Drucktechnik studieren in Leipzig

  • Hallo miteinander,


    eventuell gibt es hier ja potenzielle Studenten. Druck kann man auch wissenschaftlich angehen.


    Ich habe Drucktechnik in Leipzig studiert. Wunderschöne Stadt und ein Studium mit technischem Schwerpunkt zum Thema Druck.


    eventuell Interessiert sich ja der eine oder andere!? Oder hat in seinen Betrieb jemanden der sich vielleicht interessiert.


    Hier der Internetauftritt des Studienganges in den Sozialen Medien:


    Ihr könnt mir gern Fragen dazu stellen.


    Gruß

    "Mehr als das Gold hat das Blei in der Welt verändert – und mehr als das Blei in der Flinte das im Setzkasten."


    (Georg Christoph Lichtenberg)

  • Auf der Präsenz des genannten Studienganges bei FB irritiert mich das Bild vom Semesterbeginn am 4. Oktober 2016.


    Fast alle erscheinen sehr, sehr jung. Wahrscheinlich ohne vorangegangene Lehre oder gar Meisterausbildung.


    Wenn die örtliche Berufsschule der Drucker im dritten Lehrjahr zur Firmenbesichtigung vorbeikommt, sieht die Klientel ähnlich aus.


    Die Druckbranche in Deutschland hat sich in den letzten 15 Jahren halbiert.


    Ich habe das Gefühl, Berufsschulen wie Hochschulen haben diesen Konsolidierungsprozess nicht mitgemacht und suchen verwzeifelt Absolventen...

  • Warum sollte man vor einem Studium eine Ausbildung oder einen Meister absolvieren? Dies ist nicht nötig. Einen BWL Studenten sagt man ja auch nicht er solle ersteinmal eine Kaufmannslehre machen. Klar kann dies helfen. Aber notwendig ist es nicht.


    Auch die Hochschulen haben den Weg erkannt. Aber sollen jetzt alle noch verbliebenden Hochschulen die ein Drucktechnisches Studium anbieten dicht machen? Was passiert dann in den nächsten Jahren? Kein Nachwuchs mehr vorhanden.


    Jede Hochschule sucht in "weniger bekannten" Studiengängen händeringend Studenten. Nur die bekannten Fächer: Medizin, Wirtschaftskram (BWL, Wing,...), Jura, Lehramt und teilweise Informatik sind tatsächlich überlaufen.
    In Lemgo kann man Holztechnologie studieren. Nur als ein Beispiel kleiner Studiengänge.


    Die Druckbranche richtet sich aktuell komplett neu aus. Klar wird sich dadurch der Markt sowie die möglichen Jobs verändern. Durchaus auch die Menge der Jobs. Aber das heißt nicht das Drucken tot ist.


    Gedruckte Elektronik wird ein Schwerpunkt sein. Oder intelegiente Verpackungen. Wer wenn nicht Studenten bzw. Absolventen sollen in Zukunft diesem Gebiet verhelfen an den Markt zu kommen?

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    (Georg Christoph Lichtenberg)

  • "Warum sollte man vor einem Studium eine Ausbildung oder einen Meister absolvieren? Dies ist nicht nötig"


    Beim Studium der Drucktechnik sehe ich dies diametral anders. Wir mussten leider sehr irritierende Erfahrungen mit "durchgeschossenen" Bachelors (G12, mit Anfang 20 ohne Praxis fertig) tätigen, welche glaubten als Sachbearbeiter/Projektmanager in einer vollstufigen Druckerei anfangen zu können.



    "Aber sollen jetzt alle noch verbliebenden Hochschulen die ein Drucktechnisches Studium anbieten dicht machen?"


    Wer hat das geschrieben bzw. behauptet?



    Ich schrieb von Konsolidierungsprozess. Als Nichtakademiker verstehe ich darunter ein Anpassen an den Markt, keine Abschaffung aller Hochschulen. Aber ich lasse mich gern verbessern...:-)






  • "Warum sollte man vor einem Studium eine Ausbildung oder einen Meister absolvieren? Dies ist nicht nötig"



    Beim Studium der Drucktechnik sehe ich dies diametral anders. Wir mussten leider sehr irritierende Erfahrungen mit "durchgeschossenen" Bachelors (G12, mit Anfang 20 ohne Praxis fertig) tätigen, welche glaubten als Sachbearbeiter/Projektmanager in einer vollstufigen Druckerei anfangen zu können.


    Es gibt durchaus Fälle in denen das Funktioniert. Der Traum ist es nicht das seh ich ein. Allerdings seh ich das Problem in jedem Studiunfach. Nicht nur bei Drucktechnik... Entweder bringe ich ein geeignetes Vorwissen zum Studium mit oder lasse mich nach dem Studium von meinen Kollegen gut anlernen.
    Das Problem ist also keines der Drucktechnik.
    Gerade im Projektmanagement seh ich allerdings in kompletten "Neulingen" auch vorteile. Es wird ein komplett anderer Blick auf die Problematik geworfen.
    Die Sachbearbeitung ist da natürlich ein anderes Feld. Obwohl hier bei passendem Interesse und technischem Verständnis und natürlich einem gewissen Willem den erfahrenen Kollegen zuzuhören (trotz möglichem höheren Bildungsgrad) essenziell.



    Ich hatte die Aussage so verstanden, dass die Hochschulen sich nicht angepasst haben (nach ihrer meinung) und ich habe diesen Gedanken etwas übertrieben weiter gesponnen. Eine Konsolidierung ist eine Anpassung.... Natürlich.


    Diese Prozess ist bei den Hochschulen im vollem Gange. Trotzdem suchen alle Hochschulen Studenten. Das ist doch eigentlich verständlich!?!

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    (Georg Christoph Lichtenberg)

  • Ich möchte auch noch kurz was dazu sagen. Ich studiere an der HTWK Drucktechnik.
    Der Durchschnitt ist in diesem Studiengang recht jung, so um die 20, jedoch sind auch viele dabei die eh noch in ein anderes Studium wechseln werden, somit ist die Gruppe nach ein zwei Semestern recht klein, was mich aber nicht stört, weil man so viel leichter lernen kann.
    Die Uni ist wirklich klasse, es wird sehr viel Praktisch geboten. Die erste Zeit ist sehr hart, da man zuerst viel Mathe, Physik und Chemie hat. Da ich kein Abi habe, sondern über den Industriemeister mich qualifiziert habe, fehlt mir sehr viel wissen diesbezüglich.
    Also bevor es Technisch wird ist erstmal ein Jahr lang fast nur Mathematik angesagt.
    Die Professoren sind sehr hilfsbereit und stehen immer zur Verfügung.

  • Naja nach den Bachelor kommt ja der Master. Das wäre dann der Diplom Ingenieur.
    Trotzdem darf man nicht die Erfahrung als Drucker wegdenken. Es sind viele ins Drucktechnik Studium gegangen und mussten alles lernen. Was ist eine Druckplatte? Es gibt verschiedene Druckplatten? Das sind Dinge die man ohne Vorwissen noch dazu lernen muss, weil sowas im Studium auch vermittelt wird, aber es dann direkt weiter mit Drucktechnik wissen geht.
    Also was das wissen angeht ist es sehr viel, sodass manch ein Drucker doof aussehen würde wenn er sich mit einem Studenten messen müsste. Aber trotzdem finde ich Erfahrungen in der Branche sehr sehr wichtig. Denn Theorie und Praxis ist oft weit voneinander entfernt.

  • Hallo zusammen,


    also bei uns damals (Dipl.-Ing) bestand das Studium aus der Hälfte mit Vorwissen (Drucker, Mediengestalter...) und die Hälfte kam direkt vom Abi. Bei denen mit Vorkenntnis haben eigentlich alle das Studium durchgezogen, bei denen ohne haben viele während oder nach dem Grundstudium was anderes gemacht.
    Bei uns waren damals zwei Praxissemster Pflicht wenn man keine Ausbildung hatte, das erste Praktikum sollte dann auch in deiner vollstufigen Druckerei sein um die Theorie in die Praxis umzusetzen und die die auch gewillt waren kamen wirklich gestärkt zurück.


    Ich denke die Bildungsminister haben sich bei so praxisorientieren Studiengänge mit G12 und Bachelor sicherlich keinen gefallen getan. Letztendlich ist es aber sicherlich auch abhängig was man danach machen will. Wichtig ist gute Kollegen zu haben die einen auch helfen und die Infos geben.


    Jedoch denke ich der der es ohne Vorkenntnisse studierte und unbedingt will schafft es trotzdem, ich sehe es an meinen damaligen Kommilitonen. Außerdem ist es auch eine Sache wo man später landet, nicht jeder geht in eine Druckerei.


    Ich war nach dem Studium erst in der Forschung und Entwicklung eines Rollenoffsetherstellers, danach bin ich in eine Firma gegangen die im Tiefdruck Dekor bedruckt und lackiert und jetzt bin ich bei einem Papierhersteller, wenn mir das vor 10 Jahren jemand gesagt hätte dachte ich die sind verrückt. Ich habe mich nach meinem Studium eigentlich immer in deiner Offsetdruckerei gesehen da ich da auch herkam

  • Hallo zusammen,
    Ich studiere zur Zeit auch an der HTWK (6. Semester - Praxissemester) und würde mich zu dem Thema auch mal äußern:


    Ich stimme definitiv zu, dass viele junge Menschen diesen Studiengang belegt - leider auch viele die gar nicht wissen worauf sie sich da einlassen. Bei uns war es 2014 ein 50:50-Ding, die eine Hälfte hatte eine gewisse Grundvoraussetzung aufgrund einer Ausbildung in der Medienbranche / Arbeitserfahrung, die andere Hälfte kam frisch von der Schule bzw. waren Quereinsteiger. Das sich nach den ersten Semestern das Martrikel schnell gelichtet hat, war daher nicht verwunderlich.
    Doch unser Studiengang ist von der Ausrichtung her - gerade im Gegensatz zu den anderen Hochschulen Deutschlands - sehr praxisorientiert. Dabei wird der theoretische Teil natürlich nicht vernachlässigt.


    Sollte jemand mit sich ringen auch studieren zu wollen, den kann ich das Ganze nur empfehlen.


    Bei weiteren Fragen stehe ich auch gern zur Verfügung.