Druckpunkt.
    Das es mal AS, mal BS und mal beide Seiten sind, läßt sich damit auch gut erklären. Vielleicht is bei
    gleicher Uhreinstellung die Abquetschung unterschiedich. Oder die Farbabnahme, was ja auch wieder
    mit dem Wasser in Harmonie sein muß.
    Wenns Kalk wäre, hättest du gerade bei geringer Farbabnahme n Jojo-Effekt von blaß-rosa zu
    zugequetscht Magenta, ohne Veränderung der Einstellungen. Hatt ich auch schonmal.
    Wenn das Waschmittel tropfen würde, sieht man das in den Produkten und es hätte nicht so
    einen gleichmäßigen Effekt auf diese 2cm am Rand.

    Schwer vorzustellen. Die Laschen sind ja durch die Rillung nach unten gewöbt
    und sind dann nur halb so stark wir der Umschlag. Warum nicht die andere Seite,
    oder quer? Aus meiner Sicht würde quer gut passen, da breite Anlagefläche.
    Alternativ von hinten. Je nachdem, wie stark das Papier ist und sich die Wölbung
    der Laschen im Anleger auswirkt.
    Sprich am Besten mal mit dem SB und sag ihm, daß mit Lasche vorweg der
    komplizierzteste Weg ist und warum er das so will...

    Theoretisch (laut Zettel) gibt es drei Arten von Zeiten:
    Produktion, Hilfszeiten und Ausfallzeiten.

    Produktion ist meist reiner Fortdruck.
    Hilfszeiten sind Plattenwechsel, Waschen, Farbwechsel usw...
    Ausfallzeiten snd warten auf Platten, Reparatur, wöchentliche Wartung usw.

    So hab ich es in der Kalkulation als Drucktechniker gelernt. Papier schneiden,
    transport und Auftragsvorbereitung würden somit unter AV fallen.
    Wartenzeiten unter Ausfallzeiten.

    Stillstandszeiten durch Ausriesen oder Transport sollte es normalerweise nie
    geben...sowas läuft parallel zur Produktion durch den 2. Mann.

    Andererseits wurd der Berichszettel schon immer auch Lügenzettel genannt.
    Am Ende der Schicht siehst dein Druckvolumen, teilst es durch eine anehmbare Zahl
    und füllst den Rest mit Vorbereitung oder Warten.
    Da liegt die Krux in 95% der Betrieben begraben. Keinn Mur zur Wahrheit, da diese
    die Existenz gefährdet....wobei es unterm Strich genau anders rum ist. Ohne
    Wahrheit keine genaue Planng und Existenz....traurig, aber oft erlebt :(

    Also wenn ihr nicht immer ne Woche Fortdruck und nur mal Ersatzplatten einspannen habt,
    sollte dem rechnerisch begabten Chef mal die Augen geöffnet werden. Gerade bei vielen
    Auftragswechseln is mir doch die 30€ für den 2. Drucker latte. Das Einziehen geht fixer,
    Farbe steht schneller (weniger Maku), Auftragsvorbereitung geht reibungsloser (Platten abkanten),
    höhere Qualität, da man mehr Zeit für Kontrolle hat, weniger Magengeschwüre, da man sich nicht
    selbst zerreißen muß....usw...
    Damals kostete ne Lithoman IV 48S.-Maschinenstunde 1000€ ohne Produktion. ICh spar mit einem
    weniger 30-40€ und der andere braucht pro Stunde 5 min. länger, was dem Chef dann ca. 50€
    MINUS einbringt....hmmm...ich hab schon damals die Logik nicht verstanden -.-

    Naja - ich kenn beide Systeme vom Rollenoffset. Da dort die Farben aber frisch bleiben
    und nicht oxidativ trocknen, würde der Vergleich hinken. Zumal ne Rolle nie zwei Wochen
    wegen Urlaub stehen würde :)
    Generell scheuern die Bürsten auch etwas härteren Aufbau ab - sofern sie nicht einseitig
    abgelaufen sind. Ich glaube, dass Bürsten auch mehr Waschmittel brauchen - das ist aber eher
    spekulativ. Weiterer Vorteil der Bürsten ist, dass kein Tuchabfall produziert wird und dies
    Tuchaufwickeln vorm wechseln. Da werden dan halt Auffangwannen mit Farbschlamm zu säubern
    sein.
    So wars jedenfalls im Heatset-Rollenoffset *g*

    Jetzt klappt momentan aber auch eine Rollenoffsetbude nach der anderen um -.-
    Die sprechen jetzt schon seit über 10 Jahren von Marktbereinigung, aber irgendwie
    scheint kein Ende in Sicht. Was muss man eigentlich gelernt haben, um Insolvenz-
    verwalter zu machen? Scheint ja zu boomen, die Branche und Firmen, die Pleite
    gehen, scheints auch immer reichlich zu geben.....
    Die Arbeitnehmer schenken der Firma mal eben 24.000 unbezahlte Stunden, reißen
    sich quasi den allerwertesten auf und stehen dann am Ende doch auf der Straße,
    während die "Oberen" die nächste Bude ausschlachten...irgendwie empfinde ich
    grad ne Mischung aus Wut und Enttäuschung.... Stürtz hatte echt mal nen guten
    Ruf unter Kollegen

    Sprichst mir grad aus der Seele! Ich liebe das Drucken, den Geruch von Farbe und Papier
    im Drucksaal, die täglichen kleinen Herausforderungen, wenn's mal nicht so nach Plan
    läuft und man schnell umdisponieren muss usw...
    Doch leider gibt es seit Jahren zuwenig Stellen und ich oxidiere bei HartzIV zuhause
    rum. Selbst jetzt nach dem Drucktechniker läßt sich hier im Norden nichts finden.
    Einstellungsstop oder Personalabbau überall... und die, die noch suchen, suchen den
    20jährigen Profi mit 40 Jahren Berufserfahrung, der alles kann und blooooos nicht
    angelernt werden muss.
    Als ich damals vom Bogen zur Rolle ging, konnt ich nach ner Woche die Basics und nach
    6 Monaten de Maschinenführer vertreten. Aber die Zeit wird einem heute icht mehr gegeben.

    Bestes Beispiel grad aktuell: Frank Druck in Preetz suchen nen Vertriebsprofi.
    Ich dachte "Hey, das könnt gut passen. Warst 7 Jahre im Einzelhandel selbstständig,
    jahrelang an der Rolle und n bissl im Bogen. Kalulation bei der Weiterbildung immer ne
    eins gehabt - das könnts sein". Naja, Vorstellungsgespräch gehabt und Absage ohne
    Begründung...
    So mittlerweile denke ich immer mehr darüber nach, ne Umschulung zu machen. Oder
    wieder Selbstständig, als Zeitarbeitsagentur, die verdienen sich seit Jahren schwindelig
    mit den Vermittlungsgutscheinen vom Staat und Tariflöhnen von 7,50€ für Facharbeiter.

    Ich war vor einigen Wochen da zum Vorstellungsgespräch als
    "Projektmanager"

    Das Gebäude und die Einrichtung machten einen sehr gepflegten Eindruck. Dann wurd
    ich in einen falschen Raum gesteckt und wartete erstmal 30min. vergeblich auf meine
    Kontaktperson. Nachdem wir uns dann im richtigen Raum versammelt hatten (2 Personaler
    und ich), wurde per Wideolivestream noch eine Personalerin dazugeschaltet.
    Naja - unterm Strich wurds dann ne Absage und sie suchen weiter. Die meinten, dass man
    belastbar sein muss und schnell reagieren, wenn mal ein Adresseindruck nach Imprimatur
    noch geändert wird...
    Das hatten sie mir nicht zugetraut, obwohl ich selbst mehrere Jahre mit Eindruckwerk an
    Rollenmaschinen gearbeitet habe, eine Selbstständigkeit mit 70-80 Wochenstunden
    sowie den Techniker nachweisen konnte. Aber wahrscheinlich wärs dann eh an der Be-
    zahlung gescheitert und ich bin im Nachhinei froh, dass es so kam.

    Kröger sucht nur Drucker und BuBi's, Kuhnke is "optimal§ besetzt und Hostmann-Steinberg liegt so an
    der Schmerzgrenze der Entfernung - dazu komt noch, dass die eher nen Laboranten, als nen alten
    Praktikerhasen suchen.
    Kröger hatt ich schon öfter mal im Blick, aber leider nix passendes dabei. Derzeit sucht Tschibo nen
    Productioner in Hamburg - Bewerbung ist raus und wenn des klappen sollt, mach ich Druckabnahmen
    und verteil die Aufträge... klingt spannend und herausfordernd :)

    So bescheuert es auch klingen mag ... "erzieht" euch eure Sachbearbeiter. Viele haben Kaufmann oder
    ähnliche Grütze gelernt und haben weniger als null Plan vom drucken. Ich hab schon in zig Buden als
    Maschinenführer gedient und oft war die hälfte der Auftragstasche geistiger Dünnpfiff.
    Auch, wenn es die "Oberen" nicht gerne sehen, ist die Kommunikation mit den Beteiligten am Job
    sehr wichtig und hilft, viel Zeit und damit Geld zu sparen :)

    Is doch immer dasselbe...die meisten Leute, die vom Drucken keine Ahnung haben, denken,
    dass n dressierter Affe reicht, um die paar Knöpfchen zu drücken. Dann noch n Affen, der
    den Belichter bedient, einen, der die PDF macht, einen, der dem Kunden das Produkt verkauft,
    einen, der die Palette einpackt und nen Dompteur, der den ganzen Zirkus leitet *g*
    Betriebswirtschaftlich muss man halt einfach mal schaun, ob sich n zweiter Mann oder
    die Stillstandszeit rechnet bzw. die Reklamationsquote.

    Das Problem kommt definitiv aus der Vorstufe. Hab sowas schon mehrmals gehabt und meist
    lag es an einem "Übergebrauch" des Belichtungskopfes. Sol heißen, dass der Kopf ne gewisse
    Belichtungsdauer oder Lebenszeit hat und dann lässt er nach und das sieht man dann als
    letztes im Druck. Zuerst in den Lichtern.
    Falls es wider Erwarten nicht daran liegen sollte, kämen die Platten in Frage, wo man evtl.
    ne schlechte Charge erwischt hat, die negative Auswirkungen auf die Belichtung hat.
    Druckmaschine kann man ausschließen, das an mehreren Druckmaschinen dasselbe negative
    Ergebinis auftrat.
    Zumal alle 5mm - das erinnert mich sofort immer an Belichterprobleme aus Erfahrung :)

    Das hängt immer stark vom Sujet ab. Generell kann man NUR mit CMYK neutral drucken, da es durch
    die subtraktive Farbmischung egal ist, ob der Punkt neben oder auf dem anderen Gedruckt wird - das
    Auge erhält denselben Farbeindruck. Passerschankungen sind nicht vermeidbar und somit bleiben
    nur CMYK. Kommt eine andere Farbe hinzu, machen sich Passerschwankungen extrem bemerkbar.
    Das kann sogar mathematisch belegt werden mit ner Vektorenrechnung. Wenn man jedoch nen Teil
    auf dem Produkt hat, wie nen Logo in Firmenfarbe, dann kann es "Sinn" machen, sowas mit ner
    angemischten Sonderfarbe zu drucken.

    Meine Oma meinte schon vor über 20 Jahren "Entweder du gehst mit der Zeit, oder mit der Zeit gehst du".
    Habs damals ned ganz so kapiert, aber mittlerweile glaube ich zu wissen, was sie meinte. Die Zeiten ändern sich
    und wer die Änderungen bemerkt und reagiert schwimmt oben und der Rest rottet vor sich hin als Bodensatz
    der Zeit.
    Für uns Drucker isses nunmal so, dass die Preise dahinschmelzen (somit auch Lohn) und eine immense Über-
    kapazität an Druckangebot da ist. Vor 20 Jahren war ne 16S. Rotation oder ne GTO ausreichend zum Exis-
    tieren - heut isses eher ne XL 102 oder ne 48S.
    Dann reden viele von "auf Nischen spezialisieren"....klingt nett, da nett aber der kleine Bruder von Sch..ße ist,
    wird das langfristig auch ned hinhauen. Ich glaube eher, dass in ein paar Jahren der Digitaldruck den Offsettern
    den Ars.. aufreißen wird und wer den Anschlu0 verpaßt darf dann umschulen/weiterbilden oder hartzen.
    So auch Zeitungen,,,mal abgesehen von Streuners Alternativsvorschlägen sind diese am sterben *punkt*
    Genauso wie Festnetz, wenn man fürs selbe Geld mobil erreichbar sein kann oder Ehe, wenns auch ohne Trauschein geht.
    Die Welt dreht sich weiter und verändert sich....die Frage ist nur, was jeder einzelne draus macht/ machen kann.