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Frage 1, Seitenmarke

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    • Frage 1, Seitenmarke

      Zu eurer Unterhaltung und gegebenenfalls zur Diskussion stelle ich hier hin und wieder einfache Fachfragen. Wer Lust hat, kann sich nach der eigenen Beantwortung meine Lösung anschauen. Wenn jemand erweitern, korrigieren oder widersprechen will - jederzeit gerne.

      1. Frage:
      Nach Umschlagen der Bögen muss die Seitenmarke auf die gegenüberliegende Seite in der Maschine gewechselt werden. Warum?

      meine Antwort:
      Spoiler anzeigen
      Das Papier ist nicht so dimensionsstabil, dass jeder Bogen exakt gleich breit ist. Außerdem arbeitet es bei Feuchtung und kann auch bei Schmalbahn seitlich etwas quellen. Wenn man nun nicht an der gleichen Bogenkante anlegt wie beim ersten Durchgang, sondern an der jetzt auf dieser Maschinenseite liegenden, kann der Passer fehlerhaft sein. Deshalb muss zum Druck der Bogenrückseite, zum Stanzen usw. die Seitenmarke des Anlagetisches mit der Bogenkante zusammen gewechselt werden.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von inkman ()

    • Guten Morgen,
      nun möchte ich auch meinen Senf dazugeben.Wenn schon Fach-Fragen wollen wir es richtig machen:
      Bogen ist ein Zählmaß und wird in der Mehrzahl (Plural) nicht zu Bögen.Es heißt :Der Bogen,die Bogen,es wechselt nur der Artikel.Die weitere Erklährung zum Umschlagen ist soweit richtig,nur betrifft es nicht den Passer sondern das Register.Die Seitenmarke muß also gewechselt werden wenn ich registerhaltigen Druck benötige.Habe ich im 1.Jahr meiner Lehre erklährt bekommen.Mit Passer ist der in sich stimmige Druck gemeint und sagt nichts über den Stand auf dem Bogen aus.Genaugenommen sind auch Fehler wo die Passmarken (das Wort stammt von den Lithografen) nicht übereinander stehen,Register-Fehler.Der Drucker kann eingreifen und die Fehler durch stellen am Register beheben (sei denn er bediehnt eine sehr ausgelutschte Maschine).Ein Passer-Fehler hat die Vorstufe zu verantworten z.B.fehlende Überfüllung. Ja,auch unsere (Fach)-Sprache geht langsam den Bach runter!
    • Eine gute Frage.In den meisten Fällen bestimmt die Druckvorstufe die Anlage,da man auch hier weiß wie der Bogen weiterverarbeitet werden soll.Anlage bleibt Anlage,z.B.in der Falzmaschine oder auch Schneidemaschine,in manchen Fällen bestimmt der Buchbinder ,der die Weiterverarbeitung der Bogen übernimmt,die Anlage.Alles andere ist Gewohnheit,angeblich ist die Seitenmarke auf der Bediener-Seite einfacher zu kontollieren.
    • Hallo Dereen Print,

      das finde ich eine nette Idee, dass auch andere Fragen stellen :) . Ich bin begeistert, weil das das Quiz lebendig macht :thumbsup: . Danke.

      Opaque Weiss nennen wir Deckweiß. Es versucht, so gut es geht, den Untergrund abzudecken und wie Blanko Papier wirken zu lassen. Das ist bei der Farbschichtdicke im Offset von 1 µm ehrgeizig. Aber für viele Anwendungen ist es akzeptabel.

      Wir finden es z. B. auf metallisierten Papieren im Etikettendruck. Ohne deckenden Untergrund wirken alle aufgedruckten Farben wie metallic. Und wenn du auf deinem Bieretikett außer Gold noch dein Firmenlogo 8) erkennen willst, hilft Deckweiß.

      Im Flexo- und Tiefdruck X( wird Deckweiß in riesigen Mengen verdruckt. Damit wird bei transparenten Folien ein Druckuntergrund geschaffen wird, auf dem man EAN-Code, Beschriftung und Markenauftritt erkennt, obwohl die Verpackung einen direkten Blick auf das Produkt gibt. Dort kann man es sogar im Konterdruck (auf die Innenseite) anbringen und jegliches Scheuerproblem vermeiden. Logischerweise wird dort der weiße Untergrund als oberste Schicht gedruckt - wenn man den Druck der Bahn anschaut.

      Es wäre interessant, zu lesen, ob wir noch weitere Anwendungen im Offset kennen :rolleyes: .

      Viele Grüße & ciao
      Inkman
    • Ja,inkmann hat es gut erklährt.Da ich mich dem Echtfarben-Druck(also kein 4c) verschrieben habe,benutze ich Deckweiß zum Mischen von besonderen Farbtönen.Zartes Rosa oder auch helles Grau möchte ich hier nennen,aber auch Lasurweiß/Mischweiß kommt zum Einsatz.Gedruckt wird bei mir nicht nur im Offset sondern hauptsächlich im Buchdruck sprich Letterpress.Fesgestellt habe ich,daß die alten Dosen mit Aufschrift Deckweiß wesentlich besser (deckender) sind als die neuen Opakweiß.Weiß im Offset zu drucken z.B.auf dunklem Karton,bleibt immer eine schlechte Lösung.
    • Danke, Boston Presse, ganz richtig.
      Ausführlicher für den, der´s nicht kennt:

      Es gibt selbst durchschreibende („SD“) Formularsätze, bei denen die Formularrückseiten (coated back = cb) mikroverkapselte, farblose Lösungen von Farbstoff-Vorstufen, z. B. Leuko-Verbindungen, tragen. Drückt ein Stift auf die Formularseite, presst er die Kapseln der Rückseite, und die platzen. Sie geben ihre Lösung an die Gesichtsseite (coated front = cf) des darunter liegenden Formularbogens ab. Diese trägt eine Art Entwicklerschicht, die die Lösung zur farbigen Endstufe reagieren lässt.

      Solche Beschichtungen werden als Papierstrich aufgebracht, bedecken also die komplette Fläche. Wenn eine Stelle nicht durchschreiben soll, muss man an dieser Stelle die Entwicklerschicht „zukleben“.
      Und das Zeug nennt man Neutralisationsfarbe oder -paste.
    • Endlos geht zu Ende,wenn nicht etwas außergewöhnliches eintritt.Ende der 60er Jahre habe ich auch einige Zeit Endlos -Formulare gedruckt und gut verdient.Die allgemeine Entwicklung der Drucktechnik ist aber auch hier nicht stehengeblieben.Der Bogendruck hat das auch zu spüren bekommen.Wie sagt der Volksmund:"Wer nicht mit der Zeit geht-der geht mit der zeit." Dafür gibt es im Druckbereich völlig neue Geschäftsfelder.Als ich Buchdrucker lernte,war das ein Beruf fürs Leben.Was ist daraus geworden?