Tonwertzunahme??

  • Servus zusammen,


    ich wurde letztens von unserem Student gefragt warum wir überhaupt eine TWZ im Druck haben und warum man die Platten nicht so korrigiert dass ein 50%er auch gedruckt 50% hat. Sprich die Platten spitzer belichtet.


    Ist ja jetzt erst mal Verfahrensunabhängig.


    Leider konnt ich ihm nicht richtig ne Antwort geben, ich meine dass wir das mal in der Berufsschule vor 7 Jahren besprochen haben aber ich kann mcih ehrlich gesagt nicht mehr erinnern :)


    Grüße
    Peter

    1.) Alles, was gut beginnt, endet schlecht.
    2.) Alles was schlecht beginnt, endet furchtbar.
    3.) Wenn etwas einfach aussieht, ist es schwierig.
    4.) Wenn etwas schwierig aussieht, ist es unmöglich.
    5.) Wenn etwas unmöglich aussah, wird sich im Nachhinein rausstellen, dass es ganz einfach gewesen wäre!


    Puders Erkenntnisse aus Murphys Gesetz

  • In professionellen Betrieben wird doch genau das versucht. (Tonwertzunahme mit Belichtungsanpassung zu korregieren).


    Nur leider bestimmen zu viele Faktoren diesen und es kann nur eine Annäherung erreicht werden.
    (z. Bsp.: Temperatur der Maschine, Rheologie der Farbe (somit auch die Thixotropie), Schwankungen
    der Papieroberfläche vom Farbannahmeverhalten, Gummitücher (neu oder alt machen kleine Unterschiede),
    Entwicklerzustand (neu oder etwas gebraucht bewirkt leichte Unterschiede), Plattencharge kann
    auch leichten Unterschied machen, Temperatur des Einbrennofens, Laufleistung des Abzugs (Platten werden spitzer mit
    Höhe der schon gedruckten Auflage durch Abrieb) usw.


    Es gibt also so viele Faktoren, die einen Unterschied ausmachen, dass man am Ende nur den "größten
    gemeinsamen Nenner" nimmt um zu kompensieren.


    Viele Betriebe versuchen die TWZ mit "Halbwissen" einzugrenzen und wundern sich oft, warum das nicht so
    klappt, wie sie es sich vorstellen :)


    Der ProzessStandardOffset versucht, hier erreichbare und akzeptable Grenzen zu setzen mit "von-bis" Vorgaben.

  • Wir liegen Bei uns aber oft im +10% bis +15% Bereich.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, könnte unsere Repro die Kurven auch dementsprechend runter ziehen um eine möglichst geringe TWZ zu erreichen??


    Grüße Peter

    1.) Alles, was gut beginnt, endet schlecht.
    2.) Alles was schlecht beginnt, endet furchtbar.
    3.) Wenn etwas einfach aussieht, ist es schwierig.
    4.) Wenn etwas schwierig aussieht, ist es unmöglich.
    5.) Wenn etwas unmöglich aussah, wird sich im Nachhinein rausstellen, dass es ganz einfach gewesen wäre!


    Puders Erkenntnisse aus Murphys Gesetz

  • Wir liegen Bei uns aber oft im +10% bis +15% Bereich.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, könnte unsere Repro die Kurven auch dementsprechend runter ziehen um eine möglichst geringe TWZ zu erreichen??


    Grüße Peter


    Ich bin mir nicht sicher, ob du hier nicht einen Denkfehler hast. Die TWZ ist ja trotz Kurvenveränderung da. Du manipulierst nur die Plattenkennlinie so extrem, dass auf dem Bogen der Prozentsatz X ankommt statt X+reale TWZ.
    Dass so etwas möglich ist und das auch relativ komfortabel in Zeiten der digitalen Druckplattenbelichtung ist denke ich jedem klar. Nur ist die Frage was du damit bezwecken möchtest. Die digitale Plattenbelichtung ist ja der Filbelichtung von früher entsprungen. Es sind also zum einen Standards die sich aus den früheren Gegebenheiten entwickelt haben, was würde wohl für ein Chaos entstehen wenn jetzt jemand anfängt und alle Drucke vermeintlich "ohne" TWZ druckt. Unsere ganze Industrie, von den Standards bis über die Proofsystem, Profile, Bildschirmdarstellungen in den Programmen, sind darauf ausgelegt so zu drucken und uns das Ergebnis im voraus so zu zeigen wie es mit TWZ aussieht/aussehen würde.
    Zusätzlich vermute ich, dass eine Manipulation der Prozesskurve in dem Ausmaß zu Problemen in den Tonwertverläufen führen würde.

  • Genau deshalb frage ich ja Rautenberg Druck da ich es auch nicht anders kenne. Aber rein Theoretisch sollte es ja eigentlich so sein?
    Dass im 40% Feld auch nur 40%!bedeckt sind? Also schließe ich jetzt mal vorsichtig daraus, dass die ganzen Kennlinien eig noch dem Bilde vom früher angepasst wurden?


    Noch am Rande erwähnt: bei uns geht es um Flexodruck direkt auf Wellpappe

    1.) Alles, was gut beginnt, endet schlecht.
    2.) Alles was schlecht beginnt, endet furchtbar.
    3.) Wenn etwas einfach aussieht, ist es schwierig.
    4.) Wenn etwas schwierig aussieht, ist es unmöglich.
    5.) Wenn etwas unmöglich aussah, wird sich im Nachhinein rausstellen, dass es ganz einfach gewesen wäre!


    Puders Erkenntnisse aus Murphys Gesetz

  • Theoretisch müsstest du ja noch spitzer drucken um andere Effekte wie Lichtfang etc alle mit abzudecken. Was nun richtig oder falsch ist liegt ja alleine in unserer Definition dessen.
    Andersherum könnte man auch fragen, wieso nicht die Softwarehersteller die Anzeige der Werte ändern. Du siehst ja am Monitor nie Rasterflächen sondern Halbtonflächen mit berücksichtigter TWZ aus dem zu deinem Arbeitsfarbraum passenden ICC-Profil. Dass die da nun 40 % hinschreiben, statt der mit TWZ dargestellten 40 % + X ist ja dann genau so fraglich.