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Frage 22, optische Dichte

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    • Frage 22, optische Dichte

      Zu eurer Unterhaltung und gegebenenfalls zur Diskussion stelle ich hier hin und wieder einfache Fachfragen. Wer Lust hat, kann sich nach der eigenen Beantwortung meine Lösung anschauen. Wenn jemand erweitern, korrigieren oder widersprechen will - jederzeit gerne.

      Frage: Wenn die Volltondichte eines Cyandruckes 1,50 beträgt, wie hoch ist dann die Dichte einer 50 %igen Rasterfläche?

      meine Antwort:
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      Sie ist alles andere, nur nicht 0,75. Das liegt an der logarithmischen Abhängigkeit zwischen Absorption und optischer Dichte. Die flächenmäßige Farbwirkung ohne Lichtfang würde beim 0,301 - fachen der Volltondichte landen, weil dies der Logarithmus von ½ ist: D = log 1/t. Zusammen mit dem Lichtfang liegt dann der Densitometerwert etwas höher, also bei etwa 0,6. Der Tonwert dagegen liegt über 50%, ebenfalls dem Lichtfang geschuldet.

      Dieser mathematisch etwas komplizierte Zusammenhang ist z. B. in der Gleichung von Murray und Davies dargestellt:
      Die Formell steht im Anhang. Ich kann so etwas noch nicht direkt in den Text einbetten.
      Dabei bedeuten:
      A = Tonwert,
      DR = optische Dichte, im Rasterfeld gemessen und
      DVT = optische Dichte, im Volltonfeld gemessen.

      Um nun die Sache noch weiter zu verwirren, sei hier gesagt, dass dies alles nur für ein Modell gilt - wenn nämlich nur Flächenvariabilität vorliegt, wenn also die Farbschichten überall ihre feste Dicke haben und sich nur in der Größe der Rasterpunkte unterscheiden.

      Zum Trost: Es liegt aber immerhin so nahe bei der physikalischen Wahrheit, dass die Alltagstechnik anspruchsvoll damit arbeiten kann. .


      Viele Grüße & ciao
      Inkman
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      • Murray-Davies.gif

        10,61 kB, 1.244×383, 185 mal angesehen
    • Obwohl mir die Formel in der Ausbildung als auch in der Weiterbildung zum Techniker mal über den Weg gelaufen ist,
      hab ich 's in der Praxis NIE gebraucht.
      Im Laufe der Jahre gewinnt man einfach ein "Auge" für ein guten Dichtewert und gut ist bzw. übernehmen
      inline-Messsysteme die Steuerung. Das Wissen darüber (die Formel) bewegt sich deswegen aus meiner Sicht
      auf gleicher Höhne, wie das Wissen um den Gesundheitszustands des Papst..also gegen null ;)
    • Man kann Maschinen und Messgeräte bedienen, ohne zu ahnen, welche Vorgänge dahinter stecken. Wenn man Vorgänge und Messungen geplant verwenden will, hilft oft die Kenntnis der Mathe, Physik, Chemie dahinter auch in der Praxis. Man braucht sie ja nicht in aller Tiefe zu verstehen.

      Für alle, die bei Formeln und Diagrammen nicht gleich einen Hautausschlag bekommen, zeige ich hier einen Vergleich dreier wichtiger Messgrößen: des Tonwertes, der Flächendeckung Druck und der Rasterdichte. Der Tonwert liegt am höchsten, weil er beide Ursachen der Tonwertzunahme enthält. Die Flächedeckung verläuft etwas flacher, weil sie nur die druckspezifische Tonwertzunahme enthält. Und die optische Dichte läuft unter der Diagonale zu theoretischen Flächendeckung, weil sie ein logarithmisches Maß ist.

      Und alle anderen mit Mathe-, Physik- und Chemophobie können ja wegsehen ;) .

      Viele Grüße & ciao
      Inkman
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      • Messgrößen Densitometrie.gif

        184,27 kB, 3.197×2.781, 131 mal angesehen
    • Die gibt es grob auf jeden Fall. Je dicker die Farbschicht auf den Auftragwalzen ist, desto mehr Fläche um den Rasterpunkt wird eingefärbt.

      Auch im Farbtransport wird eher mit Verbreiterung der Druckflächen zu rechnen sein. Beispiel: Wenn man eine Farbe z. B. mit Firnis streckt, hat sie bei gleicher Dichte eine dickere Farbschicht in der Maschine und auf dem Bogen. Das schon führt mit Sicherheit zu höherer Zunahme. Mit mehr Pigment erst recht.

      Und wie der Lichtfang bei konstanter Flächendeckung auf gestiegene Dichte reagiert, ist auch eine spannende Frage. Ich tippe auch hier auf Steigen, würde aber doch gerne erst experimentelle Ergebnisse abwarten.

      Berechnen kann man so etwas nur mit Computersimulationen und Modellen. Die gibt es mit Sicherheit nicht :( .

      Also eine einfache, aber wenig klare Antwort 8| .

      Grüße & ciao
      Inkman
    • Acid Green schrieb:

      Ich frage mich ob es sinnvoll ist Tonwertzunahmen zu vergleichen, bei denen die einen bei einer Dichte von 1.70 und die anderen bei einer Dichte von 1.90 ermittelt wurden (beide Werte mal angenommen für Schwarz).


      Hallo Thomas,

      in der Praxis bedeutet dies bei uns, je nach Papiersorte, etwa eine zusätzliche Tonwertzunahme von ca.
      2% - 8% (mit Alpha Intense)

      Gruß Sebastian