Digital- oder Offsetdruck? Merkmale?

  • Gibt es eigentlich eindeutige Merkmale, an denen man erkennen kann, ob es sich z. B. bei einer fertigen Akzidenz um einen Digital- oder einen Offsetdruck handelt?


    Mir fällt dazu nur praxisbezogen und auch nur speziell für meine Arbeit ein, dass wir im Offsetdruck mit dem Kettenpunktraster arbeiten, unsere Kollegen im Digitaldruck aber mit einem normalen Punktraster. Von daher könnte ich die Druckprodukte unseres Hauses unterscheiden (obwohl's ja eh auf der Auftragstasche steht).


    Aber meine Frage zielt auf generelle Unterscheidungsmerkmale.

  • Die Frage ist schwierig zu beantworten, da es im Digitaldruck inzwischen eine breite Palette an Systemlösungen gibt.
    Es ist aus diesem Grund auch für den Fachmann nicht immer zweifelsfrei erkennbar in welchem Verfahren gedruckt wurde.



    Nachfolgend versuche ich einige Unterscheidungsmerkmale aufzulisten:


    a) Auflösung im Digitaldruck sind Auflösungen bis 1000 DPI im Offset bis zu 3500 DPI möglich.
    Mit dem Auge wird dies sichtbar bei kleinen Schriften und bei Details in der Bildwiedergabe.
    b) Digitaldruck auf Basis von Trockentoner neigt beim falzen zum aufplatzen.
    Dieser Toner kann auch mit dem Skalpell abgeschabt werden.
    c) Metallicfarbe gedruckt, dann war es mit Sicherheit Offset.
    d) ganz dünne (unter 60 g/m2) oder ganz dicke (über 400 g/m2) Papiere deuten auf Offset hin
    e) Lässt sich die Farbe mit dem Finger verschmieren? Dann ist es vermutlich Offset (könnte aber auch ein digitales Flüssigtonersystem sein)
    f) Im Digitaldruck ist meistens ein etwas größerer Farbraum vorhanden d.h. wenn die Bilder sehr satt wirken ergibt dies ein entsprechendes Indiz.
    Hinzu kommt, dass der Tonwertzuwachs im Digitaldruck meist deutlich stärker als im Offset ist.
    g) Trockentoner liegt auf der Papieroberfläche und kann häufig gefühlt werden.
    h) Offsetdrucke riechen / Digitaldrucke meistens eher neutral


    Wenn für beide Technologien die Prozesse in der Vorstufe klar strukturiert sind und die Technik regelmäßig kalibriert wird, fällt es immer schwerer den professionellen Digitaldruck vom Offset zu unterscheiden.
    Aus diesem Grund bin ich mit der Beurteilung vorsichtig.

    Dumme Menschen machen den selben Fehler immer wieder,
    schlaue Menschen machen neue.

  • Bei den guten Digitalsystemen kann man sich tatsächlich schnell täuschen und sitzt dann mit dem Fadenzähler da und rätselt. :D Wenn Toner zum EInsatz kommt, erkennt man es recht leicht an der Farbe. Wenn es auf Naturpapier glänzt, ist das schon ein Merkmal.

  • Hallo Medienkaschber,
    bei manchen Digitalsystemen (wie z. B. Xerox oder Nexpress oder Canon) kann man mitunter einen seidenmatten Speckglanz auf der Oberfläche erkennen, wenn man mit dem Druck gegen das Licht spielt. Dieser sieht auch nicht ansatzweise wie eine Lackierung aus - Verwechslung eigentlich ausgeschlossen. Weiterhin erscheinen dunkle Flächen (gerade bei Schwarz) auf diesen Systemen oftmals weniger homogen als z. B. im Offsetdruck. Man erkennt bei der genauen Betrachtung eine leichte "Wolkigkeit", in der sich stumpf-matte Bereiche mit glänzenden Einschlüssen abwechseln. Beste Grüße, Olaf.

    Es heißt ja nur "guten Morgen" weil "halt die Fresse" gesellschaftlich nicht so akzeptiert ist. :rolleyes:

  • Die Unterschiede werden immer weniger ich arbeite ja auf einer Xerox Igen4 und einer Nexpress


    Das mit dem Glanz stimmt auch nicht mehr wir arbeiten mit einem speziellen Mattoner und an der Nexpress mit einer
    speziellen Fixierwalze da kommt der Druckbogen ohne den "Speckglanz" durch das Fixieröl aus der Maschine
    Wenn es ein Druck auf einer HP Indigo gemacht wurde ist der Unterschied zu einem Offsetdruck wenn überhaupt sehr gering.

  • Moin Moin :)


    Den Unterschied zu sehen, riechen oder fühlen wird auf einer HP Indigo zum " Meisterstück "
    mit all diesen vielen Features die diese Maschine hergibt wirds schon sehr sehr schwer.


    Ich weisss schon worüber ich schreibe, bin zwar gegenwärtig im Rollen Digidruck,
    aber der Drucker mir gegenüber arbeitet an einer HP Indigo und des öfteren stehe ich jetzt auch mit dran.


    Gruß
    Norbert

  • japps
    gebe kolb recht ,habe selbst auf der indigo gearbeitet ( mir fällts immernoch schwer da vom drucken zu reden )
    aber das ist schon brillinat was da rauskommt.Ist ja auch der mercedes unter den digitaldruckmaschinen.
    denke wenn ein fähiger drucker dransteht ist es fast nicht mehr auszumachen ob es offset oder digital ist .sie hatte schwirigkeiten bei grauen flächen über den gesamten druckbogen da konnte man den digitaldruck an einem streifen erkennen quer über den bogen im letzten drittel wenn ich mich recht erinnere......

  • Und es wird immer besser wer sich mit Digitaldruck als Betrieb nicht beschäftigt wird es in der Zukunft schwer haben
    Die Drupa wird eine richtige Digitaldruck Messe.
    Xerox macht ein großes Geheimnis daraus was auf der Drupa kommt gibt nur Vermutungen das die auch eine Flüssigtonermaschine wie HP Indigo
    entwickelt haben. Der Digitaldruck ist angekommen und man braucht sich nicht schwer tun von drucken zu reden
    Wer Technikbegeistert ist ist im Digitaldruck richtig. Auch musst du dich mit Rip Technologie und Vorstufe rumschlagen da hast du als Drucker ganz
    andere Möglichkeiten auch später weiterzukommen.


    HP Indigo Drucke sind Sondermüll was die auf den Bogen bringen ist leider nicht ganz ungefährlich.

  • Die Aussage von Schmid68 ist grundsätzlich nicht falsch allerdings bin ich der Meinung, dass die Zukunft unserer Betriebe in der Spezialisierung liegt. Wir müssen künftig nicht mehr alles anbieten und können sondern wir brauchen Dinge in denen wir besonders gut und preislich wettbewerbsfähig sind.
    Der Digitaldruck wird in Zukunft sicherlich ein gewichtiges Wort mitreden aber er ist schlicht immer noch viel zu teuer. Wir haben 1994 als eines der ersten Unternehmen den Digitaldruck eingeführt. Zwischenzeitlich haben wir auf verschiedenen Maschinen produziert. Derzeit sind es zwei Canon-Maschinen. Generell stehe ich zur Aussage, dass zu viel Kapital für zu wenig Umsatz und Ertrag gebunden wird. Natürlich könnte ich nicht einfach auf die Flexibilität des Digitaldrucks verzichten. Dazu müssen wir heute viel zu kurzfristig reagieren. Aber es ist doch verrückt, dass die beiden Digitalmaschinen ungefähr jeden Monat die selbe Kostenbelastung wie eine IIIB Offsetmaschine 5c mit Lack verursachen. Eine solche Maschine trägt aber viel entscheidender zum unternehmerischen Erfolg bei.
    Aus diesem Grund erwarte ich ein abflachen der Begeisterung für den Digitaldruck oder eine spürbare Kostensenkung für diese Technologie.

    Dumme Menschen machen den selben Fehler immer wieder,
    schlaue Menschen machen neue.

  • kann beide aussagen meiner vorredner bestaetigen,
    zum einen das es wohl auch schwierigkeiten gab beim deinking von papieren die mit der indigo bedruckt worden sind.(meine einen artikel dazu im deutschen drucker gelesen zu haben )
    so wie das wir drucker teilweise die maschine dreischichtig haben laufen lassen und versucht soviel klicks wie möglich draufzubekommen um in die nächstgünstigere kostengruppe für klicks (? schreibt man das so ) hineinzukommen.
    wir hatten die maschine für fotobücher benutzt oder bücher als beispiel auflage 300 , 250 seiten a5 teilweise 4 c oder eben als ergänzung zum offset. briefbogen im offset dazugehörige Vk im digitaldruck.
    Ist es eigentlich immernoch so das briefbogen nicht im digitaldruck gemacht werden können weil sich die farbe beim bedrucken mit laserdruckern löst oder wurde das problem mittlerweise gelöst ?
    Frage an die digitaldruckers im forum ......

  • Ist es eigentlich immernoch so das briefbogen nicht im digitaldruck gemacht werden können weil sich die farbe beim bedrucken mit laserdruckern löst oder wurde das problem mittlerweise gelöst ?



    Hallo Schubbeduster - ist nach wie vor ein Problem im Digitaldruck.
    Beste Grüße, Olaf.

    Es heißt ja nur "guten Morgen" weil "halt die Fresse" gesellschaftlich nicht so akzeptiert ist. :rolleyes:

  • Ja das Problem ist noch immer ungelöst.
    Die meisten Laserdrucker schmelzen den Toner des Digitaldruck wieder an und sorgen so für teilweise künstlerisch wertvolle Geistereffekte auf den Briefbogen.


    Grüße

    Dumme Menschen machen den selben Fehler immer wieder,
    schlaue Menschen machen neue.

  • Bin auch mal gespannt was Heidelberg aus der Erfindung von Landa (Nanography) macht
    Auf der Drupa war das ja ne riesen Show, Serienreif ist die Technik aber noch nicht
    Das wird so laufen wie bei Indigo die ersten Maschinen von Landa waren nicht so toll
    Serienreif ist Indigo erst geworden wo Herr Landa seine Firma an HP verkauft hat