ANZEIGE

Frage 72, Sonderfarben und Farbfächer

    • Frage 72, Sonderfarben und Farbfächer

      Sind alle Farbtöne der Fächer von PANTONE, HKS und RAL im Offset darstellbar?

      Meine Antwort:
      Spoiler anzeigen
      PANTONE® ist eine Firma, die sozusagen die Farbverständigung mit gedruckten Mustern erfunden hat. Sie verkauft inzwischen Farbverständigungs-Hilfsmittel für alle möglichen Industrien. Ihre Zielpersonen sind Designer, Planer - und auch Drucker.

      Die Farbfächer von PANTONE sind aktuell Offsetprodukte. Wenn man also den geeigneten Bedruckstoff und die passende Farbe hat, kann man auch alle darin enthaltenen Töne sauber treffen.

      Bis in die 90er Jahre war das nicht so. Da wurden die Fächer im Buchdruck hergestellt. Und der hat aus rheologischen Gründen eine deutlich stärkere Farbübertragung in der Druckmaschine als das Emulgat des Nassoffsets. Offsetdrucker konnten die geforderte Farbschicht nicht immer über ein Werk auf das Papier bringen.

      Inzwischen hat PANTONE die kritischen Töne abgesenkt und druckt seine eigenen Produkte auf modernen Offset-Maschinen.

      Der HKS-Fächer ist dagegen von Anfang an für die Verständigung zwischen Designeren und Druckern konzipiert worden. Er ist auch später entstanden - also technisch moderner. Wegen des Konfliktes auf den beiden Papierklassen glänzend gestrichen gegen Naturpapier hat man gleich zwei Rezepturen formuliert. Damit liegen K- und N-Töne näher beieinander als die C- und U-Töne bei PANTONE.

      In eine ganz andere Schublade gehören die RAL - Fächer. Sie sind für Anstrichfarben und Design - Materialien gedacht. Und es ist fast unmöglich, diese Farberscheinungen aus dicken, deckenden Schichten mit 1 µm dünner Offsetfarbe zu erreichen. Wenn - z. B. für Möbel- oder Keramik - Prospekte dies dennoch gefordert wird, muss man mit dem notwendigen Augenmaß an die Sache herangehen. Es gibt Vergleichsfächer zwischen z. B. RAL und HKS. Diese geben schon einen guten Eindruck über die Chancen einer Annäherung.
    • Hallo,

      soweit mir bekannt ist, werden die aktuellen Farbfächter tatsächlich seit einigen Jahren im Nass-Offset produziert, um die Farben in der Praxis reproduzierbar zu machen.

      Gruß Sebastian

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von HQ_seppel () aus folgendem Grund: ...

    • Hallo Schubbeduster,
      wie alt sind denn eure Fächer? die die sind ja nicht gerade billig, und wir haben bei uns ca 30 Pantone Fächer im Umlauf, der älteste ca 12 Jahre der neueste ca. 1/2 Jahr alt. Das tollste ist das in allen die Farbtöne teilweise extrem unterschiedlich sind.Aber das ist ja auch schon seit Jahren bekannt, für alle die mit Pantone arbeiten. Pantone ist für mich nur ein " Witz" aber wir müssen nun mal damit arbeiten.
      Gruß
      Endloser
    • Hallo FirnisKoch,

      dunnerwetter! Du bist helle. Man sollte nicht so oft nachplappern, wie das im Geschäft so gängig ist. Das passt fast in die aktuelle fake-news-Diskussion.

      Ich hatte früher viele Kontakte zu Pantone, weil mein Arbeitgeber Lizenznehmer war. Wahrscheinlich hatten wir aus der Nachricht, dass sie eine KBA gekauft hatten, im vorauseilenden Gehorsam eines unserer großen Probleme als gelöst verstehen wollen. Damals hatte ich noch zu wenige Kontakte zur Bundesdruckerei, um zu wissen, dass Planeta jede Menge individuellster Maschinen baut, auch Letterset. Und wenn ich 18 Farbwerke in eine Maschine bringen will, verzichte ich natürlich auf die Feuchtwerke. Stelle man sich mal diese Produktion vor…

      In der Eile habe ich heute auf Pantones Homepage keinen Hinweis auf die Drucktechnik gefunden. Es wäre allerdings auch nicht typisch für diese Firma, so etwas öffentlich darzustellen. Die sind amerikanisch kompromisslos verkaufsorientiert. Und übrigens unglaublich ernsthaft in ihrer Arbeit. In USA passt so etwas zusammen.

      Wenn jemand eine seriöse Quelle findet, wäre ich für einen Hinweis dankbar. Auch in deinem Filmchen sagt es keiner offen. Man muss sich aber die Maschinenbilder ansehen und hat klar verstanden.

      Übrigens ist meine Bemerkung über die Absenkung einiger Pantone-Töne damals korrekt. Das habe ich bewusst erlebt und gehörte zu den Kritikern. Aber ob das heute das Problem der Farbschichten wirklich praktikabel gelöst hat, können nur die Drucker berichten.

      HalloSchubbeduster, endloser und HQ_seppel ,

      ihr habt Recht. Aber auch nicht. Diese Vorlagen werden meist als Verständigungsmittel benutzt. Manchmal werden sie aber kommerziell missbraucht.
      Alle Fächer - ob Pantone, hks oder welche auch immer, sind technische Produkte.

      Eine juristisch gültige Vorlage ist aber immer nur ein physisch (körperlich) vorhandenes Produkt. Und wenn es nur ein Schnipsel ist. Eine Nummer ist aber nie eine juristisch gültige Vorlage. Auch wenn es sich um physikalische Messwerte handelt. Sie ist ein Mittel in der Kommunikation, ein Hilfsmittel.

      VieleGrüße & ciao
      Inkman
    • Guten Tag, um auf die Frage von inkman zurückzukommen, die Antwort lautet ganz klar: Nein. Über Pantone ist schon fast alles gesagt. Da Pantone selbst keine Farbe herstellt, gelten die Farbfächer nur als Vorschläge. So hat der Drucker immer die schlechteren Karten und das Problem den "richtigen" Farbton auf das Papier zu bringen. Als wir noch mit HKS gearbeitet haben war es etwas einfacher, aber HKS-was ist das?
      RAL Farben sind deckende Farben und lassen sich im Offset und Buchdruck nur sehr schwer realisieren. Siebdruck jedoch kann mit den RAL-Farbtönen arbeiten.
    • Hallo inkman,
      ist das HKS System wirklich später entstanden als PANTONE? Mit HKS arbeite ich seit Ende 1960. Pantone war mir damals nicht bekannt und was Amerika machte war für Deutschland nicht von Bedeutung. Als 1980 die Digitalisierung eisetzte war es für die "Kreativen" schick mit PANTONE zu arbeiten und unser Farblager mußte erweitert werden.
    • Hallo HQ_Seppel,

      danke, sind diese Daten irgendwie belegbar?

      Hallo Boston Presse und HQ_Seppel,

      wann diese beiden Farbverständigungssysteme auf den Markt gekommen sind, habe ich nicht verfolgen können, weil ich erst 1985 in den grafischen Markt kam. Ich kenne aber die Grundfarben und den Aufbau der Fächer. Und ein paar Konversationsinhalte mit Pantone-Mitarbeitern.

      Wenn man die anfänglichen Grundfarben nimmt, stammen die von Pantone ursprünglich aus eine anderen technischen Zeit. Hier war hauptsächlich Farbkraft und vielleicht die Verfügbarkeit Motiv. Veredelung, Echtheiten waren kein Thema, nicht einmal Lichtechtheit.

      Da waren die hks-Grundfarben aus chemisch-technischer Sicht moderner gewählt. Natürlich haben wir auch mit ihnen aktuell einige Probleme und müssen gelegentlich Alternativen einsetzen. Beide Systeme wurden natürlich den geänderten Erfordernissen angepasst ("weiterentwickelt"). Das geht nicht anders. Und beide sind so eingerichtet, dass mit der aktuellen Technik nur lösbare Aufgaben bestehen. Sie erfüllen ihren Zweck und streiten sich mehr um Märkte als um technische Lösungen.

      Viele Grüße & ciao
      Inkman

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von inkman ()